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1980 | Die Politik okkulter Brüderschaften

Der Pforzheimer Arzt Karl Buchleitner kleidete sein Plädoyer für ein politisches Engagement der Anthroposophischen Gesellschaft in eine Exegese des Satzes der Prinzipien von 1923, der vordergründig das Gegenteil besagt. Im § 4 heißt es bekanntlich über diese Gesellschaft: »Die Politik betrachtet sie nicht als in ihren Aufgaben liegend.« Diese Aussage (Steiners) sei aber im Zusammenhang mit den anderen Sätzen des Paragrafen zu sehen, die vor zwei Gefahren warnten: der Geheimniskrämerei und dem Sektierertum. Positiv werde im § 4 die Öffentlichkeit der Gesellschaft hervorgehoben und jede Form von Absonderung oder Abspaltung von dieser Öffentlichkeit zurückgewiesen.

So gesehen sind Geheimniskrämerei (Okkultismus, Segregation, Verschwörung) und Sektiererei (Rechthaberei, Auserwähltheitsglaube, Dogmatismus) zwei Formen des Abfalls vom Öffentlichkeitsprinzip.

Buchleitner weist zu Recht darauf hin, dass esoterische Gemeinschaften (Gesellschaften) stets bestrebt gewesen seien, in die exoterischen hineinzuwirken. In der Vergangenheit hielten diese zwar nicht ihre Existenz, aber ihr esoterisches Lehrgut in der Regel geheim.

Steiner betrachtete dieses Geheimhaltungsprinzip jedoch als veraltet. In seinem Aufsatz Frühere Geheimhaltung und jetzige Veröffentlichung übersinnlicher Erkenntnisse aus dem Jahr 1918 begründete er dies aus der Bewusstseinsentwicklung, aber auch aus der moralischen Verfassung der Moderne: »Auch im sittlichen und sozialen Leben ist gegenwärtig die Menschheit auf einer Entwickelungsstufe angelangt, die unmöglich macht, das gesamte Wissen vom Übersinnlichen vom öffentlichen Geisteswesen auszuschließen. Die ethischen und sozialen Triebe hatten in früheren Zeitaltern gewisse aus Urzeiten der Menschheit vererbte geistige Richtkräfte in sich, die instinktiv nach einem Gemeinschaftsleben drängten, das den Bedürfnissen der Einzelseelen entsprach. Das Seelenleben der Menschen ist ein bewussteres gegenüber früheren Zeiten geworden. Damit sind die geistigen Instinkte zurückgedrängt; Wille und Triebe müssen auch bewusst geleitet werden, wenn sie nicht richtungslos werden sollen. Das können sie nur, wenn der einzelne Mensch durch seine eigene Anschauung das Leben in der sinnlich-physischen Welt von der Einsicht in die übersinnliche Menschenwesenheit aus zu beleuchten in der Lage ist.«

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