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Schwarzbuch Wikipedia

Mobbing, Diffamierung und Falschinformation in der Online-Enzyklopädie und was jetzt dagegen getan werden muss.

Begründer Jimmy Wales beteuert, das Onlinelexikon sei nahezu immun gegen Fake News. Schaut man genauer hin, zeigt sich: Von der einst guten Idee ist nach rund 20 Jahren nicht viel übriggeblieben. In der deutschsprachigen Wikipedia jedenfalls haben sich Sachfehler und Desinformation sowie Mobbing und Vandalismus ausgebreitet, Personen, Parteien und Unternehmen werden gezielt diffamiert – ein Spiegel der zunehmenden Radikalisierung unserer Internetkultur.

Die vorliegende Dokumentation enthält Texte und Interviews von und mit Experten sowie Geschädigten aus Politik, Wissenschaft und Kultur. Sorgfältig belegte Fallbeispiele, Gerichtsreportagen und bizarre Stilblüten runden das Bild ab. Das Buch zeigt aber auch Lösungswege aus dem Dilemma auf.

364 S., Euro 19,90.

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1981 | Anthroposophie ist keine Religion, aber religiös

Wie bereits angedeutet, griff Hagen Biesantz in der Generalversammlung 1981 noch einmal die Frage nach dem Verhältnis zwischen Anthroposophischer Gesellschaft und Christengemeinschaft auf, die Grosse bereits berührt hatte. Anlass war eine Sendung, die der Westdeutsche Rundfunk zu Steiners Geburtstag am 27. Februar ausgestrahlt hatte. Darin war in der üblichen uninformierten Journalistenprosa von der »sogenannten Christengemeinschaft« als »anthroposophischer Religion« die Rede gewesen.

Biesantz bestätigte nur, was seine Zuhörer ohnehin wussten, wenn er darauf hinwies, dass es keine »sogenannte«, sondern nur eine »wirkliche« Christengemeinschaft gab und dass es sich bei dieser nicht um die »anthroposophische Religion« handle. Er stellte die dümmliche Aussage richtig, indem er die Frage der religiösen Erneuerung in den geistesgeschichtlichen Kontext des 20. Jahrhunderts stellte.

Die Sehnsucht nach einer solchen Erneuerung hatte sich laut Biesantz zu Beginn dieses Jahrhunderts weniger in der Masse der Gläubigen, als an exponierten Angehörigen der theologischen Elite, wie Kardinal Newman (Großbritannien), Nathan Söderblom (Schweden) oder Friedrich Heiler (Deutschland) gezeigt. Ihre Bemühungen verliefen jedoch mehr oder weniger im Sande. Bestenfalls stießen sie, mangels spiritueller Substanz, zu einer »toleranten Religionsphilosophie«, zum Dialog mit nichtchristlichen Religionen vor, nicht jedoch zu der von ihnen angestrebten Verlebendigung des religiösen Lebens.

Biesantz sah in der Gegenwart – im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts, wie er sagte – Anzeichen dafür, dass die genannte Sehnsucht inzwischen zu einem Massenphänomen geworden sei. Interessanterweise knüpfte er diese These nicht an solche Erscheinungen wie das bereits 1971 publizierte Buch David Spanglers Revelation: The Birth of a New Age oder an Marilyn Fergusons The Aquarian Conspiracy: Personal and Social Transformation in the 1980s, das 1980 veröffentlichte »Manifest der New Age-Bewegung« (W. Hanegraaff) an, sondern an die Beobachtung, dass die beiden letzten amerikanischen Präsidenten Mitglieder und zugleich prominente Repräsentanten religiöser Bewegungen gewesen seien: Jimmy Carter ein Vertreter der »Pfingstbewegung« und Ronald Reagan ein Angehöriger des amerikanischen »Fundamentalismus«.

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