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Der Verborgene, der über allen thront – 1912 – Teil 1 (Zur Christologie Rudolf Steiners #29)

Weiter oben wurde die Frage aufgeworfen, ob der Hinweis der Geheimwissenschaft im Umriss auf einen nicht näher bezeichneten »Herrscher im Sonnenreiche« möglicherweise unausgesprochene Aspekte der Christologie verhüllt. Dass dies tatsächlich der Fall ist, geht aus Vorträgen hervor, die vom 3. bis 14. April 1912 in Helsinki gehalten wurden. Der Titel der Vorträge stammt von Steiner, der Text geht auf einen unbekannten Stenographen zurück, dessen Übertragung in Klartext der ersten Ausgabe der Reihe als Zyklus 21 zugrunde liegt. Die heutige Ausgabe beruht auf diesem Erstdruck, der noch 1912 in Berlin erschien.

Rudolf Steiner, Elementarwesen. Skizze

Rudolf Steiner, Elementarwesen. Skizze

Die eindrucksvollen Schilderungen erörtern ausführlich, wie der Titel schon sagt, das Leben der geistigen Wesenheiten in den Himmelskörpern und Naturreichen. Unser Sonnensystem – ja das System von Systemen, aus welchen der Kosmos besteht – wird vom Vortragenden nicht als leblose Ansammlung staubartiger Massen betrachtet, deren Entstehung und Auflösung, Konstellationen und Bewegungen von mechanischen Gesetzen beherrscht werden, sondern als erhabener, lebendiger Organismus, der, um es mit Platos Timaios auszudrücken, »ein Lebewesen«, »ein sichtbarer Gott«, ein »Abbild des Geistkosmos« ist. Alles, was wir im Menschen finden, finden wir auch im Kosmos: Form, Leben, Bewusstsein, Individualität (Ich), ja sogar seine geistigen Wesensglieder – ersterer ist also ein wahrer Mikrokosmos. Aber die Vorträge sind nicht dem Mikro-, sondern dem Makrokosmos gewidmet. Geprägte Form – nicht nur jene, die lebend sich entwickelt –, könnte man den Grundgedanken der Vorträge zusammenfassen, ist Ausdruck, Manifestation von ätherischem Leben, astralischem Bewusstsein, ichhafter Geistigkeit und vielem mehr. Ob es sich um die Erde, den Mond, Planeten, Sonnen oder Kometen handelt – in allem findet der tieferdringende Blick eine in sich gestufte geistige Wesenswelt, deren Weben und Leben sich in den Vorgängen niederschlägt, die dem sinnlichen Auge allein zugänglich sind. Die sichtbare Welt ist in eine unsichtbare eingebettet, aus deren überschäumendem Reichtum die erstere nicht nur hervorgegangen ist, sondern unablässig – in permanenter Gestaltung und Umgestaltung – hervorgeht. Selbstverständlich ist die mathematische oder mechanische Betrachtungsweise der Naturwissenschaften nicht falsch, aber einseitig, wenn sie dieses unendlich komplexe Gewebe von Wesenheiten auf Zahlen, chemische Elemente oder physikalische Kräfte reduziert. Noch Newton, der Verfasser der Principia mathematica, sah in Raum und Zeit ein »Sensorium Gottes«, durch das er zu allen Zeiten und an allen Orten instantan wirkt und während er die universellen Bewegungsgesetze ausarbeitete, suchte er zugleich nach dem Stein der Weisen.

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