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Vom »kosmogenetischen Grundgesetz« – Neues aus Provo – (2)

Clements 191 Seiten umfassende Einleitung zu Steiners kosmanthropogonischen Schriften ist zweigeteilt: der erste (allgemeine) Teil enthält den »Versuch« eines »neuartigen, kritisch-hermeneutischen Zugangs« zu diesen »Standardwerken anthroposophischer Literatur« (113 Seiten); der zweite eine »detaillierte Rekonstruktion der textuellen Entwicklungsgeschichte« der anthroposophischen Kosmogonie von 1883-1910 (78 Seiten).

Letzterer referiert ausführlich die theosophischen Versuche, diese anspruchsvolle Aufgabenstellung zu bewältigen (Sinnett, Blavatsky, Scott-Elliot), und bemüht sich, im Einzelnen nachzuzeichnen, »auf welche Vorstellungen Steiner sich in den verschiedenen Phasen seiner Theosophie-Rezeption konkret bezog, welche er adaptierte, ablehnte, umdeutete und wie er in bestimmten Konflikten zwischen konkurrierenden theosophischen Positionen Stellung bezog«.

Es ist unmöglich, auf diese umfangreiche Untersuchung in ihrer Gänze detailliert einzugehen, dies würde zu einer ebenso voluminösen Abhandlung führen und die Geduld der Leser unzumutbar strapazieren. Daher seien einige spektakuläre Glanzlichter aus dem ersten Teil der Einleitung herausgegriffen.

Wie stets bei Clement, enthält auch der vorliegende Text Grandioses neben Fragwürdigem, glänzende Aperçus neben bedauerlichen Fehlurteilen (aus meiner Sicht natürlich). Trotz aller in den vergangenen Jahren vorgetragenen Kritik hält der Interpret an einem seiner grundlegenden Theoreme fest – eine beeindruckende Konsequenz im Abschreiten eines Holzweges. Wir werden darauf zu sprechen kommen.

Zu Beginn seiner Abhandlung lässt Clement Fanfarentöne erklingen. Sein neuartiger, kritisch-hermeneutischer Zugang soll zeigen, »dass die spirituelle Kosmogonie Steiners bzw. die anthroposophische Esoterik insgesamt nicht, wie in der bisherigen kritischen Rezeption überwiegend angenommen, primär oder gar ausschließlich von der um 1902 einsetzenden Theosophie-Rezeption ihres Verfassers her verstanden werden können, sondern dass sie ganz wesentlich auch von Steiners Verwurzelung in der Philosophie des deutschen Idealismus und der monistischen Naturphilosophie Goethes und Haeckels her zu begreifen sind.« Die Anthroposophie erscheine daher – in Abgrenzung zu Zanders abwegiger These – »nicht länger als Ergebnis einer durch die Begegnung mit den Schriften« Blavatskys und Besants »bedingten ›Konversion‹ Steiners«, durch die er sich von seinen philosophischen Überzeugungen verabschiedet hätte, sondern vielmehr als organische Weiterbildung seines philosophischen Frühwerks, die sich »freilich [...] im Medium der Rezeption, Deutung und Umformung theosophischer Vorstellungen entfaltete« – und insofern sei Zanders These doch auch teilweise berechtigt.

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