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1985 | Esoterische und astronautische Wahrheiten oder kann der Geistesforscher irren? (2)

Nach der Generalversammlung (auf die noch eingegangen wird) meldete sich Ende April Georg Unger mit einer Entschuldigung und dem Versuch einiger Klarstellungen zu Wort. Der von ihm verfasste Artikel sei wohl zu einseitig gewesen und habe dadurch zu Missverständnissen Anlass gegeben. Der 76jährige Sektionsleiter bemühte sich mit einer Argumentation, die sowohl ad personamals auch ad remgerichtet war, um Schadensbegrenzung.

Manche Leser hätten seinen Beitrag als offizielle Verlautbarung der von ihm geleiteten Sektion aufgefasst, dabei habe es sich nur um eine persönliche Meinungsäußerung gehandelt. Außerdem habe er keineswegs Steiner einen Irrtum nachweisen wollen, sondern sich lediglich gegen verbreitete »naiv-realistische« Interpretationen Steiners gewandt. Sowohl die Berufung auf die persönliche Meinungsfreiheit als auch die Kritik von Stellvertretern sind beliebte rhetorische Kunstgriffe, um von einer Sachdiskussion abzulenken. Wer für eine Meinungsäußerung kritisiert wird, beruft sich auf die persönliche Freiheit, sie zu äußern, als ob ein schlechtes Argument dadurch besser würde, dass niemand verbietet, es vorzubringen. Wer Steiner nicht direkt kritisieren will, kritisiert seine Interpreten: äußerstenfalls wirft man ihm vor, er habe diesem oder jenem »Vorschub geleistet« (dem naiven Realismus, dem Rassismus usw.).

Werner Schäfer, der bemängelt hatte, er werte Steiners Vortragswerk ab, warf Unger absichtsvolles Missverstehen vor. Sein Hinweis auf »Widersprüche« zu »materialistischen Tatsachen« in dessen »Arbeitervorträgen« sei nicht aus Mangel an »Respekt« gegenüber Steiner oder aus Zweifel an seiner »Integrität« hervorgegangen, sondern habe vielmehr Steiners »Souveränität« unterstreichen sollen, die es ihm erlaubt habe, »geistig begründete Aussagen auch einmal ganz physisch klingen« zu lassen.

Wie sah Ungers Argumentation in der Sache aus? Der Geistesforscher Steiner habe die Wirklichkeit auf unterschiedlichste Weise dargestellt. Die Aufgabe seiner Leser bestehe darin, die jeweilige Perspektive zu erkennen.

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