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Selbsterkenntnis in der Geschichte

Das Werk »Selbsterkenntnis in der Geschichte. Anthroposophische Gesellschaft und Bewegung im 20. Jahrhundert« bietet ein Jahrhundert Anthroposophie in verdichteter Form. Erschienen ist inzwischen der erste Band. Worum es geht, beschreibt die Einleitung, von der hier ein Auszug folgt.

Die vorliegende Studie unternimmt den Versuch, eines der aufregendsten spirituellen Experimente des 20. Jahrhunderts aus der Perspektive eines teilnehmenden und zugleich kritischen Beobachters im Kontext der zeitgenössischen Geschichte nachzuzeichnen und zu interpretieren. Der Standpunkt des Verfassers dieses Versuchs befindet sich aufgrund der von ihm angewandten Forschungsmethode, die nicht nur ihren Gegenstand, sondern auch die Hervorbringung ihres Gegenstandes beobachtet, zugleich innerhalb und außerhalb dieses Experiments.

Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt nicht auf Institutionen oder Organisationen, sondern auf den Debatten, die über das Selbstverständnis der Anthroposophen geführt wurden. Gesellschaft und Bewegung sind in hohem Grade selbstreflexiv; die permanente Diskussion über die anthroposophische Identität gehört damit zum Kern der Geschichte beider. Der anthroposophische Identitätsdiskurs durchdringt alle Arbeitsfelder und sozialen Netze, die sich auf die eine oder andere Art dem gemeinsamen Ursprung verbunden fühlen, auf den sie sich beziehen. Eine Geschichte der anthroposophischen Gesellschaft und Bewegung muss daher als Geschichte ihrer Diskurse über das eigene Selbstverständnis geschrieben werden. Dass es sich bei einer solchen Diskursgeschichte um eine spezifisch anthroposophische Form von Historiographie handelt, ergibt sich auch aus einem weiteren Gesichtspunkt.

Das Buch kann hier erworben werden. Oder in jeder Buchhandlung



Freiheit – im Gehirn versenkt?

Seit bald einem Jahrzehnt setzen sich die Wittener Kolloquien für Humanismus, Medizin und Philosophie mit virulenten Fragen im Grenzgebiet zwischen Natur- und Geisteswissenschaften auseinander. Die Beiträge werden regelmäßig in Diskussionsbänden veröffentlicht. Aufgegriffen wurden bisher das Menschenbild in der Medizin, die Frage nach dem Geist und der Individualität, der Unterschied zwischen Mensch und Tier, die Bedeutung der Sinne im Zeitalter der Digitalisierung sowie der Begriff des Lebens.

Der neueste Band, der die Beiträge des Kolloquiums 2018 enthält, schürft nach der menschlichen Freiheit in den Gehirnbahnen und den Untiefen der Gesellschaft. Freiheit – im Gehirn versenkt? könnte man ihn auch überschreiben. Neurowissenschaftler huldigen nach wie vor jenem von Popper akzentuierten Schuldscheinmaterialismus, der fortlaufend Wechsel auf die letzte Erklärung für emergente Realitäten wie den Geist oder den freien Willen ausgibt, mit dem Versprechen, sie durch künftige Forschung zu decken, oder gar mit der Beteuerung, sie seien durch die bisherige bereits ausreichend besichert.

So heißt es zum Beispiel: »Verschaltungen im Gehirn legen uns fest: Wir sollten aufhören, von Freiheit zu sprechen«. Verbreitet ist die Redeweise, die an die Stelle des menschlichen Subjekts ein Objekt setzt, dem von ebenjenem Subjekt selbstvergessen die Funktion zugeschrieben wird, die es selbst ausübt. Erst muss das Subjekt freiwillig abdanken und sich für unzuständig erklären – natürlich, ohne dies zu realisieren –, um sagen zu können: »Mein Gehirn denkt, mein Gehirn stellt sich vor, mein Gehirn will.« Das Bewusstsein – und damit auch unser Denken mitsamt seinen hochkomplexen Operationen– wird von diesem vergötzten Organ erzeugt, die Freiheit muss demnach als die »Illusion« demaskiert werden, die sie ist.

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