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Schwarzbuch Wikipedia

Mobbing, Diffamierung und Falschinformation in der Online-Enzyklopädie und was jetzt dagegen getan werden muss.

Begründer Jimmy Wales beteuert, das Onlinelexikon sei nahezu immun gegen Fake News. Schaut man genauer hin, zeigt sich: Von der einst guten Idee ist nach rund 20 Jahren nicht viel übriggeblieben. In der deutschsprachigen Wikipedia jedenfalls haben sich Sachfehler und Desinformation sowie Mobbing und Vandalismus ausgebreitet, Personen, Parteien und Unternehmen werden gezielt diffamiert – ein Spiegel der zunehmenden Radikalisierung unserer Internetkultur.

Die vorliegende Dokumentation enthält Texte und Interviews von und mit Experten sowie Geschädigten aus Politik, Wissenschaft und Kultur. Sorgfältig belegte Fallbeispiele, Gerichtsreportagen und bizarre Stilblüten runden das Bild ab. Das Buch zeigt aber auch Lösungswege aus dem Dilemma auf.

364 S., Euro 19,90.

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Gefährdete Freiheit an Universitäten und Hochschulen?

Die freie Rede und die ihr zugrunde liegende Freiheit der Urteilsbildung dürften zu den wichtigsten Werten gehören, denen akademische Institutionen verpflichtet sind. Zumindest spielten sie im Selbstverständnis der Universität und der Geschichte der Wissenschaften bislang eine herausragende Rolle.

Verbietet uns endlich

Die freie Urteilsbildung – d.h., die nicht durch Staat oder Kirche oder andere gesellschaftliche Instanzen behinderte Forschung –und der Austausch über die gewonnenen Erkenntnisse mit anderen, die dem gleichen Ideal verpflichtet sind, bilden die Hefe des Erkenntnisfortschritts.

Ihnen werden im Betrieb der Wissenschaft eine Reihe von Funktionen zugeschrieben: die freie Rede ermöglicht die Korrektur von Fehlern und eine elegante Lösung von Konflikten. Im Streit der Argumente und Beweisführungen werden schlechte Ideen durch bessere verdrängt (meist jedenfalls), da der Austausch über sie öffentlich stattfindet, jeder sie überprüfen und Einwände vorbringen kann. Die freie Rede erfüllt außerdem eine zivilisierende Funktion, da wir uns nicht mehr gegenseitig die Köpfe einschlagen müssen, sondern das Faustgefecht durch das Wortgefecht ersetzen können.

In welchem Verhältnis die Universität, überhaupt das Bildungssystem einer Gesellschaft zu Staat und Wirtschaft steht, die sie beaufsichtigen bzw. finanzieren, ist eine andere Frage, die allerdings mitbedacht werden muss, wenn man über »akademische Freiheit« redet. Wenn Universitäten »staatlich« – also Ministerien unterstellt – sind, liegt das auf der Hand. »Bildungspolitik« ist Parteipolitik, die Kultusbürokratien geben bis in die Grundschulen die Marschrichtung vor.

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