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Projektive Ausstülpungen. Karma und Freiheit. Schulungswege – Zu Band 6 der SKA – #4

Das vierte Unterkapitel der Einleitung zum sechsten Band der kritischen Steiner-Ausgabe befasst sich wie erwähnt mit der »Genese« des Werkes Theosophie. Leitfrage ist die Beziehung zwischen letzterer und der Philosophie der Freiheit bzw. dem philosophischen Werk Steiners. Die Detailstudie dient der Überprüfung der Behauptung Steiners, sein philosophisches Hauptwerk und das Hauptwerk seiner theosophischen Phase strebten »in verschiedener Art … nach dem gleichen Ziele«, »für das Verständnis des einen« sei »das andere durchaus nicht notwendig, wenn auch für manchen gewiss förderlich« (Vorrede zur dritten Auflage der Theosophie 1910).

Der erste Teil dieser Untersuchung blickt aus der Perspektive des philosophischen Werkes auf das theosophische. Finden sich die Hauptthemen der Philosophie der Freiheit in der Theosophie und wenn ja, in welcher Form? Der zweite Teil kehrt die Blickrichtung um und frägt danach, ob die Hauptthemen der Theosophie bereits in der Philosophie der Freiheit angesprochen oder zumindest angedeutet werden.

Die Auseinandersetzungen der Philosophie der Freiheit kreisen um drei Gegenstände: Erkenntnis, Freiheit und Wirklichkeit bzw. Gott, die cum grano salis den drei Hauptteilen des Buches zugeordnet werden können. Unterliegen die Ansichten Steiners über diese Gegenstände zwischen 1893 und 1904 Veränderungen oder nicht?

Die Auffassung von Erkenntnis, die 1893 als Synthese aus Wahrnehmung und Begriff (Erfahrung und Intuition) charakterisiert wird, und als solche die Dualität der gegebenen Welt im Bewusstsein des erkannten Seins versöhnt, begegnet laut Clement auch in der Theosophie, im »Kontext der Dreiweltentheorie«. Hier fällt die einheitliche Wirklichkeit in drei Erlebnissphären auseinander: die »Sinneswelt«, die »Seelenwelt« und die »Geisteswelt«. Die Sinneswelt entspricht seiner Auffassung nach der »menschlichen Vorstellungswelt«, die in der Philosophie der Freiheitals Produkt der Erkenntnistätigkeit verstanden wird: Es handelt sich um jenen »Modus des Erlebens von Wirklichkeit, welcher dem sinnengebundenen Alltagsbewusstsein entspricht«. Die »Geisteswelt« hingegen entspreche dem Erleben der eigentümlichen Wesenheit des Denkens, dem 1893 die Aufgabe zufällt, Beziehungen zwischen den gegebenen und den hervorgebracht-gegebenen Weltinhalten zu stiften. Die theosophische »Seelenwelt« hingegen entspreche dem mittleren Bereich des Gefühls-, Wahrnehmungs- und Willenslebens von 1893.

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