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Schwarzbuch Wikipedia

Mobbing, Diffamierung und Falschinformation in der Online-Enzyklopädie und was jetzt dagegen getan werden muss.

Begründer Jimmy Wales beteuert, das Onlinelexikon sei nahezu immun gegen Fake News. Schaut man genauer hin, zeigt sich: Von der einst guten Idee ist nach rund 20 Jahren nicht viel übriggeblieben. In der deutschsprachigen Wikipedia jedenfalls haben sich Sachfehler und Desinformation sowie Mobbing und Vandalismus ausgebreitet, Personen, Parteien und Unternehmen werden gezielt diffamiert – ein Spiegel der zunehmenden Radikalisierung unserer Internetkultur.

Die vorliegende Dokumentation enthält Texte und Interviews von und mit Experten sowie Geschädigten aus Politik, Wissenschaft und Kultur. Sorgfältig belegte Fallbeispiele, Gerichtsreportagen und bizarre Stilblüten runden das Bild ab. Das Buch zeigt aber auch Lösungswege aus dem Dilemma auf.

364 S., Euro 19,90.

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Ein Jahr technologischer Desaster

Das Jahr 1986 sollte ein Jahr technologischer Desaster und politischer Attentate werden. Zunächst aber eröffnete es Michail Gorbatschow mit einem Paukenschlag: er schlug Mitte Januar den westlichen Atommächten vor, bis zum Jahr 2000 alle Kernwaffen abzurüsten. Und auf dem 27. Parteitag der KPdSU, der am 25. Februar begann, hielt er seine berühmte Glasnost- und Perestroika-Rede, die einen gesellschaftlichen Wandel in der Sowjetunion und damit auch der bipolaren Weltordnung in Aussicht stellte.

Geisterstadt Pripyat

Geisterstadt Pripyat. Foto: Justin Stahlmann. CCBY20 wikipedia

Für manche Despoten brachte das Jahr das Ende ihrer Herrschaft. So wurde am selben Tag, an dem der KPdSU-Parteitag begann, Ferdinand Marcos, der die Philippinen 21 Jahre lang regiert hatte, gestürzt und zur Flucht ins Ausland gezwungen. Marcos, dessen Regime 1965 hoffnungsvoll mit einer prosperierenden Wirtschaft begonnen hatte, sah sich im Lauf seiner Regierungszeit immer mehr von marxistisch-maoistischen Guerillas und in kleinerem Ausmaß auch von muslimischen Separatisten bedrängt, die das Land mit Terror überzogen. Teilweise wurden die Bombenattentate aber auch von Regierungsseite inszeniert. Ein – wie der Betroffene später selbst zugab – fingierter Anschlag auf den Verteidigungsminister Juan Ponce Enrile gab 1972 Anlass zur Einführung des Kriegsrechts, das bis 1981 andauerte. In dieser Zeit verwandelte sich der Staat zunehmend in ein kleptokratisches Regime, das Verwandte und bedingungslose Gefolgsleute von Marcos begünstigte. 1983 wurde der prominente Marcos-Kritiker Benigno Aquino von Verschwörern aus Militärkreisen auf dem Flughafen von Manila erschossen. Um seine Witwe, Corazon Aquino, sammelte sich eine Oppositionsbewegung, die aus vorgezogenen – manipulierten – Neuwahlen 1985 zwar nicht als Siegerin hervorging, jedoch von einer breiten Volksbewegung, unter anderem auch von der Katholischen Kirche, unterstützt wurde. Die Protestbewegung führte schließlich zum Sturz von Marcos. Seine Nachfolge trat Corazon Aquino an.

Bereits am 7. Februar war auf Druck der amerikanischen Regierung ein anderer Despot abgesetzt worden, der mit 19 Jahren als Nachfolger seines Vaters 1971 inthronisierte Jean-Claude Duvalier, genannt Baby Doc. Baby Doc, der ein ebenso nepotisch-kleptokratisches System wie Marcos unterhielt, stützte sich nach dem Vorbild seines Vater auf die Tonton Macoutes, deren Spezialität darin bestand, Oppositionellen mit Buschmessern den Kopf vom Rumpf zu trennen. Die Miliz, die ein Voodoo-Image von Untoten pflegte, terrorisierte die haitianische Bevölkerung durch Verschleppungen, exzessive Gewalt und Folter. Duvalier begab sich nach seiner Absetzung zusammen mit seiner Frau ins französische Exil, wo er Dank eines vorsorglich ins Ausland transferierten Vermögens unter anderem in einem Schloss in Saus und Braus lebte. Über die Herausgabe von Teilen seines 300 bis 800 Millionen US-Dollar umfassenden zusammengestohlenen Reichtums, die auf Schweizer Bankkonten lagerten, wurde noch im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts gestritten. Duvalier kehrte 2011 nach Haiti zurück und starb 2014 an einem Herzinfarkt. Er wurde nie für seine Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt.

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