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1981 – Aufgedeckte und unaufgedeckte Verschwörungen, Streit um die Atomkraft

1981 ereigneten sich zwei spektakuläre Attentate auf Personen des öffentlichen Lebens, die sich wie wenige andere für den Frieden und die Freiheit unter den Völkern verdient gemacht hatten. Am 13. Mai schoss Ali Ağca, ein türkischer Grauer Wolf, auf dem Petersplatz in Rom Papst Johannes Paul II. nieder, am 6. Oktober wurde der ägyptische Staatspräsident Anwar as-Sadat bei einer Parade zum Jahrestag des Jom Kippur-Krieges von Sympathisanten der Muslimbruderschaft zusammen mit einer Reihe von Festgästen ermordet.

Ronald Reagan trifft Johannes Paul II in Fairbanks, Alaska. 5/2/84. Courtesy Ronald Reagan Library. – http://www.reagan.utexas.edu

Die Bedeutung Karol Woytilas für die Befreiung Osteuropas und damit die Beendigung der Konfrontation der Blöcke ist kaum zu überschätzen. Michail Gorbatschow schrieb 1992 in der italienischen Tageszeitung La Stampa über den ersten slawischen Papst auf dem Thron Petri: »Alles, was in Osteuropa in den letzten Jahren geschehen ist, wäre nicht möglich gewesen ohne die Gegenwart dieses Papstes, ohne die große – auch politische Rolle, die er auf der Weltebene zu spielen verstand.«

Anwar as-Sadat wiederum war das erste arabische Staatsoberhaupt, das Israel und sein Existenzrecht anerkannte – und das in einer Rede, die er auf Einladung Menachem Begins am 20. November 1977 vor der Knesset hielt. Im folgenden Jahr (1978) sollte es zu den durch den amerikanischen Präsidenten Jimmy Carter ermöglichten Verhandlungen in Camp David und 1979 zum ersten Friedenvertrag kommen, der je zwischen einem arabischen Staat und Israel geschlossen wurde. Sowohl die Arabische Liga als auch die Organisation für islamische Zusammenarbeit suspendierten daraufhin Ägyptens Mitgliedschaft.

Während über die Täter und ihre islamistische Orientierung im Fall Sadats keinerlei Zweifel bestehen, rankt sich um Ağca und seine Hintermänner bis heute ein undurchdringliches Dickicht. 2010 erklärte der Vorsitzende der Mitrokhin-Kommission des italienischen Parlaments, die sich der gängigsten These anschloss, Leonid Breschnew persönlich habe den Mord am Papst in Auftrag gegeben, angesichts der Dichte an Desinformationen in einem Anflug von Verzweiflung: »Nichts ist, wie es zunächst erscheint. Es gibt immer eine Wahrheit hinter der Wahrheit und hinter dieser eine weitere Wahrheit, und dann erkennt man vielleicht, dass die erste Wahrheit der wahren Wahrheit vielleicht doch am nächsten kam.

Immerhin hatte die Sowjetunion das größte Interesse, den Einfluss des Papstes in Polen zurückzudrängen, der nicht nur die Streikbewegung der Arbeiterschaft offen unterstützte, sondern wie behauptet wird, auch gebilligt oder ermöglicht haben soll, dass Gelder der CIA zur Unterstützung von Solidarnosc über die Vatikanbank nach Polen geschleust wurden. Die Erwähnung der Vatikanbank lenkt den Blick einmal mehr zu ihrem Direktor, dem Erzbischof Marcinkus, dem Vertrauten und Leibwächter des Papstes und zum Protégé des ersteren, Roberto Calvi und zu Licio Gellis Freimaurerloge »Propaganda Due« (P2) zurück, deren Enttarnung zum Sturz des Kabinetts Forlani und – am 26. Mai 1981, dreizehn Tage nach dem Attentat auf den Papst – zum Rücktritt des Premierministers wegen seiner Verwicklung in die Umtriebe der Loge führte.

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