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Anthroposophie / Geschichte / Rudolf Steiner Timeline

Kindheit und Jugend (1861-1879)


Geburtshaus in Donji Kraljevec (heutiger Zustand mit Gedenktafel)

1861

Rudolf Joseph Lorenz Steiner wird geboren am 25. oder 27. Februar 1861 in Kraljevec auf der Mur-Insel, damals in Ungarn, heute in Kroatien gelegen. Der Vater, Johann Steiner (1829—1910), war Beamter der österreichischen Südbahn. Beide Eltern stammten aus dem Waldviertel im nördlichen Niederösterreich, der Vater aus Geras und die Mutter, Franziska Steiner, geb. Blie (1834-1918), aus Horn.

1862

Der Vater wird auf kurze Zeit nach Mödling bei Wien versetzt.

ab 1863

Kindheit in Pottschach (N.Ö.), einer Bahnstation an der Semmering-Bahn. Erste geistige Erfahrungen.

ab 1868

Jugend in Neudörfl an der Leitha, Burgenland, wo der Vater die Bahnstation leitete.

Neudörfl an der Leitha.

Heinrich Gangl, der Hilfslehrer in Neudörfl, liefert mit einem Geometriebuch die Rechtfertigung der geistigen Welt, die der junge Rudolf Steiner damals brauchte.
Der katholische Kultus wird dem Knaben zum tiefgehenden Erlebnis. Durch den verehrten Pfarrer Franz Maráz wird er aber auch mit dem kopernikanischen Weltsystem bekannt. Die örtliche Freimaurerloge erscheint ihm dagegen suspekt.
Durch den Wiener Neustädter Arzt Carl Hickel wird der junge Steiner mit deutschen Literatur bekanntgemacht.
Am Stationstelegraphen lernt der Knabe die Elektrizitätslehre kennen. Das Lesen fällt ihm leicht, nicht aber die Orthographie.

1872

Besuch der Realschule in Wiener-Neustadt. In den beiden ersten Klassen hat Rudolf Steiner noch viel Mühe, mitzukommen, wird aber dann ein »guter Schüler«.

1874

Der junge Steiner  vertieft sich weiter in die mechanistische Weltauffassung und  in die geliebte Geometrie.

1876

Durch den bereits erwähnten Arzt Carl Hickel lernt Steiner weiter die deutsche Literatur,  besonders Lessing, kennen.

1877

Rudolf Steiner beginnt ganz eigenständig Kants »Kritik der reinen Vernunft« zu studieren und beschäftigt sich auch intensiv mit der Herbart'schen Philosophie.

Wichtige Erfahrungen verdankt Rudolf Steiner auch dem Nachhilfeunterricht, den er als »guter Schüler« nun seinen Mitschülern erteilen kann.

1879

Matura mit Auszeichnung bestanden.


Wiener Zeit (1879-1890)


Rudolf Steiner als Abiturient (1879)

1879

Der Vater wird nach Inzersdorf bei Wien versetzt. In den Sommerferien studiert Rudolf Steiner Fichtes »Wissenschaftslehre«.

Beginn des Studiums an der Technischen Hochschule mit den Hauptfächern Mathematik, Biologie, Physik und Chemie. Lehrer in den Geisteswissenschaften: Karl Julius Schröer (Deutsche Literatur), Robert Zimmermann und Franz Brentano (Philosophie), Otto Karl Lorenz (Geschichte). Grundlegendes Goethe-Studium; erstmals liest Steiner Goethes »Faust«.

Rudolf Steiner erlebt und schaut eine geistige Wirklichkeit, die über die bloße Ideenwelt hinausreicht. Seine philosophischen Studien sollen dazu dienen, dieses Schauen vor der »Erkenntnisart« der Naturwissenschaften und den philosophischen Zeitströmungen (Neukantianismus, Materialismus) zu rechtfertigen und eine sichere methodische Grundlage für die Erkenntnis des Übersinnlichen zu schaffen.

1880-1881

Auf seiner täglichen Fahrt von Inzersdorf zum Südbahnhof lernt Rudolf Steiner den Kräutersammler Felix Koguzki (1833-1909) kennen und besucht ihn später mehrmals in dessen Heimatort Trumau. In dieser Zeit begegnet Rudolf Steiner auch jenem ungenannten spirituellen Lehrmeister, der ihn anhand der Werke Fichtes den Weg zur systematischen Geistesforschung weist.

1882

Steiners Familie übersiedelt nach Brunn am Gebirge.

Der Einundzwanzigjährige wird auf Schröers Empfehlung mit der Herausgabe der »Naturwissenschaftlichen Schriften Goethes« in »Kürschners Nationalliteratur« beauftragt.

Der erste Band mit Steiners Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften (1883-1897) erscheint.

»Es ist allein des Menschen würdig, daß er selbst die Wahrheit suche, daß ihn weder Erfahrung noch Offenbarung leite.

Wenn das einmal durchgreifend erkannt sein wird, dann haben die Offenbarungsreligionen abgewirtschaftet.

Der Mensch wird dann gar nicht mehr wollen, daß sich Gott ihm offenbare oder Segen spende. Er wird durch eigenes Denken erkennen, durch eigene Kraft sein Glück begründen wollen.

Ob irgendeine höhere Macht unsere Geschicke zum Guten oder Bösen lenkt, das geht uns nichts an; wir haben uns selbst die Bahn vorzuzeichnen, die wir zu wandeln haben.

Die erhabenste Gottesidee bleibt doch immer die, welche annimmt, daß Gott sich nach Schöpfung des Menschen ganz von der Welt zurückgezogen und den letzteren ganz sich selbst überlassen habe.

Wer dem Denken seine über die Sinnesauffassung hinausgehende Wahrnehmungsfähigkeit zuerkennt, der muß ihm notgedrungen auch Objekte zuerkennen, die über die bloße sinnenfällige Wirklichkeit hinaus liegen. Die Objekte des Denkens sind aber die Ideen.

Indem sich das Denken der Idee bemächtigt, verschmilzt es mit dem Urgrunde des Weltendaseins; das, was außen wirkt, tritt in den Geist des Menschen ein: er wird mit der objektiven Wirklichkeit auf ihrer höchsten Potenz eins. Das Gewahrwerden der Idee in der Wirklichkeit ist die wahre Kommunion des Menschen.« (1887, 2. Band der Einleitungen)

Steiner verfaßt den Aufsatz »Einzig mögliche Kritik der atomistischen Begriffe« und sendet ihn an an Friedrich Theodor Vischer, dessen Werke er studiert hatte.

Lebensgang V

1883

Goethes Wesen und Werke werden Rudolf Steiner durch Schröer mit glühender Begeisterung nahegebracht. Doch die bloße Ideenwelt, die für Schröer die eigentliche treibende Kraft des Weltgeschehens ist, erscheint Steiner nur als der Schatten der wirklichen Geistwelt; von Schröers subjektivem Idealismus schreitet er zu einem »objektiven Idealismus« fort.

In Reitlingers Labor unternimmt Rudolf Steiner ausgedehnte physikalische Studien, namentlich auf dem Gebiet der Optik, die ihm die Gewißheit geben, daß das Licht selbst – ganz im Sinne Goethes – eine übersinnliche Wirklichkeit darstellt, während die Farben sinnliche Erscheinungen »am Lichte« sind.

Steiner verläßt ohne Abschlußexamen die Technische Hochschule Wien und arbeitet weiter an der Herausgabe von Goethes naturwissenschaftlichen Werken, daneben beginnt seine Tätigkeit als Privatlehrer.

Lebensgang VI

1884

Steiner beginnt, als Erzieher im Haus des Baumwollimporteurs Ladislaus Specht (1834-1905) zu arbeiten. Es gelingt ihm, das Sorgenkind der Familie, Otto Specht, das für nicht bildungsfähig gehalten wird, so weit zu bringen, daß es das Gymnasium und später das Medizinstudium erfolgreich abschließen kann. Im Hause Specht absolviert Steiner ein grundlegendes pädagogisch-therapeutisches Studium und entwickelt eigene pädagogische Auffassungen und Methoden. Er beschäftigt sich zu dieser Zeit auch mit der Philosophie Eduard von Hartmanns; insbesondere mit dessen »Phänomenologie des sittlichen Bewußtseins«.

1886

Es erscheinen die Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung.

»Der Weltengrund hat sich in die Welt vollständig ausgegossen; er hat sich nicht von der Welt zurückgezogen, um sie von außen zu lenken, er treibt sie von innen; er hat sich ihr nicht vorenthalten.

Die höchste Form, in der er innerhalb der Wirklichkeit des gewöhnlichen Lebens auftritt, ist das Denken und mit demselben die menschliche Persönlichkeit.

Hat somit der Weltengrund Ziele, so sind sie identisch mit den Zielen, die sich der Mensch setzt, indem er sich darlebt. Nicht indem der Mensch irgendwelchen Geboten des Weltenlenkers nachforscht, handelt er nach dessen Absichten, sondern indem er nach seinen eigenen Einsichten handelt. Denn in ihnen lebt sich jener Weltenlenker dar. Er lebt nicht als Wille irgendwo außerhalb des Menschen; er hat sich jedes Eigenwillens begeben, um alles von des Menschen Willen abhängig zu machen.

Auf daß der Mensch sein eigener Gesetzgeber sein könne, müssen alle Gedanken auf außermenschliche Weltbestimmungen u. dgl. aufgegeben werden.« (1886)

Rudolf Steiner verkehrt zu dieser Zeit häufig im Haus der Familie Fehr und es entwickelt sich ein inniges Freundschaftsverhältnis zu Radegunde Fehr.

Steiner lernt den »antigoethisch« eingestellten Menschenkreis um die Dichterin Marie Eugenie delle Grazie kennen, vor allem die katholischen Theologen Laurenz Müllner, Wilhelm Neumann und Joseph Kopallik sowie die Philosophen Adolf Stöhr und Vinzenz Knauer.

Lebensgang VIII

1888

Steiners Leben ist geprägt von äußerer Geselligkeit und innerer Einsamkeit, in der er nach der gedanklichen Durchdringung seiner geistigen Anschauung sucht. Robert Hamerlings »Homunculus« macht als »Zeitdichtung« einen großen Eindruck auf ihn. Zu interessanten Begegnungen kommt es im Haus des evangelischen Pfarrers Alfred Formey; hier lernt Steiner auch Christine Hebbel, die Witwe Friedrich Hebbels kennen.

Steiner übernimmt für kurze Zeit die Redaktion der »Deutschen Wochenschrift«; hier erscheint auch sein Artikel »Die geistige Signatur der Gegenwart«.

Rudolf Steiner widmet sich umfangreichen ästhetischen Studien, beschäftigt sich mit der Geschichte der Ästhetik von Alexander Gottlieb Baumgarten bis Eduard von Hartmann, und faßt seine Ergebnisse in einem Vortrag im Wiener Goethe-Verein zusammen: »Goethe als Vater einer neuen Ästhetik«.

Lebensgang IX

1889

Erster Besuch in Weimar, Eisenach und Berlin, Vertrag mit Bernhard Suphan. In Berlin besucht Rudolf Steiner Eduard von Hartmann. Zurück in Wien, verkehrt Rudolf Steiner im theosophischen Kreis um Marie Lang. Bekanntschaft mit Rosa Mayreder und dem Esoteriker Friedrich Eckstein.

Lebensgang X
Lebensgang XI
Lebensgang XII
Lebensgang XIII


Weimarer Zeit (1890-1896)


Steiner 1890

1890

Im Herbst Übersiedlung nach Weimar. Steiner wird ständiger Mitarbeiter am Goethe-und-Schiller-Archiv, wo er mit der Herausgabe der naturwissenschaftlichen Schriften Goethes in der Sophien-Ausgabe betraut ist.

Lebensgang XV

Begegnungen mit: Herman Grimm, Gustav v. Loeper, Erich Schmidt, Heinrich von Treitschke, Hermann Helmholtz, Ernst Haeckel.

Lebensgang XVI

Rudolf Steiner verkehrt im geselligen Kreis um Hans und Grete Olden. Freundschaft mit Ludwig Laistner und Gabriele Reuter, erste Bekanntschaft mit Otto Erich Hartleben.

1891

»Über den Gewinn unserer Anschauungen von Goethes naturwissenschaftlichen Arbeiten durch die Publikationen des Goethe-Archivs«. Eduard von Hartmann – Seine Lehre und seine Bedeutung.

Promotion in Rostock als Doktor der Philosophie bei Heinrich von Stein, mit dem Thema: »Die Grundfrage der Erkenntnistheorie mit besonderer Rücksicht auf Fichtes Wissenschaftslehre«.

Lebensgang XVII

1892

Lebensgang XX

Rudolf Steiner übersiedelt aus seiner bisherigen Wohnung Junkerstr. 12 zur Familie Eunike in der Prellerstr. 2

Rudolf Steiner betont die sittliche Verantwortung des Individuums und wendet sich in dem Artikel »Eine Gesellschaft für ethische Kultur« entschieden gegen philisterhafte «allgemein-menschliche» sittliche Normen.

Die überarbeitete Buchfassung seiner Dissertation erscheint unter dem Titel Wahrheit und Wissenschaft. Vorspiel zu einer Philosophie der Freiheit.

»Die Verwirklichung eines Geschehens vermöge einer außer dem Verwirklicher stehenden Gesetzmäßigkeit ist ein Akt der Unfreiheit, jene durch den Verwirklicher selbst ein solcher der Freiheit. Die Gesetze seines Handelns erkennen heißt sich seiner Freiheit bewußt sein. Der Erkenntnisprozeß ist, nach unseren Ausführungen, der Entwicklungsprozeß zur Freiheit.

Nicht alles menschliche Handeln trägt diesen Charakter. In vielen Fällen besitzen wir die Gesetze für unser Handeln nicht als Wissen. Dieser Teil unseres Handelns ist der unfreie Teil unseres Wirkens. Ihm gegenüber steht derjenige, wo wir uns in diese Gesetze vollkommen einleben. Das ist das freie Gebiet. Sofern unser Leben ihm angehört, ist es allein als sittliches zu bezeichnen. Die Verwandlung des ersten Gebietes in ein solches mit dem Charakter des zweiten ist die Aufgabe jeder individuellen Entwicklung, wie auch jener der ganzen Menschheit.

Das wichtigste Problem alles menschlichen Denkens ist das: den Menschen als auf sich selbst gegründete, freie Persönlichkeit zu begreifen.« (1892)

»Die Philosophie in der Gegenwart und ihre Aussichten für die Zukunft«

1893

Lebensgang XIX

»Zur Geschichte der Philosophie«

»Einheitliche Naturanschauung und Erkenntnisgrenzen«

»Zur Hypnotismusfrage«

1894

Rudolf Steiners philosophisches Hauptwerk: Die Philosophie der Freiheit erscheint (im November 1893, auf 1894 vordatiert).

»Leben und Lebenlassen ist die Grundmaxime der freien Menschen. Sie kennen kein Sollen; wie sie in einem besonderen Falle wollen werden, das wird ihnen ihr Ideenvermögen sagen.

Läge nicht in der menschlichen Wesenheit der Urgrund zur Verträglichkeit; man würde sie ihr durch keine äußeren Gesetze einimpfen! Nur weil die menschlichen Individuen Eines Geistes sind, können sie sich auch nebeneinander ausleben. Der Freie lebt in dem Vertrauen darauf los, daß der andere Freie mit ihm einer geistigen Welt angehört und sich in seinen Intentionen mit ihm begegnen wird. Der Freie verlangt von seinen Mitmenschen keine Übereinstimmung, aber er erwartet sie, weil sie in der menschlichen Natur liegt.

Das menschliche Individuum ist Quell aller Sittlichkeit und Mittelpunkt alles Lebens.« (1894)

Lebensgang XVIII

Besuch beim kranken Friedrich Nietzsche in Naumburg. Fritz Koegel und Elisabeth Förster-Nietzsche.

Friedrich Nietzsche (1844-1900).

1895

Das Buch Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit erscheint.

»Ein Mensch, der sich bloß seinen sinnlichen Instinkten überläßt, handelt wie ein Tier; ein Mensch, der seine sinnlichen Instinkte unter fremde Gedanken stellt, handelt unfrei; erst der Mensch, der sich selbst seine moralischen Ziele schafft, handelt frei ...

Der freie Mensch bestimmt sich seine Zwecke; er besitzt seine Ideale; er läßt sich nicht von ihnen besitzen. Der Mensch, der nicht als freie Persönlichkeit über seinen Idealen waltet, steht unter dem Einflusse derselben, wie der Irrsinnige, der an fixen Ideen leidet.« (1895)

1897

Lebensgang XXI

Steiner veröffentlicht das Buch Goethes Weltanschauung.

»Die Wahrheit spricht im Innern der einzelnen Menschen verschiedene Sprachen und Dialekte; in jedem großen Menschen spricht sie eine eigene Sprache, die nur dieser einen Persönlichkeit zukommt. Aber es ist immer die eine Wahrheit, die da spricht. ...

Nicht ein starres, totes Begriffssystem ist die Wahrheit, das nur einer einzigen Gestalt fähig ist; sie ist ein lebendiges Meer, in welchem der Geist des Menschen lebt, und das Wellen der verschiedensten Gestalt an seiner Oberfläche zeigen kann.

Die Wahrheit erkennen heißt ihm [Goethe] in der Wahrheit leben. Und in der Wahrheit leben ist nichts anderes, als bei der Betrachtung jedes einzelnen Dinges hinzusehen, welches innere Erlebnis sich einstellt, wenn man diesem Dinge gegenübersteht. Eine solche Ansicht von dem menschlichen Erkennen kann nicht von Grenzen des Wissens, nicht von einer Eingeschränktheit desselben durch die Natur des Menschen sprechen.« (1895)

Entschiedene Ablehnung des Zionismus: »Die Sehnsucht der Juden nach Palästina«.

Lebensgang XXII

Ein tiefgehender Umschwung in Rudolf Steiners Seelenleben vollzieht sich zu dieser Zeit, im sechsunddreißigsten Lebensjahr, durch den sich einerseits die wache Aufmerksamkeit für die sinnliche Außenwelt bedeutsam steigert, anderseits die Meditation immer mehr zu einer seelischen Lebensnotwendigkeit wird.

Lebensgang XXIII


Frühe Berliner Jahre (1897-1901)


Steiner 1897

Lebensgang XXIV

1897

Übersiedlung nach Berlin.

1897-1900

Gemeinsam mit Otto Erich Hartleben Herausgeber des »Magazins für Literatur« und der »Dramaturgischen Blätter«. Lebensgang XXV

Lebensgang XXVI

»Die soziale Frage«

»Freiheit und Gesellschaft«

Wirksamkeit in der »Freien literarischen Gesellschaft«, der »Freien dramatischen Gesellschaft«, im Kreis der »Kommenden«, an der »Freien Hochschule«, im »Giordano-Bruno-Bund«.

Lebensgang XXIX

Freundschaft mit John Henry Mackay und Ludwig Jacobowski. Beziehung zu Bruno Wille und Wilhelm Bölsche.

1899

»Goethes geheime Offenbarung«. Lebensgang XXXI

»Der Individualismus in der Philosophie«

Lebensgang XXVII

31. Oktober Ehe mit Anna, verwitwete Eunike, geborene Schultz (geb. am 8. Mai 1853 in Beelitz, gest. am 19. März 1911).

1899-1904

Lebensgang XXVIII

Lehrer an der Arbeiter-Bildungsschule. Vorträge, Kurse, Redeübungen.

1900

»Haeckel und seine Gegner«. Vorträge und Nietzsche-Feier im »Verein zur Förderung der Kunst«. Vortrag im »Verband für Hochschulpädagogik«. Nietzsche-Gedächtnis-Feiern. Festrede anläßlich des 500-Jährigen Gutenberg-Jubiläums vor 7000 Setzern und Druckern in einem Berliner Zirkus (17. Juni): »Gutenbergs Tat als Markstein der Kultur-Entwicklung«.

Lebensgang XXX

Die ersten Vorträge innerhalb der »Theosophischen Bibliothek« im Hause des Grafen und der Gräfin Brockdorff.

Rudolf Steiner, Berlin 1900

Welt- und Lebensanschauungen im 19. Jahrhundert, gewidmet: Ernst Haeckel.

1901

Weitere Vorträge in der »Theosophischen Bibliothek« über »Das Christentum als mystische Tatsache« (25 Vorträge ab 19. Oktober). Lebensgang XXVI

Festvortrag zum Stiftungsfest des »Vereins für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse« (9. März).

Trauerfeier für Ludwig Jacobowski (9. Mai).

Vortragsreihe im Kreis der »Kommenden« über »Von Buddha zu Christus« (24 Vorträge).

Vortrag vor Studenten der Technischen Hochschule über Hegel (22. November).


Erste Entwicklungsphase der Anthroposophie (1902-1909)


1902

»Goethes Faust als Bild seiner esoterischen Weltanschauung« Eintritt in die Theosophische Gesellschaft.

Fortsetzung der Arbeit an der Arbeiter-Bildungsschule, in der »Theosophischen Bibliothek«, im Kreis der »Kommenden«, im »Giordano-Bruno-Bund«.

Teilnahme zugleich mit Marie von Sivers an der 13. Jahresversammlung der europäischen Sektion der Theosophischen Gesellschaft in London (Juli).

Begründung der deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (Oktober) – Rudolf Steiner wird Generalsekretär.

Marie von Sivers 1903

Vorträge in der Freien Hochschule.

Lebensgang XXVI

»Das Christentum als mystische Tatsache« wird im September veröffentlicht.

Im Schiller-Theater: »Ferdinand-Freiligrath-Abend«.

Lebensgang XXXII

Herausgeber der Zeitschrift »Lucifer«, später »Lucifer-Gnosis«.

1903

Fortsetzung der bisherigen Tätigkeit in Berlin (bis 1914). Vortragsserie über die Seelenwelt (Astrale Welt). Beginn des öffentlichen Wirkens für die Theosophie in Weimar, Köln und Hamburg.

Tegel: Ansprache bei den Humboldt-Gräbern zur Sonnenwendfeier des Giordano-Bruno-Bunds. London.

Entwurf zur Darstellung der geisteswissenschaftlichen Kosmologie (Fragment aus dem Jahre 1903/1904)

1904

Vortragsserie über die Welt des Geistes (Devachan). Drei Vorträge über Theosophische Kosmologie. 12 Vorträge über Die planetarische Entwicklung. Ein Vorträg über die Kabbala und über Symbole als Ausdruck der Urweisheit. Spricht erstmalig in Stuttgart: Goethe als Theosoph (22. April) und in Lugano, Nürnberg, Hannover, München, Dresden, Regensburg, Karlsruhe, Heidelberg, Düsseldorf.

Theosophischer Kongreß in Amsterdam: Mathematik und Okkultismus (21. Juni).

1905

Mit der »Festrede zum 12. Stiftungsfest der Arbeiter-Bildungsschule« endet die Tätigkeit Steiners an derselben (22. Januar). Vortragstätigkeit und Ausbau der Theosophischen Gesellschaft in Berlin und deutschen Großstädten, u. a. über das Johannes-Evangelium. Theosophischer Kongreß in London: Die okkulte Grundlage in Goethes Schaffen (10. Juli)

1906

Lebensgang XXXVII

Die ersten großen Vortragszyklen außerhalb Berlins: Paris (18 Vorträge). Erstes Zusammentreffen mit Edouard Schuré.

Theosophischer Kongreß in Paris: Theosophie in Deutschland vor hundert Jahren (4. Juni)

Leipzig (14 Vorträge). Stuttgart im August: Vor dem Tore der Theosophie.

Zweiggründungen u. a. in Frankfurt a. M. und Bremen. Vorträge über das Johannes-Evangelium in München (8 Vorträge).

1907

Vortragsreihen von je 14 Vorträgen in München, Kassel, Hannover und Basel (8 Vorträge). Lebensgang XXXVIII

Theosophischer Kongreß in München.

1908

Erste Skandinavienreise März-April: Lund, Malmö, Stockholm, Upsala, Kristiania (Oslo), Göteborg, Kopenhagen. 12 Vorträge über das Johannes-Evangelium in Hamburg (Mai). 12 Vorträge in Nürnberg über Theosophie an Hand der Apokalypse (Juni).

Zweite Skandinavienreise. 15 Vorträge über das Johannes-Evangelium in Kristiania (Juli). Zyklen in Stuttgart und Leipzig.

Philosophie und Anthroposophie

1909

Erste Begegnung mit Christian Morgenstern in Berlin. Rudolf Steiner beginnt auf die »Wiederkunft Christi« hinzuweisen. Sieben Vorträge in Rom. Zyklen in Düsseldorf, Kristiania, Budapest (10 Vorträge), Kassel, München. In Basel: Das Lukas-Evangelium.


Zweite Entwicklungsphase der Anthroposophie (1910-1916)


1910

Jahresbeginn mit elf Vorträgen über das Johannes-Evangelium in Stockholm. Zyklus in Wien (März). Reise über Klagenfurt nach Rom-Palermo (April). Zyklen in Hamburg, Kristiania, München, Bern (Das Matthäus-Evangelium).

München: Erstes Mysterien-Drama aufgeführt.

1911

Prag: Okkulte Physiologie (8 Vorträge) (März). Anna Steiner verw. Eunike stirbt am 19. März.

Steiner spricht auf dem internationalen Philosophen-Kongreß in Bologna über: Die psychologischen Grundlagen und die erkenntnistheoretische Stellung der Theosophie. Zyklen in Kopenhagen, München, Karlsruhe und Hannover. Einzelvorträge u. a. in Lugano, Locarno, Mailand, Neuchätel, Bern u. a.

München: Zweites Mysterien-Drama aufgeführt.

1912

Entstehung der Eurythmie (September). Vorbereitung zur Begründung der Anthroposophischen Gesellschaft (September).

Besuch von Florenz. Zyklen in Helsingfors, Norrköping, Kristiania, München, Basel. Das Markus-Evangelium (Köln). Einzelvorträge u. a. in St. Gallen, Wien, Klagenfurt, Graz, Prag, Stockholm, Kopenhagen, Mailand, Bern.

München: Drittes Mysterien-Drama aufgeführt.

1913

Konstituierung der Anthroposophischen Gesellschaft (2./3. Februar). Zyklen in Den Haag, Helsingfors, München, Kristiania, Leipzig. Grundsteinlegung des Dornacher Baues (20. September). Einzelvorträge u. a. in Wien, Graz, Klagenfurt, Linz, Prag, Tübingen, Augsburg, Zwolle, Breslau, Erfurt, Essen, Elberfeld, London, Paris, Straßburg, Stockholm, Bergen, Kopenhagen,

München: Viertes Mysterien-Drama aufgeführt.

1914-1923

Rudolf Steiner lebt abwechselnd in Dornach und Berlin.

1914

1. April 1914: Zyklus in Wien. Richtfest des ersten Goetheanums.

Christian Morgenstern stirbt am 31. März.

Paris-Chartres, Norrköping: Christus und die menschliche Seele. Bei Kriegsausbruch in Bayreuth zum »Parsifal« (Juli). Vorträge in Hamburg, Berlin und München. Das »Barbaren«-Volk Schillers und Fichtes.

Eheschließung mit Marie von Sivers (24. Dezember).

1915-1916

Ausbau des Goetheanums. Vorträge in Deutschland. Österreich und Schweiz, 1. Lauteurythmie-Kursus (September).


Dritte Entwicklungsphase der Anthroposophie (1917-1923)


1917

Zyklus in Berlin: Bausteine zu einer Erkenntnis des Mysteriums von Golgatha. In Dornach: Karma des Materialismus.

1918

Von Mitte Januar in Deutschland (Berlin). Die zweite Jahreshälfte in Dornach. Die Bewegung für Dreigliederung des sozialen Organismus.

1919

Dornacher Vortragsreihen über soziale Fragen. Aufruf an das deutsche Volk und an die Kulturwelt, Kernpunkte der sozialen Frage. Steiner spricht zu den Arbeitern der Bosch-, Delmonte- und Daimler-Werke u. a.

Gründung der Waldorfschule in Stuttgart. Pädagogische Kurse und Seminare.

»Faust«-Aufführungen im Goetheanum.

Das erste Goetheanum in Dornach

1920

In Dornach: Drei Vorträge über Thomas von Aquin. Leitung der Waldorfschule in Stuttgart, vor allem ständige Teilnahme an den Konferenzen des Lehrer-Kollegiums (1919 bis 1924).

Erster und zweiter naturwissenschaftlicher Kurs: Lichtlehre (10 Vorträge), Wärmelehre (14 Vorträge), Sprachwissenschaftlicher Kurs. Kursus für Ärzte und Medizinstudierende (20 Vorträge). Pädagogischer Kurs in Basel (14 Vorträge).

1921

Das Verhältnis der verschiedenen naturwissenschaftlichen Gebiete zur Astronomie (Stuttgart). Rednerkurs, Stuttgart. Holland-Reise. Mathematik, wissenschaftliches Experiment, Beobachtung und Erkenntnisergebnis vom Gesichtspunkt der Anthroposophie (Stuttgart). Zweiter Mediziner-Kurs. Kursus über Heileurythmie. Erster und zweiter Theologenkurs. Anthroposophie und Wissenschaft (Hochschulveranstaltung in Darmstadt). Öffentliche Tätigkeit in Kristiania: u. a. Vorträge in der »Pädagogischen Vereinigung«, im »Theologischen Verein«, im »staatsökonomischen Verein«. »Weihnachtskurs« für Lehrer (16 Vorträge, Dornach).

1922

»Anthroposophischer Hochschulkurs« (Berlin) – New Ideals in Education. In Stratford: Shakespeare-Feier. West-Ost-Kongreß in Wien. Nationalökonomischer Kurs. Oxford-Holiday-Conference: Spiritual Values in Education and Social Life (12 Vorträge).

Begründung der Christengemeinschaft (September).

Semaines Francaises. Pädagogischer Jugendkurs in Stuttgart. Reisen nach Holland und England.

Silvesterabend: Vernichtung des ersten Goetheanums durch Brandstiftung.

1923

Innere Neubildung der Anthroposophischen Gesellschaft zur Vorbereitung der Begründung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft in Deutschland, Norwegen, Schweiz, England, Holland, Österreich. Pädagogische Kurse für Schweizer Lehrer und in Ilkley/England. 25. Dezember 1923-1. Januar 1924

Weihnachtstagung der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft. Begründung der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft.

1923-1925

Mein Lebensgang erscheint wöchentlich in Fortsetzungen in der Zeitschrift »Das Goetheanum«. Briefe an die Mitglieder. Die Leitsätze.


Die letzten Jahre (1924-1925) und danach


1924

Kursus für Jungmediziner. Karma-Vorträge in Dornach, Prag, Bern, Breslau, Arnheim, London.

Pädagogische Kurse in Stuttgart, Bern, Arnheim, Torquay/England.

Kursus für Toneurythmie.

Landwirtschaftlicher Kursus in Koberwitz (Schlesien).

Kursus für Lauteurythmie.

Arbeiter-Vorträge.

Kursus für Sprachgestaltung und dramatische Kunst.

Letzter Theologen-Kurs über die Apokalypse.

Letzter Mitglieder-Vortrag: 28. September.

1925

30. März: Rudolf Steiner stirbt.

Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen, gemeinsam mit Dr. Ita Wegman geschrieben.

1943

4. März: Dr. med. Ita Wegman stirbt.

1948

27. Dezember: Marie Steiner geb. von Sivers stirbt.

1963

13. Juli: Albert Steffen, der Nachfolger Rudolf Steiners als 1. Vorsitzender der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft stirbt.


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