suche | spenden | impressum | datenschutz

Diese Webseite durchsuchen


Produktlinks


Anzeigen

Wenn Sie hier keine Anzeigen sehen, haben Sie einen Adblocker installiert. Bitte fügen Sie für anthroweb.info eine Ausnahmeregel ein. Damit unterstützen Sie das unentgeltliche Angebot dieser Webseite.




1980 | Der Zeitgeist Michael und die Freiheit des Denkens

Wie bereits bemerkt, drangen zu Beginn der 1980er Jahre vermehrt politische, jedenfalls sozialwissenschaftliche Fragestellungen in das inneranthroposophische Gespräch ein. Davon zeugen einige Beiträge, die in der zweiten Jahreshälfte 1980 in den Mitteilungen der deutschen Landesgesellschafterschienen.

Dietrich Spitta, der zum Vorstand der im November dieses Jahres gegründeten sozialwissenschaftlichen Forschungsgesellschaft gehören sollte, beschäftigte sich im Johanniheft mit der »Freien Hochschule als Seele der Anthroposophischen Gesellschaft und Bewegung« und im Michaeliheft ging er dem Verhältnis dieser Gesellschaft zur Dreigliederungsbewegung, also einer nach herkömmlichem Verständnis eminent politischen Bewegung nach. Fritz Götte setzte sich – ebenfalls im Michaeliheft – mit der Beziehung zwischen »Anthroposophischer Bewegung und Gesellschaft« auseinander, und Karl Buchleitner ging im Weihnachtsheft der Frage nach, was unter jener »Politik« zu verstehen sei, die nach den Statuten der Gesellschaft von 1923 nicht zu deren »Aufgaben« gehöre.

Wer unter Sozialwissenschaft empirische Forschung versteht, wird von einer solchen in Spittas Beiträgen allerdings nichts finden. Viel mehr erinnern seine Ausführungen methodologisch an Platos Politeia. Wie dort entwickelt Spitta aus rein ideellen Überlegungen eine Theorie der Gesellschaft, allerdings nicht aus einem sokratisch-dialektischen Gespräch – es sei denn, man verstünde das hermeneutische Gespräch, das er mit Steiner führt, als solches –, sondern durch eine Kette von Analogien. Dies gilt sowohl für seine Darlegungen zur Freien Hochschule zwischen Gesellschaft und Bewegung, als auch für jene zum Dreigliederungsimpuls. Spitta setzt sich auch nicht mit der realen Existenz von Hochschule, Gesellschaft und Bewegung – ihrer tatsächlichen Verfasstheit im Jahr 1980 – oder ihrer Geschichte auseinander, sondern versucht diese vielmehr aus Steiners Darlegungen zu rekonstruieren. Dabei streut er Hinweise auf bestimmte Auffassungen Steiners in seine Ausführungen, die in der heute noch vorhandenen Rezeption der Dreigliederungsidee kaum eine Rolle spielen.

Lesen Sie weiter

Nach oben

nach Oben