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Anthroposophie / Geschichte / Steiner und der Antisemitismus

Steiner und der Antisemitismus

von Lorenzo Ravagli

Steiners Auffassung des Judentums: jenseits von Philosemitismus und Antisemitismus

Steiner wandte sich nicht nur gegen den primitiven »Radauantisemitismus«, sondern gegen jede Form des Antisemitismus. Dies dokumentieren insbesondere seine Aufsätze für die Mitteilungen des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus – die für den Kampf gegen den Antisemitismus wichtigste jüdische Zeitschrift um die Jahrhundertwende –, in denen er unter anderem gegen die völkischen Ikonen Adolf Bartels und Houston Stewart Chamberlain, den Verfasser der Grundlagen des 19. Jahrhunderts, Stellung bezog.[1]

Die tiefgründigen Perspektiven, die sich aus dem esoterischen Werk nach der Jahrhundertwende für das Verständnis des Judentums gewinnen lassen, spielen in der Polemik gegen Steiner in der Regel keine Rolle. Allein die Tatsache, dass für ihn das dritte Jahrtausend nach Christus ein abrahamitisches Zeitalter ist, das zweite Jahrtausend unter der Inspiration des Moses stand und das erste unter der des Salomo, lässt sich mit der Behauptung, Steiner habe den jüdischen Geist generell als überlebt betrachtet, nicht vereinbaren.[2]

Wohl wandte sich Steiner teilweise scharf gegen den politischen Zionismus, jedoch nicht gegen die Emanzipation oder Integration des Judentums. Seine Zionismuskritik richtete sich im Namen eines humanistischen Kosmopolitismus gegen die Verengung des Jüdischen auf das Völkisch-Nationale. Hierin ging er mit den meisten jüdischen Kritikern des Zionismus einig.

Er wandte sich nicht gegen einzelne Juden oder deren Existenzberechtigung wo auch immer. Hingegen kritisierte er in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts in einem einzigen Aufsatz überholte moralische Ideale, die seiner Ansicht nach sowohl mit dem alttestamentlichen religiösen Gesetz verbunden waren als auch mit der kantischen Pflichtethik, deren Übereinstimmung mit dem ethischen Gehalt seiner Religion das Reform-Judentum im Bemühen um Erweis seiner Modernitätkompatibilität vertrat. Steiners Kritik am Judentum vor der Jahrhundertwende ist Ideologiekritik aus der Perspektive der Aufklärung, nicht Antisemitismus.

Von den moralischen Normen des Alten Testamentes und ihrer modernistischen Umformung in einen »ethischen Monotheismus« sagte er 1888, sie seien den »abendländischen Kulturideen« nicht günstig, nahezu gleichlautend aber warf er dem römischen Papst Pius IX. im selben Jahr vor, dieser habe dem 19. Jahrhundert »die Glaubensformen des finstersten Mittelalters« aufzwingen wollen und »alle modernen Kulturerrungenschaften« abgelehnt.[3]

Allerdings muss Steiners radikal-aufklärerische Kritik aus der Perspektive seines philosophischen Denkens jener Jahre gedeutet werden. Der heutige Leser sollte sich vor zu Fehlurteilen führenden Verallgemeinerungen hüten, charakterisierte Steiner doch nach der Jahrhundertwende das mosaische Gesetz gelegentlich als das bedeutsamste aller Gesetze, das seine Gültigkeit noch längst nicht verloren habe,[4] ja, er brachte seine Überzeugung zum Ausdruck, dieses Gesetz sei aus »Christus« hervorgegangen und das Judentum sei vor Christi Erscheinen auf Erden im Besitz des Christus gewesen.[5] Solche Äußerungen führen leichtfertige Unterstellungen eines Antisemitismus oder Antijudaismus bei Steiner offensichtlich ad absurdum.

Mitzudenken ist bei Steiners Stellungnahmen zum Judentum andererseits die Nachwirkung grundlegender Topoi der jüdischen Religion in den theologisch-politischen Denkformen des Abendlandes: so etwa die Säkularisierung des Denkens in Gesetzen, des Motivs der Auserwähltheit, des Messianismus, der als politischer Messianismus bis in die Führerideologie der bolschewistischen und der völkischen Bewegung ausstrahlte. In der völkischen Polemik gegen Steiner wurde dagegen seine Äußerung von 1897, »es ist doch einerlei, ob jemand Jude oder Germane ist«, als Beweis dafür gewertet, dass Steiner selbst Jude sei. Das orthodoxe Judentum erfuhr in den 80er Jahren von Seiten Steiners dieselbe scharfe Kritik wie der Katholizismus mit seinem Offenbarungsdogmatismus und seinem Antimodernismus. So schrieb Steiner 1887 in seinen Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaflichen Schriften: »Es ist allein des Menschen würdig, dass er selbst die Wahrheit suche, dass ihn weder Erfahrung noch Offenbarung leite. Wenn das einmal durchgreifend erkannt sein wird, haben alle Offenbarungsreligionen abgewirtschaftet [kursiv L.R.]. Der Mensch wird dann nicht mehr wollen, dass sich Gott ihm offenbare oder Segen spende. Er wird durch eigenes Denken erkennen, durch eigene Kraft sein Glück begründen wollen. … Die erhabenste Gottesidee bleibt doch immer die, welche annimmt, dass Gott sich nach Schöpfung des Menschen ganz von der Welt zurückgezogen hat und den Letzteren ganz sich selbst überlassen hat.«[6] Dass von dieser grundsätzlichen philosophischen Kritik am Theismus unterschiedslos alle Offenbarungsreligionen betroffen sind, versteht sich von selbst.

Auch Steiners Rede gegen die Ghettoisierung (Absonderung) ist nicht etwa eine Rede gegen das Diaspora-Judentum, sondern eine Rede gegen gesellschaftliche Formen, die diese Ghettoisierung begünstigten oder erzwangen. So verglich er 1901 die Sondergesetze gegen das Judentum in Europa vor der Emanzipation mit der Gesetzgebung zur Sklaverei oder Leibeigenschaft.[7] Deswegen auch sein vorbehaltloses Plädoyer für die Emanzipation und Integration der Juden in Europa. Dieses Plädoyer muss mit seiner Idee der Freiheit des Geisteslebens, also auch der Freiheit der Religionsausübung, zusammengedacht werden. Denn obwohl Steiner von einem geistesgeschichtlichen Standpunkt aus das Ende der Offenbarungsreligionen diagnostizierte, trat er gleichzeitig für das Recht auf freie Religionsausübung ein, das einerseits durch die Rechtssphäre (Gleichheit aller vor dem Gesetz) geschützt sei, andererseits durch die Idee der Freiheit, die sich auch und vor allem auf das geistige, kulturelle und religiöse Leben bezieht. Der scheinbare Widerspruch zwischen der geistesgeschichtlichen oder bewusstseinsgeschichtlichen Diagnose des »Endes« der Offenbarungsreligionen und dem Plädoyer für die Freiheit der Religionsausübung lässt sich leicht durch die aus dem Freiheitsbegriff sich ergebende Notwendigkeit der Anerkennung von Pluralität verstehen. Sowohl die wissenschaftliche Auffassung vom geistesgeschichtlichen Ende der Offenbarungsreligionen wie auch die Pflege dieser Religionen sind in einer freien, pluralen Gesellschaft durch die Freiheit des Denkens, der Religion und der Wissenschaften geschützt.

Kritik am Antisemitismus 1881-1897: Von Eugen Dühring zu Theodor Herzl

Steiners Distanzierungen vom Antisemitismus reichen bis in die 80er Jahre des 19. Jahrhunderts zurück. 1881 kanzelte er die Anschauungen Eugen Dührings, des Prototyps des nazistischen Rassenantisemitismus, als »barbarisch und kulturfeindlich«[8], ja schlicht als »Blödsinn« ab.[9] Dessen von Rassenhass triefende »Schriften über die Juden«[10] waren für ihn »die strengsten Konsequenzen seiner beschränkten egoistischen Philosophie«. In Gestalt Dührings verurteilte Steiner einen der profiliertesten deutschen Antisemiten der damaligen Zeit. Für Dühring war »der Jude« nicht nur »unschöpferisch«, sondern auch eines der »niedrigsten und misslungensten Erzeugnisse der Natur«. Er hielt die »Judenfrage« (im Jahr 1881) nur durch eine gesamteuropäische konzertierte Aktion für lösbar: durch Aufhebung der Emanzipation, durch Ausnahmerechte, Deportationen und letztlich die physische Vernichtung der Juden.[11] Steiners Entsetzen über Dühring prägte seine ganze Haltung zum Antisemitismus. Auf Dührings Barbarei kam er immer wieder zurück, so 1901, in seinen Beiträgen für die Mitteilungen des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus und sogar in seinen Esoterischen Betrachtungen karmischer Zusammenhänge im Jahr 1924, in denen er vom »wütenden Antisemiten« und »bösartigen Kritikaster« sprach, über dessen »wüsteste Pamphlete« er sich »rasend geärgert« habe.[12]

In seinem 1888 veröffentlichten Aufsatz über Robert Hamerlings satirisches Versepos Homunkulus wandte sich Steiner nicht nur gegen eine künstliche Absonderung und Ghettoisierung der Juden in ihren jeweiligen Heimatländern, sondern verurteilte auch den Antisemitismus als die »widerlichste Form des Parteienstreits«.[13] Von den Antisemiten sagte er, sie zeichneten sich außer durch ihre »Eignung zum Toben und Lärmen« durch nichts aus als durch »den gänzlichen Mangel jedes Gedankens«.[14] Vollkommen inhuman schien ihm die Forderung nach Ausgrenzung oder Ausweisung von Juden aus ihren europäischen Heimatländern, die im Anschluss an Dühring österreichische Antisemiten erhoben. Für die jüdische Existenz in Europa plädierend, schrieb er: »Aber die Juden brauchen Europa und Europa braucht die Juden.«[15] Den Einfluß des avantgardistischen Judentums auf die abendländischen Kulturideen des 19. Jahrhunderts hielt er für überaus günstig. Wenn er sich in diesem Aufsatz mit der Bemerkung, das religiöse Judentum mit seinem »aus dem grauen Altertum in die Neuzeit verpflanzten sittlichen Ideal« habe sich »längst ausgelebt«, gegen die Aufrechterhaltung prämoderner kollektiver jüdischer Lebensformen aussprach, wußte er sich in Übereinstimmung mit den meisten liberalen Juden dieser Zeit, waren doch, wie Michael A. Meyer, der Präsident des Leo Baeck Instituts, gezeigt hat, die Wortführer der aufgeklärten Juden in Europa bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Auffassung, das Judentum habe »seine Existenzberechtigung verloren, weil es keinen nur ihm eigenen, zeitüberdauernden Gehalt hatte«. Für diese gebildeten Juden war der Glaube, in den sie hineingeboren waren, »nur etwas Überholtes, Äußerliches«, das sie »auf unerfreuliche und unnötige Weise von der nichtjüdischen Welt trennte». Sie betrachteten das Judentum als ein »dahinsterbendes Überbleibsel der Vergangenheit». [16]

Manche Autoren behaupten, Steiner habe sich in seinem Aufsatz über den ersten Zionistenkongress in Basel, »Die Sehnsucht der Juden nach Palästina« von 1897, der Verfehlung schuldig gemacht, gegen den Zionismus zu polemisieren und er habe dadurch den Antisemitismus verharmlost.[17] Zwar bezeichnet Steiner den deutschen Antisemitismus in diesem Aufsatz als »unangenehme Kinderei« und als »harmloses Geplänkel«. Aber ihn deswegen retrospektiv der »Verharmlosung« des Antisemitismus zu zeihen ist nicht nur unhistorisch, es hieße auch, einen Großteil des damaligen Judentums mitzuverurteilen. Denn die meisten europäischen Juden hielten am Ende des 19. Jahrhunderts Antisemitismus für ein »Relikt« aus einer grauen Vergangenheit und hofften, er werde mit dem Fortschreiten von Emanzipation und Assimilation vollständig verschwinden. Es war auch nicht zu übersehen, dass die politischen Bemühungen der Antisemiten im Deutschen Reich, in dem Steiners Aufsatz erschien, gänzlich scheiterten. Als parlamentarische Bewegung war er im Niedergang begriffen.[18] So schreibt einer der hervorragendsten Kenner, Peter Pulzer, im Standardwerk Deutsch-jüdische Geschichte in der Neuzeit über die Anhänger des Antisemitismus im Reichstag: »Im Sinne praktischer Maßnahmen erreichte er nichts … Seine Initiativen … scheiterten sämtlich.«[19] Im Übrigen bezeichnete Steiner den Antisemitismus nicht als Kinderei, weil er dessen Virulenz herunterspielen wollte. Er zitierte vielmehr eine Diagnose Max Nordaus, der beim ersten Zionistenkongreß in Basel die Überlegung angestellt hatte, ob Judenhass nicht Folge von »Infantilismus« sei. In seinem Aufsatz über die »Sehnsucht der Juden nach Palästina« ergreift Steiner die Partei der assimilationswilligen Juden gegen ihre zionistischen »Verführer«, weil er in der Beschwörung der völkischen oder rassischen Besonderheit der Juden und im zionistischen Streben nach nationaler Absonderung Tendenzen erkannte, die den Antisemiten in die Hände arbeiteten.

Steiners Äußerungen über den zeitgenössischen Antisemitismus lassen nicht nur seine persönliche Abneigung gegen diesen erkennen, sondern auch prinzipielle Verurteilung. So spricht er davon, Juden würden »von den Antisemiten in der wüstesten Weise beschimpft«.[20] Er spricht nicht nur von den »Gefahren« und »empörenden Ausschreitungen«[21] des Antisemitismus, sondern auch von »antisemitischen Wüterichen«[22] Er hält aber 1897 die »Machinationen der Judenhasser für aussichtslos« und meint, »all ihre Unternehmungen« liefen »in Blamage aus«, was angesichts des vollständigen Fiaskos, das die Antisemiten im deutschen Reichstag erlebten, der historischen Situation entspricht.[23] Darüber hinaus schildert Steiner einfühlsam, welche fatalen Wirkungen die »wüsten Beschimpfungen« der Antisemiten in assimilationswilligen oder bereits assimilierten Angehörigen des Judentums hervorriefen. Das Misstrauen gegen Nichtjuden habe sich ihrer bemächtigt und selbst bei Menschen, die keine Spur von Antisemitismus zeigten, vermuteten sie einen »unbewussten, instinktiven, geheimen Judenhass«.[24] Und er beschreibt, was ihm als Ideal der zwischenmenschlichen Begegnung erscheint: »Ich rechne es zu den schönsten Früchten, welche menschliche Neigung treiben kann, wenn sie zwischen einem Juden und einem Nichtjuden jede Spur von Argwohn … auslöscht.«[25]

Integration und Assimilation statt Anfeindung und Ausgrenzung

Steiners Plädoyer für Integration und Assimilation entsprach einer im liberalen Judentum des ausgehenden 19. Jahrhunderts verbreiteten Auffassung. Dieses europäische oder europäisierte Judentum lehnte den Zionismus wegen seines utopischen und zugleich reaktionären Charakters ab. Walter Laqueur schreibt in seinem Buch Der Weg zum Staat Israel über die liberale jüdische Kritik am Zionismus: »Die Menschheit entwickle sich auf Assimilation, Weltbürgertum und Weltkultur hin … Der Versuch, den Gang der Geschichte aufzuhalten, dieser Entwicklung zu widerstreben, sei utopisch und reaktionär. Unter den westeuropäischen Juden sei die Assimilation bereits zu weit fortgeschritten, als dass eine Rückkehr zum jüdischen Nationalismus möglich erschiene.«[26] Laqueur fährt fort: »Von einigen bemerkenswerten Ausnahmen … abgesehen, war die Haltung der nächsten Zionistengeneration radikaler … Denn jenseits der Wünsche und Bestrebungen Einzelner gebe es die ‹objektive Judenfrage›.«[27] Es ist also keineswegs – wie Iwersen Steiner vorwirft – ein Anzeichen von Antisemitismus, wenn Steiner eine »Judenfrage« erwähnte, postulierten doch die Zionisten selbst die Existenz einer »objektiven Judenfrage«. Bemerkenswert immerhin, dass Steiner 1897 von einer »so genannten« Judenfrage sprach: Er hielt es offenbar für fragwürdig, wenn von einer solchen gesprochen wurde.

Nachdem Laqueur auf die nationalsozialistische Rassenpolitik und die im NS-Reich versuchte »Ausrottung« der Juden hingewiesen hat, in der die Rassenforschung in ihre ultimative Pervertierung geführt habe, meint er: »Es existieren in der Tat Unterschiede zwischen den Rassen, wenn es auch keine reinen Rassen gibt. Es ist eine unwiderlegbare Tatsache, dass die Juden in Österreich, in Polen und in Russland häufig leicht zu erkennen waren. Nach Auffassung der Zionisten war dies, ob gut oder schlecht, ein durchaus bedeutsamer Faktor, während die Liberalen diese Unterschiede entweder verkleinerten oder ihnen keinerlei Bedeutung beimessen wollten. Sie betrachteten den rassistischen Antisemitismus als einen groben Unfug, der aber historisch bedeutungslos sei und bloß ein Rückzugsgefecht der reaktionären Kräfte darstelle. Die [jüdischen] liberalen Kritiker des Zionismus konnten auf die unbestreitbare Tatsache verweisen, dass trotz der Warnungen der Antisemiten die Zahl der Mischehen zwischen Juden und Nichtjuden in ganz Mittel- und Westeuropa und in den Vereinigten Staaten im Zunehmen begriffen waren. Nach mehreren Generationen einer friedlichen Entwicklung würde die Judenfrage wahrscheinlich von selbst verschwinden.«[28]

Eben diese liberale jüdische Position, die im Zionismus eine zugleich utopische und reaktionäre Bewegung sah und dieser die Fortschritte der Assimilation und Emanzipation entgegenhielt, vertrat auch Steiner. Er vertrat auch die von Laqueur referierte Auffassung, der Rassenantisemitismus sei ein historisch bedeutungsloser, grober Unfug, nur sprach er 1897 im Hinblick auf den Antisemitismus (den Rassenantisemitismus eingeschlossen) nicht von Unfug, sondern von »Kinderei«, von »barbarischem Unsinn«, von »wüstesten Beschimpfungen«, von »Inferiorität des Geistes« und »Abgeschmacktheit«.

Noch nach der nationalsozialistischen Machtergreifung konnten Juden in Deutschland ihre Ablehnung des Zionismus weitaus »heftiger« und »ungerechter« (so die Vorwürfe Iwersens gegen Steiner) zum Ausdruck bringen als Steiner 1897. Ein beeindruckendes Zeugnis dafür findet sich in den Tagebüchern Victor Klemperers, die im Doppelheft der Zeitschrift Babylon, das auch den Artikel Iwersens veröffentlichte, von Fritz Backhaus euphorisch rezensiert wurden. Klemperer schrieb am 13. Juni 1934: »Mir sind die Zionisten, die an den jüdischen Staat von anno 70 p. C. (Zerstörung Jerusalems durch Titus) anknüpfen, genauso ekelhaft wie die Nazis. In ihrer Blutschnüffelei, ihrem ‹alten Kulturkreis›, ihrem teils geheuchelten, teils bornierten Zurückschrauben der Welt gleichen sie durchaus den Nationalsozialisten. Der Witz, man habe Hitler in Haifa ein Denkmal errichtet mit der Aufschrift ‹Unserem Heerführer› hat eigentlich eine tiefe und unwitzige Berechtigung. Gedanklich ist er auch ihr Heerführer. Das ist das Fantastische an den Nationalsozialisten, dass sie gleichzeitig mit Sowjetrussland und mit Zion in Ideengemeinschaft leben.«[29] Diese Passage aus Klemperers Tagebüchern zeigt nicht nur die Ablehnung eines liberalen Juden gegenüber dem Zionismus, sie weist zugleich auf ein viel tieferes Problem: den Antisemitismus als Spiegelbild des »rassenbewussten« Semitismus. Wenn Steiner im Zionismus eine Form von in völkischem, wenn nicht gar rassischem Denken verankertem Nationalismus sah, dann trifft sich diese Einschätzung mit Beurteilungen von jüdischer Seite, wie die Bemerkungen Klemperers zeigen.

Ähnliche Einschätzungen des Zionismus finden sich aber auch bei Hannah Arendt[30] oder Göran Rosenberg[31]. In ihrem Buch Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft schreibt Arendt sogar dem vorzionistischen Judentum des ausgehenden 19. Jahrhunderts einen völkisch-rassischen Charakter zu: »In den völkischen Gruppierungen und Ideologien ist Antisemitismus immer das vorherrschende Element geblieben, weil dem völkischen Volksbegriff … die Existenzbedingungen des jüdischen Volkes in einem solchen Maße zu entsprechen schienen, dass man sagen kann, er habe sich eigentlich nach dem Modell des jüdischen Volkes in allen entscheidenden Zügen gerichtet.«[32] Rosenberg bemerkt in seinem Buch Das verlorene Land über den rassenbiologischen Aspekt des Zionismus: »Der entstehende Zionismus stand der Rassenbiologie nicht negativ gegenüber, nur seinen antisemitischen Vorzeichen. Herzl sah in den Juden eine ursprünglich reine, edle Rasse, die im Exil verkümmert und degeneriert war, infolgedessen war der Zionismus eine Gesundheitsbewegung – zur Revitalisierung des jüdischen Volkskörpers … Die Kritik des Zionismus am jüdischen Leben im Exil beruhte weitgehend auf einer biologischen Deutung der jüdischen Geschichte.«[33] Der deutsche Sozialist Karl Kautsky warf aus eben diesem Grund zu Beginn des 20. Jahrhunderts dem Zionismus vor, einen rassistischen Chauvinismus zu propagieren.[34]

Auch Max Nordau, dem Mitstreiter Herzls in der zionistischen Bewegung, waren rassenkundliche Gesichtspunkte in Bezug auf das Judentum ebenso wenig fremd wie die Berufung auf den Nationalismus. Es wäre ja auch grotesk zu behaupten, die politische Bewegung, deren vorrangiges Ziel die Errichtung eines jüdischen Nationalstaates war, habe mit Nationalismus nichts zu tun.

In seiner ersten Rede auf dem Zionistischen Kongress in Basel, am 29. August 1897, behauptete Nordau im Hinblick auf die westeuropäischen Juden, die »jüdischen Rasseneigenschaften des Fleißes, der Ausdauer, der Nüchternheit, der Sparsamkeit« hätten, nach der Aufhebung rechtlicher Beschränkungen, die rasche Abnahme des jüdischen Proletariats in jenen Ländern bewirkt. In der Neigung emanzipierter Juden zur Assimilation sah er hingegen nur die drohende Heraufkunft eines neuen Marranentums: »Mir graut vor der zukünftigen Entwicklung dieses Geschlechtes der neuen Marranen, das sittlich nicht gehalten wird von irgendeiner Überlieferung, dessen Gemüt vergiftet ist, durch Feindlichkeit gegen das eigene wie das fremde Blut. [kursiv L.R.]«[35]

Das Fazit seines Überblicks über die globale Lage des jüdischen Volkes war deprimierend: »Um es mit einem Worte zu sagen: die Juden sind in ihrer Mehrheit ein Stamm von geächteten Bettlern. Fleißiger und anschlägiger als der Durchschnitt der europäischen Menschen, von trägen Asiaten und Afrikanern nicht zu sprechen, ist der Jude zum äußersten Proletarierelend verurteilt, weil ihm nicht gestattet wird, seine Kräfte frei zu gebrauchen.«[36] Zwiespältige Gefühle hinterlässt die unheilraunende Schlussvision der Nordauschen Rede von 1897, in der er die Phobien des Antisemitismus bestätigte und gleichzeitig dessen äußerste Exzesse vorwegnahm. »Und es kann zu einer großen Gefahr für die Völker werden, willensstarke Menschen, deren Maß im Guten wie im Schlechten über den Durchschnitt hinausreicht, durch unwürdige Behandlung zu verbittern und durch Verbitterung zu Feinden der bestehenden Ordnung zu machen. Die Mikrobiologie lehrt uns, dass kleine Lebewesen, die harmlos sind, solange sie in der freien Luft leben, zu furchtbaren Krankheitserregern werden, wenn man ihnen den Sauerstoff entzieht, wenn man sie, wie der Fachausdruck lautet, in anärobische Wesen verwandelt. Die Regierungen und Völker sollten Bedenken tragen, aus dem Juden ein anärobisches Wesen zu machen! Sie könnten es schwer mitzubüßen haben, was immer sie dann auch unternehmen würden, um die durch ihre Schuld zum Schädling gewordenen Juden auszurotten [kursiv L.R.][37]

Plädoyer für Dreyfus – Antisemitismus als Inferiorität des Geistes 1897-1901

1897 und 1898 setzte sich Steiner als Herausgeber des Magazins für Literatur in drei Aufsätzen mit der Dreyfus-Affäre auseinander und ergriff für den jüdischen Offizier Partei: Am 11. Dezember 1897 erschien sein Aufsatz »Die Instinkte der Franzosen«, am 19. Februar 1898 »Émile Zola an die Jugend« und am 5. März 1898 »Zolas Schwur und die Wahrheit über Dreyfus«.[38]

In »Die Instinkte der Franzosen« macht Steiner diese Instinkte für die Verurteilung Dreyfus’ verantwortlich. »Unergründlich scheinen mir die Triebfedern dieser Instinkte. Wer da von nationalem Chauvinismus redet, scheint mir eine Banalität auszusprechen.«[39] Daneben setzten sich aber die »Besten der französischen Nation« für Dreyfus ein. Steiner kritisiert Maximilian Harden, der (in der Zukunft) meinte, die Deutschen dürften sich nicht in die französischen Angelegenheiten einmischen. Er wendet ein: »… hört denn menschliches Mitgefühl da auf, wo die Strafgesetzparagraphen eines Staates aufhören? Ist die Staatsangehörigkeit ein Tyrann, der unsere Empfindungen stumpf macht gegen jeden Fremden?«[40] Und fährt fort: »Es gibt Leute, die es uns übel nehmen, wenn wir unseren Empfindungen einem Franzosen gegenüber aufrichtig und unverhohlen Ausdruck geben. … Mir scheint es fast als Pflicht, dass in dieser Sache jeder, der imstande ist, die Feder zu führen, so deutlich wie möglich gegen die Stimme eines ganzen Volkes sein Urteil frei heraussage.«[41]

Steiner sieht in der Affäre ein höchst bedenkliches Symptom für die Überwältigung des klaren Urteils durch dumpfe Volksinstinkte: Er verwendet hier denselben Topos, der bei seiner Beurteilung der Ursachen des Antisemitismus wiederkehrt. In seiner Auseinandersetzung mit dem »verschämten Antisemitismus« des Berliner Pädagogikprofessors Paulsen wird er 1901 an dessen Ausführungen über die Ausbreitung des Antisemitismus in den 80er und 90er Jahren bemängeln, dieser habe vor »dumpfen Instinkten« kapituliert, was er sich als Philosoph, der zu klarem Denken verpflichtet sei, nicht hätte erlauben dürfen. Da Steiner die Rede vom »Chauvinismus« als Banalität abtut, kann es sich nur um antisemitische Instinkte handeln, auf die er hier anspielt.

Steiners »Glaube an den richtigen Fortgang der Weltereignisse« sieht sich durch die Herrschaft der von ihm genannten Volksinstinkte und die ganze Dreyfusaffäre zutiefst »erschüttert«. Er deutet an, dass man ob der Überwältigung der Vernunft durch die genannten Instinkte verzweifeln könnte.

In seinem Aufsatz »Émile Zola an die Jugend« lobt er den »fanatischen Wahrheitssinn« des französischen Dichters.[42]

Steiner geht auf Zolas Brief an die Jugend ein und sieht in Zolas Beschwörung der Ideale des Liberalismus (Freiheits- und Gleichheitsidee) »Sätze von monumentaler Größe«. Er lenkt den Blick auf das gegenwärtige Zeitalter mit seinen Widersprüchen zwischen Ideal und Wirklichkeit, die sich in Deutschland ebenso beobachten ließen wie in Frankreich. Zola habe die Menschen, die das Urteil über Dreyfus herbeigeführt hätten, als Verbrecher bezeichnet. Deswegen werde er angeklagt. Aber in seinem Prozess dürfe mit keinem Wort auf die Dreyfusaffäre Bezug genommen werden, das gebiete die Staatsräson. Steiner kommentiert: »Ich habe keine Worte, um die Gefühle auszusprechen, die sich für mich an diese Tatsache knüpfen. Wohin kommen wir, wenn wir uns in dieser Richtung weiter entwickeln?«[43]

Im Aufsatz »Zolas Schwur und die Wahrheit über Dreyfus»[44] weist Steiner auf den politischen Hintergrund der Dreyfusaffäre hin. Frankreich habe sich 1894 um ein Bündnis mit Russland bemüht und der russischen Regierung alle Angaben über das französische Heer geliefert, die angeblich Dreyfus verraten habe. Russland habe den französischen Angaben aber misstraut und nach einer zweiten Quelle zur Bestätigung gesucht. Die französischen Staatslenker hätten sich zu diesem Zwecke Esterhazys bedient. Esterhazy habe seine brieflichen Mitteilungen mit dem Namen Dreyfus unterzeichnet, weil seine Handschrift derjenigen von Dreyfus ähnlich sah. Esterhazy sei zugesichert worden, seine Rolle in diesem Spiel werde für immer ein Geheimnis bleiben. Um den Verrat von Staatsgeheimnissen glaubwürdig erscheinen zu lassen, habe man Dreyfus, der gar nicht der Verfasser der Briefe war, als Verräter hinstellen und verurteilen müssen. »Mit seinem Leben wurde Russlands Glaube an Frankreich erkauft.«[45]

Steiners Einsatz für Dreyfus löste auf völkischer Seite massive Reaktionen aus. So berichtete er im Jahr 1918 in Dornach, ein Professor, der einst in Weimar seine Goetheschriften als das Bedeutendste bezeichnet habe, was jemals über Goethe geschrieben worden sei, habe sich nach seinen Artikeln über Dreyfus als Abonnent des Magazins empört an ihn gewandt. »Ich hatte im ‹Magazin› nicht nur über den Dreyfus-Prozess selber eine Mitteilung gemacht, die eigentlich nur von mir gemacht werden konnte, sondern ich war auch mit aller Energie eingetreten für die berühmte Rede, welche dazumal als ‹J' accuse-Rede› Émile Zola für Dreyfus gehalten hat. Ich bekam darauf von jenem Literaturprofessor … auf einer Postkarte die Nachricht: Hierdurch bestelle ich das ‹Magazin für Literatur› ein für allemal ab, da ich ein Organ, das für den sein Vaterland verratenden Judensöldling Émile Zola eintritt, nicht in meiner Bibliothek dulden mag.«[46] Dies war keineswegs das erste Mal, dass Steiner sich mit dem Vorwurf von antisemitischer Seite konfrontiert sah, er sei jüdischer Abkunft oder gehöre – weil er sich für »Judensöldlinge« einsetze – selbst zu diesen. Bereits im Jahr 1893 hatte kein Geringerer als der Soziologe Ferdinand Tönnies vermutet, Steiner sei »orthodoxer Jude«.[47] Darüber mokierte sich Steiner in einem Brief an Pauline Specht. Ausgelöst wurde die Polemik von Tönnies durch Steiners Stellungnahmen gegen den »Verein für ethische Kultur«, der kurz zuvor in Berlin gegründet worden war.

Im Magazin für Literatur, dessen verantwortlicher Redakteur er 1897 bis 1900 war, bezeichnete Steiner im September 1900 den Antisemitismus als »Verhöhnung aller Bildungserrungenschaften«, als Ausdruck einer »Inferiorität des Geistes«, als Zeugnis der »Abgeschmacktheit« und als Gegenteil »jeder gesunden Vorstellungsart«. Der ethische Individualismus seiner Freiheitsphilosophie klingt in den Sätzen an: »Ich habe den Menschen nie nach etwas anderem beurteilen können als nach den individuellen, persönlichen Charaktereigenschaften, die ich an ihm kennen lerne. Ob einer Jude war oder nicht: das war mir immer ganz gleichgültig. Ich darf wohl sagen: diese Stimmung ist mir auch bis jetzt geblieben.«[48]

Doch dies ist nicht die einzige und auch nicht die schärfste Stellungnahme Steiners gegen den Antisemitismus. In einer Serie von Aufsätzen, die er für die Mitteilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus im Jahr 1901 schrieb, dessen Mitarbeiter der mit ihm befreundete, im Dezember 1900 verstorbene jüdische Dichter Ludwig Jakobowsky war, nimmt Steiner fortlaufend Stellung gegen jene »abgeschmackte« Ideologie.

In diesen Aufsätzen wendet sich Steiner mit nichts zu wünschen übriglassender Deutlichkeit gegen den Antisemitismus und erklärt den Kampf gegen diesen zur Pflicht jedes ehrlichen Menschen.

Adolf Bartels als antisemitischer Schwätzer

Am 11. September 1901 schrieb Steiner in einem Beitrag über den Literarhistoriker Adolf Bartels: » … eines scheint mir gewiss: auf einem ähnlichen Boden wie die unsinnigen Schwätzereien der Antisemiten sind doch auch Bartels Auslassungen über den ‹germanischen Menschen› erwachsen.«[49] Steiner kanzelt den Germanenmythos ebenso ab wie das von Bartels verfolgte Projekt einer antisemitischen Literaturgeschichte. Der 1901 erschienenen Geschichte der deutschen Literatur von Bartels attestiert er Verlogenheit, weil Bartels dem Leser seine persönlichen Urteile als die Urteile »des ‹germanischen Menschen› aufschwatzen« wolle. Ja, das Buch werde dadurch »gefährlich«, und das sei noch schlimmer. Die Herabsetzung der »edlen Menschlichkeit« Moses Mendelssohns durch Bartels hält Steiner für kleinkariert und borniert.[50]

Mit Bartels fertigte Steiner einen der prominentesten deutschen Antisemiten ab. Bartels wurde später von den Nationalsozialisten ausdrücklich als einer ihrer Vorkämpfer anerkannt. Er sollte in der organisatorischen Konsolidierung der völkischen Bewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine bedeutende Rolle spielen. Er widmete seine Arbeitskraft nicht nur seit 1907 dem »Deutschbund«, der sich ab 1912 dezidiert in den Dienst des Rassegedankens stellte, er gehörte auch dem »Deutsch-Völkischen Schriftstellerverband« an, dessen Satzungen er verfasste, und war einer der Hauptorganisatoren des ersten Deutschen Tages 1913, an dem 17 völkische Bünde teilnahmen, unter anderem die »Deutsch-Völkische Vereinigung«, als deren Vorsitzender er fungierte. Bartels spielte auch beim Zustandekommen der größten antisemitischen Vereinigung in Deutschland, des »Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes«, eines wichtige Rolle, gehörte er doch dem Judenausschuss des »Alldeutschen Verbandes« an, der bei der Gründung dieses Bundes Pate stand. Bartels war auf den Veranstaltungen dieses Bundes neben Artur Dinter, Dietrich Eckart und Gottfried Feder einer der Hauptredner.[51] Dieser »Deutschvölkische Schutz- und Trutzbund« entwickelte sich während des Ersten Weltkriegs zu einem der schärfsten Gegner Steiners und der Anthroposophie. Aus seinen ideologischen Arsenalen stammte die Munition, die gegen Steiner als angeblichen galizischen Juden und die Anthroposophische Gesellschaft als angebliche Judengesellschaft abgefeuert wurde.

Am 25. September 1901 wehrte sich Steiner in den Mitteilungen des Abwehrvereins gegen einen Angriff, den die Berliner Zeitung Die Post wegen des Artikels über Bartels gegen ihn veröffentlicht hatte. Ein anonymer Autor hatte ihn beschuldigt, den »philosemitischen Heerbann gegen Bartels mobil zu machen und mit Alarmrufen ganz Israel und seine Schildknappen auf die Schanzen zu bringen«.[52] Diese umgehende Reaktion von völkischer Seite lässt erkennen, dass Steiners Gegnerschaft gegen Bartels’ Antisemitismus nicht unbemerkt blieb und wohl auch Bartels selbst nicht entgangen sein dürfte.

Kosmopolitismus ist Deutschen und Juden gemeinsam

Im November 1901 setzte sich Steiner im genannten Mitteilungsblatt mit dem Philosophen Friedrich Paulsen (1846 – 1908) auseinander. In einem ersten Aufsatz, »Der Wissenschaftsbeweis der Antisemiten«[53], lässt sich Steiner über deren kläglichen Versuche aus, ihr Programm »auf eine wissenschaftliche Grundlage« zu stellen. In einem zweiten, vierteiligen Aufsatz deckt er in Passagen des Werkes von Paulsen einen »verschämten Antisemitismus« auf. Der erste Aufsatz ist insofern von Bedeutung, als sich Steiner darin über die soziologische Situation des mitteleuropäischen Judentums in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und über die deutsche Judengesetzgebung vor der Emanzipation äußert.

Der Berliner Staatsbürger-Zeitung wirft er vor, Paulsen zu Unrecht »zum Kronzeugen des Antisemitismus« auszurufen. Zumindest was Paulsen in seinem System der Ethik über die Nationalität und Religion der Juden äußere, sei aus einem geschichtlichen Verständnis hervorgegangen. Davon zeuge etwa Paulsens Satz: »Das Bewusstsein, das auserwählte Volk Gottes zu sein, durchdringt Religion und Nationalität.«[54] In dieser Feststellung Paulsens sieht Steiner eine »geschichtliche Rekonstruktion des Judentums aus seiner grauen Vergangenheit«.[55] Den Verfasser des Artikels, auf den Steiner sich bezieht, hätte bereits der Begriff der »Nationalität« darauf aufmerksam machen müssen, dass Paulsen vom alten Judentum spreche und nicht vom heutigen. Doch dieses Zugeständnis, so Steiner, hätte die »ganze Tendenz des antisemitischen Artikels niedergerissen«.[56]

Einen Ausdruck Paulsens aufgreifend meint er, in dem Augenblick, in dem die Juden die »Bodenständigkeit« ihrer alten Heimat verloren hätten, sei ihrem Nationalbewusstsein die historische Grundlage entzogen worden, und den menschlichen Entwicklungs- und Anpassungsgesetzen gemäß habe bei ihnen der Prozess neuer »Bodenständigkeit« im Exil eingesetzt.[57]

Steiner sieht die Ausgrenzung und Ghettoisierung von Juden nicht als Folge ihrer Unfähigkeit oder Unwilligkeit zur Integration, sondern als Folge einer ausgrenzenden Gesetzgebung durch ihre europäischen Heimatländer. Nach seiner Ansicht ist der Prozess der Assimilation durch eine ausgrenzende Gesetzgebung künstlich aufgehalten worden, die an »Zustände der Sklaverei« erinnere. Er fährt ironisch fort: »Sicher haben diese Dinge den Juden eine gewisse ‹Beweglichkeit und Internationalität› gegeben, von der Paulsen redet«[58] – d.h. die Juden waren durch die Sondergesetzgebung und Ausgrenzung gezwungen, nach Orten zu suchen, an denen sie günstigere Lebensbedingungen fanden –, um daran den Gedanken anzuschließen, eine solche »Beweglichkeit und Internationalität« – die bekanntlich von Antisemiten dem Judentum als negatives Spezifikum angeheftet wurde – könne gerade auch den Deutschen zuerkannt werden. Damit vertritt er gegenüber den germanentümelnden Antisemiten die Auffassung, es bestehe eine geistig-geschichtliche Verwandtschaft zwischen Juden und Deutschen, eine Auffassung, die man wohl kaum als antisemitisch wird bezeichnen können. Eine solche Verwandtschaft hatte bereits Moses Heß 1862 in seinem Buch Rom und Jerusalem postuliert. Aber eben so groß wie ihre Verwandtschaft, betonte Heß, sei auch der  Gegensatz zwischen diesen beiden Völkern, und dieser Gegensatz könne erst durch den letzten Rassenkampf der unmittelbar bevorstehenden messianischen Zeit beseitigt werden.[59] Steiners dekonstruktivistische Argumentation hingegen zielt – indem er die angebliche »Wurzellosigkeit« der Juden als deutsche Eigenschaft aufweist – darauf ab, der Diskriminierung von Juden durch dieses Stereotyp den Boden zu entziehen. Er schreibt: »Sind denn aber diese Eigenschaften so durchaus undeutsch, ‹unteutsch› würden unsere Antisemiten sagen? Haben nicht Hunderttausende von Deutschen die heimische Erde verlassen, um an der anderen Seite des Ozeans das Glück zu versuchen? Und gerade unter diesen Ausgewanderten sind beträchtliche Prozente Oberdeutscher, also« – hier greift Steiner ein Schlagwort der Antisemiten auf – »unverfälschter Germanen.«[60] Würden diese Hunderttausende ein Glaubensbekenntnis ablegen, dann könne es nur lauten: »Ubi bene, ibi patria«. Den Deutschnationalen und Antisemiten, die ihre Rassenvorurteile in der Staatsbürger-Zeitung artikulierten, hält Steiner entgegen, gerade sie stimmten doch ihr Klagelied darüber an, dass »viele im Ausland lebende Deutsche so bald ihr Deutschtum« verleugneten. »Ja, dieses nationale Untertauchen soll sogar zu den Kennzeichen des deutschen ‹Michels› gehören. Also hüben und drüben ‹Beweglichkeit und Internationalität›, nicht nur als Spezifikum des Judentums.«[61]

Psychologie des Antisemitismus: Georg Ritter von Schönerer und die Korrumpierung des Denkens durch dumpfe Instinkte

Ende November 1901 setzt Steiner seine Betrachtungen zu Paulsen fort. Zwar habe dieser keinen plumpen Antisemitismus vertreten, sich aber in seinem System der Ethik in unzulässiger Weise vor antisemitischen Instinkten verneigt. Steiners Aufsatz trägt den Titel »Verschämter Antisemitismus«. Der Begriff des »verschämten Antisemitismus« wurde von Herzl in seinem Buch Der Judenstaat geprägt. Steiner verweist auf den Mathematiker und Physiker Eugen Dühring, der zwar kein schlechter Naturwissenschaftler sei, der aber, sobald er auf das Judentum zu sprechen komme, platt sei »wie ein kleiner antisemitischer Agitator«.[62] Steiner macht sich über die stupiden Antisemiten lustig, die stets nach Paradeschriftstellern und Autoritäten suchten, auf die sie sich berufen könnten. So hätten »diese Leute« auch im System der Ethik »einige der alten Glanzphrasen des Antisemitismus« aufgespürt. Und, so Steiner, das Buch enthalte Sätze, die »ein antisemitischer Agitator unter Bierphilistern eines kleinen Städtchens auch gesagt haben oder der Winkelredakteur eines antisemitischen Blättchens geschrieben haben könnte« – allerdings »weniger elegant«.[63]

Die »dumpfen Empfindungen«, die nach Steiners Ansicht der Psychologie des Antisemitismus zugrunde liegen, untergraben »alle Geradheit und Einfachheit des Urteils«. Der Antisemitismus sei als soziale Erscheinung das beste Beispiel für einen solchen Zerfall der Urteilsfähigkeit in der neueren Zeit.[64] Um seine These zu illustrieren, schildert Steiner die kulturell-politische Entwicklung in seiner Wiener Zeit und das politisch-demagogische Wirken des antisemitischen Propagandisten der deutschnationalen Bewegung, Georg Ritter von Schönerers, in Österreich. Er beschreibt die Situation vor dem Wirken Schönerers und die Lage, die durch sein Auftreten entstanden sei.

Vor seiner Agitation habe es in Wien ernsthaft liberale Studenten gegeben, in welchen »echter, von der Vernunft getragener Freiheitssinn« lebte.[65] Zwar hätten antisemitische Instinkte, selbst im vornehmeren Bürgertum, nicht gefehlt. Aber man sei überall auf dem Weg gewesen, diese Instinkte »als unberechtigt anzusehen und zu überwinden«.[66] Sie seien allgemein als Überbleibsel einer weniger fortgeschrittenen Zeit betrachtet worden. Die Gebildeten hätten den Antisemitismus als beschämend empfunden und jede öffentliche Äußerung desselben verachtet. Nun habe Schönerer auf die Studentenschaft und »auf geistig nicht sehr hochstehende Bevölkerungsklassen« mit seinen antisemitischen Hasstiraden eingewirkt. Dadurch sei ein Wandel eingetreten. Manch einer, der früher von »wahrer Menschenwürde«, von »Humanität« und den »freiheitlichen Errungenschaften des Zeitalters« gesprochen habe, äußerte nun plötzlich »Empfindungen und Antipathien«, die in diametralem Gegensatz zu seinen einstigen Bekenntnissen standen, die ihm früher die Schamröte ins Gesicht getrieben hätten: »Durch den Antisemitismus ist die Logik entthront worden.«[67]

An den Antisemiten in Wien habe man die Korrumpierung des logischen Denkens durch dumpfe Gefühle täglich studieren können. Auch Paulsen widerspreche sich selbst. Denn er könne nicht einerseits die »Wohlfahrt« oder die »vollkommenste Lebensgestaltung der Menschheit« zum höchsten sittlichen Zweck erheben und gleichzeitig sich vor instinktiven Abneigungen gegen die Juden beugen, die sich in der politischen Agitation geltend machten. Es sei vielmehr die Pflicht des konsequenten Denkers (jedes konsequenten Menschen), »die Läuterung einer solchen Abneigung durch die Vernunft energisch zu fordern«.[68] Dem Liberalismus sei es mit dem Glauben an die vollkommenste Lebensgestaltung der Menschheit als sittlichem Ideal Ernst gewesen, dieser Ernst lasse aber das Heraufkommen und die Herrschaft antisemitischer Instinkte nicht zu. Der Liberalismus mache es unmöglich, »die Menschheit willkürlich zu begrenzen«.[69]

Die Tragweite der in diesen Sätzen enthaltenen Verurteilung des Antisemitismus lässt sich nur ermessen, wenn sie auf dem Hintergrund der philosophischen Weltsicht Steiners gelesen werden. In seinen Goethewerken und seiner Freiheitsphilosophie hatte er in den 80er und 90er Jahren das Denken als das »Wesen der Welt« und »die Idee« als den Urgrund aller Dinge ausgewiesen. Das die Idee ergreifende menschliche Denken ist das Organ, durch das sich das erkennende Bewusstsein mit dem Urgrund des Daseins vereinigt.[70] Die Idee der Freiheit als höchste moralische Intuition und das aus ihr erfließende Handeln ist die höchste Erscheinungsform der menschlichen Sittlichkeit. Der Vorwurf, die Logik »entthrohnt« zu haben, ist deswegen nicht bloß ein belangloser Hinweis auf logische oder moralische Selbstwidersprüche, er impliziert vielmehr die Behauptung, der »Alogiker« stelle sich außerhalb jedes Zusammenhangs mit der moralischen Weltordnung. Da der Grad der ethischen Entwicklung für Steiner durch das Maß der Übereinstimmung mit den höchsten Zielen der Sittlichkeit – der Förderung des Gesamtwohls der Menschheit, der Verbreitung von Bildung im Humboldtschen Sinn und der individuellen und gesellschaftlichen Verwirklichung der Freiheitsidee – bestimmt ist, erscheint das instinkt- und triebbestimmte Handeln des Alogikers als Anschlag auf das Menschsein. In Steiners philosophisch begründetem Urteil über den Antisemitismus, das diesen als Außerkraftsetzung der moralischen Logik deutet, ist seine spätere Charakterisierung des Rassismus als einer widerchristlichen Ideologie bereits enthalten.[71]

Steiners Aufsatz endet mit einem Appell und einem Aufruf zum Widerstand gegen den Kulturverfall, dessen Symptom für ihn der Antisemitismus ist. »Jede unbestimmte Haltung ist vom Übel. Die Antisemiten werden die Aussprüche einer jeden Persönlichkeit als Wasser auf ihre Mühle benutzen, wenn diese Persönlichkeit auch nur durch eine unbestimmte Äußerung dazu Veranlassung gibt … Mit dem Antisemitismus als Kulturkrankheit liegt heute die Sache so, dass man bei niemandem, der in öffentlichen Dingen mitredet, in Zweifel sein sollte, wie man seine Aussprüche über denselben auslegen kann.«[72]

Gegen Rassenantipathien und Chamberlains Antisemitismus

Am 25. Dezember 1901 schließlich erschien im Mitteilungsblatt des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus der Artikel »Idealismus gegen Antisemitismus« aus Steiners Feder. Es handelt sich um die Besprechung zweier Bücher von Lothar von Kunowski. Kunowski lässt sich unter anderem über das Thema »Kunst und Volk« aus, was Steiner Anlass gibt, sich über antisemitische Vereinnahmungsversuche auszulassen.[73] Nun habe aber Kunowski im zweiten Band seines Werkes solchen Versuchen der Vereinnahmung einen Riegel vorgeschoben.

Kunowski spreche sich an vielen Stellen seines Werkes klar und unzweideutig über die »Rassenfrage« aus. Was er sage, zeige, wie ein Idealist über diese »Frage« denken müsse. (Steiner setzt den Ausdruck »Rassenfrage« stets in Anführungszeichen.) Interessant ist diese Passage auch deshalb, weil Steiner sich zustimmend der Verurteilung Chamberlains als eines der Vordenker des Antisemitismus um die Jahrhundertwende anschließt. »Namentlich«, fährt Steiner fort, »weist Kunowski allen Antisemitismus weit von sich. Scharf tadelt er … Chamberlain wegen seiner Ausfälle gegen die ‹Semiten› in dem Buche Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts. Und von dem gleichen Gesichtspunkte aus sind Urteile gefällt, die es den Antisemiten unmöglich machen, sich auf Kunowski zu berufen, den sie sonst gewiss anführen möchten, wenn sie in ihrem Sinne davon fabeln, dass … Bildung und Kultur im ‹Volkstum› wurzeln. Aber Kunowski fasst den Begriff ‹Volk› durchaus so auf, dass jeder Antisemitismus mit seiner Auffassung unvereinbar ist.«[74]

Etwas später heißt es: »Kunowski will keinen Rassenkampf; er will das Bedeutsame aller Rassen in die Kultur der Zukunft hinüberführen.«[75] Dies also die Art, wie nach Steiners Auffassung ein Idealist über die so genannte Rassenfrage zu denken habe. In diesem Satz ist die Übernahme der Leitung einer Gesellschaft ideell bereits vorweggenommen, deren erklärtes Ziel die Überwindung aller Rassen-, Klassen- und Geschlechtsunterschiede war.

In seiner abschließenden Würdigung bezeichnet Steiner Kunowskis Buch als bedeutendes Zeitsymptom. In ihm spreche sich das Bedürfnis nach einem neuen Idealismus aus. »Wir wollen wieder einen Idealismus«, so Steiner, und zwar einen solchen, »der auf der Erkenntnis und Bildung beruht. Kunowski macht sich zum Wortführer eines solchen. Es ist bezeichnend, dass er dadurch wie von selbst zum Gegner des erkenntnis- und bildungsfeindlichen Antisemitismus, des engherzigen ‹Germanentums› wird.«[76] »Idealismus«, der auf Bildung und Erkenntnis beruht, ist also für Steiner gleichbedeutend mit Gegnerschaft gegen den Antisemitismus und völkische Germanentümelei.


[1] Siehe auch: »Rassenideale sind der Niedergang der Menschheit – Anthroposophie und der Antisemitismus-Vorwurf« (Stuttgart 2001).

[2] Diese religionsgeschichtlichen Aspekte der Judentumsrezeption Steiners sind behandelt in Das abrahamitische Zeitalter, Jahrbuch für anthroposophische Kritik 2002. Eine ausführlichere Darstellung zum Thema »Anthroposophie und Judentum«, die das Gesamtwerk Steiners auswertet, ist in Vorbereitung.

[3] Papsttum und Liberalismus, GA 31, S. 134-135, erschienen am 13. Juli 1888.

[4] GA 100, Basel, 20.11.1907, S. 222-223.

[5] GA 155, Norköpping, 12.7.1914, S. 148, 150.

[6] J.W. v. Goethe, Naturwissenschaftliche Schriften, mit Einleitungen und Erläuterungen herausgegeben von Rudolf Steiner, Sonderausgabe, Dornach 1975, Band 2 (1887), S. IV.

[7] GA 31, S. 395, Aufsatz vom 2. 10.1901 in den Mitteilungen des Vereins zur Abwehr des Antisemitismus.

[8] Diese und die folgenden Stellen: Briefe I, Dornach 1985, S. 21.

[9] Briefe I, 1881-1910, Dornach 1985, S. 44-45.

[10] Gemeint sind das 1881 in Berlin erschienene Buch Eugen Dührings Die Judenfrage als Rassen-, Sitten und Kulturfrage sowie dessen 1881 in Karlsruhe erschienene Publikation Die Überschätzung Lessings und dessen Anwaltschaft für die Juden.

[11] Eugen Dühring, Die Judenfrage als Rassen-, Sitten und Kulturfrage, Karlsruhe 1881, 2. Aufl., S. 108: »Die Judenhaftigkeit lässt sich aber nicht anders als mit den Juden selbst beseitigen.«

[12] GA 235, Dornach, 8. März 1924, S. 128, 129 und 9. März 1924, S. 145, Ausgabe Dornach 1994.

[13] GA 32, Dornach 1971. Ausführlicher geht die Publikation Bader/Leist/Ravagli, Rassenideale sind der Niedergang der Menschheit. Anthroposophie und der Antisemitismusvorwurf, Stuttgart 2001, auf die Rezension Steiners zu Hamerlings Homunculus ein.

[14] Ebenda, S. 153.

[15] Ebenda, S. 148.

[16] Zitate in: Michael A. Meyer: Von Moses Mendelssohn zu Leopold Zunz, München 1994 S. 100-101

[17] Julia Iwersen, in: Babylon, 16-17, Frankfurt a.M. 1996, S. 153 f.

[18] Peter Pulzer, »Die Wiederkehr des alten Hasses«, in: Steven M. Lowenstein et al., Deutsch-jüdische Geschichte in der Neuzeit, Band 3, München 2000, S. 232.

[19] Steven M. Lowenstein et al., Deutsch-jüdische Geschichte in der Neuzeit, Band 3, München 2000, S. 222.

[20] GA 31, S. 197.

[21] GA 31, S. 197.

[22] GA 31, S. 201.

[23] GA 31, S. 197.

[24] GA 31, S. 198.

[25] GA 31, S. 198-199.

[26] Walter Laqueur, Der Weg zum Staat Israel. Geschichte des Zionismus, Wien 1972, S. 405.

[27] Ebenda, S. 406.

[28] Ebenda, S. 406-407.

[29] Victor Klemperer, Ich will Zeugnis ablegen bis zum Letzten, Berlin 1995, Bd. I, S. 111-112..

[30] Vergleiche Hannah Arendt, Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, München 1998.

[31] Göran Rosenberg, Das verlorene Land, Frankfurt a. M. 1998.

[32] Hannah Arendt, Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, München 1998, S. 108.

[33] Göran Rosenberg, Das verlorene Land, Frankfurt a. M. 1998, S. 113.

[34] In seiner Schrift: Sind die Juden eine Rasse?, zitiert nach Rosenberg, S. 113.

[35] Max Nordau, Zionistische Schriften, Berlin 1923, S. 52.

[36] Ebenda, S. 53.

[37] Ebenda, S. 56.

[38] Alle in GA 31 zugänglich.

[39] GA 31, S. 222.

[40] GA 31, S. 223.

[41] GA 31, S. 223.

[42] GA 31, S. 225.

[43] GA 31, S. 228.

[44] GA 31, S. 230-231.

[45] GA 31, S. 231.

[46] »Geschichtliche Symptomatologie«, GA 185, 27.10.1918, S. 136-137.

[47] In seiner Broschüre Ethische Cultur und ihr Geleite, 1893.

[48] Rudolf Steiner, »Gesammelte Aufsätze zur Kultur- und Zeitgeschichte 1897-1901«, GA 31, Dornach 1989, S. 378-79.

[49] GA 31, S. 383.

[50] Ebenda, S. 384-385.

[51] Nachweise in Puschner et al., Handbuch der Völkischen Bewegung, München 1999, S. 885.

[52] GA 31, Die »Post« als Anwalt des Germanentums, S. 387-388, zitiert nach S. 388.

[53] GA 31, S. 393-398.

[54] GA 31, S. 394.

[55] GA 31, S. 394.

[56] GA 31, S. 394.

[57] GA 31, S. 394.

[58] GA 31, S. 395.

[59] Moses Heß, Rom und Jerusalem, die letzte Nationalitätenfrage, 1862, Ausgabe Leipzig 1899, über den Gegensatz zwischen deutschem und jüdischem Volk S. 60, über den letzten Rassenkampf S. 155 f.

[60] GA 31, S. 395.

[61] GA 31, S. 396.

[62] GA 31, S. 398-414.

[63] GA 31, S. 399.

[64] GA 31, S. 403.

[65] GA 31, S. 403.

[66] GA 31, S. 403.

[67] GA 31, S. 403-404

[68] GA 31, S. 406.

[69] GA 31, S. 406.

[70] Die Grundlinien einer Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung von 1886 formulierten: »Das Denken ist das Wesen der Welt und das individuelle menschliche Denken ist die einzelne Erscheinungsform dieses Wesens.«. Die »Einleitungen zu Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften«: »Das Gewahrwerden der Idee in der Wirklichkeit ist die wahre Kommunion des Menschen.« Die Philosophie der Freiheit: »Das mit dem Gedankeninhalt erfüllte Leben in der Wirklichkeit ist zugleich das Leben in Gott.«

[71] Siehe GA 177: »Die spirituellen Hintergründe der äußeren Welt. Der Sturz der Geister der Finsternis«, 14 Vorträge, Dornach, 29. September bis 29. Oktober 1917. Dornach 1985.

[72] GA 31, S. 414.

[73] GA 31, S. 418.

[74] GA 31, S. 419.

[75] GA 31, S. 419.

[76] GA 31, S. 420.


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