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1982 | Apotheose oder Theophanie? (3) – Sergej O. Prokofieff und der »Menschheitslehrer« Rudolf Steiner

Das umfangreichste Kapitel der Studie zu Steiners Lebensweg in Prokofieffs Buch beschäftigt sich mit seinem Wirken als »Menschheitslehrer«.

Ikonostase im Ipatios-Kloster der Heiligen Trinität (Ausschnitt), Kostroma. Bildquelle: https://wolokom.ru/

Zu Beginn des Jahrhunderts, so wird erzählt, tritt er als »Verkünder« einer neuen »geistigen Offenbarung« an die Öffentlichkeit, um »der Erde« nach dem Ende des finsteren Zeitalters jene Kräfte zu bringen, die sie benötigt, »um sich wieder zum Geist zu erheben«. Seit dem Eintritt in seine Geistselbstepoche (42-49) steht sein Wirken im Zeichen des Mars und er trägt die neue spirituelle Weisheit durch das Wort in die Erdenentwicklung. Er ist von einer Gloriole umgeben (deren »Kräfte wie die Strahlen einer geistigen Sonne ihn von dieser Zeit an umhüllen«. Die »Stimme der Weltenweisheit« spricht »aus jedem seiner Worte, aus jeder kleinsten Zeile, die er schreibt«. In dieser Epoche legt er »den Grundstein, für die wahre Wissenschaftvom Geist«.

Zunächst jedoch tritt er der Theosophischen Gesellschaft bei, »an deren Wiege echte Initiatoren gestanden hatten«, die ihm daher »vorläufig als Instrument für das spirituelle Leben der Gegenwart« geeignet schien (Steiner in den Dokumenten von Barr, 1907). Bedauerlicherweise geriet jedoch die Theosophische Gesellschaft laut Prokofieff immer mehr unter den Einfluss bestimmter »östlich-tibetanischer Bruderschaften« und nahm eine »ausgesprochen nichtchristliche Färbung« an. Steiner trat dagegen »von Anfang an« »als Eingeweihter einer vollkommen neuen Art« in diese Gesellschaft ein, als »Repräsentant des modernen, westlichen christlich-rosenkreuzerischen Okkultismus«. Dessen Besonderheit ist die Ausrichtung auf das Allgemein-Menschliche. Er wendet sich an alle Menschen, nicht nur an bestimmte Menschengruppen mit Partikularinteressen. Steiners Arbeit stand »von Anfang an« auf dem Boden rein objektiver spiritueller Erkenntnisse. »Von Anfang an« stand »der Christus im Mittelpunkt« seiner Verkündigung, eine Behauptung, die der Autor durch ein Zitat aus der Kasseler Vortragsreihe über das Johannes-Evangelium 1909zu belegen versucht. Die Behauptung entspricht leider nicht den Tatsachen, vielmehr zeugen die Quellen davon, dass »Christus« sukzessive im Lauf der Jahre in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen trat, dass sich seine Christologie über Jahre allmählich entwickelte und zunehmend vertiefte bzw. erweiterte.

Dieser neue »Geistimpuls« »passte den Leitern der damaligen Theosophischen Gesellschaft ganz und gar nicht«. Da sie immer mehr dem Einfluss der »östlich-tibetanischen Bruderschaften« erlagen, schlossen sie Steiner daher 1913 aus der Theosophischen Gesellschaft aus. Prokofieff legt besonderen Wert auf die Feststellung, Steiner sei ausgeschlossenworden. In diesem Ausschluss zeige sich »die Tragödie« der TG, die unfähig gewesen sei, die neue geistige Offenbarung aufzunehmen und sich dadurch der letzten Möglichkeit beraubt habe, sich mit den Kräften zu verbinden, »die die Menschheitsentwicklung rechtmäßig [!] leiten«.

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