suche | impressum | spenden
Anthroposophie / Geschichte / Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft

Übersicht

Theosophische Vorgeschichte
 
Die Entfaltung der Anthroposophie
 
Aufschwung und Krise
 
Ringen um Erneuerung
 
Die Weihnachtstagung 1923-24
 
Rudolf Steiners Tod und seine Folgen
 
Alexanderlegende und ein Zirkel von Spiritisten
 
Streit um ein Testament
 
Sukzession und falsche Bodhisattvas
 
Scherbengerichte und Märtyrerkronen
 
Anthroposophie im Jahr der Machtergreifung
 
Die Neigungen der Welt
 
Ausschluss und Verbot
 
Ahrimans Unterpfand
 
Verhärtete Fronten – künftige Versöhnung
 
Der Prozess um den Nachlass Rudolf Steiners
 
Impromptu zwischen den Zeiten
 
Lauter ungelöste Fragen
 
Die beleidigte Gesellschaft
 
Das Schweigen der Lämmer
 
Das Ende einer Ära
 
Die Grösse eines Wagnisses
 
Die Bücher Rudolf Steiners gehören ins Goetheanum
 
Spirituelle Emanation
 
Weihnachstagung als ewige Aufgabe
 
Ein Tag von weltgeschichtlich negativer Bedeutung
 
Anrufung der Toten, Aufruf an die Lebenden
 
One giant leap
 
Getrübte Euphorie
 
Der Staub von zwanzig Jahren
 
Auszug aus Ägypten
 
Dem Gewissen kann man keinen Zwang antun
 
Es ist eine grenzenlose Qual gewesen
 
Großkampf der Widersachermächte
 
Geistorgan der Menschheit
 
Mysterienstätten und die Sehnsucht nach dem Geist
 
Mutter, Töchter und das Jahrhundertende
 
Die Opferhandlung Rudolf Steiners
 
Der Ruf aus der Geisteswelt
 
Der Untergang des Abendlandes
 
Ohne Angabe von Gründen
 
Ganz reale Widersachermächte
 
Prophete rechts, Prophete links
 
Ätherische Frühlingsfrische
 
Rudolf Steiners eigentliche Aufgabe
 
Ohne mehr Anthroposophie werden wir nichts leisten können
 
Die Verabschiedung eines Souveräns
 
Wachsende Anerkennung, zunehmende Bedrohung
 
Epiphanie eines Mythos – Teil 1
 
Epiphanie eines Mythos – Teil 2
 
Postume Rehabilitation
 
Eingriff des Widersachers
 
Andrängende Studentenwogen
 

Zur Geschichte der anthroposophischen Gesellschaft und Bewegung


Rudolf Steiner, 1861-1925

1875-1902

Die von Rudolf Steiner begründete anthroposophische Gesellschaft und Bewegung hat eine theosophische Inkubationsgeschichte. Sie entstand im Rahmen der von Helena Petrowna Blavatsky gegründeten Theosophischen Gesellschaft. [Theosophische Vorgeschichte | Mehr ...]

1902-1912

Durch das Wirken Rudolf Steiners als Generalsekretär der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft entfaltete sich die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft und die anthroposophische Bewegung als Erkenntnisereignis und soziales Gesamtkunstwerk in den Jahren 1902-1912. [Entfaltung der Anthroposophie | Mehr ...]

1913-1923

Ende 1913 wurde die Anthroposophische Gesellschaft gegründet. Der Name war nicht zufällig. Der Begriff der »Menschenweisheit« (»Anthropos-Sophia«) tauchte schon früh im Werk Rudolf Steiners auf. In seinem Buch »Das Christentum als mystische Tatsache ...« schrieb er 1902 über eine Form der Erkenntnis, die zu einer Wiedergeburt Gottes, der in der Natur erstorben ist, im Menschen und durch den Menschen führt. Diese Erkenntnis bezeichnete er als »Menschen-Weisheit«. [Aufschwung und Krise | Mehr ...]

1923-1924

Trotz aller Kritik, die Steiner 1923 am Zustand der Anthroposophischen Gesellschaft übte, darf nicht vergessen werden, dass sie 10 Jahre lang (von 1913 bis 1923) als Gefäß für die Aufnahme einzigartiger spiritueller Offenbarungen diente, deren Quelle Rudolf Steiner war. Hätte es sie mit ihrer wie auch immer gearteten Mitgliedschaft nicht gegeben, wäre es wohl kaum zur Entfaltung der Geisteswissenschaft als einer modernen Mysterienerkenntnis gekommen. Dennoch war ihre Erneuerung 1923 überfällig. [Ringen um Erneuerung | Mehr ...]

Die »Weihnachtstagung« vom 24. Dezember 1923 bis zum 1. Januar 1924 stellt das vielbeschworene, heute nahezu mythisch überhöhte Gründungsereignis der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft dar. Und in der Tat, diese Versammlung besaß Dimensionen, die sie heute einzigartig erscheinen lassen. [Die Weihnachtstagung | Mehr ...]

1925

Aus der zeitlichen Distanz von bald hundert Jahren lässt sich das Ausmaß der Katastrophe, die der Tod Rudolf Steiners für die Anthroposophische Gesellschaft und Bewegung darstellte, nur schwer nachvollziehen. Wer den Verlust eines geliebten Menschen und die sich dadurch eröffnenden Abgründe erlebt hat, kann sich schon eher vorstellen, wie sich die Zurückgebliebenen gefühlt haben müssen. [Der Tod Rudolf Steiners | Mehr ...]

1926-1927

Im Januar 1926 ließ sich die konfliktträchtige Konstellation nicht länger eindämmen. Missverständnisse und mangelnde Kommunikation zwischen den Vorstandsmitgliedern zeugten die Missgeburt eines ersten Gesellschaftskonflikts, die sich im Lauf der Jahre zum fratzenhaften Monstrum einer tiefgehenden Spaltung auswachsen sollte. Die Kluft tat sich zwischen Ita Wegman und Elisabeth Vreede auf der einen und Marie Steiner und Albert Steffen auf der anderen Seite auf, sie sollte aber die gesamte Gesellschaft auseinanderreißen. [Alexanderlegende und ein Zirkel von Spiritisten | Mehr ...]

1928-1929

Zu Beginn des Jahres 1928 trat ein weiteres Thema in den Vordergrund, das die Gräben zwischen den Mitgliedern der Anthroposophischen Gesellschaft vertiefen sollte. Schauplatz war die Generalversammlung im Februar 1928, Gegenstand der Auseinandersetzungen: das Testament Rudolf Steiners. [Streit um ein Testament | Mehr ...]

1930

Für das Verständnis der weiteren Entwicklung der Anthroposophischen Gesellschaft ist die Kenntnis gewisser Vorgänge unabdingbar, die sich im Jahr 1930 abspielten. Sie führten dazu, dass der Vorstand endgültig auseinanderbrach und keine gemeinsamen Besprechungen mehr durchführen konnte. Bei einer Zusammenkunft der Generalsekretäre im November schließlich wurden die seit fünf Jahren schwelenden Konflikte offen an- und ihre tieferen Motive erstmals ausgesprochen. [Sukzession und falsche Bodhisattvas | Mehr ...]

• Adolf Arenson: Rudolf Steiner und der Bodhisattva des 20. Jahrhunderts, 30. März 1930

• Elisabeth Vreede: Die Bodhisattvafrage in der Geschichte der anthroposophischen Gesellschaft, 9. und 11. Juli 1930

1931-1932

Infolge der geschilderten Ereignisse brach der Vorstand der deutschen Landesgesellschaft vollends auseinander. Mit ihren über achttausend Mitgliedern hatte sie fast die Hälfte aller Mitglieder der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft gestellt, nun aber begannen ganze Zweige auszutreten. [Scherbengerichte und Märtyrerkronen | Mehr ...]

1933

Im Jahr der Machtergreifung (Hitler war am 30. Januar zum Reichskanzler ernannt worden), dem Todesjahr Annie Besants und G.R.S. Meads, blieb es merkwürdig still an der anthroposophischen Heimatfront. Dafür begannen die nationalsozialistischen Gegner der Anthroposophie aus allen Rohren zu schießen. [Anthroposophie im Jahr der Machtergreifung 1933 | Mehr ...]

1934

Ihr Vorspiel fand die Generalversammlung vom 27./28. März 1934 in einer Generalversammlung der englischen Landesgesellschaft am 10. und 11. Februar 1934. Diese verabschiedete eine von Owen Barfield vorbereitete Resolution, als Antwort auf die Gründung eines gesellschaftlichen Zusammenschlusses, der von Harry Collison geleitet und vom Dornacher Dreiervorstand (Albert Steffen, Marie Steiner, Guenther Wachsmuth) unterstützt wurde. [Die »Neigungen der Welt« und die »wahre Anthroposophie« | Mehr ...]

1935

Im Februar 1935 erschien eine »Denkschrift über Angelegenheiten der Anthroposophischen Gesellschaft in den Jahren 1925 bis 1935«. Der Titel »Kampfschrift« hätte diesem Pamphlet besser entsprochen, handelte es sich doch um eine äußerst tendenziöse Zusammenstellung von Geschichtsklitterungen und Polemiken, die einzig darauf abzielte, die Ausschlüsse auf der bevorstehenden Generalversammlung zu rechtfertigen. [1935 | Ausschluss und Verbot | Mehr ...]

1936-1946

Nach 1935 kann die Geschichte der Anthroposophischen Gesellschaft und Bewegung nicht mehr ausschließlich als Geschichte jener Gesellschaft erzählt werden, die in Dornach ihren Mittelpunkt sah. Wenn sich anthroposophische Bewegung und Gesellschaft durch die Übernahme des Vorsitzes seitens Rudolf Steiners miteinander vereinigt hatten, dürften sie spätestens seit den großen Ausschlüssen im Jahr 1935 wieder getrennte Wege gegangen sein. [Ahrimans Unterpfand. Der Streit um den Nachlass Rudolf Steiners 1936-1946 | Mehr ...]

1946-1948

Auf merkwürdige Weise gespiegelt oder verzerrt erscheinen die großen Konflikte der dreißiger Jahre um spirituelle Autorität und Nachfolge, die zwischen Ita Wegman und Elisabeth Vreede auf der einen und Albert Steffen, Marie Steiner und Guenther Wachsmuth auf der anderen Seite ausgetragen wurden, in den Konflikten der 1940er und -50er Jahre, die sich schließlich im Streit um den Nachlass Rudolf Steiners kristallisierten. [1946-1948 – Verhärtete Fronten, Keime künftiger Versöhnung | Mehr ...]

1949-1952

Der ursprüngliche Vorstand der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft war nach der Kaltstellung und dem kurz darauf erfolgten Tod Marie Steiners auf zwei Mitglieder geschrumpft. Albert Steffen war bei Marie Steiners Tod 64 Jahre alt, Guenther Wachsmuth 55. Die Leitung einer Internationalen Gesellschaft mit Tausenden von Mitgliedern und die gleichzeitige Verantwortung für eine Freie Hochschule für Geisteswissenschaft dürfte vom Tandem des verbliebenen Vorstandes als drückende Last empfunden worden sein. [1949-1952 | Der Prozess um den Nachlass Rudolf Steiners | Mehr ...]

Wer sich mit der Geschichte der anthroposophischen Gesellschaft und Bewegung beschäftigt, wird immer wieder über die Zähigkeit erstaunt sein, mit der die unterschiedlichen Gruppierungen an den einmal erwählten Zielsetzungen festhielten. Trotz aller äußeren Widerstände und trotz aller inneren Spaltungen arbeiteten die meisten Beteiligten, soweit als möglich und teilweise mit märtyrerhafter persönlicher Opferbereitschaft weiter im Dienst ihrer jeweiligen spirituellen Zielsetzungen. [Impromptu zwischen den Zeiten | Mehr ...]

1953-1955

Wie bereits Mitte der 1930er Jahre trennte sich auch durch den Konflikt mit Marie Steiner und dem Nachlassverein ein Teil der Mitgliedschaft von der »Allgemeinen« Anthroposophischen Gesellschaft. Die Sezession gab sich einen eigenen organisatorischen Status, insbesondere als »Anthroposophische Vereinigung in der Schweiz«, die mit einer Reihe von Zweigen (Arbeitsgruppen) noch heute existiert. Die Spaltung zog sich aber durch alle bestehenden (oder im Aufbau begriffenen) Landesgesellschaften und erschwerte auf vielfache Weise die Zusammenarbeit. [Lauter ungelöste Fragen | Mehr ...]

1956

Auch das Jahr 1956 stand im Zeichen der Auseinandersetzung um den literarischen und künstlerischen Nachlass Rudolf Steiners. Außerdem starb in diesem Jahr Wilhelm Lewerenz, der Leiter der Sektion für redende und musizierende Künste. Sein Tod zog eine Erweiterung des Vorstandes nach sich, die bei einer außerordentlichen Generalversammlung Ende Dezember 1956 vollzogen wurde. [1956 – Die beleidigte Gesellschaft erweitert ihren Vorstand | Mehr ...]

1957-1962

Die Jahre bis zum Tod Guenther Wachsmuths und Albert Steffens (1963) scheinen für die Anthroposophische Gesellschaft reichlich unspektakulär verlaufen zu sein. Zumindest erweckt die Berichterstattung im »Nachrichtenblatt« für deren Mitglieder diesen Eindruck. Aber diese Berichterstattung ist selektiv, um nicht zu sagen tendenziös. [1957-1962 | Das Schweigen der Lämmer | Mehr ...]

1963

1963 ging die lange Ära zu Ende, in der Albert Steffen maßgeblich die Geschicke der Anthroposophischen Gesellschaft bestimmt hatte. Über die Dauer dieser Ära kann man geteilter Meinung sein. [1963 | Das Ende einer Ära | Mehr ...]

1964

1964, im Jahr der Gründung der PLO, der Unterzeichnung des Bürgerrechtsgesetzes zur Aufhebung der Rassentrennung durch Lyndon B. Johnson – der die Nachfolge des am 2. November 1963 ermordeten Präsidenten John F. Kennedy angetreten hatte – und der Tonkin-Resolution, die den Eintritt der USA in den Vietnamkrieg vorbereitete, bahnte sich auch in der Führung der Anthroposophischen Gesellschaft ein Politikwechsel an. [1964 | Die Größe eines Wagnisses | Mehr ...]

1965

Dass die Aktivitäten der Haußer-Stiftung zumindest für Rudolf Grosse ein maßgeblicher Grund waren, sich mit der »Bücherfrage« zu beschäftigen – die sich bei ihm ab 1965 nachgerade zum beherrschenden Thema entwickelt zu haben scheint –, geht aus einem langen Brief hervor, den er Ende März 1965 an seinen Vorstandskollegen Herbert Witzenmann schrieb, der zu dieser Zeit nach einem leichten Herzinfarkt mit einer Lungenentzündung in einem Pforzheimer Krankenhaus lag. [1965 | Die Bücher Rudolf Steiners gehören ins Goetheanum | Mehr ...]

1966

Die »Erklärung« des Vorstandes zur Bücherfrage im Jahr 1965 erklärte oder klärte gar nichts, vielmehr war die durch sie hervorgerufene Verwirrung beträchtlich. Auch in den folgenden Jahren rangen unterschiedliche Positionen miteinander. Der Vorstand selbst war in dieser Frage gespalten. [1966 | Der Vorstand als spirituelle Emanation des Geisteslehrers | Mehr ...]

1967

Mitte der 1960er Jahre beschäftigte sich die anthroposophische Bewegung nicht nur mit der »Bücherfrage«. Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts nahm diese Bewegung einen bedeutenden Aufschwung. Dieser Aufschwung war auch durch die gesamtgesellschaftliche Entwicklung bedingt, durch die anthroposophische Kernthemen wie Menschenrechte, Emanzipation, Ökologie, ganzheitliche Heilweisen und Spiritualität auf die politische und kulturelle Tagesordnung gesetzt wurden. [1967 | Die Weihnachtstagung als ewige Aufgabe | Mehr ...]


1968

Am 14. Januar 1968 erschien im »Nachrichtenblatt« der Anthroposophischen Gesellschaft folgende Mitteilung: »Der Bücherverkauf am Goetheanum wird in Zukunft auch die durch die Nachlassverwaltung herausgegebenen Werke Rudolf Steiners in den Verkauf aufnehmen. Dieser Beschluss beendet einen seit vielen Jahren bestehenden, den Mitgliedern in seiner Verursachung bekannten Zustand. Dadurch werden Kräfte frei, die für die Weiterentwicklung der Anthroposophischen Gesellschaft und ganz besonders für die Verwirklichung der Hochschule eingesetzt werden können. [1968 | Ein Tag von weltgeschichtlich negativer Bedeutung | Mehr ...]

1968

Durch seinen Brief an den Vorstand vom 30. Januar 1968, in dem Witzenmann mitteilte, er könne »vorläufig« nicht mehr an dessen »Beschlüssen mitwirken und für diese keine Mitverantwortung« mehr »übernehmen«, hatte er sich eigentlich bereits aus diesem Gremium verabschiedet. Um so erstaunlicher ist es, dass es bis zum März 1974, also volle sechs Jahre, dauerte, bis eine endgültige Formel gefunden wurde, die diese Tatsache offiziell zum Ausdruck brachte. Es waren sechs quälende Jahre für alle Beteiligten, für die ganze Gesellschaft. [Anrufung der Toten, Aufruf an die Lebenden ...]


1969

Dass die Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft nicht nur mit der Selbstdestruktion beschäftigt, sondern auch zu bedeutenden sozialen Leistungen imstande waren, zeigt ein Ereignis, das zu den deprimierenden Szenen der Generalversammlungen einen erfreulichen Kontrast bildet: die Gründung des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke durch Gerhard Kienle (1923-1983), das im November 1969 eröffnet wurde. [One giant leap ...]

1970

Im Jahr der US-Invasion in Kambodscha, der Gründung der RAF und des Arbeiteraufstandes in Polen, begann der Vorstandskonflikt der anthroposophischen Gesellschaft aus seiner Latenzphase zu erwachen, in die er im vorangegangenen Jahr eingetreten war. Aus der Sicht des übrigen Vorstandes war es nur konsequent, einem Mitglied, das an seinen Sitzungen nicht mehr teilnahm und dessen Gesamtverantwortung nicht teilen wollte, jene Funktionen zu entziehen, die es für die Gesellschaft und die Hochschule ausübte. [Getrübte Euphorie ...]

1971

Wie nicht anders zu erwarten, wurde die Generalversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft am Karsamstag, dem 10. April 1971, zum Schauplatz des nicht länger zu ignorierenden Konfliktes um die künftige Rolle Herbert Witzenmanns. [Der Staub von zwanzig Jahren]


1972

Im Jahr 1972 steuerte der Vorstandskonflikt in der Anthroposophischen Gesellschaft auf einen Höhepunkt zu. Herbert Witzenmann war nicht gewillt, seine »Funktionen in Vorstand und Hochschule als ruhend zu betrachten«. [Auszug aus Ägypten]

1972

Nach dem dramatischen Höhepunkt des zweiten Verhandlungstages, dem Auszug Herbert Witzenmanns und eines Teiles der Mitglieder aus dem großen Saal des Goetheanum, verlief auch der dritte Tag der denkwürdigen Generalversammlung nach dem Muster eines kathartischen Prozesses, der zwischen Selbsterhöhung und Selbsterniedrigung, zwischen Erfolgserzählungen und Selbstzerfleischung hin und her schwankte ... [Dem Gewissen kann man keinen Zwang antun ...]

1972

Der vierte und letzte Verhandlungstag der Generalversammlung 1972, der auf Rudolf Steiners Todestag fiel (30. März 1925), stand im Zeichen der Abrechnung mit dem dissidenten Vorstandsmitglied Herbert Witzenmann und seinen Getreuen. [Es ist eine grenzenlose Qual gewesen ...]


1973

Will man erfahren, was die anthroposophische Gesellschaft und Bewegung in einem bestimmten Zeitraum beschäftigt, bieten sich die Mitgliederversammlungen an, die mindestens einmal im Jahr in der Regel zur Osterzeit stattfinden, und es dem neugierigen Auge des Historikers erlauben, durch die Berichte und aufgeworfenen Fragestellungen teilweise intimen Einblick in den Mikrokosmos dieser Weltanschauungsgemeinschaft, ihre Stimmungslage und ihr Selbstverständnis zu gewinnen. [Großkampf der Widersachermächte ...]

1973

Wie vielfältig und sozial folgenreich die Aktivitäten der »tätigen« Mitglieder der Gesellschaft waren, die laut Grosse oft mehrere Arbeitsfelder zu »beackern« hatten, geht aus den Berichten solcher Mitglieder am 19. und 21. April 1973 während der Generalversammlung hervor. [Die Anthroposophische Gesellschaft als Geistorgan der Menschheit ...]

1973

Auch in der Ansprache von Hagen Biesantz am Karsamstag, dem 21. April finden sich einige Versuche, das Bewusstsein der anthroposophischen Identität zu bestimmen. [Mysterienstätten und die Sehnsucht nach dem Geist ...]

1973

Das Epos von der anthroposophischen Weltbewährung war mit all diesen Erzählungen noch keineswegs an sein Ende gekommen. Am Nachmittag des Karsamstags stellten die drei Professoren Bernhard C.J. Lievegoed, Oskar Borgman Hansen und Emile Rinck die Lage der Dinge in Holland, Dänemark und Frankreich dar. [Mutter, Töchter und der Kampf am Jahrhundertende ...]


1974

Aufgrund einer merkwürdigen zeitlichen Koinzidenz wurden die beiden führenden Weltmächte des Kalten Krieges im Jahr 1974 von Enthüllungen heimgesucht, die den Glauben an die ihnen zugrundeliegenden Ideologien schwerwiegend erschütterten. [Die Opferhandlung Rudolf Steiners ...]

1974

All die religiösen Topoi, die Rudolf Grosse in seiner Eröffnungsrede zur Generalversammlung 1974 angeschlagen hatte, wurden in der folgenden Ansprache von Friedrich Hiebel, der stellvertretend für den Gesamtvorstand aus der allgemein-anthroposophischen Sektion der Hochschule berichtete, aufgegriffen, wenn nicht sogar gesteigert. [Der Ruf aus der Geisteswelt ...]

1974

Einblick in die globalen Aktivitäten der anthroposophischen Bewegung vermitteln auch für das Jahr 1974 die Länder- und Sektionsberichte der Generalversammlung. Sowohl in Großbritannien als auch in den USA stand ein Führungswechsel bevor.  [Der Untergang des Abendlandes ...]

1974

1974 musste sich die Generalversammlung seit längerem wieder einmal mit Anträgen aus der Mitgliedschaft befassen, die sich interessanterweise beide auf das Selbstverständnis der Gesellschaft als soziale Körperschaft bezogen. [»Ohne Angabe von Gründen« ...]

1974

Aufschlussreich sind die Berichte, die am Abend des 7. April 1974 aus verschiedenen Ländern und der medizinischen Sektion gegeben wurden. Sie bezeugen, dass die anthroposophische Bewegung im sozialen und politischen Kontext Europas inzwischen unübersehbare Wirkungen entfaltete. [Ganz reale Widersachermächte ...]


1975

Die Vereinten Nationen hatten 1975 unter der Devise »Gleichberechtigung, Entwicklung, Frieden« zum Jahr der Frau erklärt. Ausgerechnet in diesem Jahr scheiterte die Reform des Abtreibungsparagrafen 218 im deutschen Strafgesetzbuch am Bundesverfassungsgericht [Prophete rechts, Prophete links und Weltkind in der Mitten ...]

1975

1975 jährte sich der Todestag Rudolf Steiners zum fünfzigsten Mal, Anlass zurück und voraus zu blicken. Die anthroposophischen Periodika und Institutionen würdigten dieses Ereignis in vielfältiger Weise [Ätherische Frühlingsfrische ...]

1975

Die Jahresversammlung der anthroposophischen Gesellschaft 1975 hatte zwei gewichtige Entscheidungen zu treffen, die ihre Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten bestimmen sollten [Rudolf Steiners eigentliche Aufgabe ...]

1975

Im Jahr 1975 wurden zwei neue Mitglieder in den Vorstand der anthroposophischen Gesellschaft »kooptiert«. Eine Kooptation ist keine demokratische Wahl, sondern die Erweiterung oder Ergänzung eines Verantwortungsgremiums durch sich selbst, die mit einer Form ritualisierter Zustimmung – in diesem Fall mit einer »Akklamation« – verbunden werden kann [Ohne mehr Anthroposophie werden wir überhaupt nichts leisten können ...]

1975

Im Jahr 1975 beschäftigte das Goetheanum rund 200 Mitarbeiter, von denen mehr als zwanzig zwischen 70 und 90 Jahre alt waren. Rund fünfzig dieser Mitarbeiter, also ein gutes Viertel, waren über 60. Die jüngsten dieser Mitarbeiter waren beim Tod Rudolf Steiners zehn Jahre alt gewesen. Die meisten von ihnen dürften Steiner noch persönlich gekannt und über lebendige Erinnerungen an ihn verfügt haben. [Die Verabschiedung eines Souveräns ...]

1975

Im folgenden Teil der Generalversammlung musste sich die Mitgliedschaft mit einem weiteren Antrag auseinandersetzen, der weniger wegen seines Inhaltes, als wegen der Argumentation von Interesse ist, die schließlich zu seiner Ablehnung führte [Wachsende Anerkennung, zunehmende Bedrohung ...]


1976

Im Jahr 1976 begann das Terrorregime Pol Pots, dessen genozidaler Dystopie bis Ende 1978 fast ein Viertel der Bevölkerung Kambodschas (1,6 Millionen Menschen) zum Opfer fallen sollte. Im selben Jahr trat der größte bekannte Schlächter der Menschheitsgeschichte, Mao Zedong, von der Bühne dieser Welt ab, um fortan in der Hölle der Massenmörder zu schmoren [Epiphanie eines Mythos – Teil 1]

1976

Von der Weihnachtstagung als dem »höchsten Ereignis der jahrtausendealten Menschheitsgeschichte« spricht Rudolf Grosse im Kapitel über das »Fortwirken« dieser Tagung im Zusammenhang mit dem Anbruch der »neuen Michaelsherrschaft« 1879 und dem Kampf Ahrimans gegen den jungen Geistesforscher Rudolf Steiner [Epiphanie eines Mythos – Teil 2 ...]

1976

Die zweite epochale Publikation, die im Jahr 1976 erschien, war das Buch des Ehepaars Kirchner-Bockholt »Die Menschheitsaufgabe Rudolf Steiners und Ita Wegman«. Dieses Buch ist in zweierlei Hinsicht bedeutsam: es wirft ein bemerkenswertes Licht auf die Art und Weise, wie Steiner mit den Ergebnissen seiner Geistesforschung umging und es rollt einen Themenkomplex neu auf, der bereits 1926 eine fatale Rolle in den Gesellschaftskonflikten gespielt hatte [Postume Rehabilitation ...]

1976

Unsere Übersicht der für die anthroposophische Gesellschaft und Bewegung »epochalen« Publikationen wäre nicht vollständig, wenn wir nicht an ein weiteres Buch erinnern würden, das ebenfalls im Jahr 1976 erschien: die Studie »Der Eingriff des Widersachers« von Johannes Tautz (1914-2008).[1] Diese Studie, die »Fragen zum okkulten Aspekt des Nationalsozialismus« behandelt, fasst drei für den Druck aufbereitete Vorträge zusammen, die der Stuttgarter Waldorflehrer bereits 1966 – 33 Jahre nach der Machtergreifung – gehalten hatte [Der Eingriff des Widersachers ...]

1976

Die Generalversammlung der Anthroposophischen Gesellschaft am 11. April 1976 verlief bemerkenswert friedlich. Frühere Gesellschaftskonflikte klangen nur wie eine ferne Erinnerung in einzelnen Redebeiträgen nach, martialische Töne brachte allerdings ein Bericht Gerhard Kienles in die Versammlung, der von den Schlachten erzählte, die erfolgreich gegen das geplante deutsche Arzneimittelgesetz geschlagen worden waren Opens internal link in current window[Andrängende Studentenwogen ...]


nach Oben