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Denkverbote. Gegen die Angst vor Rassismusvorwürfen

Gastbeitrag von Dr. Caroline Sommerfeld.

Im Jahr 2007 wurde von der Mitgliederversammlung des Bundes der freien Waldorfschulen in Stuttgart eine Erklärung verabschiedet, die textgleich auch in Österreich als Wiener Erklärung verbreitet wurde.

Diese Erklärung ist auch heute noch im Umlauf. Sie sollte und soll immer noch den unseligen Disput über Rassismus, bzw. des anhand von Aussagen aus seinem Werk des Rassismus bezichtigten oder verdächtigten Steiner beenden helfen, aber damals wie heute wird darin Rudolf Steiners Freiheitsgedanke konterkariert. Als Philosophin und Waldorfschulmutter bin ich zu der Einschätzung gelangt, dass die »Erklärung« das »Freie Geistesleben« politisch festlegen und in Dienst nehmen will.

Der Satz: »Alle Rinder sind von Natur aus dumm« ist rassistisch. Foto: © L. Ravagli

Nun werden alle Eltern unserer Waldorfschule mit dem neuen Schuljahr aufgefordert, die erwähnte Erklärung zu unterschreiben. Damit wird ein Bekenntnis gefordert, was einem freien Geistesleben widerspricht. Indem die ganze Schulgemeinschaft unterschreiben soll, wird dies ein politischer Vorgang.

Gegegenwärtig drückt von allen Seiten das Denkverbot, von dem auch dieser Rassismushype Ausdruck ist. Gerade die Waldorfschulen haben überhaupt keinen Grund, darauf aufzuspringen, ist doch die Schule von Rudolf Steiner selbst ausdrücklich als unabhängig von Konfession und Nation usw. inauguriert worden.

Ein durch solche Gedankengänge, wie sie in der Gegenerklärung vorgestellt werden, gesteigertes, sensibilisiertes Bewusstsein könnte den Schwarm Saatkrähen vertreiben, der sich über die Pädagogik Rudolf Steiners hermachen möchte – oder auch bereits seit längerem schon hergemacht hat, nicht nur zum Nachteil Steiners, sondern zum Nachteil der heranwachsenden Generation von Steinerschülern, der Kinder und anvertrauten Schüler jener Eltern und Lehrer nota bene, die sich von Steiner glauben distanzieren zu müssen.

Es ist eine Zukunftsfrage, ob genügend Menschen den Mut haben, der politischen Inanspruchnahme des Geisteslebens zu widerstehen, wo man ihr noch widerstehen kann.

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