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Selbsterkenntnis in der Geschichte

Das Werk »Selbsterkenntnis in der Geschichte. Anthroposophische Gesellschaft und Bewegung im 20. Jahrhundert« bietet ein Jahrhundert Anthroposophie in verdichteter Form. Erschienen ist inzwischen der erste Band. Worum es geht, beschreibt die Einleitung, von der hier ein Auszug folgt.

Die vorliegende Studie unternimmt den Versuch, eines der aufregendsten spirituellen Experimente des 20. Jahrhunderts aus der Perspektive eines teilnehmenden und zugleich kritischen Beobachters im Kontext der zeitgenössischen Geschichte nachzuzeichnen und zu interpretieren. Der Standpunkt des Verfassers dieses Versuchs befindet sich aufgrund der von ihm angewandten Forschungsmethode, die nicht nur ihren Gegenstand, sondern auch die Hervorbringung ihres Gegenstandes beobachtet, zugleich innerhalb und außerhalb dieses Experiments.

Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt nicht auf Institutionen oder Organisationen, sondern auf den Debatten, die über das Selbstverständnis der Anthroposophen geführt wurden. Gesellschaft und Bewegung sind in hohem Grade selbstreflexiv; die permanente Diskussion über die anthroposophische Identität gehört damit zum Kern der Geschichte beider. Der anthroposophische Identitätsdiskurs durchdringt alle Arbeitsfelder und sozialen Netze, die sich auf die eine oder andere Art dem gemeinsamen Ursprung verbunden fühlen, auf den sie sich beziehen. Eine Geschichte der anthroposophischen Gesellschaft und Bewegung muss daher als Geschichte ihrer Diskurse über das eigene Selbstverständnis geschrieben werden. Dass es sich bei einer solchen Diskursgeschichte um eine spezifisch anthroposophische Form von Historiographie handelt, ergibt sich auch aus einem weiteren Gesichtspunkt.

Das Buch kann hier erworben werden. Oder in jeder Buchhandlung



Moral als Falle – die Paradoxien des identitären Diskurses von links

Bernd Stegemanns neues Buch, Die Moralfalle, nimmt seinen Ausgang von der Analyse paradoxer Kommunikation. Seine Analyse ist kritisch und richtet sich an Leser, die sich als »Linke« verstehen, ist aber für Nichtlinke nicht weniger interessant.

Eine salvatorische Klausel darf angesichts des Wagnisses nicht fehlen. »Auch wenn manche Passagen sehr hart mit linken Denkweisen und Argumentationen ins Gericht gehen«, schreibt er, »richtet sich diese Kritik nie gegen das Projekt einer sozialen und offenen Gesellschaft, sondern versucht es zu stärken, indem mögliche Fehlentwicklungen bei seiner kommunikativen Durchsetzung und Verteidigung analysiert werden«. Lassen wir uns, wie bei der vorherigen Besprechung, interpretierend auf einige seiner Gedankengänge ein.

Für die paradoxe Kommunikation steht die Fabel vom Hasen und vom Igel. Diese verabreden einen Wettlauf. Der schlaue Igel positioniert jedoch seine Frau ans eine Ende der Rennbahn, sich selbst an das andere. Kommt der Hase am Ziel an, befindet sich dort immer schon ein Igel und das tragische Ende ist der Tod des Hasen, der sich vergeblich abhetzt.

Die Verdoppelung des Igels steht für die Verdoppelung einer rhetorischen Position, die es erlaubt, zwei sich widersprechende Standpunkte zugleich einzunehmen. Ein Dritter, der einen der beiden Standpunkte zu widerlegen versucht, wird sogleich mit der gegenteiligen Position konfrontiert und seine Argumentation läuft ins Leere. Diese politische Strategie ist Lesern Rudolf Steiners vertraut. 1916 erläuterte er in Ausführungen über das fiktive Testament Peters des Großen die historische Dialektik, an der sich das Handeln mancher politischer Eliten schon damals orientierte: »Nun handelt es sich, wenn man durch so etwas wirken will, immer darum, dass man nicht bloß eine Strömung erregt, sondern dass man die eine Strömung immer durchkreuzt mit einer andern, so dass sich diese beiden Strömungen in irgendeiner Weise gegenseitig beeinflussen.

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