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1979 | Despotendämmerung im Jahr des Kindes

Das von der UNESCO ausgerufene »Jahr des Kindes« bot vor allem den Vertretern der Waldorfpädagogik Gelegenheit, die Öffentlichkeit auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.

Helmut von Kuegelgen (1916-1998)

So fanden in Kopenhagen zu Beginn des Jahres eine Vortragsreihe, die von den 16 dänischen Kindergärten veranstaltet wurde und ein Eurythmiegastspiel statt, die insgesamt rund 22.000 Menschen anzogen, im März in Schwäbisch Gmünd eine anthroposophische Woche zum Thema »Erziehung zur Freiheit«, schließlich im Herbst ein von der Internationalen Vereinigung der Waldorfkindergärten veranstalteter Kongress in der Liederhalle Stuttgart zur »Würde des Kindes«, der von rund 2000 Menschen besucht wurde, dessen Höhepunkt die Podiumsdiskussion mit der medienkritischen US-Autorin Marie Winn, der Verfasserin des Buches Die Droge im Wohnzimmer, gewesen sein dürfte. Helmut von Kügelgen (1916-1998), Schriftleiter der vom Bund der Freien Waldorfschulen herausgegebenen Zeitschrift Erziehungskunst und Mitglied im Vorstand des Bundes, nutzte die Gelegenheit des bevorstehenden Kongresses, eine teilweise hellsichtig anmutende Fundamentalkritik an der gegenwärtigen Zivilisation und den Irrwegen des 20. Jahrhunderts vorzutragen, deren Tenor man im Motto zusammenfassen könnte: »Erlösung von der Todeskrankheit durch das Kind«.

»Mitten unter uns […]«, so der Schriftleiter, »in allen Zonen und Klimabedingungen, lebt ein Volk, das seine Botschaft nicht aussprechen kann, das sich in seiner Tätigkeit, im Spiel, auch ohne Dolmetscher versteht, die Kinder. Glaube, Liebe und Hoffnung aller Menschen knüpfen sich immer wieder an ihr Erscheinen. In wenigen Jahren verlassen die Kinder […] ihr Kinderland, und tauchen unter in die Begrenzungen ihrer sozialen und völkisch-staatlichen Gegebenheiten. Die Kinder kämpfen nicht für ihre Rechte und ihren Lebensraum. Sie erscheinen mit ständig sich erneuerndem Vertrauen, mit unsagbarem Liebehunger und setzen voraus, dass wir Erwachsenen weise und gut sind und dass wir besitzen, was wir am Kinde lernen müssen: Selbstlosigkeit.

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