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1981 | Nieder mit dem Packeis, Freiheit für Grönland – Jugendrevolten aus anthroposophischer Sicht

Weitaus weniger eloquent als sein Vorredner ließ sich Jörgen Smit, der Leiter der Jugendsektion, der zu Beginn des Jahres auch die Pädagogische Sektion von Grosse übernommen hatte, über ein brisantes Thema aus: die sogenannten Jugendkrawalle, die zu dieser Zeit in vielen europäischen Städten stattfanden (Smit nannte: Zürich, Berlin, Amsterdam, Hamburg, Nürnberg, Freiburg).

Er konstatierte bei vielen Akteuren eine generelle irrationale Ablehnung jeglicher Ordnung. Kritisiert werde die unheilige Allianz zwischen Staat und Kapital, die sich gegen den Menschen richte. Aus dem Untergrund erhebe sich ein Wutschrei gegen die »große Gesellschaft der Versicherungen, der Großwirtschaft, der Planung, der Programmierung«. Gegen den militärischen Rüstungswettlauf, dieses »problematische Kind der unheiligen Ehe« zwischen Staat und Großunternehmen, erhebe sich die Macht des Chaos aus dem Untergrund. Gerufen werde nach Spontaneität, Leben, Phantasie, Kreativität, Authentizität, aber der Untergrund, aus dem dieser Ruf hervorgehe, sei »chaotisch«, es mangele den Protestierenden an Bewusstsein darüber, was sie motiviere. Die bloße Sehnsucht nach Humanität sei unfähig, die alternative Ordnung hervorzubringen, nach der sie verlange, und richte sich schließlich selbstzerstörerisch gegen sich selbst.

Smit sah in der »anarchistischen Kraft« etwas Berechtigtes, insofern sie sich gegen die Übergriffe der Staatsgewalt zur Wehr setze, beklagte aber zugleich die Unfähigkeit der Protestierenden, die von ihnen ersehnten menschlichen Formen des Zusammenlebens hervorzubringen. Als problematisch erschien ihm, bei allem Wohlwollen gegenüber der Revolte, dass sich in den sozialen Protest »Elemente« hineinmischten, die Marx als »Lumpenproletariat« bezeichnet hätte: »Drogensüchtige, Alkoholiker, aktiv Kriminelle, psychiatrische Patienten, zurückgebliebene Versager, gescheiterte Lebensexistenzen, die einfach als Schiffswracks auf den Wogen des Lebens herumgetrieben werden. Das alles gewissermaßen als Menschen-Abfall der großen technifizierten Gesellschaft strömt zusammen ...«.

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