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Schwarzbuch Wikipedia

Mobbing, Diffamierung und Falschinformation in der Online-Enzyklopädie und was jetzt dagegen getan werden muss.

Begründer Jimmy Wales beteuert, das Onlinelexikon sei nahezu immun gegen Fake News. Schaut man genauer hin, zeigt sich: Von der einst guten Idee ist nach rund 20 Jahren nicht viel übriggeblieben. In der deutschsprachigen Wikipedia jedenfalls haben sich Sachfehler und Desinformation sowie Mobbing und Vandalismus ausgebreitet, Personen, Parteien und Unternehmen werden gezielt diffamiert – ein Spiegel der zunehmenden Radikalisierung unserer Internetkultur.

Die vorliegende Dokumentation enthält Texte und Interviews von und mit Experten sowie Geschädigten aus Politik, Wissenschaft und Kultur. Sorgfältig belegte Fallbeispiele, Gerichtsreportagen und bizarre Stilblüten runden das Bild ab. Das Buch zeigt aber auch Lösungswege aus dem Dilemma auf.

364 S., Euro 19,90.

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Verschwörungstheorien breiten sich rasant aus

Hat sich der Staat in der Corona-Krise als einer der größten Fake-News-Produzenten erwiesen? Dies zumindest behauptet ein »Verschwörer« aus dem Bundesinnenministerium. Der Mitarbeiter des »Referats für Kritische Infrastrukturen« wurde inzwischen suspendiert. Derweil breiten sich Verschwörungstheorien auch anderswo rasant aus.

Verschöwungstheorien breiten sich aus

Münchner Corona-Demo, 9.05.2020

Wir leben in sonderbaren Zeiten. Bürger der Bundesrepublik holen sich beim Bundesverfassungsgericht ihr Recht auf Versammlungen unter freiem Himmel zurück, das ihnen durch die Corona-Maßnahmen der Exekutive entzogen worden ist. In hunderten deutschen Städten finden Protestveranstaltungen statt. Auf dem Stuttgarter Wasen versammelten sich am letzten Wochenende Schätzungen zufolge an die 30.000 Menschen. Nahezu gleichlautend berichten die Qualitätsmedien und der öffentlich-rechtliche Rundfunk über sie: Verschwörungstheoretiker, Impfgegner, Coronaleugner, Esoteriker, Aluhutträger, Wutbürger, Reichsbürger, Rechtsextreme – mitunter auch Linksextreme – fänden sich zusammen, heißt es, um – ja, um was zu tun? – zu protestieren! Die Kategorien der Diffamierung wachsen ebenso inflationär, wie die Zahl der Diffamierten. Was dem einen sein Verschwörungstheoretiker, ist dem anderen sein Verschwörer und umgekehrt. Die Berichterstatter der Qualitätsmedien wetteifern darum, wer die glänzendste Relotiade oder düsterste Orwelliade zu Papier zu bringen vermag. Auch die Verantwortungsträger in den Parteien und Verbänden sehen sich mittlerweile genötigt, vor einer gefährlichen Entwicklung zu warnen, die  gefährlicher werden könnte, als das apokalyptische Virus.

Auf den Versammlungen werden alle möglichen »kruden« Forderungen laut, zu einen scheint die Demonstranten jedoch der Wunsch, die Einschränkungen des Alltagslebens möchten endlich ein Ende finden und die von unserer Verfassung garantierten bürgerlichen Freiheiten von den Verwaltern der politischen Macht wieder »gewährt« werden.

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