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Geschichte der Anthroposophie – 1977 | Die Weihnachtstagung kann gerufen werden, so dass sie da ist

Anthroposophen sahen in den revolutionären Umtrieben der jungen Generation vor allem eines: die Sehnsucht nach dem Geist. Dabei konnten sie sich auf den Gründer der Bewegung stützen, der selbst solche Umtriebe als Symptome fehlgeleiteter Spiritualität gedeutet hatte. Als Beispiel sei hier an vielzitierte Ausführungen aus einem Vortrag vom 11. September 1920 erinnert.

Gisela Reuther, 1924-2013

Hier ist im Zusammenhang mit Exkursen über Leninismus, Trotzkismus und soziale Dreigliederung auch von der intellektualistischen Erziehung die Rede, die verhindert, dass die kosmischen Imaginationen, die der Mensch vor seiner Geburt erlebt, durch seine Phantasie zur Entfaltung gebracht werden können: »Und jetzt beginnt – und darinnen liegt vielfach der Grund für das Stürmische  unserer Zeit –, jetzt beginnt die Zeit, in welcher die Seelen aus der geistigen Welt, indem sie durch die Empfängnis und die Geburt zum irdischen Leben heruntersteigen, sich Bilder mitbringen. Bilder, wenn sie mitgebracht werden aus dem geistigen Leben in dieses physische Leben herein, müssen unter allen Umständen, wenn Heil für den Menschen und für sein soziales Leben entstehen soll, unbedingt sich mit dem astralischen Leib verbinden, während sich das Bildlose nur verbindet mit dem Ich.  […] Was da tief drinnen sitzt in der Kinderseele, das sind die in der geistigen Welt empfangenen Imaginationen. Die wollen herauf. Und wenn der Lehrer oder der Erzieher sich richtig zum Kinde verhält, bringt er ihm Bilder entgegen«. Durch die intellektualistische Erziehung hingegen geschieht das Gegenteil: »Man bringt das Unbildliche an das Kind heran; […] was ist die Folge? Verloren gehen diese Kräfte nicht; sie breiten sich aus, sie gewinnen Dasein, sie treten doch in die Gedanken, in die Gefühle, in die Willensimpulse hinein. Und was entstehen daraus für Menschen? Rebellen, Revolutionäre, unzufriedene Menschen, Menschen, die nicht  wissen, was sie wollen, weil sie etwas wollen, was man nicht wissen kann, weil sie etwas wollen, was mit keinem möglichen sozialen Organismus vereinbar ist […]

Wenn heute die Welt revoltiert, da ist es der Himmel, der revoltiert, das heißt der Himmel, der zurückgehalten wird in den Seelen der Menschen, und der dann nicht in seiner eigenen Gestalt, sondern in seinem Gegenteile zum Vorschein kommt, der in Kampf und Blut zum Vorschein kommt, statt in Imaginationen. Es ist daher gar kein Wunder, wenn jene Menschen, die sich an solchem Zerstörungswerk der sozialen Ordnung beteiligen, eigentlich das Gefühl haben, sie tun etwas Gutes. Denn was spüren sie in sich? Den Himmel spüren sie in sich; er nimmt aber nur karikaturhafte Gestalt an in ihrer Seele. So ernst sind die Wahrheiten, die wir heute einsehen sollen«.

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