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1982 | Apotheose oder Theophanie? – Prokofieff und die »Grundlegung der neuen Mysterien« – (2)

Das zweite Kapitel des okkulten Schlüsselromans, in den sich das Leben Rudolf Steiners im Bewusstsein des russischen Autors Sergej O. Prokofieff verwandelt, ist der »großen Sonnenperiode« vom 21. bis 42 Lebensjahr gewidmet, das der Ausreifung der drei Seelenglieder dient (PR, 39-65). Auch in dieser großen Periode folgen die Prüfungen, Kämpfe und Siege des Sonnenheros in dichter Folge aufeinander.

Alle bedeutsamen Umschwünge und Einschnitte in Steiners Biografie werden wie schon zuvor zu Zeichen, deren okkulte Bedeutung durch jenen Code entschlüsselt werden kann, der sich in zahlreichen autobiografischen Andeutungen in seinen Büchern und Vorträgen findet. Diese Andeutungen müssen lediglich in konsequentem spirituellem Realismus wörtlich genommen und das Kompositionsprinzip des dramatischen Plots, das sich aus dem Schema der Jahrsiebte ergibt, bis zur letzten Konsequenz ausbuchstabiert werden. Dass dabei Ergebnisse zustande kommen, die nicht unbedingt mit den Befunden übereinstimmen, die die geistige Biografie Steiners in seinem schriftlichen Lebenswerk hinterlassen hat, muss dabei in Kauf genommen werden. Denn die Mission, zu deren Verwirklichung der Held des Romans angetreten ist, erfüllt sich aufgrund einer metahistorischen Konstruktionslogik, in der Irr- oder Umwege nicht vorgesehen sind, Prüfungen, Kämpfe und Siege hingegen schon.

Während der Mensch die Empfindungsseele (21-28), die Verstandes- oder Gemütsseele (28-35) und die Bewusstseinsseele (35-42) »entwickelt«, nähern sich ihm auch die verschiedenen Widersacher: Luzifer vor allem im ersten dieser Jahrsiebte, Ahriman im zweiten, die Asuras im dritten (PR, 40). Dass Steiner sich bereits zu Beginn seiner individuellen Empfindungsseelen-Epoche, kurz nach seinem Umzug nach Wien, als er die Naturwissenschaftlichen Schriften Goethes herauszugeben begann, »dem kosmischen Sonnenmysterium, dem Logosmysterium« annäherte, bezeugen Prokofieff einige Sätze aus dessen Autobiografie: »In dem ›Logos‹ lebt die Menschenseele; wie lebt die Außenwelt in diesem Logos: das ist schon die Grundfrage meiner ›Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung. Es bleibt so für meine Schriften ›Wahrheit und Wissenschaft‹ und ›Philosophie der Freiheit‹.« (GA 28, 336; PR, 39) Ob dieser »Logos« der philosophischen Schriften, von dem es in Mein Lebensgangeinführend heißt: »All diese Einsichten schlossen sich mir gerade in der hier geschilderten Lebensepoche [jener der Philosophie der Freiheit] mit der erklommenen umfassenden Wahrheit zusammen, dass die Wesen und Vorgänge der Welt nicht in Wahrheit erklärt werden, wenn man das Denken zum ›Erklären‹ gebraucht; sondern wenn man durch das Denken die Vorgänge in dem Zusammenhange zu schauen vermag, in dem das eine das andere erklärt, in dem eines Rätsel, das andere Lösung wird, und der Mensch selbst das Wort wird für die von ihm wahrgenommene Außenwelt. Damit aber war die Wahrheit der Vorstellung erlebt, dass in der Welt und ihrem Wirken der Logos, die Weisheit, das Wortwaltet« – ob, wie gesagt, dieser Logos mit dem Logos der späteren Christologie, dem Logos des kosmischen Sonnenmysteriums,ohne weiteres identifiziert werden kann, ist fraglich.

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