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1985 | Monologische Tendenzen einer dialogischen Gesellschaft

Dass monologische Tendenzen in der dialogischen Gesellschaft, die sich die Anthroposophische nannte, vorhanden waren, ist nichts Neues. Davon zeugte auch die Generalversammlung 1985, die am Palmsonntag, dem 31. März stattfand.

Manfred Schmidt-Brabant

Manfred Schmidt-Brabant

Über sie wurde in einigen Folgen des Nachrichtenblattes berichtet, in stark geraffter und zensierter Form. Von einer offenbar regen Debatte vor der Abendpause wird zwar erwähnt, dass sie stattfand und wer sich daran beteiligte, aber nicht, worum es überhaupt ging und was gesagt wurde. Für ein Nachrichtenblatt, aus dem die Mitglieder in aller Welt erfahren sollten, »was in der Anthroposophischen Gesellschaft vorgeht« – erst recht, was in der Generalversammlung ihrer Gesellschaft vorging, ein fragwürdiger Vorgang.

Symptomatisch zeigt sich in diesen Berichten, die nicht über das Gespräch der Mitglieder informierten, das in der Gesellschaft vorging, sondern ausschließlich die Ansprachen des Vorstandes und der Generalsekretäre wiedergaben, wie die Selbstrepräsentation der Gesellschaft in ihrem Mitteilungsorgan immer mehr Verlautbarungscharakter annahm. Symptomatisch auch der Satz im Beschlussprotokoll: »Den Rechenschaftsbericht für den Vorstand erteilt Manfred Schmidt-Brabant, der alle Tätigkeitsbereiche von Gesellschaft, Hochschule und des Goetheanumbetriebes umfasst.« Das klingt so, als hätte Manfred Schmidt-Brabant, der Vorsitzende, alle Tätigkeitsbereiche der Gesellschaft durch seine Aktivitäten abgedeckt. Gemeint war natürlich, dass sein Bericht alle Tätigkeitsbereiche umfasste. Der sprachliche Lapsus weist aber auf ein tieferliegendes Problem: auf das Problem einer Gesellschaft, die offenbar entschlossen war, sich vom Dialog, der das Wesen einer jeden Gesellschaft ausmacht – warum sonst sollte man sich überhaupt vergesellschaften? – zu verabschieden. Andererseits: Über welchen Dialog hätte denn berichtet werden sollen, wenn eine Generalversammlung nahezu vollständig nur aus Vorträgen ihrer Funktionäre bestand?

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