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1977 | Auf der Suche nach dem unentdeckten Amerika

Der restliche Teil der Generalversammlung war ausgewählten Länder- und Sektionsberichten gewidmet. Von Interesse sind hier die Beiträge zu Italien und den USA, da sie Einblick in die politische und kulturelle Urteilsbildung sowie das Selbstverständnis führender Anthroposophen im Jahr 1977 geben.

Ankunft Prem Rawats in Kalifornien 1971. CC by 2.5. Prem Rawat Foundation

Aldo Bargero (1924-1987), der Generalsekretär der italienischen Landesgesellschaft, berichtete aus einem vom Bürgerkrieg zwischen Linksextremen und Neofaschisten zerrissenen Land (in den »bleiernen Jahren« zwischen 1969 und 1983 fanden über 14.000 Terroranschläge mit 374 Todesopfern und mehr als 1.170 zum Teil Schwerverletzten statt). Der in Berlin geborene, hochbegabte Sohn einer preußischen Mutter und eines piemontesischen Vaters hatte in der brandenburgischen Metropole seine Kindheit verbracht. Seit der Geburt seiner jüngeren Schwester lebte die Familie in Mailand. Hier hatte Aldo nach dem Abitur, das er im Alter von 16 Jahren mit Auszeichnung absolvierte, Ingenieurwissenschaften studiert. Während er als Techniker in einem Patentamt mit der Prüfung von Anträgen beschäftigt war, lernte er die anthroposophische Medizin durch Heilmittel kennen, die Lidia Gentilli-Baratto im Auftrag Marie Steiners in Italien vertrieb. Diese Begegnung erweckte in ihm den Wunsch, Medizin zu studieren. Das Studium, das er neben seiner Tätigkeit als technischer Gutachter in fünf Jahren absolvierte, führte 1955 zur Approbation und zu einem einjährigen Aufenthalt als Assistenzarzt in der Lukas-Klinik Arlesheim. Bereits 1957 eröffnete Bargero die erste anthroposophische Praxis Italiens in Mailand, die er dreißig Jahre lang führen sollte. 1965 wurde er vom Goetheanum als Leiter einer Arbeitsgruppe anthroposophischer Mediziner in Italien anerkannt. 1971 war er bei der Mitgliederversammlung durch die Behauptung aufgefallen, die Nachlassverwaltung, die der Gesellschaft das Werk Rudolf Steiners entrissen habe, drohe ihr nun auch noch Rudolf Steiner selbst zu entreißen, wenn sie den Namen ihres Verlags in »Rudolf Steiner Verlag« ändere. Seit Mitte der 1970er Jahre war er Generalsekretär der italienischen Landesgesellschaft und als solcher für die Repräsentation der Anthroposophie in diesem Land offiziell zuständig. Was dachte der italienische Generalsekretär, dessen Versuch in die kommunistische Partei einzutreten, daran gescheitert war, dass er in deren Sekretariat zu lange warten musste, über die geistige Situation seines Vater- und Heimatlandes?

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