suche | spenden | impressum | datenschutz

Diese Webseite durchsuchen


Produktlinks


Anzeigen

Wenn Sie hier keine Anzeigen sehen, haben Sie einen Adblocker installiert. Bitte fügen Sie für anthroweb.info eine Ausnahmeregel ein. Damit unterstützen Sie das unentgeltliche Angebot dieser Webseite.




Der Konflikt zwischen Marie Steiner und Albert Steffen (2) – Katalysator Roman Boos

Der Konflikt zwischen den beiden Vorstandsmitgliedern der anthroposophischen Gesellschaft hat eine lange Vorgeschichte, die ohne die unterschiedlichen sozialen Konstellationen, in die Marie Steiner und Steffen jeweils eingebettet waren, nicht zu verstehen ist. Die beiden Protagonisten handelten nie als isolierte Einzelpersonen, sondern stets als Knotenpunkte sozialer Netzwerke, die ihr Handeln beeinflussten, indem sie sich vielfältig aufeinander bezogen und voneinander abgrenzten. Manchmal agierten die Angehörigen dieser Netzwerke auf eigene Rechnung, manchmal als eingebildete oder tatsächliche Stellvertreter ihrer Knotenpunkte. Der Zug an einem einzelnen Faden veränderte die Spannungsverhältnisse im gesamten Netzwerk.

Roman Boos 1889-1952

In ihrer eigenen Version der Konfliktgeschichte erinnerte Marie Steiner die Michaelitagung 1933 als persönliche Verletzung. Was war im Zusammenhang mit dieser Tagung und in deren Vorfeld geschehen? Um die Vorgänge im Jahr 1933 verstehen zu können, müssen wir uns zunächst mit Roman Boos beschäftigen, der sowohl im ersten als auch im zweiten großen Gesellschaftskonflikt eine Schlüsselrolle spielte.Wie aus einem langen Brief hervorgehthttps://anthroblog.anthroweb.info/2018/der-konflikt-zwischen-marie-steiner-und-albert-steffen-2-katalysator-roman-boos/#_ftn1, den Boos Mitte Februar 1941 an die Vorstandsmitglieder und eine Reihe weiterer Empfänger sandte, begann die Konfliktgeschichte zwischen ihm, Steffen und Wachsmuth im Jahr 1925. Der 1889 in Zürich geborene Boos, dessen Eltern bereits mit der Anthroposophie verbunden waren, studierte unter anderem in Berlin beim Rechtshistoriker Otto von Gierke (1841-1921), dem »Vater des Genossenschaftsrechts«.https://anthroblog.anthroweb.info/2018/der-konflikt-zwischen-marie-steiner-und-albert-steffen-2-katalysator-roman-boos/#_ftn2 Gierke gehörte dem »germanistischen« Flügel der historischen Rechtsschule an, der mit dem »romanistischen« über die Bedeutung römischer Kodifikationen für die europäische Rechtsentwicklung stritt. Unstrittig war für alle Angehörigen dieser im 19. Jahrhundert herrschenden Schule, dass das corpus iuris weniger aus bewussten Akten der Rechtssetzung hervorging, als aus dem Wirken des jeweiligen Volksgeistes, ähnlich wie Sprache, Sitten und Gebräuche.

Öffnet externen Link in neuem FensterLesen Sie weiter

Nach oben

nach Oben