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Die Verurteilung von Roman Boos 1944

Vier der Autoren von Briefen zur Verteidigung Steffens: Häusler, Locher, Maron und Schornstein, sollten zu den Unterzeichnern eines Antrages an die außerordentliche Generalversammlung am 5. März 1944 gehören, der Boos das Recht aberkennen wollte, im Namen der Anthroposophischen Gesellschaft zu sprechen und den Vorstand bat, ihm die Leitung der sozialwissenschaftlichen Vereinigung zu entziehen.

Romas Boos

Doch vor dieser Generalversammlung fand am 11. Februar die Verhandlung vor dem Dornacher Amtsgericht über die Klage von Boos gegen Steffen, Wachsmuth und Bleiker statt. Vor der Verhandlung schrieb Steffen einen Brief an Marie Steiner, in dem er noch einmal die Vorgeschichte der Klage aus seiner Sicht rekapitulierte und auf einen weiteren Vorwurf einging, der gegen ihn erhoben worden war. Der Anlass war eine Äußerung, die laut Jan Stuten bei einer Sitzung zur Vorbereitung der Sommertagung 1942 gefallen und von ihm zunächst mündlich verbreitet worden war, bevor er sie in seinem 1945 veröffentlichten Tatsachenbericht auch schriftlich dokumentierte. Unter anderem wurde bei dieser Sitzung auch über Marie Steiner gesprochen, die nicht anwesend war. Laut Stuten hatte Steffen geäußert: »Frau Dr. Steiner sollte ihre Kräfte schonen für die künstlerische Arbeit und ich hätte sie außer dieser Angelegenheit lassen wollen, damit ihre Arbeit nicht gestört wird und möchte sie nicht mit diesen Besprechungen belasten«. Daraus wurde, wie Steffen in seinem Brief schreibt, im Lauf der Weiterverbreitung: »Es geht das Gerede herum, ich hätte in dem ehemaligen Mitarbeiterkreis einmal gesagt: Ich wünschte Ihnen, sehr geehrte Frau Dr. Steiner, einen friedlichen und fruchtbaren Lebensabend und deshalb sollten Sie sich aus dem Vorstand zurückziehen.

Das ist eine fürchterliche Entstellung eines Gesprächs, an das sich noch viele der damals Anwesenden erinnern können. [...] Ich sagte, dass ich die zu jener Zeit laufenden Gesellschaftsschwierigkeiten, die in Zusammenhang mit der Eymann-Ballmer-Geschichte standen, auf mich allein nehmen wollte, um Sie zu entlasten, damit Sie sich ungestört Ihrer Arbeit widmen könnten; denn ich war der durchaus berechtigten Ansicht, dass es sich hier um eine Angelegenheit der Anthroposophischen Gesellschaft in der Schweiz handelte und folglich des Generalsekretärs [also Steffens] und der Zweigvorsteher und Delegierten, und betonte dies ausdrücklich bei jener Sitzung. [...]

Dass Sie aus dem Vorstand austreten sollten, habe ich selbstverständlich niemals gesagt.

Hier ist wiederum ein Fall, wo man sieht, wie die Motive meiner Handlungsweise ins Böse und Hässliche, ja ich muss sagen, ins Ruchlose verkehrt werden. Dem wollte ich die Wahrheit entgegenhalten«.

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