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Kosmogonie und Theogonie in der »Geheimwissenschaft« 1909/10 (22)

Wie wird die Christuswesenheit in der Geheimwissenschaft im Umriss dargestellt? Das erste Mal taucht der Ausdruck »Christus« in Ausführungen über weit zurückliegende Zeiträume der Erdentwicklung auf. Sie sind nur zu verstehen, wenn man sich die Kosmogonie und Theogonie vergegenwärtigt, die in diesem Werk in epischer Breite entfaltet wird.

Der Saturn ist der Mensch. Steiner 1924

Der heutigen Erde gingen kosmische Entwicklungsstufen voran, die als alter Saturn, alte Sonne und alter Mond bezeichnet werden. Die Vorstellung planetarischer Metamorphosen ist bereits aus früheren Darstellungen bekannt, nicht jedoch das abundante Netz geistiger Lebensbeziehungen, das von der Hierarchienwelt um den sich metamorphosierenden Himmelskörper gewoben wird, der zum Wohnort des Menschen bestimmt ist. Ziel der gesamten kosmogonischen »Erzählungen« der Geheimwissenschaft ist, zu erklären, wie die sichtbare Welt, die uns heute umgibt, aus dem Menschen entstanden ist und entsteht, genauer gesagt, aus der göttlichen Idee des Menschen, dem Schöpfungsplan, der von Ewigkeit her existiert und jedem Augenblick der empirischen Wirklichkeit vorausgeht.

Der Anfang der Welt liegt in »Absichten« und »Entschlüssen« eines sprachlich nicht mehr darstellbaren, gestaltlosen Urgrundes, der keiner Ursachen oder Anlässe bedarf. Dort, wo das Fragen nach den Gründen auf einen Grund stößt, der in sich selbst gründet, der keines anderen Grundes bedarf, um zu sein, wird das Fragen nach Gründen sinnlos. Ein solcher geistiger Urgrund wird von der Geheimwissenschaft vorausgesetzt. Aus ihm ergießt sich seine Selbstoffenbarung und in ihr nimmt das Gestaltlose und daher Unbeschreibliche Gestalt an. »Alles Fragen nach dem ›Woher‹«, so Steiner über die Anfänge des alten Saturn, muss bei diesem Urgrund – oder besser Ungrund – enden, »denn man ist auf ein Gebiet gekommen, wo die Wesen und Vorgänge nicht mehr durch das sich rechtfertigen, aus dem sie entstammen, sondern durch sich selbst«.

Der ersten Offenbarung des geistigen Urgrundes, die mit irgendetwas in der heutigen sinnlichen Welt – der Wärme nämlich – vergleichbar ist, gehen »Zustände« voraus, die nur übersinnlich wahrnehmbar sind: »geistig Wesenhaftes, das in sich selbst vollendet ist und keines äußeren Wesens bedarf, um seiner bewusst zu werden«, »rein geistiges Licht, das äußerlich Finsternis ist« und »rein seelische Wärme, die nicht äußerlich wahrnehmbar ist«. Das geistig Wesenhafte, das »reine Innenwesen« des ersten Zustandes, ist die Präsenz der »Geister des Willens« (Throne), das »rein geistige Licht« jene der Geister der Weisheit (Kyriotetes) und die »rein innere Wärme« jene der Geister der Bewegung (Dynamis).

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