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Der Streit um die »Freie Arbeitsgruppe« – Dezember 1943/Januar 1944

Zehn Mitarbeiter Marie Steiners, darunter Johannes Waeger, Charles von Steiger, Hans W. Zbinden und Jan Stuten nahmen sich den Aufruf Marie Steiners zu Herzen und teilten Steffen am 30. Dezember brieflich die Bildung einer aus 17 Personen bestehenden »Freien Arbeitsgruppe« mit, die sich die Aufgabe stellte, »im Geiste der Weihnachtstagung einen wahrhaften Boden zu finden», um die von Steiner durch diese Tagung gelegten Keime »getreulich weiter zu pflegen«.

Die Gründer und Mitwirkenden der »Freien Arbeitsgruppe« waren – von der »Sorge um das lebendige Fortbestehen des anthroposophischen Geist-Impulses der Weihnachtstagung in freier Hochschule und Gesellschaft« getrieben – in den Weihnachtstagen zusammengekommen, »um die Ursachen der unheilvollen Lage zu betrachten [kursiv L.R.], die durch die Klage von Herrn Dr. Boos und andere Vorkommnisse geschaffen worden« war. In den letzten Jahren sei vieles geschehen, was zu den Richtlinien, die Steiner 1923 bis 1925 für die anthroposophische Arbeit gegeben habe, im Widerspruch stehe. Die Gruppe gab ihre Absicht bekannt, die Abweichungen von diesen Richtlinien »unbesehen der Rolle, des Ansehens etc. von Personen« zu untersuchen. Gleichzeitig bat sie Steffen darum, ihren Brief im Nachrichtenblatt zu veröffentlichen.

Steffen erhob unter Verweis auf den § 11 der Statuten der Gesellschaft Einwände und lehnte »die Verantwortung» für die Gruppe ab. Trotzdem veröffentlichte er den Brief, versah ihn jedoch mit zwei Zusätzen: einer persönlichen Bemerkung: »Hiermit nehme ich Kenntnis von der Bildung und den Zielen des betreffenden Kreises, kann aber keine Verantwortung für diese Begründung übernehmen«, und einem Zitat aus einem Vortrag Steiners vom 30. Januar 1924, in dem dieser über die Folgen der Weihnachtstagung für die Mitglieder der Hochschule (die »Klassenmitglieder«) gesprochen hatte: »Also, es geht nicht, dass man in Zukunft kommt und sagt: ›Ach, da machen wir Dinge, die den Vorstand nichts angehen‹, selbstverständlich kann man sie machen, aber dann kann man nicht den Klassen angehören. Es wird schon notwendig sein, dass auch dieses Prinzip des Zusammenhaltens in der Gesinnung ebenso wesentlich ist in unserer Schule, wie es immer wesentlich war in allen Mysterien. Sonst bleibt unser ganzes Anthroposophisches etwas, was doch nicht zu einem Ziele kommen kann; denn das sind einfach gesetzmäßige Anforderungen der Sache.

Man kann ja sagen: ich will die anthroposophische Sache zerstören. Gut, das steht natürlich jedem frei. Aber man kann nicht zumuten, dass diejenigen, die die anthroposophische Sache leiten wollen, zugeben, dass nicht die Bedingungen erfüllt werden, die zum Bestande der anthroposophischen Sache notwendig sind.

Ob es nun die Einrichtung einer Gruppe ist, ob es irgend etwas anderes ist, es wird sich darum handeln, dass das wirklich von den Angehörigen der Klasse der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft im Einklange mit der Leitung gemacht wird [kursiv L.R.], so dass die Leitung tatsächlich zentralisiert hat diese Leitung der anthroposophischen Sache«.

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