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Selbsterkenntnis in der Geschichte

Das Werk »Selbsterkenntnis in der Geschichte. Anthroposophische Gesellschaft und Bewegung im 20. Jahrhundert« bietet ein Jahrhundert Anthroposophie in verdichteter Form. Erschienen ist inzwischen der erste Band. Worum es geht, beschreibt die Einleitung, von der hier ein Auszug folgt.

Die vorliegende Studie unternimmt den Versuch, eines der aufregendsten spirituellen Experimente des 20. Jahrhunderts aus der Perspektive eines teilnehmenden und zugleich kritischen Beobachters im Kontext der zeitgenössischen Geschichte nachzuzeichnen und zu interpretieren. Der Standpunkt des Verfassers dieses Versuchs befindet sich aufgrund der von ihm angewandten Forschungsmethode, die nicht nur ihren Gegenstand, sondern auch die Hervorbringung ihres Gegenstandes beobachtet, zugleich innerhalb und außerhalb dieses Experiments.

Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt nicht auf Institutionen oder Organisationen, sondern auf den Debatten, die über das Selbstverständnis der Anthroposophen geführt wurden. Gesellschaft und Bewegung sind in hohem Grade selbstreflexiv; die permanente Diskussion über die anthroposophische Identität gehört damit zum Kern der Geschichte beider. Der anthroposophische Identitätsdiskurs durchdringt alle Arbeitsfelder und sozialen Netze, die sich auf die eine oder andere Art dem gemeinsamen Ursprung verbunden fühlen, auf den sie sich beziehen. Eine Geschichte der anthroposophischen Gesellschaft und Bewegung muss daher als Geschichte ihrer Diskurse über das eigene Selbstverständnis geschrieben werden. Dass es sich bei einer solchen Diskursgeschichte um eine spezifisch anthroposophische Form von Historiographie handelt, ergibt sich auch aus einem weiteren Gesichtspunkt.

Das Buch kann hier erworben werden. Oder in jeder Buchhandlung



Die Linke gebar ein Monstrum. Lässt es sich noch einhegen?

Helen Pluckrose, Herausgeberin des libertär-humanistischen Onlinemagazins Areo, das nach einer Rede Miltons zur Verteidigung der freien Meinungsäußerung benannt ist, erregte mit einigen Gleichgesinnten weltweit Aufsehen durch eine Aktion, die sich zur sogenannten Quengelstudien-Affäre (grievance studies affair) auswuchs.

Zusammen mit James Lindsay und Peter Boghassian reichte sie unter wechselnden Pseudonymen Fakestudien bei sozialwissenschaftlichen Fachzeitschriften ein, die auf Genderstudies und identitätspolitische Themen spezialisiert sind. Im Herbst 2018, als die Aktion enttarnt wurde, waren vier von 20 eingereichten Artikeln bereits veröffentlicht, drei zur Veröffentlichung angenommen, sieben weitere befanden sich noch im Review-Prozess, die restlichen sechs waren abgelehnt worden. 

Vorausgegangen war dem systematischen Versuch der Demaskierung von Pseudowissenschaft im Jahr 2017 die Publikation eines Fakeartikels über den Theoretischen Penis als soziales Konstrukt (»The conceptual penis as social construct«) in der Zeitschrift cogent social sciences, in dem die Autoren behaupteten, dieser sei mit einer »performativen toxischen Maskulinität« gleichzusetzen und stehe in enger Beziehung zum Klimawandel. Das Abstract des Artikels lautete: »Anatomische Penisse mögen existieren, aber da auch Transgender-Frauen vor der Operation einen Penis besitzen, stellt dieser in Bezug auf die Männlichkeit ein inkohärentes Konstrukt dar. Wir treten daher dafür ein, den konzeptuellen Penis nicht als anatomisches Organ, sondern als soziales Konstrukt zu betrachten, das mit performativer toxischer Männlichkeit isomorph ist. Durch eine detaillierte poststrukturalistische Diskurskritik und das Beispiel des Klimawandels stellt diese Untersuchung den vorherrschenden, schädlichen sozialen Topos in Frage, der den Penis als männliches Sexualorgan auffasst und weist ihm eine zutreffendere Funktion als Typus männlicher Performanz zu«.

Die eingereichten Artikel vertraten abstruse Thesen, die sich der modischen Genderstudies-Terminologie und -Begrifflichkeit bedienten, um herauszufinden, ob Wortwahl und politische Ausrichtung genügten, um in den ausgewählten Zeitschriften publiziert zu werden – trotz offenkundiger Absurdität des Inhalts. In einem ihrer Artikel behaupteten die Autoren, sie hätten das Verhalten von Hunden in verschiedenen Hundeparks beobachtet sowie 10.000 Hundepenisse untersucht und seien zu dem Ergebnis gekommen, in den genannten Parks herrsche eine Vergewaltigungskultur (rape culture), die der menschlichen vergleichbar sei. Daher könne das Verhalten von Männern mit den Methoden der Hundedressur verändert werden. Der Artikel wurde von der Zeitschrift Gender, Place & Culture veröffentlicht. Das Bekanntwerden des Projekts löste weltweite Diskussionen über Forschungsethik, Qualitätsstandards und Ideologiebestimmtheit sozial- und geisteswissenschaftlicher Forschung aus.

Die Zeitschrift Novo veröffentlichte im Mai 2017 die Übersetzung eines Artikels von Pluckrose über die Abwicklung der Aufklärung durch die Postmoderne (die vom linken Portal Ruhrbarone übernommen wurde), in der sie letztere (die Postmoderne, nicht die Ruhbarone) für die Verabschiedung von Vernunft und Wissenschaft und die Retribalisierung der westlichen Gesellschaften verantwortlich machte. Dieser These sind wir auch schon bei Bernd Stegemann begegnet.

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