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1978 | Zwischen Erlösungsbedürfnis und anthroposophischer Mission

Im Schatzmeisterbericht Gisela Reuthers bei der Generalversammlung 1978 spiegelte sich der Mitgliederzuwachs und die zunehmende Attraktivität der Anthroposophischen Gesellschaft. Die Bilanz wies zum Ende des Jahres 1977 Aktivposten in Höhe von rund 16 Millionen Schweizer Franken aus und Passiva in Höhe von rund 10 Millionen. Die Einnahmen hatten sich, wie bereits erwähnt, erhöht, von 3,9 Millionen Franken 1970 auf 6,3 Millionen 1977. In derselben Höhe und im selben Umfang waren aber auch die Ausgaben gestiegen (von 3,9 auf 6,3 Millionen). Die Einnahmen flossen der Gesellschaft aus Mitgliederbeiträgen, Tagungen und künstlerischen Veranstaltungen, Zinsen, Mieten, Spenden und Legaten zu.

Zweites Goetheanum, eröffnet 1928

Die Beiträge der Mitglieder machten ungefähr ein Drittel aus, ebenso die Spenden und Legate sowie die Einnahmen aus Veranstaltungen, Mieten und Zinsen. Legate (Vermächtnisse) empfing die Gesellschaft nur unregelmäßig, die Mitgliederbeiträge wuchsen mit der Zahl der Mitglieder und die Einnahmen aus Veranstaltungen hingen von der Aktivität des Goetheanum und dem Zuspruch ab, den diese erfuhren. 1972 war der Gesellschaft ein außergewöhnlich hohes Legat von mehreren Millionen Franken aus Honolulu zugeflossen, das in die Bildung von Reserven gesteckt wurde. Zur Finanzpolitik der Gesellschaft gehörte es, die Mitgliederbeiträge relativ gering zu halten und ein Drittel der Kosten möglichst durch Spenden abzudecken. Die Gesellschaft lebte dadurch in einem permanenten Risikozustand, von dem auch alle Mitarbeiter am Goetheanum betroffen waren. Besonders große Aufwendungen wie neue Inszenierungen (Faust, Mysteriendramen, Ausbau des Goetheanum) konnten nur durch Spenden finanziert werden, zu welchen die Mitglieder jeweils aufgerufen werden mussten. Dass dieses System funktionierte, zeugte laut Gesellschaftsleitung vom Vertrauen, das ihr die letzteren entgegenbrachten. Allerdings waren dies weitgehend projektbezogene Spenden. Zu Spenden für die Arbeit des Vorstandes wurde nicht aufgerufen. Reuther regte an, darüber nachzudenken, ob Mitarbeitergehälter nicht aus der Wagnisfinanzierung herausgenommen werden und aus den regelmäßig fließenden Beiträgen bestritten werden könnten – ein naheliegender Gedanke, der von den Mitarbeitern am Goetheanum und der Gesellschaftsleitung den Druck genommen hätte, jedes Jahr von neuem bangen zu müssen, ob sie auch weiterhin im bisherigen Umfang bezahlt werden würden. Ein großer Teil der Spende aus Honolulu war vom früheren Schatzmeister, Werner Berger, seit 1972 darauf verwandt worden, einen Rentenfonds (Sozialfürsorgestiftung) aufzubauen, aus dem die Ruhegehälter ehemaliger Mitarbeiter und sonstige soziale Zuwendungen bestritten werden konnten. Seit 1972 waren diesem Fonds jährlich zwischen 200.000 und 250.000 Franken zugewiesen worden, nicht jedoch 1977, da die Ausgaben dies nicht zuließen. Hier musste wieder auf Spenden zurückgegriffen werden.

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