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Geschichte der Anthroposophie | 1933 - Das Jahr der Machtergreifung

Im Jahr der Machtergreifung (Hitler war am 30. Januar zum Reichskanzler ernannt worden), dem Todesjahr Annie Besants und G.R.S. Meads, blieb es merkwürdig still an der anthroposophischen Heimatfront.

Dafür begannen die nationalsozialistischen Gegner der Anthroposophie aus allen Rohren zu schießen. Bereits am 1. Februar startete das Abendblatt der »Berliner Zeitung« eine 14teilige Artikelserie gegen Rudolf Steiner. Mathilde Ludendorff machte sich auf eine Vortragsreise und am 3. Februar feierte das Theaterstück »Die Marneschlacht« von Paul Joseph Cremers in Berlin Premiere. Sie alle trugen Verleumdungen bezüglich einer Einwirkung Steiners auf den Chef des Generalstabs während des I. Weltkriegs, Helmuth von Moltke, zu Markte.

Deutschlands Niederlage war nach diesen paranoiden Verschwörungstheoretikern das Werk des »Theosophen, Juden, Freimaurers und Kommunisten Rudolf Steiner«. Im Mai veröffentlichte ein NS-Propagandabüro in Berlin eine Broschüre mit dem Titel »Das Wunder der Marneschlacht«, in der man lesen konnte: Das Werk der Theosophin Annie Besant »vollendete der Halbjude Rudolf Steiner, der Agent des Großorients, zur Reifmachung des deutschen Volkes für den vernichtenden Schlag, der, wenn die Zeit gekommen, gegen das Kaiserreich geführt werden sollte. Rudolf Steiner fand Eingang bei den maßgebenden militärischen und politischen Kreisen in Deutschland und brachte es fertig, … selbst die wichtigsten militärischen Operationen im Weltkriege zu beeinflussen und mit dem Verlust der Marneschlacht den Untergang des alten Reiches im Auftrage der französischen Großorients und in letzter Linie im Interesse der Weltherrschaft Judas herbeizuführen.«

Kein Wort an diesen Sätzen war wahr. Der (anonyme) Verfasser der Broschüre, ein rachsüchtiges Mitglied der dänischen Linie der Familie Moltke, zog im Auftrag des Tannenbergbundes und unterstützt von Ludendorffs »Volkswarte«, mit diesem Thema als Vortragender durch die Lande. Steiner habe, so behauptete er, auf »okkultem Wege« bei Moltke eine Geisteskrankheit hervorgerufen, womit er sich den Behauptungen Mathilde Ludendorffs, die von einem durch »Okkultlehren induzierten Irresein« gesprochen hatte und Gregor Schwarz-Bostunitschs anschloss, der in seinem Pamphlet »Rudolf Steiner – ein Schwindler wie keiner« unter anderem behauptet hatte, Steiner habe seine erste Frau »astralisch stranguliert«. Der Vorstand der deutschen Landesgesellschaft veröffentlichte am 5. April eine Entgegnung, um diesen Verleumdungen entgegenzutreten, die in einer Lokalzeitung erschien und die Unterschriften ehemaliger Frontoffiziere trug, die alle Mitglieder der Gesellschaft waren. Außerdem richtete er eine zentrale Pressestelle zur Verteidigung Rudolf Steiners bei der Redaktion der Zeitschrift »Anthroposophie« ein und versandte an die deutschen Zweige und Arbeitsgruppen Informationsmaterialien.

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