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Selbsterkenntnis in der Geschichte

Das Werk »Selbsterkenntnis in der Geschichte. Anthroposophische Gesellschaft und Bewegung im 20. Jahrhundert« bietet ein Jahrhundert Anthroposophie in verdichteter Form. Erschienen ist inzwischen der erste Band. Worum es geht, beschreibt die Einleitung, von der hier ein Auszug folgt.

Die vorliegende Studie unternimmt den Versuch, eines der aufregendsten spirituellen Experimente des 20. Jahrhunderts aus der Perspektive eines teilnehmenden und zugleich kritischen Beobachters im Kontext der zeitgenössischen Geschichte nachzuzeichnen und zu interpretieren. Der Standpunkt des Verfassers dieses Versuchs befindet sich aufgrund der von ihm angewandten Forschungsmethode, die nicht nur ihren Gegenstand, sondern auch die Hervorbringung ihres Gegenstandes beobachtet, zugleich innerhalb und außerhalb dieses Experiments.

Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt nicht auf Institutionen oder Organisationen, sondern auf den Debatten, die über das Selbstverständnis der Anthroposophen geführt wurden. Gesellschaft und Bewegung sind in hohem Grade selbstreflexiv; die permanente Diskussion über die anthroposophische Identität gehört damit zum Kern der Geschichte beider. Der anthroposophische Identitätsdiskurs durchdringt alle Arbeitsfelder und sozialen Netze, die sich auf die eine oder andere Art dem gemeinsamen Ursprung verbunden fühlen, auf den sie sich beziehen. Eine Geschichte der anthroposophischen Gesellschaft und Bewegung muss daher als Geschichte ihrer Diskurse über das eigene Selbstverständnis geschrieben werden. Dass es sich bei einer solchen Diskursgeschichte um eine spezifisch anthroposophische Form von Historiographie handelt, ergibt sich auch aus einem weiteren Gesichtspunkt.

Das Buch kann hier erworben werden. Oder in jeder Buchhandlung



Die offene Gesellschaft und Cancel Culture

Von der altneuen Lust am Denunzieren

Ralf Sonnenberg fragt danach, ob die offene Gesellschaft und die sogenannte Cancel Culture miteinander kompatibel sind. Die Antwort ist nein. Die »altneue Lust am Denunzieren« bedroht die Demokratie. Ein Gastbeitrag.

Offene Gesellschaft und Cancel Culture

Karl Popper, 1902-1994. Philosoph der offenen Gesellschaft.

Rückblende 1994. In einem von fremdenfeindlichen Pogromen und der Debatte um die Einschränkung des Asylrechtes geprägten, politisch aufgeheizten Klima des wiedervereinigten Landes kommt es zu einem Brandanschlag einer linken Splittergruppe auf die in Weimar ansässige Druckerei des politisch rechts stehenden Blattes »Junge Freiheit«. Diesem vorausgegangen sind gegen einzelne Kioske gerichtete Attacken, deren Besitzer die umstrittene Zeitschrift im Sortiment vorhielten. In Teilen der linksautonomen Szene wird der Brandanschlag begrüßt, Sympathieäußerungen reichen jedoch weit in das sich als linksliberal verstehende bürgerliche Lager hinein. Doch da geschieht etwas Unerhörtes: Unter dem Rosa-Luxemburg-Ausspruch »Die Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden« veröffentlichen politisch unverdächtige Akteure wie der grüne Bundestagsabgeordnete Daniel Cohn-Bendit und die DDR-Bürgerrechtlerin Ulrike Poppe zusammen mit Angehörigen des konservativen Lagers wie dem CSU-Politiker Peter Gauweiler und dem Verleger Herbert Fleissner einen Solidaritätsaufruf, in dem sie die Gewaltdelikte als demokratiefeindlich und gefährlich anprangern: »Wir verurteilen diese Anschläge ›autonomer‹ Täter, die sich – historisch ignorant und moralisch anmaßend – gern als ›Antifaschisten‹ bezeichnen. Das Recht auf freie Meinungsäußerung gilt selbstverständlich für Zeitungen und Autoren des gesamten politischen Spektrums.«

Momentaufnahme 2020. Auf das Auto des liberalkonservativen B.Z.-Kolumnisten Gunnar Schupelius, dessen Kommentare zu den politischen Geschehnissen der Hauptstadt sich durch Sachverstand und Umsicht auszeichnen, wird zum wiederholten Mal ein Brandanschlag verübt. Vera Lengsfeld, die frühere DDR-Bürgerrechtlerin und Mitbegründerin von »Bündnis 90«, kommentiert das auf der inzwischen verbotenen Online-Plattform indymedia kursierende Bekennerschreiben, das zum Terror gegen missliebige Personen aufruft, wie folgt: »Gruseliger als diese offenen Morddrohungen ist das Schweigen von Schupelius’ Kollegen … Kein Entsetzen von Tom Buhrow, keine Solidaritätsbekundung von Georg Restle, kein einziges Wort vom Böhmermännlein, das sonst immer sofort seine mahnende Stimme erhebt.«

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