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Die »Philosophie der Freiheit« Rudolf Steiners und Herbert Witzenmanns »Strukturphänomenologie«

Ideelle Kontinuität als Wissenschaftsprinzip.

Gastbeitrag von Reto Andrea Savoldelli.

»Ein Denken, das dem Organismus nicht unterworfen ist, lebt für das gewöhnliche Bewusstsein nur, während der Mensch im sinnlichen Wahrnehmen begriffen ist«. Rudolf Steiner.

Zum dreißigsten Todestag Herbert Witzenmanns am 24. September 2018.

Die Zahl der Menschen, die ihr Leben nur noch aus einem Sinngehalt, der jenes überdauert, sinnvoll führen können, hat seit dem Tod von Herbert Witzenmann zugenommen. Die Einsicht, welche jene von sich selber fordern, kann nur eine im vollen Licht der Erkenntnis errungene sein, denn sie soll sich nicht bloß für das Vorstellen, sondern auch in der biographischen Lebensführung bewähren. Sie muss in einer wirklichen Erfahrung des Menschen begründet und unter unterschiedlichen Gesichtspunkten darstellbar sein. Also nicht bloß ein solches sein, das der an die Vorstellung Gebundene in der Vorstellung vor sich hinstellend von sich ablöst. Der gesuchte, erfahrene und weitergebildete Gehalt soll an den Prozessen bewusst gemacht werden können, in denen der ideell-intuitive Gehalt durch den ausdruckswilligen Menschen zum frei strukturierten Gedanken ausgereift wird.

Das Gefühl, das ohne diesen Gehalt in unbestimmte Ferne hinschweift, kommt in ihm zur Ruhe, ist er doch für dieses ein durchaus offener. Es versenkt sich in ihm und wird nicht (wie bei der intellektuell-unbelebten Vorstellung) ins unbestimmt Dunkle des persönlich Unverbindlichen zurückgebannt. Vielmehr vermag es sich an ihm zu durchlichten. – Und auch der Wille, innerhalb des Leibeslebens entfacht, findet sich in jenem Sinngehalt geborgen, denn er selbst ist es ja, der sich unablässig jenem anheimgeben muss, anheimgeben kann, da Gewissheit verleihende Einsicht nur dann menschliches Bewusstsein betritt, wenn ihm der Denkwille entgegengeht; nur in der Läuterung des Willens von unfreier Zwecksetzung verwirklicht sich jener Gehalt. Und nur dadurch, dass der Mensch dasjenige, was er als notwendig erkannt hat, zu seiner eigenen Aufgabe macht.

Wohl bezeichnen das Erkennen und das erkennende Handeln verschiedenartige Aktionsbereiche des Menschen, doch sind sie durch höheren Wechselbezug geeint. Dabei stellt die sich auf das Seelenleben erweiternde Beobachtung fest, dass die zusammenhangsstiftende, lebendige Idee sich jeder Zwangseinwirkung entäußert, wenn sie in das menschliche Denken aufgenommen wird. Denn die hierzu notwendige Hingabe des Denkwillens an das die Welt ordnend Geistige vollzieht sich außer in Freiheit nicht. Bei Willkür und Gewalt bleibt das gesetzmäßig Ordnende vom menschlichen Denken ausgeschlossen.

Der Egoist wie der Tyrann fliehen beide die Sphäre des sich selbst bestimmenden Geistes und gedeihen allein in einem auf sie zwingend einwirkenden Schicksalsverlauf. Da wir Menschen somit zur Hingabe an das Wesentliche nicht gezwungen werden, können wir sie nur in Liebe zum sich selbst bestimmenden, umfassend in sich ruhenden Geist vollbringen. In ihrer Fortbildung zu Taten aus moralischen Intuitionen versöhnen sich Freiheit und Gesetzmäßigkeit.

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