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Selbsterkenntnis in der Geschichte

Das Werk »Selbsterkenntnis in der Geschichte. Anthroposophische Gesellschaft und Bewegung im 20. Jahrhundert« bietet ein Jahrhundert Anthroposophie in verdichteter Form. Erschienen ist inzwischen der erste Band. Worum es geht, beschreibt die Einleitung, von der hier ein Auszug folgt.

Die vorliegende Studie unternimmt den Versuch, eines der aufregendsten spirituellen Experimente des 20. Jahrhunderts aus der Perspektive eines teilnehmenden und zugleich kritischen Beobachters im Kontext der zeitgenössischen Geschichte nachzuzeichnen und zu interpretieren. Der Standpunkt des Verfassers dieses Versuchs befindet sich aufgrund der von ihm angewandten Forschungsmethode, die nicht nur ihren Gegenstand, sondern auch die Hervorbringung ihres Gegenstandes beobachtet, zugleich innerhalb und außerhalb dieses Experiments.

Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt nicht auf Institutionen oder Organisationen, sondern auf den Debatten, die über das Selbstverständnis der Anthroposophen geführt wurden. Gesellschaft und Bewegung sind in hohem Grade selbstreflexiv; die permanente Diskussion über die anthroposophische Identität gehört damit zum Kern der Geschichte beider. Der anthroposophische Identitätsdiskurs durchdringt alle Arbeitsfelder und sozialen Netze, die sich auf die eine oder andere Art dem gemeinsamen Ursprung verbunden fühlen, auf den sie sich beziehen. Eine Geschichte der anthroposophischen Gesellschaft und Bewegung muss daher als Geschichte ihrer Diskurse über das eigene Selbstverständnis geschrieben werden. Dass es sich bei einer solchen Diskursgeschichte um eine spezifisch anthroposophische Form von Historiographie handelt, ergibt sich auch aus einem weiteren Gesichtspunkt.

Das Buch kann hier erworben werden. Oder in jeder Buchhandlung



Innen und Außen. Zur »Corona-Krise«. Eine Momentaufnahme

Innen und Außen. Leere Betten, leere Schulen, leere Straßen. Corona-Krise. Wo gehen wir hin?

Murnauer Moos. Blick auf Ester- und Ammergebirge © 2020. Lorenzo Ravagli

Murnauer Moos. Blick auf Ester- und Ammergebirge © 2020. Lorenzo Ravagli

In unserer Zeit ist der Autoritätsglaube ungeheuer gewachsen, ungeheuer intensiv geworden, und unter seinem Einfluss entwickelt sich eine gewisse Hilflosigkeit der Menschen in Bezug auf das Urteilen. (…) Auf dem Gebiet der Medizin, auf dem Gebiet der Jurisprudenz, aber auch auf allen sonstigen Gebieten erklären sich die Menschen von vorneherein für unzuständig, ein Verständnis zu erwerben, und nehmen dasjenige nun, was die Wissenschaft sagt, hin.

aus: Rudolf Steiner, Vortrag vom 10. Oktober 1916 in Zürich, GA 168 – Die Verbindung zwischen Lebenden und Toten)

… schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig sind!
Seid misstrauisch gegen ihre Macht, die sie vorgeben für euch erwerben zu müssen!
Wacht darüber, dass eure Herzen nicht leer sind, wenn mit der Leere eurer Herzen gerechnet wird!
Tut das Unnütze, singt die Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet!
Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt!

aus: Günter Eich, »Träume«, 1953

Gastbeitrag von Andreas Laudert

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Leere Betten oder Was ist wirklich?

Mitte bis Ende März machte ich einen Test. Nicht systematisch, mit ausgefeilter Statistik, sondern mehr beiläufig, und dennoch aber stetig. Ich fragte, wenn es sich ergab, Nachbarn oder Kollegen, die ich beim Einkauf traf, nach Corona-Vorfällen in ihrem Bekanntenkreis. Ich fragte ebenso aus Anteilnahme wie aus »Forschungsinteresse«. Kaum jemand wusste von gravierenden Fällen zu berichten. Zwar kam es vor, dass jemand milde Symptome zeigte, positiv getestet worden war oder sich in Quarantäne aufhielt. Solche Fälle flossen von Anfang an, wenn ich es als Laie richtig verstand, in die in den Abendnachrichten unentwegt aktualisierte Zahl der Infizierten ein. Aber Infizierte waren – zumindest ergab dies ein schlichter Abgleich an der Wirklichkeit des eigenen Umfelds – nicht automatisch auch Erkrankte, und Erkrankte waren nicht automatisch Behandlungsbedürftige.

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