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Schwarzbuch Wikipedia

Mobbing, Diffamierung und Falschinformation in der Online-Enzyklopädie und was jetzt dagegen getan werden muss.

Begründer Jimmy Wales beteuert, das Onlinelexikon sei nahezu immun gegen Fake News. Schaut man genauer hin, zeigt sich: Von der einst guten Idee ist nach rund 20 Jahren nicht viel übriggeblieben. In der deutschsprachigen Wikipedia jedenfalls haben sich Sachfehler und Desinformation sowie Mobbing und Vandalismus ausgebreitet, Personen, Parteien und Unternehmen werden gezielt diffamiert – ein Spiegel der zunehmenden Radikalisierung unserer Internetkultur.

Die vorliegende Dokumentation enthält Texte und Interviews von und mit Experten sowie Geschädigten aus Politik, Wissenschaft und Kultur. Sorgfältig belegte Fallbeispiele, Gerichtsreportagen und bizarre Stilblüten runden das Bild ab. Das Buch zeigt aber auch Lösungswege aus dem Dilemma auf.

364 S., Euro 19,90.

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Konstruktive Hermeneutik – Hinweis auf eine bemerkenswerte Studie

Buchbesprechung von Salvatore Lavecchia, Udine (IT) / Würzburg.

Lorenzo Ravaglis umfangreiche Studie vertieft mit Akribie und in konstruktiver hermeneutischer Haltung die durchaus komplexeste Dimension im Werk Rudolf Steiners. Mit dem ihm gewohnten interpretatorischen Mut hat sich der Autor nämlich zugetraut, ausgehend von seiner profunden Kenntnis der Quellen, den Weg nachempfinden zu lassen, der Steiner zu einer immer tieferen Wahrnehmung der Wirklichkeit und Wirksamkeit des Christus führte.

Dieser Weg, dessen genaue Beschreibung den Rahmen einer Besprechung sprengt, wird anhand einer beeindruckenden Fülle von Materialien in allen seinen Etappen bis zur Schwelle des 1. Weltkriegs charakterisiert. Sein Anfang ist die philosophische Gnosis der frühen Schriften Steiners, die, in produktiver Kontinuität mit dem Geist von Goethe und vom Deutschen Idealismus, zu einer spirituellen und zugleich fruchtbar weltzugewandten Ich-Erfahrung führt; seine Kulminierung ist die – gleichsam als generative Umstülpung jener Gnosis zu verstehende – Wahrnehmung der weiten makrokosmischen Horizonte, in denen Christus sich als «Person» der jenseits der Hierarchien überragenden Trinität manifestiert. Diese Kulminierung im trinitarischen Horizont wird dadurch hervorgehoben, dass der letzte Teil dieser Studie einer Vertiefung der Trinität in Steiners Werk gewidmet ist (S. 481–558).

Die Produktivität der Arbeit, die Ravagli leistet, liegt darin, dass er auch in dieser Studie die Punkte der Diskontinuität in Steiners Werk nicht als Anlass zu einer steril dekonstruktiven Haltung wahrnimmt. Er versteht diese Punkte als Schwellen, das heißt – es sei eine mathematisch geprägte Formulierung erlaubt – als Ort des Übergangs zu einem Limes, ausgehend von dem der bis zu jenem Ort führende Weg nicht allen Sinn verliert – wobei das Frühere und das Spätere in einem unfruchtbaren Widerspruch gegeneinander stehen würden –, sondern einen bis dahin noch nicht manifesten, tieferen Sinn offenbart. Eine gesunde Mitte zwischen naiver, einseitig devotionaler Verwischung aller Diskontinuität und überheblicher, abstrakter Vernichtung allen tieferen Sinns wird so erreicht. Ausgehend von dieser hermeneutischen Mitte begleitet uns der Autor, durchgehend und präzis aus Steiners Werk referierend, durch einen Weg der progressiven Entfaltung und Enthüllung, in der die Wirklichkeit des Christus in jeder Etappe eine neue Dimension manifestiert, ohne dass die vorherigen Dimensionen jegliche Bedeutung einbüßen würden.

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