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1981 | »Mit den Atomen bauen durch die Kraft des Gedankens«

Die weiter oben beschriebene Kontroverse um die Atomkraft, Peter von Siemens und die Anthroposophische Gesellschaft fand auch bei der Generalversammlung Erwähnung, die dieses Jahr am 12. April, einem Palmsonntag, stattfand – ein Indiz dafür, dass es sich nicht bloß um eine in der ephemeren medialen Sphäre ausgetragene Kontroverse handelte.

Auch zu dieser Versammlung waren keine Anträge von Mitgliedern eingegangen. Wie stets blickte Rudolf Grosse, der Vorsitzende, auf einige der bekannteren Verstorbenen zurück, darunter der Architekt Fritz Müller (1906-1980), der über vierhundert pädagogische Zweckbauten errichtet hatte, auch eine Reihe von Waldorfschulen, unter anderem in Pforzheim, Karlsruhe, Mannheim, Hannover, Tübingen, Buenos Aires und Afula, Israel.

Eine andere, noch weit prägendere Gestalt der Waldorfbewegung war zu Beginn des Jahres verstorben: Ernst Weissert, der Vorsitzende des Bundes der Freien Waldorfschulen in Deutschland. Der ehemalige Wandervogel hatte als 19jähriger 1924 Vorträge Steiners über Waldorfpädagogik im Gustav Siegle-Haus in Stuttgart gehört und war im selben Jahr Mitglied der Gesellschaft geworden. Nach Studien in Jena, Heidelberg und Athen wurde er 1931 Waldorflehrer in Berlin, wo er seine aus einer jüdischen Familie stammende zweite Ehefrau kennenlernte. Die Zeit nach der Selbstschließung der Schule aufgrund der mangelnden Bereitschaft des Kollegiums einen Eid auf Adolf Hitler abzulegen, überbrückte er durch private Unterrichtstätigkeit. 1941 wurde er, wegen Fortsetzung einer »verbotenen pädagogischen Tätigkeit« von der Gestapo verhaftet, kurze Zeit später jedoch wieder freigelassen. Von 1946 bis 1968 unterrichtete er als Oberstufenlehrer an der Stuttgarter Mutterschule. In den 1960er und 70er Jahren gehörte er dem Vorstand der deutschen Anthroposophischen Gesellschaft an und amtierte als einer ihrer Generalsekretäre. Ab 1969 stand er dem Bund der Freien Waldorfschulen vor. Auf seine Initiative gingen die jährlichen Lehrertagungen, die öffentlichen Sommertagungen der Schulbewegung und die Eltern-Lehrer-Tagungen zurück. Er gründete unter dem Titel Lehrerrundbrief ein Korrespondenzorgan der Waldorflehrer, rief die Pädagogische Forschungsstelle beim Bund ins Leben, schuf den Haager Kreis als internationales Koordinierungsgremium der Waldorfbewegung und 1971 die Freunde der Erziehungskunst.

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