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1982 | Apotheose oder Theophanie (1)

Sergej Prokofieff 1982

Prokofieffs Buch über die Grundlegung der neuen Mysterien stellt den Höhepunkt der Ausgestaltung jenes spirituell-sozialen Mythos dar, dessen Ausgangspunkt und Gravitationszentrum bis heute Rudolf Steiner bildet. Alle Ingredienzien eines solchen finden sich in dieser »großen Erzählung«: die wundersame, von Vorahnungen seiner künftigen Größe umgebene Geburt und Kindheit des Heros, die frühen Anzeichen seiner höheren Berufung, unterschiedliche Prüfungen in Form von Auseinandersetzungen mit Gegenmächten, die Nachtmeerfahrt (Abstieg in den Hades), die Wandlung durch das Opfer (Tod und Auferstehung), die Stiftung einer Gedächtnisgemeinschaft, die Ikonisierung seines Lebens als Sanktuarium erlösenden Wissens für all jene, die es erinnernd wiederholen und sich dadurch jener Gemeinschaft anschließen, die seines Namens und seiner Taten gedenkt.

Auch Prokofieff blickt, wie zu Beginn der 1980er Jahre in der anthroposophischen Diskursgemeinschaft üblich, auf das bevorstehende Jahrtausendende. Sein Buch beginnt mit den Sätzen: »Es nähert sich die Menschheit dem Ende des Jahrtausends und damit den Ereignissen, die nach Aussagen Rudolf Steiners für die ganze zukünftige Erdenentwicklung die größte Bedeutung haben werden.«[1] Die Dringlichkeit der dadurch gestellten Aufgabe unterstreicht der folgende Satz: »Das Bewusstsein von der Unaufschiebbarkeit der Aufgaben, die, wenn man auf dieses Jahrhundertende hinschaut, heute vor der Anthroposophischen Gesellschaft und jedem einzelnen Anthroposophen stehen, veranlasste den Autor, dieses Buch zu schreiben« – das, wie er hinzufügt, nicht für das allgemeine Lesepublikum verfasst worden sei, auch wenn es in einem Publikumsverlag erschien und damit jedermann zugänglich war, sondern »nur für Mitglieder der Anthroposophischen Gesellschaft« (PR, ebd.). Indem der Autor den Adressatenkreis seiner Ausführungen auf »Mitglieder der Gesellschaft« beschränkte, machte er zugleich deutlich, dass es aus seiner Sicht keine Anthroposophen außerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft gab. Nach dieser Präambel konnte sich eigentlich kein Mitglied erlauben, das Buch nicht zu lesen. Die Dringlichkeit wird durch den zweiten Absatz sogar noch verstärkt, der betont, die Aufgaben, die die drohende Zeitenwende stelle, müssten noch in diesem Jahrhundertgelöst werden (es blieben also 18 Jahre nach dem Erscheinen des Buches). »Den Anthroposophen« kommt bei der Lösung eine zentrale Bedeutung zu, liegt es doch an ihnen, den »geistigen Impuls« zu realisieren, der durch die Weihnachtstagung 1923/24 »in die Welt« getreten ist. Und sie (die Lösung) ist wiederum an die Bedingung geknüpft, in dieser Tagung ein »Mysteriengeschehen« zu erkennen, den »Anfang« jener »neuen Mysterien« nämlich, »deren Entwicklung für die ganze zukünftige Geisteskultur schicksalsentscheidend sein wird« (PR, ebd). Das Schicksal der gesamten Menschheit hängt also davon ab, dass die Mitglieder der Gemeinschaft der Auserwählten jene neuen Mysterien, die »Michael-Mysterien des esoterischen Christentums« »verwirklichen« (PR, ebd.).

Das Buch des bei seinem Erscheinen 28jährigen Verfassers[2] ist dreigeteilt: der erste Teil befasst sich mit dem »Mysterium«, das Steiners Biografie darstellt, der zweite mit der »Geburt der neuen Mysterien« durch die Weihnachtstagung und der dritte mit der Anthroposophie als »Pfingstbotschaft« für die ganze Welt.

Um an unserer eingangs vorgetragenen Deutung keinen Zweifel aufkommen zu lassen, hier einige Wortlaute aus dem ersten Teil des Buches, dem Kapitel, das mit »Die Lehrjahre« überschrieben ist. Es beginnt mit dem Satz: »Wer war Rudolf Steiner?« – soll also angeblich diese Frage beantworten. Wie sich zeigen wird, versucht es aber eine ganze andere, gar nicht gestellte Frage zu beantworten, nämlich jene, die van Manen als »Lohengrinfrage« bezeichnet hatte: die nach der spirituellen Herkunft und Mission eines Geistwesens, bei dem man sich als Leser nicht sicher ist, ob es sich nur um eine menschliche Individualität oder nicht doch um ein hierarchisches Wesen handelt.

Der aufmerksame Betrachter wird laut Prokofieff in Steiner »einen Eingeweihten erkennen« (PR, 18). Das Leben eines solchen unterscheidet sich von dem des gewöhnlichen Menschen: »Jede Einzelheit ist mit Sinn erfüllt« (PR, 18), ja, es ist »die Synthese einer ganzen Kulturepoche« (PR, 18), es wird zum »Urbild für viele zukünftige Generationen«. Eingeweihte sind »Kulturschöpfer« (Kulturheroen), »Religionsgründer« (PR, 18). Als ein solcher trat Steiner an der Wende zum 20. Jahrhundert aus dem »Schleier des Geheimnisses« hervor, hinter dem sich im Verlauf des Mittelalters und der Neuzeit die Eingeweihten verborgen hatten, um der immer mehr »in der Finsternis der Geistlosigkeit versinkenden Menschheit« einen »Strom des Lichtes neuer Offenbarungen« zu bringen (PR, 18). Er war »Verwirklicher okkult-christlich-rosenkreuzerischer Ideale« und offenbarte den Menschen »einen neuen, zeitgemäßen Einweihungsweg«, der sie wieder »mit den Göttern« zu verbinden vermag (PR, 18, 19). Ja, Steiners »eigener Lebensgang« muss als »Urbild des modernen Einweihungsweges« betrachtet werden (PR, 19).

Wer diesen Einweihungsweg, den Steiner wohlgemerkt in persona verkörpert (und nicht nur in unterschiedlicher Form schriftlich sowie mündlich geschildert hat), verstehen und womöglich beschreiten will, muss »die Schleier von den verborgenen Schichten seines Lebens« »lüften«. Er muss dabei natürlich voraussetzen, dass Steiner diesen Weg »von der ersten bis zur letzten Stufe durchschritten hat« (PR, 19). »In der realen Begegnung mit dem Christus vollendet sich der ganze vorangehende Schulungsweg, wie er urbildhaft von Rudolf Steiner praktiziert wurde« (PR, 20). Durch sie ist der Schüler zum Lehrer geworden; er vermochte vom Zeitpunkt dieser Begegnung an »als persönlicher Zeuge und Diener Christi« Seelen »zu jener heiligen Pforte zu führen, durch die sich der vom Christus gesandte heilige Geist ausgießt« (PR, 20), schreibt der 28jährige.

Das Schema[3], nach dem Prokofieff im Folgenden (PR, 21) Steiners Biografie als »Urbild« des christlichen Einweihungsweges rekonstruiert, ist das der aufeinanderfolgenden Jahrsiebte, das sich vielfach in Steiners eigenen Darstellungen findet.[4] Nach diesem Modell reifen die verschiedenen Wesens- und Seelenglieder des Menschen in aufsteigender Reihen- und zeitlicher Aufeinanderfolge, vom physischen Leib bis zum Geistesmenschen von Jahrsiebt zu Jahrsiebt. Und in diesen Jahrsiebten spiegeln sich sowohl vergangene wie künftige Kulturepochen (von den letzten der atlantischen Zeit bis zur siebten nachatlantischen Kulturepoche, der amerikanischen), als auch die Planetensphären vom Mond bis zum Saturn, wobei der Mond als Planet betrachtet wird und die Sonne die mittlere Lebensphase von 21 bis 42 umschließt, die der Ausbildung der drei Seelenglieder dient.

Die Chiffren der Transzendenz scheinen bereits beim Hervorgang aus dem Mutterleib und im zarten Knabenleben des künftigen Welterlösers auf, etwa wenn seine Herkunft aus einer »mitteleuropäischen Vererbungsströmung« und die Geburt »an der Grenze Osteuropas« (in Kraljevec) auf seine künftige »Mission« hinweisen, »den Weg zu bahnen von dem irdischen Ich des Menschen zu seinem wahren höheren Ich«, weil Mitteleuropa der »Träger der fünften nachatlantischen Epoche und des Ich-Impulses« sei, während sich in Osteuropa die folgende »Epoche des Geistselbstes, des höheren Ich des Menschen« entwickeln werde  (PR, 23), oder wenn er in Pottschach den Gegensatz von Natur und Technik erlebt, der aber auf einer Metaebene zugleich der von Geist und Materie ist und im Knaben das Bestreben hervorruft, ihn in einer höheren Synthese zu vereinigen. Und hinter diesem Gegensatz verbirgt sich auch noch die »zweifache Natur der Mondenkräfte«, unter deren Einfluss das Kind in den ersten sieben Lebensjahren steht: auf der einen Seite die während der alten Mondenentwicklung entstandenen Naturgeister, deren Weisheit ihren Abglanz in der Schönheit der Natur findet, auf der anderen die Naturdämonen, die der Mensch mit seinen technischen Artefakten ins Dasein ruft, die während Sinnenfinsternissen als unheilverkündende Schatten aus den seelenlosen Automaten hervorkriechen  (PR, 24-25). Selbst die für den Knaben unzugängliche Spinnerei, in der hin und wieder Eisenbahnwaggons verschwinden, wird für ihn zum Erlebnis von Erkenntnisgrenzen, das den Wunsch erweckt, diese zu überwinden, lange bevor er einen Begriff von Erkenntnisgrenzen hatte (PR, 25).

Der Einwand, Prokofieff gebe doch bloß Episoden wieder, über die bereits Steiner selbst berichtet habe, verfängt nicht, da es auf die Interpretation, auf die Deutung ankommt, die der Autor zum Berichteten hinzufügt. Bei diesen Deutungen handelt es sich durchgehend um Projektionen »anthroposophischer Erkenntnisergebnisse« in Lebens- und Seelenzustände, deren Darstellung bei Steiner selbst gerade frei von solchen projektiven Interpretationen ist. Prokofieff verfolgt systematisch die Mystifizierung jener Zustände und trägt damit zur Umwandlung der Biografie Steiners in einen Mythos bei.

Noch deutlicher wird dies bei seinen Ausführungen über das 1868 beginnende zweite Jahrsiebt der Ausbildung des Ätherleibes, das mit dem Umzug der Familie ins Burgendland einsetzt und »unter dem Zeichen des Merkur steht«. Diese Geburt bringe bei Steiner den Beginn »übersinnlicher Erfahrung« mit sich. Dies zeige sein angeblich »erstes hellsichtiges Erlebnis«[5], die Erscheinung einer verstorbenen Verwandten im Wartesaal eines Provinzbahnhofs (Neudörfl). Für »charakteristisch« hält Prokofieff hier, dass Steiner »ein ätherisches Erlebnis« hatte, »da im Todesaugenblick« und den Tagen danach »die Seele des Verstorbenen noch vom Ätherleib [...] umhüllt wird«, – charakteristisch wohl deshalb, weil ein »ätherisches Erlebnis« mit der Geburt des Ätherleibes korrespondiert. Von einem solchen spezifisch »ätherischen« Erlebnis ist aber in Steiners Schilderungen nirgends die Rede. Charakteristisch für Prokofieff hingegen ist seine Deutung eines Vorkommnisses, das in Steiners Realschulzeit, in die Mitte des zweiten Jahrsiebtes fällt. Hier wird die Mythisierung dem Bericht über das Vorkommnis gleich vorausgeschickt. Es handle sich nämlich, so der Autor, um den »ersten selbständigen Versuch« Steiners, »in die Haut des materialistischen Drachen zu steigen, um ihn von innen kennenzulernen, um aus innerem Erfühlen heraus das zu erfüllen, worauf ihn sieben Jahre später sein Lehrer als auf seine wichtigste Aufgabe [...] hinweisen« werde. Deutlich zeigt sich hier die Vorherbestimmung eines Lebens, das exemplarische, typologische Bedeutung hat, in der erprobenden Vorauserfüllung einer Mission, die erst »sieben Jahre später« von einem geistigen Lehrer enthüllt werden wird. Der Anlass für diese weitreichenden Assoziationen ist verhältnismäßig lapidar: der Realschüler liest einen Aufsatz des Schuldirektors über die »Anziehungskraft betrachtet als eine Wirkung der Bewegung«, den er zwar nicht versteht, weil der Verfasser mit Integralrechnung operiert, der in ihm aber doch »die tiefe Sehnsucht« weckt, »die Kräfte der Epoche kennenzulernen, die die Herrschaft über die Menschheit in der Zukunft an sich reißen wollen« (PR, 28-29).

Zu Beginn des dritten Jahrsiebts, »in dem die Venuskräfte vorherrschen und der Astralleib entwickelt wird«, zeigt sich die »endgültige Ausgestaltung und das Selbständigwerden des eigenen Gedankenlebens« bei Steiner darin, dass er beginnt, sich »besonders intensiv« mit Kant auseinanderzusetzen, dessen Kritik der reinen Vernunftihm mit 14 Jahren »in die Hände fällt«.[6]

Die mannigfaltigen Gedankenreihen und Erlebnisse, die diese Lektüre im jugendlichen Steiner anregt, umschreibt Prokofieff mit Worten aus dessen Autobiografie: »Auf der anderen Seite beschäftigte mich unaufhörlich die Tragweite der menschlichen Gedankenfähigkeit. Ich empfand, dass das Denken zu einer Kraft ausgebildet werden könne, die die Dinge und Vorgänge der Welt wirklich in sich fasst«, die er mit dem Satz kommentiert: »Damit kommt zum Ausdruck, wie er in dieser Zeit um ein neues Denken zu ringen beginnt, das er für die ganze Menschheit erkämpfen soll« (PR, 31). In seinem autobiografischen Vortrag erzählt Steiner (in der dritten Person über sich): »Er [Steiner] gab sich eifrig Kant hin, und es war tatsächlich eine neue Welt, die damals aus dem Studium dieser Kant-Werke von dem physischen Plane her dem Knaben aufging«.[7] Der Unterschied zwischen Selbst- und Fremdinterpretation ist charakteristisch: während Steiner davon spricht, dass er die Kraft des Denkens als Erkenntniswerkzeug zu empfinden beginnt, dass ihm aus dem Kant-Studium »eine neue Welt aufgeht«, ringt der 14-Jährige bei Prokofieff um ein neues Denkendas er für die gesamte Menschheit erkämpfen soll. Der 14-Jährige beginnt auch bereits geistig zu forschen, denn Prokofieff schreibt: »Von nun an« – also vom Zeitpunkt der Kant-Lektüre an, »nehmen die Probleme des Denkens in all ihren Aspekten eine zentrale Stellung in seinem gesamten geistigen Forschen ein ...« (PR, 31).

Auch die weitere Entwicklung Steiners ist schon im Himmel präformiert, der Schüler, der sich auf der Erde mit philosophischen Erkenntnisfragen auseinandersetzt, erscheint als Schauspieler auf der Bühne eines kosmischen Welttheaters, dessen Regie geistige Mächte führen. Denn Steiner »näherte sich«, »allmählich dem Jahre 1879, dem Anfang der neuen Michael-Epoche, einer Epoche, von der an ein neuer Strom übersinnlicher Offenbarungen aus der Höhe der Sonnensphäre zu der Menschheit kommen sollte, um ihr den Impuls für die geistige Erneuerung zu geben. Nachdem Michael, der mächtige Erzengel der Sonne, die gegnerischen Mächte in der Geistwelt besiegt hat, muss die Menschheit allmählich dasselbe gemäß dem Urbild des Sieges Michaels über den Drachen für die Erdensphäre vollbringen [kursiv L.R.]. Um diesen Sieg zu erlangen, muss der Mensch heute vor allem das Wirken der Widersachermächte aus dem Denken, aus dem Verstand vertreiben, der so tief im Materialismus versunken ist, und durch die Spiritualisierung des Denkens die Vereinigung mit der Sphäre Michaels erreichen, damit auf der Grundlage dieser neuen Verbindung mit dem Geiste eine wahrhaft spirituelle Kultur begründet werde. So kann es uns nicht erstaunen, dass dieses Jahr, das für die ganze Entwicklung der Menschheit auf der Erde so wichtig ist, auch in der inneren Entwicklung Rudolf Steiners von großer Bedeutung ist« (PR, 31-32).

Steiner mussalso in der Erdensphäre vollbringen, was Michael bereits im Kosmos vollbracht hat, er muss das prototypische Ereignis im Himmel auf der Erde mimetisch reproduzieren. Auch dies ein zentrales Motiv mythischen Denkens: der Heros auf der Erde wiederholt einen kosmischen Prototypos, der Mensch, der dem Heros nachfolgt, wiederholt den Prototypos des Heros und damit auch jenen des Himmels. Dieser Grundsatz gibt die Leitlinie für die weiteren Darstellungen Prokofieffs vor.

1879 zieht die Familie nach Inzersdorf bei Wien, Steiner bewegt sich von Kant zu Fichte und damit von der Betrachtung des Denkens zu jener des Ich. Der damals 18-Jährige versucht »das Grundproblem des westlichen Geisteslebens«, die Frage »Was ist das Ich?« zu beantworten (PR, 32). Dass es sich um eine philosophisch widersinnige Frage handelt, fällt Prokofieff nicht auf, denn die Frage nach dem Ich kann nicht durch den Hinweis auf ein »Was«, das außerhalb dieses Ich liegt, durch eine Qualifizierung des Existentials, seine Identifikation mit einem Allgemeinbegriff, beantwortet werden: »Das Ich« ist jenes Wesen, das sich jeder Qualifizierung entzieht, daher ist auch der Gebrauch des Possessivpronomens (»mein Ich«, »dein Ich«) »nicht wohlgetan«, da es eine essentielle Differenz zwischen dem Eigentümer und dem voraussetzt, was dieser besitzt. Das Ich entgeht jeder Objektivation, es kann sich nur als tätiges unmittelbar erfahren und in dieser Erfahrung als mit sich selbst Identisches wahrnehmen, das jeder Veränderung möglicher Eigenschaften oder Zustände vorausliegt. Jede Bestimmung seines »Was«, seiner Essenz, muss deswegen notgedrungen eine Tautologie sein, von der nur dann behauptet werden kann, sie werde verschleiert, wenn man es als »Geist« bestimme, wenn gleichzeitig verkannt wird, dass dieser Geist das mit sich selbst Identische ist, dessen Wesen durch Spontaneität und Reflexivität, Selbstursprünglichkeit und Selbstbezüglichkeit bestimmt ist. Von genau dieser spontanen Selbstvergegenwärtigung des Ich ist auch im dritten Kapitel der Autobiografie Steiners die Rede, wenn er über es schreibt: »Wenn das Ich tätig ist und diese Tätigkeit selbst anschaut, so hat man ein Geistiges in aller Unmittelbarkeit [kursiv L.R.] im Bewusstsein, so sagte ich mir [...] Eine Welt der geistigen Wesen gab es für mich. Dass das ›Ich‹, das selbst Geist ist, in einer Welt von Geistern lebt, war für mich unmittelbare Anschauung [kursiv L.R.]«.[8] Nicht zufällig hebt Steiner in diesen wenigen Sätzen über Geist und Ich zweimal das Moment der Unmittelbarkeit hervor. Diese Unmittelbarkeit gilt nicht nur für die Selbstvergegenwärtigung des Ich, sondern auch für die Anschauung seiner Beziehungen zu anderen Geistwesen, die sich für es und in ihm ebenso spontan selbst vergegenwärtigen, wie es sich selbst.

Auch mit dem Ich-Problem verbindet sich eine »Mission« Steiners, dessen Leben aus Prokofieffs Sicht aus einem ganzen Bündel von »Missionen« besteht. Im Zusammenhang mit der Frage nach dem Ich lautet die Mission: »die Geisteswissenschaft als Wissenschaft vom höheren Ich des Menschen zu begründen und den Weg zu ihm zu zeigen« (PR, 32).

Wie sich zeigt, beantwortet Steiner aber nicht die Frage nach dem »Was« des Ich, sondern nach dessen Funktion im Erkenntnisprozess. Dies belegt ein von Prokofieff angeführtes Zitat, in dem jener davon erzählt, er sei dazu gelangt, »in der Tätigkeit des menschlichen ›Ich‹ den einzig möglichen Ausgangspunkt für eine wahre Erkenntnis zu sehen.« Prokofieff greift diese Vorgabe auf, wenn er von der »zentralen Bedeutung des Ich im Erkenntnisprozess« spricht, die Steiner zugleich vor eine neue Frage gestellt habe, nämlich jene nach dem Übergang vom Ich zur Welt, die er (Steiner) »in jener Epoche« wie folgt formuliert habe: »Vorher hatte ich mich damit geplagt, für die Naturerscheinungen Begriffe zu finden, von denen aus man einen solchen für das ›Ich‹ finden könne. Jetzt wollte ich umgekehrt von dem Ich aus in das Werden der Natur einbrechen. Geist und Natur standen damals in ihrem vollen Gegensatz vor meiner Seele«. Diese Sätze, die nicht aus jener Epoche stammen, sondern von Ende 1923[9], weisen laut Prokofieff auf eine weitere Erdenmission Steiners (von der bereits weiter oben die Rede war), nämlich jene, »Natur und Geist durch den Ich-Impuls zu vereinigen und damit den Weg anzulegen zu einer Spiritualisierung der Menschheitskultur« (PR, 32). Bezeichnend der Kommentar, den er hinzufügt: »Dieses Ziel fordert fast übermenschliche Anstrengungen« – deswegen habe »es« Steiner auch erst in seinem 40. Lebensjahr erreicht, wobei nicht ganz klar ist, ob sich das »es« auf das erste oder zweite der beiden Ziele bezieht oder auf beide und was genau die Aussage besagen soll, dessen Erreichung sei mit »fast übermenschlichen« Anstrengungen verbunden. Will der Verfasser damit sagen, dass Steiner ein Übermenschwar, also in seinem vierzigsten Lebensjahr die Epiphanie des bis dahin in ihm verborgenen Gottes eintrat, oder dass er sich in einen Zustand des Übermenschentums erhob, also seine eigene Apotheose vollzog? Dies alles jedoch nur »fast«? Wir werden sehen.

Für Prokofieff ist es jedenfalls kein Zufall, dass Steiner »die beiden Grundaufgaben seiner Zukunftsmission« »erstmals« im Jahr 1879 aufgreift, denn in diesem Jahr beginnt das neue Michaelzeitalter. Erneut ist das Auftreten von Erkenntnisfragen durch einen kosmischen Vorgang bedingt. Der Erzengel Michael muss zuerst in den Rang eines Zeitgeistes (Arche) aufsteigen und sich das Wesensglied des Geistesmenschen aneignen (oder das, was diesem menschlichen Wesensglied in der Ordnung der Hierarchien entspricht), um auf den physischen Leib des Menschen einwirken zu können. Als Zeitgeist verfügt er – wie der Mensch – über sieben Wesensglieder und vermag mit seinem vierten, das wiederum dem menschlichen Ich »entspricht«, auf dieses einzuwirken. Daher sind »alle Fragen, die im Menschen nach dem Geheimnis des Ich auftauchen«, »seit dem Jahr 1879 durch Michael inspiriert«. Also auch Steiners Fragen »im Zusammenhang mit den Ich-Problemen« (welchen Ich-Problemen?) »sind das direkte Ergebnis der Inspiration, die er zu der Zeit von Michael selbst empfängt« (PR, 34). Will uns der Verfasser damit sagen, dass Steiner in seinem 18. Lebensjahr bereits zum inspirativen Bewusstsein aufgestiegen ist, also zur Erkenntnis- bzw. Seinsstufe eines Erzengels? Läge es nicht näher, hier eine Inspiration durch Fichteanzunehmen, mit dem sich Steiner nach seiner eigenen Aussage intensiv beschäftigte, so intensiv, dass er versuchte, dessen WissenschaftslehreSeite für Seite umzuschreiben?[10] Und durch wen wurde denn Fichte Ende des 18. Jahrhunderts inspiriert, als er sich mit denselben Problemen beschäftigte, mit welchen sich Steiner aufgrund seiner Anregung auseinandersetzte? Ebenfalls durch den Erzengel Michael? Aber dieser war doch noch gar nicht auf die Erde herabgestiegen, um auf das menschliche Ich einzuwirken?

Prokofieff findet noch weitere »bedeutsame okkulte Erlebnisse« in der Mitte des dritten Lebensabschnittes Steiners. Immerhin stehen für diese als Quelle die Dokumente von Barre zur Verfügung, handschriftliche Aufzeichnungen für Edouard Schuré vom September 1907[11], in welchen Steiner davon spricht, er habe um 1879 »völlige Klarheit über die Vorstellung der Zeit« erlangt, nämlich darüber, dass mit der vorwärtsgehenden Evolution eine rückwärtsgehende astrale interferiere. »Nachdem er einen solch entscheidenden Schritt auf seinem geistigen Weg gemacht hatte«, kommentiert Prokofieff, »war auch die Fähigkeit, den Verstorbenen über den Tod hinaus zu folgen, voll entwickelt« (PR, 34). Diese Verknüpfung: die Erkenntnis des Wesens der Zeit als Vorbedingung der Ausbildung der Fähigkeit, den Verstorbenen über den Tod hinaus zu folgen, ist allerdings eine Erfindung Prokofieffs. In Steiners Autobiografie, aus der er u.a. den Satz zitiert: »Den gestorbenen Menschen verfolgte ich weiter auf seinem Wege in die geistige Welt hinein«, ist von einer solchen Verknüpfung nichts zu finden. Vielmehr wird hier von Steiner selbst eine Verbindung zur Philosophie hergestellt: »Ich hielt mich damals für verpflichtet, durch die Philosophie die Wahrheit zu suchen. Ich sollte Mathematik und Naturwissenschaft studieren. Ich war überzeugt davon, dass ich dazu kein Verhältnis finden werde, wenn ich deren Ergebnisse nicht auf einen sicheren philosophischen Boden stellen könnte. Aber ich schaute doch eine geistige Welt als Wirklichkeit. Mit aller Anschaulichkeit offenbarte sich mir an jedem Menschen seine geistige Individualität. Diese hatte in der physischen Leiblichkeit und in dem Tun in der physischen Welt nur ihre Offenbarung. Sie vereinte sich mit dem, was als physischer Keim von den Eltern herrührte. Den gestorbenen Menschen verfolgte ich weiter auf seinem Wege in die geistige Welt hinein.«[12]

Laut Prokofieff hatte sich Steiner jedoch »seiner Lebensaufgabe aus seinen eigenen Kräften gestellt« und »die Reife erlangt«, »diese Kräfte« (welche?) zu verwirklichen und war somit bereit, dem Boten seines Meisters zu begegnen. Mit dem Boten ist der »Kräutersammler« Felix Koguzki gemeint, »der erste Mensch, mit dem er offen über seine inneren Erlebnisse sprechen konnte«. Schließlich begegnete er auch Karl Julius Schröer, seinem Hochschullehrer, der ihn in Goethes Leben und Werk einführte. Auch in dieser Begegnung sieht Prokofieff wieder ein Zeichen. Denn Schröer vermochte sich als Idealist zwar an Ideen zu begeistern und in diesen zu leben, aber er fand keinen Zugang zum Leben des Geistes hinterden Ideen. »Die besten Geister der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts«, vermochten also, wie das Beispiel Schröers zeige, keinen Zugang zur »neuen Michael-Geistigkeit« zu finden (PR, 36). Steiners Begegnung mit seinem verehrten Hochschullehrer ist »ein Zeichen, das die Weltenlenkung auf Rudolf Steiners Lebensweg errichtete, ein Zeichen, das auf den Sinn und die Bedeutung seiner eigenen Mission hinwies und ihm bedeutete, dass er sich im Grunde nur auf seine eigenen Kräfte verlassen konnte.« Ein Zeichen für ihn – oder eher für uns, über das uns Prokofieff aufklärt?

Durch all die inneren und äußeren bedeutsamenErlebnisse bereitet sich Steiner laut Prokofieff vor, um am Ende seines dritten Lebensjahrsiebts endlich seinem Meister zu begegnen. Damit waren seine Lehrjahre abgeschlossen und er konnte in seinem 21. Lebensjahr in die »Gesellenstufe« eintreten. Interessanterweise knüpfte dieser »Meister«, dessen Identität bis heute nicht gelüftet werden konnte, wiederum an Fichte an, um in methodischen Betrachtungen Keime zu legen, aus welchen später, wie Steiner berichtet, die Geheimwissenschaft im Umriss hervorgehen sollte. Laut einer Erzählung Schurés soll der Meister Steiner auch die zwei Hauptgegner gezeigt haben, mit welchen er sich auseinanderzusetzen haben werde: den »Stier der öffentlichen Meinung« und den »Drachen der materialistischen Naturwissenschaft«. Unschwer lassen sich in diesen beiden Luzifer und Ahriman erkennen, meint Prokofieff (PR, 37).[13] »Schon von früher Jugend an fühlte Rudolf Steiner, dass es seine Mission sei, in die Haut des Drachen zu schlüpfen, um ihn zu besiegen. Jetzt wurde das, was er so viele Jahre in seinem Innern getragen hatte, von dem Lehrer in das volle Bewusstseinslicht gehoben und bekräftigt« (PR, 37). Das ist anthroposophische – oder theosophische – Fantasy. Weder in Steiners Werkentwicklung noch in konkreten Selbstaussagen gibt es für diese Behauptungen einen Beleg. Noch einmal zitiert Prokofieff Schuré, um die sich vor dem gerade mündig Gewordenen abzeichnende gewaltige Aufgabe zu charakterisieren: »Wissenschaft und Religion wieder zu verknüpfen. Gott in die Wissenschaft und die Natur in die Religion einzuführen«.[14]

Als ob dies nicht schon genügte, übertrumpft unser Autor diese Aussagen noch beträchtlich: »Aber das Mysterium des Ich ist, geistig betrachtet, nicht vom Sonnenmysterium zu trennen und deshalb ebensowenig vom Christus-Mysterium. Denn der Christus als der Weltenlogos durchgeistigt alle Natur, durchdringt mit seinem Lichte die geistigen Welten und wirkt zugleich als göttliche Person im verborgensten allerheiligsten Inneren des wahren Ich des Menschen. Nur da der Christus sich durch das Mysterium von Golgatha mit der Erde vereinigt hat und seitdem auch in jedem einzelnen menschlichen Ich wirkt, kann er Geisteswelt und Natur verbinden.

Als sich Rudolf Steiner an der Schwelle der nächsten großen Lebensepoche befand, stand vor ihm die Aufgabe, das Wirken des Logos in der Natur und im menschlichen Ich zu erkennen, und das Geheimnis dieses Wirkens zu unmittelbarem geistigen Anschauen zu erheben«.[15]

Dass er diese gewaltige, wahrhaft übermenschliche Aufgabe nur zu lösen vermochte, indem er vier seiner Wesensglieder opferte, bemüht sich Prokofieff in den beiden folgenden Kapiteln über »das Mysterium von Rudolf Steiners Lebensweg« zu zeigen.

* Anmerkung zum Titel: Eine »Apotheose« ist die Vergöttlichung eines Menschen, eine »Theophanie« die Erscheinung eines Gottes durch einen Menschen, ein anderes Lebewesen oder ein Naturphänomen.

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[1] Sergej O. Prokofieff, Rudolf Steiner und die Grundlegung der neuen Mysterien, Stuttgart 1982, S. 11 (im Folgenden in den Nachweisen im Fließtext als PR plus Seitenzahl). Eine kritische Auseinandersetzung mit Prokofieff begann erst Mitte der 1990er Jahre mit der Publikation von Herbert Wimbauer, Der Fall Prokofieff, Groß Malchau 1995, an die sich die deutsche Ausgabe des Buches von Irina Gordienko, Die Grundlegung der neuen Mysterien durch S.O. Prokofieff, Basel 1998, anschloss. Der erstere sah in Prokofieff geradezu eine Inkarnation des dreivereinten Bösen, das es auf den »Ruin der Anthroposophie« und die »Zerstörung der anthroposophischen Strömung« abgesehen habe. »Somit«, fasst Wimbauer am Ende seiner 300seitigen Monografie zusammen, »erweist sich Prokofieff als Werkzeug der drei die Jahrtausend-Wende vereint durchdringenden, den Christus und Michael bekämpfenden Widersacher, des Luzifer, des Ahriman, des Sorat.« Wimbauer 1995, S. 306. Die letztere suchte den »Ruhm« Prokofieffs aus einem »Mythos« zu erklären, der »durch die Sehnsucht vieler Anthroposophen nach leuchtenden Gestalten des ›sich offenbarenden Geistes‹« entstanden sei und deren »Unterscheidungsvermögen« paralysiere. Gordienko, S. 56. In den Werken des von ihr kritisierten Autors fand sie »weitreichendste Irrtümer, falsche Ideen und riesige Mengen an Wortmüll.« Diese seien »nicht nur nicht in der Lage, Rudolf Steiners Ideen zu verbreiten oder weiterzuentwickeln«, vielmehr verzerrten und profanierten sie diese und setzten damit »der ganzen anthroposophischen Lehre massiven Widerstand entgegen«. Gordienko, S. 233. Ihr Fazit: »Prokofieffs ›Lehre‹ [ist] mit derjenigen Rudolf Steiners unvereinbar...«. Ebd., S. 233. Besonderen Anstoß nahmen beide Autoren an Prokofieffs Deutung der Weihnachtstagung als eines Vorgangs, durch den Steiner die Anwesenden, ohne dass sie es bemerkten, eingeweihthabe. Wimbauer sieht durch Prokofieffs Behauptung, die Weihnachtstagung sei ein »die gesamte Mitgliedschaft summarisch einschließender realer Einweihungsprozess im okkulten Sinn« gewesen, Rudolf Steiner zum »päpstlichen Hierophanten einer zur Hammelherde entwürdigten, entichten Kollektiv-Strömung« herabgesetzt. A.a.O., S. 272, 280. Gordienko schreibt über dasselbe Thema: »Diese neue Einweihung, die von Rudolf Steiner auf der Weihnachtstagung als reale mystische Handlung vollzogen wurde, sei durch massive Beeinflussung [...] aller Anwesenden gleichzeitig, ohne die Beteiligung ihres Bewusstseins geschehen. – Sie wissen also nicht, was mit ihnen geschieht, da sie sich im Schlafzustand befinden! – Auf diese Weise schreiten sie alle gemeinsam – schlafend – am Großen Hüter vorbei über die Schwelle zur geistigen Welt.« A.a.O., S. 195. – Einer solchen Deutung der Weihnachtstagung wie der von den beiden Autoren bemängelten sind wir bereits bei Rudolf Grosse begegnet.

[2] Prokofieff wurde am 16. Januar 1954 in Moskau geboren und verstarb am 26. Juli 2014 in Dornach. Er wurde 2001 in den Vorstand der Anthroposophischen Gesellschaft berufen und trat 2013 aufgrund einer Erkrankung zurück.

[3] Im abgebildeten Schema wird die fünfte nachatlantische Kulturepoche, die Steiner als »germanisch-angelsächsische« bezeichnet, vom Verfasser in eine »germanisch-slawische« umgedeutet.

[4] Zu den Jahrsiebten und Planeten siehe z.B. 8.06.1924 und folgende, GA 239, in Verbindung mit nachtodlichem Erleben und Einweihung, sowie 16.08.1924, GA 243. Zu den Wesens- bzw. Seelengliedern und Kulturepochen siehe z.B. 30.05.1908, GA 103, wo von der aufeinanderfolgenden Einprägung des Ich in die einzelnen Glieder die Rede ist.

[5] Prokofieff bezieht sich auf den autobiografischen Vortrag Steiners vom 4.02.1913 in Berlin (den er fälschlich auf den 16. 02. datiert) veröffentlicht in Steiner, Briefe, Band 1, Dornach 1948, S. 3-59, in dem er über dieses Erlebnis berichtet, es aber nicht als sein ersteshellsichtiges Erlebnis bezeichnet.

[6] Ebd., S. 30. Davon, dass Steiner die Kritik der reinen Vernunft »in die Hände fiel«, kann keine Rede sein. Vielmehr heißt es im erwähnten autobiografischen Vortrag: »Das erste, was sich der Knabe aus der Universal-Bibliothek [der Billigbuchreihe des Reclam Verlags] kaufte, war Kants Kritik der reinen Vernunft.« Briefe, Band 1, S. 28. Außerdem konnte er sich kaum mit der betreffenden Ausgabe der Kritikin seinem 14. Lebensjahr beschäftigen, denn diese Ausgabe erschien erst 1877, als Steiner sich in seinem 16. Lebensjahr befand. Siehe Christoph Lindenberg, Rudolf Steiner. Eine Chronik, Stuttgart 1988, S. 46.

[7] Briefe, Band, 1, S. 28-29.

[8] GA 28, Dornach 2000, S. 51-52.

[9] GA 28, S. 52.

[10] GA 28, S. 52.

[11] GA 262, Dornach 2002, S. 15 ff.

[12] GA 28, S. 59.

[13] Prokofieff bezieht sich hier auf die romanhafte Schilderung der Meisterbegegnung Steiners durch Edouard Schuré, die in dessen Einleitung zur französischen Übersetzung des Buches Das Christentum als mystische Tatsache enthalten ist. Im Anschluss an die weiter unten zitierten Sätze (»Wissenschaft und Religion wieder zu verknüpfen. Gott in die Wissenschaft und die Natur in die Religion einzuführen«) schrieb Schuré: »Wie aber diese ungeheure und kühne Aufgabe angreifen? Wie sollte er den großen Feind, die einem ungeheuren gepanzerten und über einem großen Schatz gelagerten Drachen vergleichbare moderne materialistische Wissenschaft, besiegen oder vielmehr zähmen und bekehren? Wie kann es gelingen, den Drachen der modernen Wissenschaft zu bändigen, um ihn vor den Wagen der geistigen Wahrheit zu spannen? Vor allem, wie ist der Stier der öffentlichen Meinung zu besiegen?« Auszüge aus dieser Einleitung Schurés sind in GA 262, S. 28 ff. abgedruckt. Beide Aufgaben sind übrigens dadurch für uns nicht gelöst, dass Steiner sie für sichgelöst hat.

[14] Ebd., S. 37.

[15] Ebd., S. 38.

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