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1983 | Urbild und Zerrbild des Menschen. 50 Jahre nach 1933

Johannes Tautz, dessen 1976 erschienene Publikation Der Eingriff des Widersachers. Fragen zum okkulten Aspekt des Nationalsozialismus wir bereits ausführlich gewürdigt haben, blickte in einem Beitrag für die Mitteilungen der deutschen Landesgesellschaft zu Johanni anlässlich des inzwischen verstrichenen halben Jahrhunderts auf 1933 zurück.

Satyr mit Aulos. 500-520 v. Chr.

Mitte Januar 1983 hatte im Berliner Reichstag eine Historikerkonferenz aus demselben Anlass stattgefunden. Der Tagungsort erschien Tautz als Monument für das »gescheiterte Machtstreben der NS-Diktatur«, für den »Sturz in den Abgrund nach zwölf Jahren singulärer Verbrechen«, den er als Folge einer »deutschen Selbstentfremdung« interpretierte, die mit dem Bismarkreich begonnen habe. Nicht nur die internationale Historikerzunft, auch die Massenmedien und die Politik beschäftigten sich 1983 mit dem Jahr der Machtergreifung und allem, was daraus folgte.

Tautz bemängelte an all diesen Erinnerungen und Vergegenwärtigungen den Mangel an Tiefe, der auf das Vorherrschen einer historischen Methode zurückzuführen sei, die versuche, das geschichtliche Geschehen nach dem Muster naturwissenschaftlicher Kausalzusammenhänge zu begreifen. Daher musste sich, trotz der Überfülle an Detailkenntnissen, die historische Wirklichkeit der 12 Jahre nach 1933 »dem erkennenden Zugriff« dieser Geschichtswissenschaft entziehen. Die »gestaltenden Mächte« der Geschichte seien allein einer metahistorischen Schau zugänglich, die sich nicht auf die Oberfläche der Ereignisse beschränke, sondern imaginativ den Geisteshintergrund des Geschehenden ausleuchte.

1948 hatte Emil Bock in einem Aufsatz über den Mythos des Nationalsozialismus geschrieben: »Angesichts der historischen Entwicklungen, die sich seit 1933 in Mitteleuropa zugetragen haben, muss die übliche Geschichtsdarstellung, die sich einfach nur auf äußere Berichterstattung beschränkt, versagen. Was wir seit jenem Zeitpunkt erleben, ist mehr Mythos als Geschichte. In einem Maße, wie das vorher nicht der Fall war, wirkten übersinnliche Kräfte mit.« Den Blick auf diese übersinnlichen Kräfte zu richten, machte sich der Verfasser in seinem Aufsatz anheischig.

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