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Der Konflikt zwischen Marie Steiner und Albert Steffen (6). Der »Ballmerhandel« 1941

Während Steffen noch mit den Boos’schen Invektiven zu kämpfen hatte, wurde ihm schon der nächste angebliche »Angriff« von seiten Friedrich Eymanns kolportiert. Im Januar 1941 veröffentlichte der streitlustige Pfarrer im Troxler-Verlag eine Broschüre Karl Ballmers über den Theologen A.E. Biedermann. Die Broschüre erschien drei Monate vor der Generalversammlung der anthroposophischen Gesellschaft, die dieses Jahr am 6. April stattfand – Zeit genug, um sich auf eine Thematisierung der Publikation bei dieser Versammlung vorzubereiten.

Eymann wurde später zum Vorwurf gemacht, er habe nicht nur eine gegen den Vorsitzenden gerichtete Streitschrift publiziert, sondern sie auch noch mit einem »lobenden Vorwort« versehen.

Bühler schrieb 1947 über die Broschüre Ballmers: »Verhängnisvoll wurde es, als Professor Eymann in seinem Kampf gegen die Theologen einen Menschen als Mitkämpfer einbezog, von dessen gefährlichem Wesen schon Rudolf Steiner gesprochen hatte, und der jetzt nicht nur nach außen vernichtend wirkte, sondern auch gleichzeitig nach innen, in die Gesellschaft: Karl Ballmer«. Seine Broschüre sei nicht nur gegen den Vorsitzenden gerichtet gewesen, sondern außerdem »antianthroposophisch«, was für Steffenverehrer wie ihn ohnehin dasselbe bedeutete. Karl Day und Hugo Werth bezeichneten 1951 die Broschüre Ballmers als »gegen die Anthroposophie gerichtetes Machwerk«.

Tatsächlich hielt sich das »Lob« Eymanns in Grenzen. Die Behauptung, Ballmers Broschüre sei gegen den Vorsitzenden, die Anthroposophie und die anthroposophische Gesellschaft gerichtet, ist maßlos übertrieben und geht an deren eigentlicher Zielrichtung vorbei, die in einer Abrechnung mit Karl Barth besteht, dem Ballmer vorwirft, im Namen seiner als »Gottesdiktatur« verstandenen Theologie einen unermüdlichen Kampf gegen die Philosophie zu führen. Die Broschüre bringt die Theologie des liberalen Protestanten und Hegelianers Alois Emanuel Biedermann (1819-1885), der in Zürich Professor für systematische Theologie war, in Beziehung zu Steiner, Eduard von Hartmann, Barth und Martin Werner, der uns bereits im Zusammenhang mit Eymann als Gutachter der evangelischen Kirche zur Frage der Christlichkeit der Anthroposophie begegnet ist.

Eymann bezeichnet in seinem Vorwort den Essay als »Studie«, die die theologische Diskussion (mit der protestantischen Theologie) eröffnen solle, nachdem die zuvor erschienen Publikationen der »Abwehr von Angriffen« gedient hätten. Über den Verfasser Ballmer schreibt er: »Seit mehr als 20 Jahren hat er als stiller aber fleißiger Beobachter im Hintergrunde aufmerksam von allem Kenntnis genommen, was sich auf dem Gebiete von Philosophie und Theologie zugetragen hat. Alle hier entstandenen Situationen sind ihm intim vertraut. Er ist dadurch hinlänglich legitimiert, gewichtige Beiträge zu leisten und dafür mitbesorgt zu sein, dass sich die Fragestellungen nicht verengern [sic!]«.

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