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Die Weltentwicklung und der Mensch

Es hat sich durch die vorangegangenen Betrachtungen ergeben, daß die Wesenheit des Menschen aus den vier Gliedern sich aufbaut: Physischer Leib, Lebensleib, Astralleib und Ich-Träger. Das «Ich» arbeitet innerhalb der drei andern Glieder und wandelt diese um. Durch solche Umwandlung entstehen auf einer niedrigeren Stufe: Empfindungsseele, Verstandesseele und Bewußtseinsseele. Auf einer höheren Stufe des Menschendaseins bilden sich: Geistselbst, Lebensgeist und Geistesmensch. Diese Glieder der Menschennatur stehen nun in den mannigfaltigsten Verhältnissen zu dem ganzen Weltall. Und ihre Entwickelung hängt mit der Entwickelung dieses Weltalls zusammen. Durch die Betrachtung dieser Entwickelung gewinnt man einen Einblick in die tieferen Geheimnisse dieser menschlichen Wesenheit.

Es ist klar, daß des Menschen Leben nach den verschiedensten Richtungen hin Beziehungen hat zur Umgebung, zu dem Wohnplatz, auf dem er sich entwickelt. Nun ist schon die äußerliche Wissenschaft durch die ihr gegebenen Tatsachen zu der Ansicht gedrängt worden, daß die Erde selbst, dieser Wohnplatz des Menschen im umfassendsten Sinne, eine Entwickelung durchgemacht hat. Diese Wissenschaft weist auf Zustände im Erdendasein hin, innerhalb welcher ein Mensch in seiner gegenwärtigen Form auf unserem Planeten noch nicht existiert hat. Sie zeigt, wie die Menschheit von einfachen Kulturzuständen herauf sich langsam und allmählich zu den gegenwärtigen Verhältnissen entwickelt hat. Also auch diese Wissenschaft kommt zu der Meinung, daß ein Zusammenhang bestehe zwischen der Entwickelung des Menschen und derjenigen seines Himmelskörpers, der Erde. Die Geisteswissenschaft (1) verfolgt diesen Zusammenhang durch diejenige Erkenntnis, welche ihre Tatsachen aus der durch die geistigen Organe geschärften Wahrnehmung schöpft. Sie verfolgt den Menschen rückwärts in seinem Werdegange. Es zeigt sich ihr, daß das eigentliche innere geistige Wesen des Menschen durch eine Reihe von Leben auf dieser Erde geschritten ist. So aber kommt die Geistesforschung zu einem weit in der Vergangenheit zurückliegenden Zeitpunkte, in dem zum ersten Male dieses innere Menschenwesen in ein äußeres Leben in dem gegenwärtigen Sinne eingetreten ist. In dieser ersten irdischen Verkörperung war es, daß das «Ich» anfing, innerhalb der drei Leiber, Astralleib, Lebensleib, physischer Leib, sich zu betätigen. Und es nahm dann die Früchte dieser Arbeit mit in das folgende Leben hinüber.

Wenn man in der angedeuteten Art bis zu diesem Zeitpunkte in der Betrachtung rückwärts schreitet, so wird man gewahr, daß das «Ich» einen Erdenzustand vorfindet, innerhalb dessen die drei Leiber, physischer Leib, Lebensleib und Astralleib, schon entwickelt sind und schon einen gewissen Zusammenhang haben. Das «Ich» verbindet sich zum ersten Male mit der Wesenheit, welche aus diesen drei Leibern besteht. Es nimmt von jetzt ab dieses «Ich» an der Weiterentwickelung der drei Leiber teil. Vorher haben sich diese ohne ein solches Menschen-Ich bis zu der Stufe entwickelt, auf welcher sie dieses Ich damals angetroffen hat.

Die Geisteswissenschaft muß mit ihrer Forschung nun noch weiter zurückgehen, wenn sie die Fragen beantworten will: Wie sind die drei Leiber bis zu einer solchen Stufe der Entwickelung gelangt, auf der sie ein Ich» in sich aufnehmen konnten, und wie ist dieses Ich selbst geworden und zu der Fähigkeit gelangt, innerhalb dieser Leiber wirken zu können?

Die Beantwortung dieser Fragen ist nur möglich, wenn man das Werden des Erdenplaneten selbst im geisteswissenschaftlichen Sinne verfolgt. Durch solche Forschung gelangt man an einen Anfang dieses Erdenplaneten. Diejenige Betrachtungsart, welche nur auf die Tatsachen der physischen Sinne baut, kann nicht bis zu Schlußfolgerungen gelangen, die mit diesem Erdenanfang etwas zu tun haben. Eine gewisse Ansicht, die sich solcher Schlußfolgerungen bedient, kommt zu dem Ergebnis, daß alles Stoffliche der Erde sich aus einem Urnebel heraus gebildet habe. Es kann nicht die Aufgabe dieser Schrift sein, auf solche Vorstellungen näher einzugehen. Denn für die Geistesforschung handelt es sich darum, nicht bloß die materiellen Vorgänge der Erdentwickelung in Betracht zu ziehen, sondern vor allem die hinter dem Stofflichen liegenden geistigen Ursachen. Wenn man einen Menschen vor sich hat, der eine Hand hebt, so kann dieses Heben der Hand zu zweierlei Betrachtungsweisen anregen. Man kann den Mechanismus des Armes und des andern Organismus untersuchen und den Vorgang so beschreiben wollen, wie er sich rein physisch abspielt. Man kann aber auch den geistigen Blick auf dasjenige lenken, was in der Seele des Menschen vorgeht und was die seelische Veranlassung zum Heben der Hand bildet. In einer ähnlichen Art sieht der durch das geistige Wahrnehmen geschulte Forscher hinter allen Vorgängen der sinnlich-physischen Welt geistige Vorgänge. Für ihn sind alle Umwandlungen in dem Stofflichen des Erdenplaneten Offenbarungen geistiger Kräfte, die hinter dem Stofflichen liegen. Wenn aber solche geistige Beobachtung in dem Leben der Erde immer weiter zurückgeht, so kommt sie an einen Entwickelungspunkt, an dem alles Stoffliche erst anfängt zu sein. Es entwickelt sich dieses Stoffliche aus dem Geistigen heraus. Vorher ist nur Geistiges vorhanden. Man nimmt durch diese geistige Beobachtung das Geistige wahr und sieht, wie in weiterem Verfolg sich dieses Geistige zu dem Stofflichen teilweise gleichsam verdichtet. Man hat einen Vorgang vor sich, der sich - auf einer höheren Stufe - so abspielt, wie wenn man ein Gefäß mit Wasser betrachtet, in dem sich nach und nach durch kunstvoll geleitete Abkühlungen Eisklumpen herausbildeten. Wie man hier aus dem, was vorher durchaus Wasser war, das Eis sich heraus verdichten sieht, so kann man durch geistige Beobachtung verfolgen, wie sich aus einem vorangehenden durchaus Geistigen die stofflichen Dinge, Vorgänge und Wesenheiten gleichsam verdichten. - So hat sich der physische Erdenplanet herausentwickelt aus einem geistigen Weltwesen; und alles, was stofflich mit diesem Erdenplaneten verknüpft ist, hat sich aus solchem herausverdichtet, was mit ihm vorher geistig verbunden war. Man hat sich aber nicht vorzustellen, daß jemals alles Geistige sich in Stoffliches umwandelt; sondern man hat in dem letzteren immer nur umgewandelte Teile des ursprünglichen Geistigen vor sich. Dabei bleibt das Geistige auch während der stofflichen Entwickelungsperiode das eigentlich leitende und führende Prinzip.

Es ist einleuchtend, daß diejenige Vorstellungsart, welche sich nur an die sinnlich-physischen Vorgänge halten will - und an dasjenige, was der Verstand aus diesen Vorgängen erschließen kann - nichts auszusagen vermag über das in Rede stehende Geistige. Man nehme an, es könne ein Wesen geben, das nur solche Sinne hätte, die Eis wahrnehmen können, nicht aber den feineren Zustand des Wassers, aus dem sich das Eis durch Abkühlung abhebt. Für ein solches Wesen wäre das Wasser nicht vorhanden; und es wäre für dasselbe von dem Wasser erst dann etwas wahrzunehmen, wenn sich Teile desselben zu Eis umgebildet haben. So bleibt für einen Menschen das hinter den Erdenvorgängen liegende Geistige verborgen, wenn er nur das für die physischen Sinne Vorhandene gelten lassen will. Und wenn er von den physischen Tatsachen, die er gegenwärtig wahrnimmt, richtige Schlußfolgerungen sich bildet über frühere Zustände des Erdenplaneten, so kommt ein solcher Mensch eben nur bis zu jenem Entwickelungspunkte, in dem das vorangehende Geistige sich teilweise zu dem Stofflichen verdichtete. Dieses vorangehende Geistige sieht eine solche Betrachtungsweise ebensowenig wie das Geistige, das unsichtbar auch gegenwärtig hinter dem Stofflichen waltet.

Es kann erst in den letzten Kapiteln dieser Schrift von den Wegen gesprochen werden, auf denen der Mensch sich die Fähigkeit aneignet, in geistiger Wahrnehmung auf die früheren Erdenzustände zurückzublicken, von denen hier die Rede ist. Nur angedeutet soll hier vorläufig werden, daß für die geistige Forschung die Tatsachen auch urferner Vergangenheiten nicht verschwunden sind. Wenn ein Wesen zu einem körperlichen Dasein gelangt, so vergeht mit seinem körperlichen Tode das Stoffliche. Nicht in der gleichen Art «verschwinden» die geistigen Kräfte, welche dieses Körperhafte aus sich herausgetrieben haben. Sie lassen ihre Spuren, ihre genauen Abbilder in der geistigen Grundlage der Welt zurück. Und wer durch die sichtbare Weh hindurch die Wahrnehmung zu dem Unsichtbaren zu erheben vermag, der gelangt endlich dazu, etwas vor sich zu haben, was man mit einem gewaltigen geistigen Panorama vergleichen könnte, in dem alle vergangenen Vorgänge der Welt verzeichnet sind. Man kann diese unvergänglichen Spuren alles Geistigen die «Akasha-Chronik» nennen, indem man als Akasha-Wesenheit das Geistig-Bleibende des Weltgeschehens im Gegensatz zu den vergänglichen Formen des Geschehens bezeichnet. Nun muß auch hier wieder gesagt werden, daß Forschungen auf den übersinnlichen Gebieten des Daseins nur mit Hilfe des geistigen Wahrnehmens, also auf dem hier betrachteten Gebiete nur durch das Lesen der angedeuteten «Akasha-Chronik» angestellt werden können. Dennoch gilt auch hier dasjenige, was für Ähnliches schon an früherer Stelle dieser Schrift gesagt worden ist. Erforscht können die übersinnlichen Tatsachen nur durch die übersinnliche Wahrnehmung werden; sind sie aber erforscht und werden sie von der Wissenschaft des Übersinnlichen mitgeteilt, so können sie eingesehen werden durch das gewöhnliche Denken, wenn dieses nur wirklich unbefangen sein will. Es werden in dem folgenden im Sinne der übersinnlichen Erkenntnis die Entwickelungszustände der Erde mitgeteilt. Es werden die Umwandlungen unseres Planeten verfolgt werden bis zu dem Lebenszustande, in dem dieser gegenwärtig ist. Wenn nun jemand das betrachtet, was er gegenwärtig in bloßer sinnlicher Wahrnehmung vor sich hat, und dann dasjenige in sich aufnimmt, was die übersinnliche Erkenntnis darüber sagt, wie seit urferner Vergangenheit dieses Gegenwärtige sich entwickelt habe, so vermag er bei wahrhaft unbefangenem Denken sich zu sagen: erstens ist es durchaus logisch, was diese Erkenntnis berichtet; zweitens kann ich einsehen, daß die Dinge so geworden sind, wie sie mir eben entgegentreten, wenn ich annehme, daß dies richtig sei, was durch die übersinnliche Forschung mitgeteilt wird. Mit dem «Logischen» ist natürlich in diesem Zusammenhange nicht gemeint, daß innerhalb irgendeiner Darstellung übersinnlicher Forschung nicht Irrtümer in logischer Beziehung enthalten sein könnten. Auch hier soll von dem «Logischen» nur so gesprochen werden, wie man im gewöhnlichen Leben der physischen Welt davon spricht. Wie da die logische Darstellung als Forderung gilt, trotzdem der einzelne Darsteller eines Tatsachengebietes logischen Irrtümern verfallen kann, so ist es auch in der übersinnlichen Forschung. Es kann sogar vorkommen, daß ein Forscher, der auf übersinnlichen Gebieten wahrzunehmen vermag, sich Irrtümern in der logischen Darstellung hingibt, und daß einen solchen dann jemand verbessern kann, der gar nicht übersinnlich wahrnimmt, wohl aber die Fähigkeit eines gesunden Denkens hat. Aber im Wesen kann gegen die in der übersinnlichen Forschung angewandte Logik nichts eingewendet werden. Und gar nicht nötig sollte man haben zu betonen, daß gegen die Tatsachen selbst nichts aus bloß logischen Gründen vorgebracht werden kann. So wie man auf dem Gebiete der physischen Welt niemals logisch beweisen kann, ob es einen Walfisch gibt oder nicht, sondern nur durch den Augenschein, so können auch die übersinnlichen Tatsachen nur durch die geistige Wahrnehmung erkannt werden. - Es kann aber nicht genug betont werden, daß es für den Betrachter der übersinnlichen Gebiete eine Notwendigkeit ist, bevor er in eigenem Wahrnehmen sich den geistigen Welten nähern will, zuerst sich durch die angedeutete Logik eine Ansicht zu verschaffen, und nicht minder dadurch, daß er erkennt, wie die sinnlich-offenbare Welt überall verständlich erscheint, wenn man voraussetzt, die Mitteilungen der Geheimwissenschaft seien richtig. Es bleibt eben alles Erleben in der übersinnlichen Welt ein unsicheres - ja gefährliches - Herumtasten, wenn der geschilderte Vorbereitungsweg verschmäht wird. Deshalb wird in dieser Schrift auch zuerst das Übersinnlich-Tatsächliche der Erdentwickelung mitgeteilt, bevor über den Weg der übersinnlichen Erkenntnis selbst gesprochen wird. — Es kommt ja durchaus auch in Betracht, daß derjenige, welcher sich rein denkend in das hineinfindet, was die übersinnliche Erkenntnis zu sagen hat, keineswegs in derselben Lage ist wie jemand, der sich eine Erzählung anhört über einen physischen Vorgang, den er nicht selbst sehen kann. Denn das reine Denken ist selbst schon eine übersinnliche Betätigung. Es kann als Sinnliches nicht zu übersinnlichen Vorgängen durch sich selbst führen. Wenn man aber dieses Denken auf die übersinnlichen, durch die übersinnliche Anschauung erzählten Vorgänge anwendet, dann wächst es durch sich selbst in die übersinnliche Welt hinein. Und es ist sogar einer der allerbesten Wege, zu eigener Wahrnehmung auf übersinnlichem Gebiete dadurch zu gelangen, daß man durch das Denken über das von der übersinnlichen Erkenntnis Mitgeteilte in die höhere Welt hineinwächst. Ein solches Hineinkommen ist nämlich mit der größten Klarheit verbunden. Deshalb betrachtet auch eine gewisse Richtung geisteswissenschaftlicher Forschung dieses Denken als die gediegenste erste Stufe aller geisteswissenschaftlichen Schulung. - Auch muß es durchaus begreiflich erscheinen, daß in dieser Schrift nicht in bezug auf alle Einzelheiten der im Geiste wahrgenommenen Erdentwickelung darauf hingewiesen wird, wie das Übersinnliche sich in dem Offenbaren bestätigt. Das war auch nicht die Meinung, als gesagt wurde, daß das Verborgene überall in seinen offenbaren Wirkungen nachgewiesen werden kann. Es ist vielmehr dies die Meinung, daß auf Schritt und Tritt alles lichtvoll und begreiflich für den Menschen werden kann, was ihm entgegentritt, wenn er die offenbaren Vorgänge sich in die Beleuchtung rückt, welche ihm durch die Geheimwissenschaft ermöglicht wird. Nur an einzelnen charakteristischen Stellen mag in den folgenden Betrachtungen probeweise auf Bestätigungen des Verborgenen durch das Offenbare verwiesen werden, um zu zeigen, wie man es überall, wo man nur will, im praktischen Verfolg des Lebens machen kann.

Man kommt im Sinne der obigen geisteswissenschaftlichen Forschung durch die Verfolgung der Erdentwickelung nach rückwärts zu einem geistigen Zustand unseres Planeten. Setzt man aber diesen Forschungsweg nach rückwärts weiter fort, dann findet man, daß jenes Geistige vorher bereits in einer Art physischer Verkörperung war. Man trifft also auf einen vergangenen physischen planetarischen Zustand, der sich später vergeistigt und nachher durch abermalige Verstofflichung sich zu unserer Erde umgewandelt hat. Unsere Erde stellt sich somit als die Wiederverkörperung eines uralten Planeten dar. Aber die Geisteswissenschaft kann noch weiter zurückgehen. Und sie findet dann den ganzen Vorgang noch zweimal wiederholt. Unsere Erde hat also drei vorhergehende planetarische Zustände durchgemacht, zwischen denen immer Zwischenzustände der Vergeistigung liegen. Das Physische erweist sich allerdings immer feiner und feiner, je weiter wir die Verkörperung nach rückwärts verfolgen.

Naheliegend ist der folgenden Darstellung gegenüber der Einwand: Wie kann gesunde Urteilskraft sich einlassen auf die Annahme so unermeßlich weit zurückliegender Weltzustände, wie diejenigen sind, von denen hier gesprochen wird? Demgegenüber muß gesagt werden, daß für denjenigen, der verständnisvoll auf das gegenwärtige verborgene Geistige in dem offenbaren Sinnenfälligen hinzublicken vermag, auch die Einsicht in die, wenn auch noch so entfernten früheren Entwickelungszustände nichts Unmögliches darstellen kann. Nur wer für die Gegenwart dieses verborgene Geistige nicht anerkennt, für den verliert das Reden über eine solche Entwickelung, wie sie hier gemeint ist, allen Sinn. Wer es anerkennt, für den ist im Anblick des gegenwärtigen Zustandes der frühere ebenso gegeben, wie im Anblick des fünfzigjährigen Menschen der des einjährigen Kindes. Ja, kann man sagen, aber man hat mit Bezug auf das letztere neben fünfzigjährigen Menschen einjährige Kinder und alle möglichen Zwischenstufen vor sich. Das ist richtig; aber richtig ist es auch für die hier gemeinte Entwickelung des Geistigen. Wer auf diesem Felde zu einem sinngemäßen Urteil kommt, der sieht auch ein, daß in der vollständigen Beobachtung des Gegenwärtigen, die das Geistige mitumschließt, wirklich neben den Stufen des Daseins, die bis zur Entwickelungsvollkommenheit der Gegenwart fortgeschritten sind, auch die Entwickelungszustände der Vergangenheit erhalten geblieben sind, wie neben den fünfzigjährigen Menschen einjährige Kinder vorhanden sind. Man kann innerhalb des Erdengeschehens der Gegenwart das Urgeschehen schauen, wenn man nur die sich unterscheidenden aufeinanderfolgenden Entwickelungszustände auseinanderzuhalten vermag.

Nun tritt der Mensch in der Gestalt, in welcher er gegenwärtig sich entwickelt, erst auf der vierten der charakterisierten planetarischen Verkörperungen, auf der eigentlichen Erde auf. Und das Wesentliche dieser Gestalt ist, daß der Mensch aus den vier Gliedern zusammengesetzt ist: Physischer Leib, Lebensleib, Astralleib und Ich. Doch hätte diese Gestalt nicht auftreten können, wenn sie nicht durch die vorhergehenden Entwickelungstatsachen vorbereitet worden wäre. Diese Vorbereitung geschah dadurch, daß innerhalb der früheren planetarischen Verkörperung Wesen sich entwickelten, die von den gegenwärtigen vier Menschengliedern drei bereits hatten: den physischen Leib, den Lebensleib und den Astralleib. Diese Wesen, die man in einer gewissen Beziehung die Menschenvorfahren nennen kann, hatten noch kein «Ich», aber sie entwickelten die drei anderen Glieder und deren Zusammenhang so weit, daß sie reif wurden, später das «Ich» aufzunehmen. Somit gelangte der Menschenvorfahr auf der früheren Planeten-Verkörperung bis zu einem gewissen Reifezustand seiner drei Glieder. Dieser Zustand ging in eine Vergeistigung ein. Und aus der Vergeistigung bildete sich dann ein neuer physischer planetarischer Zustand, derjenige der Erde, heraus. In diesem waren, wie als Keime, die gereiften Menschenvorfahren enthalten. Dadurch, daß der ganze Planet durch eine Vergeistigung durchgegangen und in einer neuen Gestalt erschienen ist, bot er den in ihm enthaltenen Keimen mit dem physischen Leib, dem Lebensleib und dem Astralleib nicht nur die Gelegenheit, sich bis zu der Höhe wieder zu entwickeln, auf der sie vorher schon gestanden hatten, sondern auch die andere Möglichkeit: nachdem sie diese Höhe erreicht hatten, über sich hinauszugelangen durch die Aufnahme des «Ich». Die Erdentwickelung zerfällt also in zwei Teile. In einer ersten Periode erscheint die Erde selbst als Wiederverkörperung des früheren planetarischen Zustandes. Dieser Wiederholungszustand ist aber durch die inzwischen eingetretene Vergeistigung ein höherer als derjenige der vorhergehenden Verkörperung. Und die Erde enthält in sich die Keime der Menschenvorfahren vom früheren Planeten. Diese entwickeln sich zunächst bis zu der Höhe, auf der sie schon waren. Wenn sie diese erreicht haben, ist die erste Periode abgeschlossen. Die Erde aber kann jetzt wegen ihrer eigenen höheren Entwickelungsstufe die Keime noch höher bringen, nämlich sie zur Aufnahme des «Ich» befähigen. Die zweite Periode der Erdentwickelung ist diejenige der Ich-Entfaltung im physischen Leibe, Lebens- und Astralleibe.

Wie auf diese Art durch die Erdentwickelung der Mensch um eine Stufe höher gebracht wird, so ist dieses auch schon bei den früheren planetarischen Verkörperungen der Fall gewesen. Denn bereits auf der ersten dieser Verkörperungen war vom Menschen etwas vorhanden. Daher wird Klarheit über die gegenwärtige Menschenwesenheit verbreitet, wenn deren Entwickelung bis in die urferne Vergangenheit der ersten der angeführten Planetenverkörperungen zurück verfolgt wird. - Man kann nun in der übersinnlichen Forschung diese erste Planetenverkörperung den Saturn nennen; die zweite als Sonne bezeichnen; die dritte als Mond; die vierte ist die Erde. Dabei hat man streng festzuhalten, daß diese Bezeichnungen zunächst in keinen Zusammenhang gebracht werden dürfen mit den gleichnamigen, die für die Glieder unseres gegenwärtigen Sonnensystems gebraucht werden. Saturn, Sonne und Mond sollen eben Namen für vergangene Entwickelungsformen sein, welche die Erde durchgemacht hat. Welches Verhältnis diese Welten der Vorzeit zu den Himmelskörpern haben, die das gegenwärtige Sonnensystem bilden, wird sich noch im Laufe der folgenden Betrachtungen zeigen. Es wird dann auch sich zeigen, warum diese Namen gewählt werden.

Wenn nunmehr die Verhältnisse der vier genannten planetarischen Verkörperungen geschildert werden, so kann das nur ganz skizzenhaft geschehen. Denn die Vorgänge, Wesenheiten und deren Schicksale sind auf Saturn, Sonne und Mond wahrlich eben so mannigfaltig wie auf der Erde selbst. Daher kann nur einzelnes Charakteristische über diese Verhältnisse in der Schilderung hervorgehoben werden, was geeignet ist, zu veranschaulichen, wie sich die Zustände der Erde aus den früheren herausgebildet haben. Man muß dabei auch bedenken, daß diese Zustände den gegenwärtigen immer unähnlicher werden, je weiter man zurückgeht. Und doch kann man sie ja nur dadurch schildern, daß man zur Charakteristik die Vorstellungen benützt, welche den gegenwärtigen Erdenverhältnissen entnommen sind. Wenn also zum Beispiel von Licht, von Wärme oder ähnlichem für diese früheren Zustände gesprochen wird, so darf nicht außer acht gelassen werden, daß damit nicht genau das gemeint ist, was jetzt als Licht und Wärme bezeichnet wird. Und doch ist eine solche Bezeichnungsweise richtig, denn für den Beobachter des Übersinnlichen zeigt sich eben auf den früheren Entwickelungsstufen etwas, woraus in der Gegenwart Licht, Wärme usw. geworden ist. Und derjenige, welcher die also gehaltenen Schilderungen verfolgt, wird aus dem Zusammenhange, in den diese Dinge gestellt sind, gar wohl entnehmen können, welche Vorstellungen zu gewinnen sind, um charakteristische Bilder und Gleichnisse solcher Tatsachen zu haben, welche in urferner Vergangenheit sich abgespielt haben.

Allerdings wird diese Schwierigkeit sehr bedeutsam für diejenigen planetarischen Zustände, welche der Monden-Verkörperung vorangehen. Während dieser letzteren herrschten nämlich Verhältnisse, die doch noch eine gewisse Ähnlichkeit mit den irdischen aufweisen. Wer eine Schilderung dieser Verhältnisse versucht, der hat an den Ähnlichkeiten mit der Gegenwart gewisse Anhaltspunkte, um die übersinnlich gewonnenen Wahrnehmungen in deutlichen Vorstellungen auszudrücken. Anders liegt die Sache, wenn die Saturn- und die Sonnenentwickelung geschildert werden. Da ist dasjenige, was der hellseherischen Beobachtung vorliegt, im höchsten Grade verschieden von den Gegenständen und Wesenheiten, die gegenwärtig zum Lebenskreise des Menschen gehören. Und diese Verschiedenheit bewirkt, daß es äußerst schwierig überhaupt ist, diese entsprechenden vorzeitlichen Tatsachen in den Bereich des übersinnlichen Bewußtseins zu bringen. Da jedoch die gegenwärtige Menschenwesenheit nicht begriffen werden kann, wenn man nicht bis zu dem Saturn-Zustand zurückgeht, so muß die Schilderung dennoch gegeben werden. Und gewiß wird eine derartige Schilderung derjenige nicht mißverstehen können, welcher im Auge behält, daß eine solche Schwierigkeit besteht und daß daher manches, was gesagt wird, mehr eine Andeutung und ein Hinweis auf die entsprechenden Tatsachen sein muß als eine genaue Beschreibung derselben.

Ein Widerspruch des hier und im folgenden Angegebenen gegenüber dem, was oben auf Seite 146 gesagt ist über das Fortbestehen des Früheren im Gegenwärtigen, könnte allerdings gefunden werden. Man könnte meinen: nirgends sei neben dem gegenwärtigen Erdenzustande ein früherer Saturn-, Sonnen-, Mondenzustand vorhanden, oder gar eine Menschengestaltung, wie sie in diesen Ausführungen, als innerhalb dieser vergangenen Zustände vorhanden, geschildert wird. Gewiß, es laufen nicht neben Erdenmenschen Saturn-, Sonnen- und Mondenmenschen wie neben fünfzigjährigen Personen dreijährige Kinder herum. Aber innerhalb des Erdenmenschen sind die früheren Menschheitszustände übersinnlich wahrnehmbar. Um das zu erkennen, muß man sich nur das auf den Umfang der Lebensverhältnisse ausgedehnte Unterscheidungsvermögen angeeignet haben. Wie neben dem fünfzigjährigen Menschen das dreijährige Kind, so sind neben dem lebenden, wachenden Erdenmenschen der Leichnam, der schlafende Mensch, der träumende Mensch vorhanden. Und wenn sich diese verschiedenen Erscheinungsformen der Menschenwesenheit auch nicht unmittelbar so, wie sie sind, als die verschiedenen Entwickelungsstufen ergeben, so schaut eine sinngemäße Anschauung in jenen Formen doch diese Stufen.

Von den gegenwärtigen vier Gliedern der menschlichen Wesenheit ist der physische Leib das älteste. Er ist auch dasjenige, welches in seiner Art die größte Vollkommenheit erreicht hat. Und die übersinnliche Forschung zeigt, daß dieses Menschenglied bereits während der Saturnentwickelung vorhanden war. Es wird sich zeigen in dieser Darstellung, daß allerdings die Gestalt, welche dieser physische Leib auf dem Saturn hatte, etwas durchaus Verschiedenes von dem gegenwärtigen physischen Menschenleibe war. Dieser irdische physische Menschenleib kann in seiner Natur nur dadurch bestehen, daß er in Zusammenhang steht mit Lebensleib, Astralleib und Ich in der Art, wie dies in den vorangegangenen Teilen dieser Schrift geschildert worden ist. Ein derartiger Zusammenhang war auf dem Saturn noch nicht vorhanden. Damals machte der physische Leib seine erste Entwickelungsstufe durch, ohne daß ihm ein menschlicher Lebensleib, ein Astralleib oder ein Ich eingegliedert waren. Er reifte während der Saturnentwickelung erst dazu heran, einen Lebensleib aufzunehmen. Dazu mußte sich der Saturn erst vergeistigen und sich dann als Sonne Wiederverkörperung. Innerhalb der Sonnenverkörperung entfaltete sich wieder, wie aus einem gebliebenen Keime, das, wozu der physische Leib auf dem Saturn geworden war; und da erst konnte er sich durchdringen mit einem Ätherleib. Durch diese Eingliederung eines Ätherleibes verwandele der physische Leib seine Art; er wurde auf eine zweite Stufe der Vollkommenheit gehoben. Ein Ähnliches ereignete sich während der Mondenentwickelung. Der Menschenvorfahr, wie er von der Sonne zum Monde sich herüberentwickelt hat, gliederte sich da den Astralleib ein. Dadurch wurde der physische Leib ein drittes Mal verwandelt, also auf die dritte Stufe seiner Vollkommenheit heraufgehoben. Der Lebensleib wurde dabei ebenfalls verwandelt; er stand nunmehr auf der zweiten Stufe seiner Vollkommenheit. Auf der Erde wurde dem aus physischem Leib, Lebensleib und Astralleib bestehenden Menschenvorfahr das Ich eingegliedert. Dadurch erreichte der physische Leib seinen vierten Vollkommenheitsgrad, der Lebensleib den dritten, der Astralleib den zweiten; das Ich steht erst auf der ersten Stufe seines Daseins.

Es wird, wenn man sich einer unbefangenen Betrachtung des Menschen hingibt, keine Schwierigkeiten machen, sich diese verschiedenen Vollkommenheitsgrade der einzelnen Glieder richtig vorzustellen. Man braucht nur den physischen Leib mit dem astralischen in dieser Beziehung zu vergleichen. Gewiß steht der Astralleib als seelisches Glied auf einer höheren Stufe der Entwickelung als der physische. Und wenn der erstere in der Zukunft sich vervollkommnet haben wird, so wird er für die Gesamtwesenheit des Menschen sehr viel mehr zu bedeuten haben, als der gegenwärtige physische Leib. Doch in seiner Art ist dieser auf einer gewissen Höhenstufe angelangt. Man bedenke den im Sinne größter Weisheit eingerichteten Bau des Herzens, den Wunderbau des Gehirns usw., ja selbst eines einzelnen Knochenteiles, zum Beispiel des oberen Endes eines Oberschenkels. Man findet in diesem Knochenende ein gesetzmäßig gegliedertes Netz- oder Gerüstwerk, aus feinen Stäbchen angeordnet. Das Ganze ist so gefügt, daß mit der Aufwendung der geringsten Materialmenge die günstigste Wirkung an den Gelenkflächen, zum Beispiel die zweckmäßigste Verteilung der Reibung und damit eine richtige Art von Beweglichkeit erzielt wird. So findet man weisheitsvolle Einrichtungen in den Teilen des physischen Leibes. Und wer dazu weiter beachtet die Harmonie im Zusammenwirken der Teile zum Ganzen, der wird gewiß richtig finden, wenn von einer Vollkommenheit dieses Gliedes der menschlichen Wesenheit in seiner Art gesprochen wird. Es kommt daneben nicht in Betracht, daß an gewissen Teilen unzweckmäßig Erscheinendes auftritt oder daß Störungen in dem Bau und den Verrichtungen eintreten können. Man wird sogar finden können, daß solche Störungen in gewisser Beziehung nur die notwendigen Schattenseiten des weisheitsvollen Lichtes sind, das über den ganzen physischen Organismus ausgegossen ist. Und nun vergleiche man damit den Astralleib als den Träger von Lust und Leid, von Begierden und Leidenschaften. Welche Unsicherheit herrscht in ihm in bezug auf Lust und Leid, welche dem höheren Menschenziele zuwiderlaufenden, oft sinnlosen Begierden und Leidenschaften spielen sich da ab. Der Astralleib ist eben erst auf dem Wege, die Harmonie und innere Geschlossenheit zu erlangen, die man im physischen Leibe schon antrifft. Ebenso könnte gezeigt werden, daß sich der Ätherleib zwar vollkommener in seiner Art zeigt als der Astralleib, aber unvollkommener als der physische. Und nicht weniger wird sich einer entsprechenden Betrachtung ergeben, daß der eigentliche Kern der menschlichen Wesenheit, das «Ich», gegenwärtig erst im Anfange der Entwickelungen steht. Denn wieviel hat dieses Ich bereits erreicht von seiner Aufgabe, die andern Glieder der menschlichen Wesenheit so umzuwandeln, daß sie eine Offenbarung seiner eigenen Natur seien? - Was sich auf diese Art schon bei einer äußerlichen Beobachtung ergibt, das wird für den Kenner der Geisteswissenschaft noch durch etwas anderes verschärft. Man könnte sich darauf berufen, daß der physische Leib von Krankheiten befallen wird. Die Geisteswissenschaft ist nun in der Lage zu zeigen, daß ein großer Teil aller Krankheiten davon herrührt, daß die Verkehrtheiten, die Verirrungen im astralischen Leibe sich auf den Ätherleib fortpflanzen und auf dem Umwege durch den letztem die an sich vollkommene Harmonie des physischen Leibes zerstören. Der tiefere Zusammenhang, auf den hier nur hingedeutet werden kann, und der wahrhaftige Grund vieler Krankheitsvorgänge entziehen sich nämlich derjenigen wissenschaftlichen Betrachtung, die sich nur auf die physisch-sinnlichen Tatsachen beschränken will. Es ergibt sich dieser Zusammenhang in den meisten Fällen so, daß eine Schädigung des Astralleibes krankhafte Erscheinungen des physischen Leibes nicht in demselben Lebenslauf nach sich zieht, in dem die Schädigung geschehen ist, sondern erst in einem folgenden. Daher haben die Gesetze, die hier in Betracht kommen, nur für denjenigen eine Bedeutung, welcher die Wiederholung des Menschenlebens anerkennen kann. Aber selbst, wenn man von solchen tiefergehenden Erkenntnissen nichts wissen wollte, so ergibt doch auch die gewöhnliche Lebensbetrachtung, daß der Mensch sich nur allzuvielen Genüssen und Begierden hingibt, welche die Harmonie des physischen Leibes untergraben. Und Genuß, Begierde, Leidenschaft usw. haben nicht ihren Sitz im physischen, sondern im astralischen Leibe. Dieser letztere ist in vieler Beziehung eben noch so unvollkommen, daß er die Vollkommenheit des physischen Leibes zerstören kann. — Auch hier sei darauf hingewiesen, daß mit solchen Auseinandersetzungen nicht etwa die Aussagen der Geisteswissenschaft über die Entwickelung der vier Glieder der menschlichen Wesenheit bewiesen werden sollen. Die Beweise werden aus der geistigen Forschung entnommen, die zeigt, daß der physische Leib eine viermalige Umwandlung zu höheren Vollkommenheitsgraden hinter sich hat, und die andern Glieder des Menschen in der geschilderten Weise weniger. Es sollte hier eben nur angedeutet werden, daß sich diese Mitteilungen der geistigen Forschung auf Tatsachen beziehen, die sich in ihren Wirkungen an den auch äußerlich zu beobachtenden Vollkommenheitsgraden von physischem Leib, Lebensleib usw. zeigen.

Will man sich eine bildhafte, an die Wirklichkeit sich annähernde Vorstellung von den Verhältnissen während der Saturnentwickelung machen, so muß man in Betracht ziehen, daß während derselben - im wesentlichen - von den Dingen und Geschöpfen, die gegenwärtig zur Erde gehören und welche man dem Mineral-, Pflanzen- und Tierreich zuzählt, noch nichts vorhanden war. Die Wesen dieser drei Reiche haben sich erst in späteren Entwickelungsperiode gebildet. Von den heute physisch wahrnehmbaren Erdenwesen war nur der Mensch damals vorhanden, und von ihm nur der physische Leib in der geschilderten Art. Nun aber gehören auch gegenwärtig zur Erde nicht nur die Wesen des Mineral-, Tier-, Pflanzen- und Menschenreiches, sondern auch andere Wesen, die sich nicht in einer physischen Körperlichkeit kundgeben. Solche Wesenheiten waren auch in der Saturnentwickelung gegenwärtig. Und ihre Tätigkeit auf dem Schauplatze des Saturn hatte zur Folge die spätere Entwickelung des Menschen.

Richtet man die geistigen Wahmehmungsorgane zunächst nicht auf Anfang und Ende, sondern auf die mittlere Entwickelungsperiode dieser Saturn — Verkörperung, so zeigt sich in derselben ein Zustand, welcher, der Hauptsache nach, nur aus «Wärme» besteht. Nichts von gasförmigen, nichts von flüssigen oder gar von festen Bestandteilen ist zu finden. Alle diese Zustände treten erst in späteren Verkörperungen auf. Man nehme an, ein Menschenwesen mit den gegenwärtigen Sinnesorganen würde sich diesem Saturnzustande als Beobachter nähern. Nichts von all den Sinneseindrücken, die es haben kann, würde ihm da entgegentreten, außer der Wärmeempfindung. Angenommen, ein solches Wesen würde sich diesem Saturn nähern. Es würde nur wahrnehmen, wenn es in den von ihm eingenommenen Raumteil gelangt, daß dieser einen andern Wärmezustand hat als die übrige räumliche Umgebung. Aber es würde diesen Raumteil nicht etwa gleichmäßig warm finden, sondern in der allermannigfaltigsten Weise würden wärmere und kältere Partien abwechseln wechseln. Nach gewissen Linien hin würde strahlende Wärme wahrgenommen werden. Und nicht etwa, daß sich solche Linien nur gerade hinzögen, sondern durch die Wärmeunterschiede werden unregelmäßige Formen gebildet. Man hätte etwas vor sich, wie ein in sich gegliedertes, in wechselnden Zuständen erscheinendes Weltenwesen, das nur in Wärme besteht.

Es muß für den Menschen der Gegenwart Schwierigkeiten machen, sich etwas vorzustellen, was nur in Wärme besteht, da er gewohnt ist, die Wärme nicht als etwas für sich zu erkennen, sondern sie nur an warmen oder kalten gasförmigen, flüssigen oder festen Körpern wahrzunehmen. Insbesondere dem, welcher die physikalischen Vorstellungen unserer Zeit sich angeeignet hat, wird ein Sprechen von «Wärme» in obiger Art als unsinnig erscheinen. Ein solcher wird vielleicht sagen: es gibt feste, flüssige und gasförmige Körper; Wärme bezeichnet aber nur einen Zustand, in dem eine dieser drei Körperformen ist. Wenn die kleinsten Teile eines Gases in Bewegung sind, so wird diese Bewegung als Wärme wahrgenommen. Wo kein Gas ist, kann keine solche Bewegung, also auch keine Wärme sein. - Für den geisteswissenschaftlichen Forscher stellt sich die Sache anders. Ihm ist die Wärme etwas, wovon er in gleichem Sinne spricht wie von Gas, von Flüssigkeit oder von festem Körper. Sie ist ihm nur eine noch feinere Substanz als ein Gas. Und dieses letztere ist ihm nichts anderes als verdichtete Wärme in dem Sinne, wie die Flüssigkeit verdichteter Dampf ist oder der feste Körper verdichtete Flüssigkeit. So spricht der Geisteswissenschafter von Wärmekörpern, wie er von gas- und dampfförmigen Körpern spricht. - Es ist nur notwendig zuzugeben, daß es seelisches Wahrnehmen gibt, wenn man auf diesem Gebiete dem Geistesforscher folgen will. In der für physische Sinne gegebenen Welt stellt sich die Wärme durchaus als Zustand des Festen, Flüssigen oder Gasförmigen dar; aber dieser Zustand ist eben nur die Außenseite der Wärme oder auch ihre Wirkung. Die Physiker sprechen nur von dieser Wirkung der Wärme, nicht von deren innerer Natur. Man versuche es einmal, ganz abzusehen von aller Wärmewirkung, die man empfängt durch äußere Körper, und sich lediglich das innere Erlebnis zu vergegenwärtigen, das man hat bei den Worten: «ich fühle mich warm», «ich fühle mich kalt». Dieses innere Erlebnis vermag allein eine Vorstellung von dem zu geben, was der Saturn war in der oben geschilderten Periode seiner Entwickelung. Man hätte den Raumteil, den er eingenommen hat, ganz durchlaufen können: kein Gas wäre dagewesen, das irgendeinen Druck ausgeübt hätte, kein fester oder flüssiger Körper, von dem man hätte irgendeinen Lichteindruck erhalten können. Aber an jedem Punkte des Raumes hätte man, ohne Eindruck von außen, innerlich gefühlt: hier ist dieser oder jener Wärmegrad.

In einem Weltenkörper von solcher Beschaffenheit sind keine Bedingungen für die tierischen, pflanzlichen und mineralischen Wesen unserer Gegenwart. (Es ist deshalb wohl kaum nötig zu bemerken, daß das oben Gesagte tatsächlich niemals stattfinden könnte. Ein gegenwärtiger Mensch kann sich als solcher dem alten Saturn nicht als Beobachter gegenüberstellen. Die Auseinandersetzung sollte nur der Verdeutlichung dienen.) Die Wesenheiten, deren sich das übersinnliche Erkennen bei der Betrachtung des Saturn bewußt wird, waren auf einer ganz anderen Entwickelungsstufe als die gegenwärtigen, sinnlich wahrnehmbaren Erdenwesen. Da stellen sich vor dieses Erkennen zunächst Wesen hin, welche einen physischen Leib nicht hatten wie der gegenwärtige Mensch. Man muß sich nun auch hüten, an die gegenwärtige physische Körperlichkeit des Menschen zu denken, wenn hier von «physischem Leibe» die Rede ist. Man muß vielmehr sorgfältig unterscheiden zwischen physischem Leib und mineralischem Leib. Ein physischer Leib ist derjenige, welcher von den physischen Gesetzen beherrscht wird, die man gegenwärtig in dem Mineralreiche beobachtet. Der gegenwärtige physische Menschenleib ist nun nicht bloß von solchen physischen Gesetzen beherrscht, sondern er ist außerdem noch durchsetzt von mineralischem Stoffe. Von einem solchen physisch-mineralischen Leib kann auf dem Saturn noch nicht die Rede sein. Da gibt es nur eine physische Körperlichkeit, die von physischen Gesetzen beherrscht ist; aber diese physischen Gesetze äußern sich nur durch Wärmewirkungen. Also der physische Körper ist ein feiner, dünner, ätherischer Wärmekörper. Und aus solchen Wärmekörpern besteht der ganze Saturn. Diese Wärmekörper sind die erste Anlage des gegenwärtigen physisch-mineralischen Menschenleibes. Dieser hat sich aus jenem dadurch gebildet, daß dem ersteren sich die später erst gebildeten gasförmigen, flüssigen und festen Stoffe eingegliedert haben. Unter den Wesen, die sich vor das übersinnliche Bewußtsein in dem Augenblicke hinstellen, in dem dieses Bewußtsein den Saturnzustand vor sich hat, und von denen man als Satumbewohner außer dem Menschen reden kann, sind zum Beispiel solche, welche einen physischen Leib überhaupt nicht nötig hatten. Das unterste Glied ihrer Wesenheit war ein Ätherleib. Sie hatten dafür auch ein Glied über die menschlichen Wesensglieder hinaus. Der Mensch hat als höchstes Glied den Geistesmenschen. Diese Wesen haben noch ein höheres. Und zwischen Ätherleib und Geistesmenschen haben sie alle in dieser Schrift geschilderten Glieder, welche sich auch beim Menschen finden: Astralleib, Ich, Geistselbst und Lebensgeist. Wie unsere Erde von einem Luftkreis umgeben ist, so war es auch der Saturn; nur war bei ihm dieser «Luftkreis» geistiger Art. (2) Er bestand eigentlich aus den eben genannten und noch andern Wesenheiten. Es gab nun eine fortwährende Wechselwirkung zwischen den Wärmekörpern des Saturn und den charakterisierten Wesen. Diese senkten ihre Wesensglieder in die physischen Wärmeleiber des Saturn hinein. Und während in diesen Wärmeleibern selbst kein Leben war, drückte sich das Leben ihrer Umwohner in ihnen aus. Man könnte sie mit Spiegeln vergleichen; nur spiegelten sich aus ihnen nicht die Bilder der genannten Lebewesen, sondern deren Lebenszustände. Im Saturn selbst hätte man also nichts Lebendiges entdecken können; doch wirkte er belebend auf seine Umgebung des Himmelsraumes, da er in diese wie ein Echo das ihm zugesandte Leben zurückstrahlte. Der ganze Saturn erschien wie ein Spiegel des Himmelslebens. Sehr hohe Wesenheiten, deren Leben der Saturn zurückstrahlt, mögen «Geister der Weisheit» genannt werden. (In der christlichen Geisteswissenschaft führen sie den Namen «Kyriotetes», das ist «Herrschaften».) Ihre Tätigkeit auf dem Saturn beginnt nicht erst mit der geschilderten mittleren Epoche von dessen Entwickelung. Sie ist in einer gewissen Weise sogar da schon abgeschlossen. Bevor sie dazu kommen konnten, aus den Wärmekörpern des Saturn sich der Spiegelung ihres eigenen Lebens bewußt zu werden, mußten sie diese Wärmekörper erst dazu bringen, diese Spiegelung bewirken zu können. Deshalb setzte ihre Tätigkeit bald nach dem Beginn der Saturnentwickelung ein. Als dies geschah, war die Saturnkörperlichkeit noch ungeordnete Stofflichkeit, die nichts hätte spiegeln können. - Und indem man diese ungeordnete Stofflichkeit betrachtet, hat man sich durch die geistige Beobachtung an den Anfang der Saturnentwickelung versetzt. Das, was da zu beobachten ist, das trägt nun noch gar nicht den späteren Wärmecharakter. Man kann, wenn man es charakterisieren will, nur von einer Eigenschaft sprechen, welche sich vergleichen läßt mit dem menschlichen Willen. Es ist durch und durch nichts als Wille. Man hat es also da mit einem ganz seelischen Zustande zu tun. Soll man verfolgen, woher dieser «Wille» kam, so sieht man ihn entstehen durch den Ausfluß erhabener Wesen, die ihre Entwickelung in nur zu erahnenden Stufen bis zu der Höhe gebracht haben, daß sie, als die Saturnentwickelung begann, aus ihrem eigenen Wesen den «Willen» ausströmen konnten. Nachdem diese Ausströmung eine Zeitlang gedauert hatte, verbindet sich mit dem Willen die Tätigkeit der oben charakterisierten «Geister der Weisheit». Dadurch erhält allmählich der vorher ganz eigenschaftslose Wille die Eigenschaft, Leben in den Himmelsraum zurückzustrahlen. - Man kann die Wesen, welche ihre Seligkeit darin empfinden, im Beginne der Saturnentwickelung Willen auszuströmen, die «Geister des Willens» nennen. (In der christlichen esoterischen Wissenschaft werden sie «Throne» genannt.)

Nachdem durch das Zusammenwirken des Willens und des Lebens eine gewisse Stufe der Saturnentwickelung erreicht ist, setzt die Wirkung anderer Wesen ein, welche sich ebenfalls im Umkreise des Saturn befinden. Man kann sie die «Geister der Bewegung» nennen. (Christlich: «Dynameis», «Mächte».) Sie haben keinen physischen und keinen Lebensleib. Ihr niedrigstes Glied ist der Astralleib. Wenn die Saturnkörper die Fähigkeit erlangt haben, das Leben zu spiegeln, so vermag sich dieses zurückgestrahlte Leben zu durchdringen mit den Eigenschaften, welche in den Astralleibern der «Geister der Bewegung» ihren Sitz haben. Die Folge davon ist, daß es so erscheint, als ob Empfindungsäußerungen, Gefühle und ähnliche seelische Kräfte von dem Saturn in den Himmelsraum hinausgeschleudert würden. Der ganze Saturn erscheint wie ein beseeltes Wesen, das Sympathien und Antipathien kundgibt. Es sind aber diese seelischen Äußerungen keineswegs seine eigenen, sondern nur die zurückgeschleuderten seelischen Wirkungen der «Geister der Bewegung». - Hat auch dieses eine gewisse Epoche hindurch gedauert, so beginnt die Tätigkeit weiterer Wesen, welche «Geister der Form» genannt seien. Auch deren unterstes Glied ist ein Astralleib. Doch steht dieser auf einer andern Stufe der Entwickelung als derjenige der «Geister der Bewegung». Während diese dem zurückgestrahlten Leben nur allgemeine Empfindungsäußerungen mitteilen, wirkt der Astralleib der «Geister der Form» (christlich: «Exusiai», «Gewalten») so, daß die Empfindungsäußerungen wie von einzelnen Wesen in den Weltenraum hinausgeschleudert werden. Man könnte sagen, die «Geister der Bewegung» lassen den Saturn im ganzen wie ein beseeltes Wesen erscheinen. Die «Geister der Form» teilen dieses Leben in einzelne Lebewesen ab, so daß er jetzt wie eine Zusammenfügung solcher Seelenwesen erscheint. - Man stelle sich, um ein Bild zu haben, eine Maulbeere oder eine Brombeere vor, wie diese aus einzelnen Beerchen zusammengefügt ist. So ist der Saturn für den übersinnlich Erkennenden in der geschilderten Entwickelungsepoche zusammengefügt aus einzelnen Saturnwesen, die allerdings nicht Eigenleben und nicht Eigenseele haben, sondern Leben und Seele ihrer Bewohner zurückstrahlen. - In diesen Saturnzustand greifen nun Wesen ein, die ebenfalls zu ihrem untersten Gliede den Astralleib haben, die aber diesen auf eine solche Stufe der Entwickelung gebracht haben, daß er wirkt wie ein gegenwärtiges menschliches «Ich». Durch diese Wesen blickt das «Ich» aus der Umgebung des Saturn auf diesen nieder. Und es teilt seine Natur den Einzel-Lebewesen des Saturn mit. So wird etwas vom Saturn in den Weltenraum hinausgeschickt, das so erscheint wie die Wirkung der menschlichen Persönlichkeit in dem gegenwärtigen Lebenskreise. Die Wesen, welche solches bewirken, seien «Geister der Persönlichkeit» genannt (christlich: «Archai», «Urbeginne»). Sie erteilen den Saturnkörperteilchen das Ansehen des Persönlichkeitscharakters. Doch ist eben nicht auf dem Saturn selbst die Persönlichkeit vorhanden, sondern nur gleichsam deren Spiegelbild, die Schale der Persönlichkeit. Ihre wirkliche Persönlichkeit haben die «Geister der Persönlichkeit» im Umkreise des Saturn. Eben dadurch, daß diese «Geister der Persönlichkeit» in der geschilderten Art ihr Wesen zurückstrahlen lassen von den Saturnkörpern, wird diesen jene feine Stofflichkeit erteilt, welche vorhin als die «Wärme» geschildert worden ist. — Es ist im ganzen Saturn keine Innerlichkeit; aber die «Geister der Persönlichkeit» erkennen das Bild ihrer eigenen Innerlichkeit, indem es ihnen als Wärme vom Saturn aus zuströmt.

Wenn alles das eintritt, stehen die «Geister der Persönlichkeit» auf der Stufe, auf welcher der Mensch gegenwärtig steht. Sie machen da ihre Menschheitsepoche durch. Will man auf diese Tatsache mit unbefangenem Auge blicken, so muß man sich vorstellen, daß ein Wesen «Mensch» sein kann nicht bloß in der Gestalt, welche der Mensch gegenwärtig hat. Die «Geister der Persönlichkeit» sind «Menschen» auf dem Saturn. Sie haben als unterstes Glied nicht den physischen Leib, sondern den Astralleib mit dem Ich. Daher können sie die Erlebnisse dieses Astralleibes nicht in einem solchen physischen Leibe und Ätherleibe ausdrücken wie der gegenwärtige Mensch; aber sie haben nicht nur ein «Ich», sondern wissen auch davon, weil ihnen die Wärme des Saturn dieses «Ich» rückstrahlend zum Bewußtsein bringt. Sie sind eben «Menschen» unter anderen als den Erdenverhältnissen.

Im weiteren Verlauf folgen in der Saturnentwickelung Tatsachen von anderer Art, als die bisherigen waren. Während bisher alles Spiegelung äußeren Lebens und Empfindens war, beginnt nunmehr eine Art Innenleben. In der Saturnwelt beginnt ein da und dort aufflackerndes und sich wieder abdunkelndes Lichtleben. Zitterndes Flimmern an diesen oder jenen Stellen, etwas wie zuckende Blitze an anderen, tritt auf. Die Saturnwärmekörper beginnen zu flimmern, zu glänzen, ja zu strahlen. Dadurch, daß diese Stufe der Entwickelung erreicht ist, ergibt sich wieder für gewisse Wesenheiten die Möglichkeit, eine Tätigkeit zu entfalten. Es sind dies diejenigen, welche als «Feuergeister» bezeichnet werden können (Christlich: «Archangeloi», «Erzengel»). Diese Wesenheiten haben zwar einen Astralleib, aber sie können auf der gekennzeichneten Stufe ihres Daseins dem eigenen Astralleibe keine Anregungen geben; sie würden kein Gefühl, keine Empfindung erregen können, wenn sie nicht auf die zur geschilderten Saturnstufe gelangten Wärmekörper wirken könnten. Diese Wirkung gibt ihnen die Möglichkeit, ihr eigenes Dasein an der Wirkung zu erkennen, die sie üben. Sie können nicht zu sich sagen: «Ich bin da», sondern etwa: «Meine Umgebung läßt mich da sein.» Sie nehmen wahr, und zwar bestehen ihre Wahrnehmungen in den geschilderten Lichtwirkungen auf dem Saturn. Diese sind in einer gewissen Art ihr «Ich». Das verleiht ihnen eine besondere Art des Bewußtseins. Man kann dies als Bilderbewußtsein bezeichnen. Es kann vorgestellt werden von der Art des menschlichen Traumbewußtseins; nur daß man sich den Grad der Lebhaftigkeit sehr viel größer zu denken hat als beim menschlichen Träumen und daß man es nicht mit wesenlos auf- und abwogenden Traumbildern zu tun hat, sondern mit solchen, welche in einem wirklichen Verhältnisse zu dem Lichtspiel des Saturn stehen. - In diesem Wechselspiel zwischen den Feuergeistern und den Saturnwärmekörpern werden die Keime der menschlichen Sinnesorgane der Entwickelung einverleibt. Die Organe, durch welche der Mensch gegenwärtig die physische Welt wahrnimmt, leuchten auf in ihren ersten feinen ätherischen Anlagen. Menschen-Phantome, welche an sich noch nichts anderes zeigen als die Licht-Urbilder der Sinnesorgane, werden innerhalb des Saturn dem hellseherischen Wahrnehmungsvermögen erkennbar. - Diese Sinnesorgane sind also die Frucht der Tätigkeit der Feuergeister; aber es sind an deren Zustandekommen nicht nur diese Geister beteiligt. Zugleich mit diesen Feuergeistern treten andere Wesen auf dem Schauplatz des Saturn auf. Wesen, welche in ihrer Entwickelung so weit sind, daß sie sich jener Sinneskeime bedienen können zum Anschauen der Weltvorgänge im Saturnleben. Es sind Wesen, die als «Geister der Liebe» (christlich: «Seraphim») gelten können. Wären sie nicht da, so könnten die Feuergeister nicht das oben geschilderte Bewußtsein haben. Sie schauen die Saturnvorgänge mit einem Bewußtsein an, das es ihnen ermöglicht, diese als Bilder auf die Feuergeister zu übertragen. Sie selbst verzichten auf alle Vorteile, welche sie durch das Anschauen der Saturnvorgänge haben könnten, auf jeden Genuß, jede Freude; sie geben das alles hin, damit die Feuergeister es haben können.

Diesen Geschehnissen folgt eine neue Periode des Saturndaseins. Zu dem Lichtspiel kommt ein anderes. Es kann für viele wie Wahnwitz erscheinen, wenn ausgesprochen wird, was sich da dem übersinnlichen Erkennen darbietet. Innerlich im Saturn ist es wie durcheinanderwogende Geschmacksempfindungen. Süß, bitter, sauer usw. wird an den verschiedensten Stellen im Innern des Saturn beobachtet; und nach außen, in den Himmelsraum hinein, wird das alles als Ton, als eine Art Musik wahrgenommen. - Innerhalb dieser Vorgänge finden wieder gewisse Wesenheiten die Möglichkeit, eine Tätigkeit auf dem Saturn zu entfalten. Sie seien die «Söhne des Zwielichtes oder des Lebens» (christlich: «Angeloi», «Engel») genannt. Sie treten in Wechselwirkung mit den im Innern des Saturn vorhandenen, auf- und abwohnenden Geschmackskräften. Dadurch kommt ihr Äther- oder Lebensleib in eine solche Tätigkeit, daß man diese als eine Art Stoffwechsel bezeichnen kann. Sie bringen Leben in das Innere des Saturn. Es geschehen dadurch Nahrungs- und Ausscheidungsprozesse im Saturn. Nicht sie bewirken unmittelbar diese Prozesse, sondern durch das, was sie bewirken, entstehen mittelbar solche Prozesse. Dieses Innenleben macht möglich, daß noch andere Wesen den Weltkörper betreten, die als «Geister der Harmonien» (christlich: «Cherubim») bezeichnet werden mögen. Sie vermitteln den «Söhnen des Lebens» eine dumpfe Art des Bewußtseins. Es ist noch dumpfer und dämmerhafter als das Traumbewußtsein des gegenwärtigen Menschen. Es ist ein solches, wie es dem Menschen im traumlosen Schlafe zukommt. Dieses ist ja von so niedrigem Grade, daß es dem Menschen gewissermaßen «gar nicht zum Bewußtsein kommt». Doch ist es vorhanden. Es unterscheidet sich vom Tagesbewußtsein dem Grade und auch der Art nach. Dieses «traumlose Schlafbewußtsein» haben gegenwärtig auch die Pflanzen. Wenn es auch keine Wahrnehmungen einer Außenwelt im menschlichen Sinne vermittelt, so regelt es doch die Lebensvorgänge und bringt diese in Harmonie mit den äußeren Weltvorgängen. Auf der in Rede stehenden Saturnstufe können diese Regelung die «Söhne des Lebens» nicht wahrnehmen; aber die «Geister der Harmonien» nehmen sie wahr, und sie sind daher die eigentlichen Regeler. — All dieses Leben spielt sich in den gekennzeichneten Menschenphantomen ab. Diese erscheinen dem geistigen Blicke daher belebt; aber ihr Leben ist doch nur ein Scheinleben. Es ist das Leben der «Söhne des Lebens», die sich gewissermaßen der Menschenphantome bedienen, um sich auszuleben.

Man richte nun die Aufmerksamkeit auf die Menschenphantome mit dem Scheinleben. Während der geschilderten Saturnperiode sind sie von ganz wechselnder Form. Bald sehen sie dieser Gestalt, bald jener ähnlich. Im weiteren Verlauf der Entwickelung werden die Gestalten bestimmter; zeitweilig bleibend. Das rührt davon her, daß sie jetzt durchdrungen werden von den Wirkungen der Geister, die schon im Beginne der Saturnentwickelung in Betracht kommen, nämlich von den «Geistern des Willens» (den «Thronen»). Die Folge davon ist, daß das Menschenphantom selbst mit der einfachsten dumpfesten Bewußtseinsform erscheint. Man hat sich diese Bewußtseinsform noch dumpfer vorzustellen als diejenige des traumlosen Schlafes. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen haben die Mineralien dieses Bewußtsein. Es bringt das Innenwesen in Einklang mit der physischen Außenwelt. Auf dem Saturn sind die «Geister des Willens» die Regeler dieses Einklanges. Und der Mensch erscheint dadurch wie ein Abdruck des Saturnlebens selbst. Was das Saturnleben im großen ist, das ist auf dieser Stufe der Mensch im kleinen. Und damit ist der erste Keim zu dem gegeben, was auch im heutigen Menschen noch erst keimhaft ist: zum «Geistesmenschen» (Atma). Nach innen (im Saturn) gibt sich dieser dumpfe Menschenwille dem übersinnlichen Wahrnehmungsvermögen durch Wirkungen kund, welche sich mit den «Gerüchen» vergleichen lassen. Nach außen in den Himmelsraum ist eine Kundgebung vorhanden wie die einer Persönlichkeit, die aber nicht durch ein inneres «Ich» gelenkt wird, sondern wie eine Maschine von außen geregelt ist. Die Regeler sind die «Geister des Willens».

Überblickt man das Vorhergehende, so wird ersichtlich, daß, von dem zuerst geschilderten Mittelzustande der Saturnentwickelung angefangen, die Stufen dieser Entwickelung charakterisiert werden konnten durch Vergleiche ihrer Wirkungen mit Sinnesempfindungen der Gegenwart. Es konnte gesagt werden: die Saturnentwickelung offenbart sich als Wärme, dann tritt ein Lichtspiel hinzu, dann ein Geschmack und Tonspiel; endlich tritt etwas auf, was sich nach dem Innern des Saturn mit Geruchsempfindungen, nach außen wie maschinenartig wirkendes Menschen-Ich kundgibt. Wie verhält es sich mit den Offenbarungen der Saturnentwickelung für das, was vor dem Wärmezustand liegt? Das ist nun gar nicht mit etwas zu vergleichen, was einer äußeren Sinnesempfindung zugänglich ist. Dem Wärmezustand geht ein solcher voran, welchen der Mensch gegenwärtig nur in seinem Innenwesen erlebt. Wenn er sich Vorstellungen hingibt, die er sich in der Seele selbst bildet, ohne daß ihm die Veranlassung von einem äußeren Eindrucke aufgedrängt wird, dann hat er etwas in sich, was keine physischen Sinne wahrnehmen können, was vielmehr nur als Wahrnehmung dem höheren Schauen zugänglich ist. Dem Wärmezustand des Saturn gehen eben Offenbarungen voran, die nur für den übersinnlich Wahmehmenden vorhanden sein können. Drei solcher Zustände können genannt werden: rein seelische Wärme, die nicht äußerlich wahrnehmbar ist; rein geistiges Licht, das äußerlich Finsternis ist; und endlich geistig Wesenhaftes, das in sich selbst vollendet ist und keines äußeren Wesens bedarf, um seiner bewußt zu werden. Reine innere Wärme begleitet das Erscheinen der «Geister der Bewegung»; reines geistiges Licht dasjenige der «Geister der Weisheit», reines Innenwesen ist verbunden mit der ersten Ausströmung der «Geister des Willens».

Mit dem Erscheinen der Saturnwärme tritt also unsere Entwickelung aus dem Innenleben, aus der reinen Geistigkeit zuerst in ein äußerlich sich offenbarendes Dasein. Besonders schwierig wird es dem Gegenwartsbewußtsein wohl, sich damit abzufinden, wenn auch noch gesagt werden muß, daß mit dem Saturnwärmezustand auch zuerst dasjenige auftritt, was man die «Zeit» nennt. Die vorhergehenden Zustände sind nämlich gar nicht zeitlich. Sie gehören derjenigen Region an, die man in der Geisteswissenschaft die «Dauer» nennen kann. Deshalb muß auch alles, was in dieser Schrift über solche Zustände in der «Region der Dauer» gesagt ist, so verstanden werden, daß Ausdrücke, die sich auf zeitliche Verhältnisse beziehen, nur zum Vergleiche und zur Verständigung gebraucht werden. Für die menschliche Sprache kann, was der «Zeit» gewissermaßen vorangeht, auch nur mit Ausdrücken charakterisiert werden, welche die Zeitvorstellung enthalten. Muß man sich doch auch bewußt sein, daß, obgleich der erste, zweite und dritte Saturnzustand sich gar nicht «nacheinander» im gegenwärtigen Sinne abspielten, man doch nicht umhin kann, sie nacheinander zu schildern. Auch hängen sie ja trotz ihrer «Dauer» oder Gleichzeitigkeit so voneinander ab, daß sich diese Abhängigkeit mit einer zeitlichen Abfolge vergleichen läßt.

Mit diesem Hinweis auf die ersten Entwickelungszustände des Saturn wird auch ein Licht geworfen auf alles weitere Fragen nach einem «Woher» dieser Zustände. Rein verstandesmäßig ist es natürlich durchaus möglich, jedem Ursprunge gegenüber wieder nach einem «Ursprung dieses Ursprunges» zu fragen. Allein den Tatsachen gegenüber geht dieses nicht an. Man braucht sich das nur an einem Vergleich zu vergegenwärtigen. Wenn man irgendwo auf einem Wege eingegrabene Spuren findet, so kann man fragen: woher rühren sie? Man mag als Antwort erhalten: von einem Wagen. Da kann weiter gefragt werden: wo kam der Wagen her, wohin fuhr er? Eine auf Tatsachen gegründete Antwort ist wieder möglich. Man kann dann noch fragen: wer saß im Wagen? was hatte die Persönlichkeit, die ihn benützte, für Absichten, was tat sie? Endlich wird man aber an einen Punkt kommen, an dem das Fragen durch die Tatsachen ein naturgemäßes Ende findet. Wer dann noch weiter fragt, kommt von der Absicht der ursprünglichen Fragestellung ab. Er setzt gewissermaßen nur schablonenmäßig das Fragen fort. Man merkt bei solchen Dingen, wie hier eines zum Vergleich angeführt ist, leicht, wo die Tatsachen das Ende des Fragens bedingen. Den großen Weltfragen gegenüber ist man sich nicht so leicht klar darüber. Bei wirklich genauem Zusehen wird man aber doch merken, daß alles Fragen nach dem «Woher» endigen muß bei den oben geschilderten Saturnzuständen. Denn man ist auf ein Gebiet gekommen, wo die Wesen und Vorgänge nicht mehr durch das sich rechtfertigen, aus dem sie entstammen, sondern durch sich selbst.

Als Ergebnis der Saturnentwickelung erscheint, daß sich der Menschenkeim bis zu einer gewissen Stufe herangebildet hat. Er hat das niedere, dumpfe Bewußtsein erlangt, von dem oben die Rede war. Man soll sich nicht vorstellen, daß dessen Entwickelung erst im letzten Saturnstadium einsetzt. Die «Geister des Willens» wirken durch alle Zustände hindurch. In der letzten Periode ist aber für das übersinnliche Wahrnehmen der Erfolg am hervorstechendsten. Überhaupt ist eine feste Grenze zwischen den Wirksamkeiten der einzelnen Wesensgruppen nicht. Wenn gesagt wird: erst wirken die «Geister des Willens», dann die «Geister der Weisheit» usw., so ist nicht gemeint, daß sie nur da wirken. Sie wirken die ganze Saturnentwickelung hindurch; in den angegebenen Perioden ist ihr Wirken nur am besten zu beobachten. Die einzelnen Wesen haben da gleichsam die Führerschaft.

So erscheint die ganze Saturnentwickelung als eine Bearbeitung dessen, was aus den «Geistern des Willens» ausgeströmt ist, durch die «Geister der Weisheit, der Bewegung, der Form» usw. Diese geistigen Wesenheiten machen dabei selbst eine Entwickelung durch. Die «Geister der Weisheit» zum Beispiel stehen auf einer andern Stufe, nachdem sie ihr Leben zurückgestrahlt vom Saturn empfangen haben, als vorher. Die Frucht dieser Tätigkeit erhöht die Fähigkeiten ihres eigenen Wesens. Die Folge davon ist, daß für sie nach so vollbrachter Tätigkeit etwas Ähnliches eintritt wie für den Menschen mit dem Schlafe. Ihren Tätigkeitsperioden in bezug auf den Saturn folgen solche, in denen sie gewissermaßen in anderen Welten leben. Dann ist ihre Tätigkeit vom Saturn abgewandt. Deshalb sieht das hellseherische Wahrnehmen in der geschilderten Saturnentwickelung ein Auf- und ein Absteigen. Das Aufsteigen dauert bis zur Herausbildung des Wärmezustandes. Dann beginnt mit dem Lichtspiel bereits ein Abfluten. Und wenn dann die Menschenphantome durch die «Geister des Willens» Gestalt angenommen haben, dann haben sich die geistigen Wesen auch nach und nach zurückgezogen: die Saturnentwickelung erstirbt in sich; sie verschwindet als solche. Eine Art Ruhepause tritt ein. Der Menschenkeim geht wie in einen Auflösungszustand dabei ein; aber nicht in einen solchen, durch den er verschwinden würde, sondern in einen solchen, der ähnlich ist dem eines Pflanzensamens, der in der Erde ruht, um zur neuen Pflanze zu reifen. So ruht der Menschenkeim zu neuem Erwachen im Schoß der Welt. Und wenn der Zeitpunkt seines Erwachens da ist, da haben unter anderen Verhältnissen auch die oben geschilderten geistigen Wesen sich die Fähigkeiten angeeignet, durch die sie den Menschenkeim weiter bearbeiten können. Die «Geister der Weisheit» haben in ihrem Ätherleib die Fähigkeit erlangt, nicht nur wie auf dem Saturn die Spiegelung des Lebens zu genießen; sie vermögen es jetzt, Leben auch aus sich ausströmen zu lassen und andere Wesen damit zu begaben. Die «Geister der Bewegung» sind nunmehr so weit, wie auf dem Saturn die «Geister der Weisheit». Ihr unterstes Wesensglied war dort der astralische Leib. Jetzt ist ihnen ein Äther- oder Lebensleib eigen. Und ganz entsprechend sind die andern geistigen Wesen zu einer weiteren Entwickelungsstufe gekommen. Alle diese geistigen Wesen können daher bei der Weiterentwickelung des Menschenkeimes anders wirken, als sie auf dem Saturn gewirkt haben. - Nun war aber der Menschenkeim am Ende der Saturnentwickelung aufgelöst. Damit die weiter entwickelten Geistwesen da fortsetzen können, wo sie früher aufgehört haben, muß dieser Menschenkeim die Stufen noch einmal kurz wiederholen, die er auf dem Saturn durchlaufen hat. Das zeigt sich nämlich dem übersinnlichen Wahmehmungsvermögen. Der Menschenkeim tritt aus seiner Verborgenheit hervor und beginnt aus eigenem Vermögen heraus durch die Kräfte, die ihm auf dem Saturn eingeimpft worden sind, sich zu entwickeln. Er geht als ein Willenswesen aus der Finsternis hervor, bringt sich zum Scheine des Lebens, der Seelenhaftigkeit usw. bis zu jener maschinenmäßigen Persönlichkeitsoffenbarung, die er am Ende der Saturnentwickelung hatte.

Die zweite der angedeuteten großen Entwickelungsperioden, die «Sonnenstufe», bewirkt die Erhebung des Menschenwesens zu einem höheren Bewußtseinszustand, als derjenige war, den es auf dem Saturn erreicht hatte. Mit dem gegenwärtigen Bewußtsein des Menschen verglichen, könnte allerdings dieser Sonnenzustand als «Unbewußtheit» bezeichnet werden. Denn er kommt annähernd gleich dem, in welchem sich der Mensch jetzt während des völlig traumlosen Schlafes befindet. Oder man könnte ihn auch mit dem niederen Bewußtseinsgrade vergleichen, in dem gegenwärtig unsere Pflanzenwelt schlummert. Für die übersinnliche Anschauung gibt es keine «Unbewußtheit», sondern nur verschiedene Grade der Bewußtheit. Alles in der Welt ist bewußt. - Das Menschenwesen erlangt im Laufe der Sonnenentwickelung den höheren Bewußtseinsgrad dadurch, daß ihm da der Äther- oder Lebensleib eingegliedert wird. Bevor dies geschehen kann, müssen sich in der oben geschilderten Art die Saturnzustände wiederholen. Diese Wiederholung hat einen ganz bestimmten Sinn. Wenn nämlich die Ruhepause abgelaufen ist, von welcher in den vorhergehenden Ausführungen gesprochen worden ist, dann tritt aus dem «Weltschlafe» dasjenige, was vorher Saturn war, als neues Weltwesen, als Sonne hervor. Es haben sich damit aber die Verhältnisse der Entwickelung verändert. Die Geistwesen, deren Wirken für den Saturn dargestellt worden ist, sind zu anderen Zuständen vorgerückt. Der Menschenkeim erscheint aber zuerst auf der neugebildeten Sonne als das, was er auf dem Saturn geworden ist. Er muß zunächst die verschiedenen Entwickelungsstadien, die er auf dem Saturn angenommen hat, so umwandeln, daß sie zu den Verhältnissen auf der Sonne passen. Die Sonnenepoche beginnt deshalb mit einer Wiederholung der Saturntatsachen, aber unter Anpassung an die veränderten Verhältnisse des Sonnenlebens. Wenn nun das Menschenwesen so weit ist, daß seine auf dem Saturn erlangte Entwickelungshöhe den Sonnenverhältnissen angepaßt ist, dann beginnen die bereits genannten «Geister der Weisheit» damit; den Äther- oder Lebensleib in den physischen Leib einströmen zu lassen. Die höhere Stufe, welche der Mensch auf der Sonne erreicht, kann somit dadurch charakterisiert werden, daß der bereits auf dem Saturn in der Keimanlage gebildete physische Leib auf eine zweite Stufe der Vollkommenheit gehoben wird, indem er zum Träger eines Äther- oder Lebensleibes wird. Dieser Äther- oder Lebensleib erlangt während der Sonnenentwickelung für sich selbst den ersten Grad seiner Vollkommenheit. Damit aber dieser zweite Vollkommenheitsgrad für den physischen Leib und der erste für den Lebensleib erzielt werden, ist im weiteren Verlauf des Sonnenlebens das Eingreifen noch anderer Geistwesen in ähnlicher Art notwendig, wie es schon für die Saturnstufe beschrieben worden ist.

Wenn die «Geister der Weisheit» mit ihrem Einströmen des Lebensleibes beginnen, so fängt das vorher dunkle Sonnenwesen zu leuchten an. Gleichzeitig treten in dem Menschenkeim die ersten Erscheinungen innerer Regsamkeit ein; das Leben beginnt. Was für den Saturn als ein Scheinleben charakterisiert werden mußte, wird jetzt wirkliches Leben. Das Einströmen dauert eine gewisse Zeit. Nachdem diese verflossen ist, tritt für den Menschenkeim eine wichtige Veränderung ein. Er gliedert sich nämlich in zwei Teile. Während vorher physischer Leib und Lebensleib in inniger Verbindung ein Ganzes bildeten, beginnt sich jetzt der physische Leib als ein besonderer Teil abzusondern. Doch bleibt auch dieser abgesonderte physische Leib vom Lebensleib durchzogen. Man hat es also jetzt mit einem zweigliedrigen Menschenwesen zu tun. Der eine Teil ist ein von einem Lebensleib durchgearbeiteter physischer Leib, der andere Teil ist bloßer Lebensleib. Diese Absonderung verläuft aber während einer Ruhepause des Sonnenlebens. Es erlischt während derselben wieder das schon aufgetretene Leuchten. Die Trennung geschieht gewissermaßen während einer «Weltennacht». Doch ist diese Ruhepause viel kürzer als diejenige zwischen der Saturn- und Sonnenentwickelung, von der oben gesprochen worden ist. Nach Ablauf der Ruhepause arbeiten die «Geister der Weisheit» eine Zeitlang ebenso an dem zweigliedrigen Menschenwesen weiter, wie sie das vorher an dem eingliedrigen getan haben. Dann setzen die «Geister der Bewegung» mit ihrer Tätigkeit ein. Sie durchströmen mit ihrem eigenen Astralleib den Lebensleib des Menschenwesens. Dadurch erlangt dieser die Fähigkeit, gewisse innere Bewegungen in dem physischen Leibe auszuführen. Es sind das Bewegungen, welche sich vergleichen lassen mit den Bewegungen der Säfte in einer gegenwärtigen Pflanze.

Der Saturnkörper bestand aus bloßer Wärmesubstanz. Während der Sonnenentwickelung verdichtet sich diese Wärmesubstanz bis zu dem Zustand, den man mit dem gegenwärtigen Gas- oder Dampfzustand vergleichen kann. Es ist jener Zustand, den man als «Luft» bezeichnen kann. Die ersten Anfänge eines solchen Zustandes zeigen sich, nachdem die «Geister der Bewegung» mit ihrer Tätigkeit eingesetzt haben. Dem übersinnlichen Bewußtsein bietet sich der folgende Anblick dar. Innerhalb der Wärmesubstanz tritt etwas auf wie feine Gebilde, die durch die Kräfte des Lebensleibes in regelmäßige Bewegungen versetzt werden. Diese Gebilde veranschaulichen den physischen Leib des Menschenwesens auf der ihm jetzt entsprechenden Entwickelungsstufe. Sie sind ganz von Wärme durchdrungen und auch wie von einer Wärmehülle eingeschlossen. Wärmegebilde mit eingegliederten Luftformen - letztere in regelmäßiger Bewegung - kann man, in physischer Beziehung, dieses Menschenwesen nennen. Will man daher den oben angeführten Vergleich mit der gegenwärtigen Pflanze beibehalten, so muß man sich bewußt bleiben, daß man es nicht mit einem kompakten Pflanzengebilde zu tun hat, sondern mit einer Luft- oder Gasgestalt, (3) deren Bewegungen mit den Säftebewegungen der gegenwärtigen Pflanzen verglichen werden können. - Die in dieser Art gekennzeichnete Entwickelung schreitet weiter. Nach einer gewissen Zeit tritt wieder eine Ruhepause ein; nach derselben wirken die Geister der Bewegung weiter, bis zu ihrer Tätigkeit diejenige der Geister der Form hinzutritt. Deren Wirkung besteht darin, daß die vorher stets wechselnden Gasgebilde bleibende Gestalten annehmen. Auch dies geschieht dadurch, daß in den Lebensleib der Menschenwesen die Geister der Form ihre Kräfte aus- und einströmen lassen. Die Gasgebilde waren früher, als noch bloß die Geister der Bewegung auf sie wirkten, in einer unaufhörlichen Bewegung, nur einen Augenblick behielten sie ihre Gestalt. Jetzt aber nehmen sie vorübergehend unterscheidbare Formen an. - Wieder tritt nach einer gewissen Zeit eine Ruhepause ein; wieder setzen nach dieser die Geister der Form ihre Tätigkeit fort. Dann aber treten ganz neue Verhältnisse innerhalb der Sonnenentwickelung ein.

Es ist nämlich damit der Punkt erreicht, wo die Sonnenentwickelung in ihrer Mitte angelangt ist. Das ist die Zeit, in welcher die Geister der Persönlichkeit, die auf dem Saturn ihre Menschheitsstufe erlangt haben, einen höheren Grad der Vollkommenheit ersteigen. Sie schreiten über diese Stufe hinaus. Sie erlangen ein Bewußtsein, das der gegenwärtige Mensch auf unserer Erde im regelrechten Fortgang der Entwickelung noch nicht hat. Er wird es erlangen, wenn die Erde - also die vierte der planetarischen Entwickelungsstufen - an ihrem Ziele angelangt und in die folgende planetarische Periode eingetreten sein wird. Dann wird der Mensch nicht bloß das um sich herum wahrnehmen, was ihm die gegenwärtigen physischen Sinne vermitteln, sondern er wird imstande sein, in Bildern die inneren, seelischen Zustände der ihn umgebenden Wesen zu beobachten. Er wird ein Bilderbewußtsein haben, jedoch mit Beibehaltung des vollen Selbstbewußtseins. Es wird nichts Traumhaftes, Dumpfes in seinem Bilderschauen sein, sondern er wird das Seelische wahrnehmen, allerdings in Bildern, doch so, daß diese Bilder der Ausdruck von Wirklichkeiten sein werden, wie es jetzt physische Farben und Töne sind. Gegenwärtig kann sich der Mensch nur durch die geisteswissenschaftliche Schulung zu solchem Schauen erheben. Von dieser Schulung wird auf späteren Blättern dieses Buches die Rede sein. - Dieses Schauen erlangen nun als ihre normale Entwickelungsgabe die Geister der Persönlichkeit inmitten der Sonnenstufe. Und eben dadurch werden sie fähig, während der Sonnenentwickelung auf den neugebildeten Lebensleib des Menschenwesens in ähnlicher Art zu wirken, wie sie auf dem Saturn auf den physischen Leib gewirkt haben. Wie ihnen dort die Wärme ihre eigene Persönlichkeit zurückgestrahlt hat, so strahlen ihnen jetzt die Gasgebilde im Lichtglanze die Bilder ihres schauenden Bewußtseins zurück. Sie schauen übersinnlich an, was auf der Sonne vorgeht. Und dieses Anschauen ist keineswegs ein bloßes Beobachten. Es ist, als ob in den Bildern, die von der Sonne ausströmen, etwas von der Kraft sich geltend machte, die der Erdenmensch als Liebe bezeichnet. Und sieht man seelisch genauer zu, so findet man den Grund dieser Erscheinung. Es haben sich in das von der Sonne ausstrahlende Licht erhabene Wesenheiten mit ihrer Tätigkeit gemischt. Es sind die oben bereits genannten «Geister der Liebe» (christlich: «Seraphim»). Sie wirken von jetzt ab am menschlichen Äther- oder Lebensleibe zusammen mit den Geistern der Persönlichkeit. Durch diese Tätigkeit schreitet dieser Lebensleib selbst um eine Stufe auf seiner Entwickelungsbahn fort. Er erlangt die Fähigkeit, die in ihm befindlichen Gasgebilde nicht nur umzuformen, sondern sie so zu bearbeiten, daß die ersten Andeutungen einer Fortpflanzung der lebenden Menschenwesen sich zeigen. Es werden gewissermaßen Absonderungen aus den geformten Gasgebilden herausgetrieben (wie ausgeschwitzt), welche sich zu solchen Gestalten formen, die ihren Muttergebilden ähnlich sind.

Um die weitere Sonnenentwickelung zu charakterisieren, muß auf eine Tatsache des Weltenfernes hingewiesen Werden, welche von der allergrößten Bedeutung ist. Sie besteht darin, daß im Laufe einer Epoche keineswegs alle Wesen das Ziel ihrer Entwickelung erreichen. Es gibt solche, die hinter diesem Ziel zurückbleiben. So haben während der Saturnentwickelung nicht alle Geister der Persönlichkeit die Menschheitsstufe, die ihnen dort in der oben dargestellten Art beschieden war, wirklich erreicht. Und ebensowenig haben alle auf dem Saturn ausgebildeten physischen Menschenleiber den Grad von Reife erlangt, der sie befähigt, auf der Sonne zum Träger eines selbständigen Lebensleibes zu werden. Die Folge davon ist, daß auf der Sonne Wesen und Gebilde vorhanden sind, welche zu ihren Verhältnissen nicht passen. Diese müssen nun während der Sonnenentwickelung nachholen, was sie auf dem Saturn versäumt haben. Man kann deshalb während der Sonnenstufe das Folgende geistig beobachten. Wenn die Geister der Weisheit mit ihrem Einströmen des Lebensleibes beginnen, trübt sich gewissermaßen der Sonnenkörper. Es durchsetzen ihn Gebilde, welche eigentlich noch zum Saturn gehören würden. Es sind Wärmegebilde, welche nicht imstande sind, in entsprechender Art sich zu Luft zu verdichten. Das sind die auf der Saturnstufe zurückgebliebenen Menschenwesen. Sie können nicht Träger eines in regelrechter Art ausgebildeten Lebensleibes werden. - Was nun auf diese Art von Wärmesubstanz des Saturn zurückgeblieben ist, gliedert sich auf der Sonne in zwei Teile. Der eine Teil wird von den Menschenleibern gleichsam aufgesogen; und er bildet fortan innerhalb des Menschenwesens eine Art niederer Natur desselben. So nimmt das Menschenwesen auf der Sonne etwas in seine Leiblichkeit auf, was eigentlich der Saturnstufe entspricht. Wie nun der Saturnleib des Menschen den Geistern der Persönlichkeit es möglich gemacht hat, sich zur Menschheitsstufe zu erheben, so leistet jetzt dieser Saturnteil des Menschen auf der Sonne dasselbe für die Feuergeister. Sie erheben sich zur Menschheitsstufe, indem sie ihre Kräfte ein- und ausströmen lassen in diesen Saturnteil des Menschenwesens, wie es die Geister der Persönlichkeit auf dem Saturn getan haben. Auch dies geschieht in der Mitte der Sonnenentwickelung. Da ist der Saturnteil des Menschenwesens so weit reif, daß mit seiner Hilfe die Feuergeister (Archangeloi) ihre Menschheitsstufe durchlaufen können. - Ein anderer Teil der Wärmesubstanz des Saturn gliedert sich ab und erlangt ein selbständiges Dasein neben und zwischen den Menschenwesen der Sonne. Dieser bildet nun ein zweites Reich neben dem Menschenreiche. Ein Reich, das auf der Sonne einen völlig selbständigen, aber nur physischen Leib, als Wärmeleib, ausbildet. Die Folge davon ist, daß die vollkommen entwickelten «Geister der Persönlichkeit» auf keinen selbständigen Lebensleib ihre Tätigkeit in der geschilderten Art richten können. Nun sind aber auch gewisse «Geister der Persönlichkeit» auf der Saturnstufe zurückgeblieben. Diese haben da nicht die Stufe der Menschheit erreicht. Zwischen ihnen und dem selbständig gewordenen zweiten Sonnenreich besteht ein Anziehungsband. Sie müssen sich jetzt auf der Sonne zu dem zurückgebliebenen Reich so verhalten, wie dies ihre vorgeschrittenen Genossen schon auf dem Saturn gegenüber den Menschenwesen getan haben. Diese haben dort ja auch erst den physischen Leib ausgebildet gehabt. Auf der Sonne selbst ist aber zu solcher Arbeit der zurückgebliebenen Persönlichkeitsgeister keine Möglichkeit. Sie sondern sich daher aus dem Sonnenkörper heraus und bilden außerhalb desselben einen selbständigen Weltenkörper. Es tritt dieser also aus der Sonne heraus. Von ihm aus wirken die zurückgebliebenen «Geister der Persönlichkeit» auf die beschriebenen Wesen des zweiten Sonnenreiches. Es sind dadurch zwei Weltengebilde aus dem einen geworden, das früher Saturn war. Die Sonne hat in ihrer Umgebung nunmehr einen zweiten Weltenkörper, einen solchen, der eine Art Wiedergeburt des Saturn, einen neuen Saturn, darstellt. Von diesem Saturn aus wird dem zweiten Sonnenreich der Persönlichkeitscharakter erteilt. Man hat es daher innerhalb dieses Reiches mit Wesen zu tun, welche auf der Sonne selbst keine Persönlichkeit haben. Doch aber spiegeln sie den «Geistern der Persönlichkeit» auf dem neuen Saturn deren eigene Persönlichkeit zurück. Das übersinnliche Bewußtsein kann zwischen den Menschenwesen auf der Sonne Wärmekräfte beobachten, die in die regelmäßige Sonnenentwickelung hineinspielen und in welchen man das Walten der gekennzeichneten Geister des neuen Saturn zu sehen hat.

Im Menschenwesen hat man während der Mitte der Sonnenentwickelung das Folgende zu beachten. Dasselbe ist gegliedert in einen physischen Leib und einen Lebensleib. Darinnen spielt sich ab die Tätigkeit der vorgeschrittenen «Geister der Persönlichkeit» in Verbindung mit derjenigen der «Geister der Liebe». Dem physischen Leibe ist nun beigemischt ein Teil der zurückgebliebenen Saturnnatur. Darin spielt sich ab die Tätigkeit der «Feuergeister». Man hat nun zu sehen in allem, was die «Feuergeister» an der zurückgebliebenen Saturnnatur bewirken, die Vorläufer der gegenwärtigen Sinnesorgane der Erdenmenschen. Es ist ja gezeigt worden, wie schon auf dem Saturn in der Wärmesubstanz diese «Feuergeister» mit der Ausarbeitung der Sinneskeime beschäftigt waren. In dem, was durch die «Geister der Persönlichkeit» im Verein mit den «Geistern der Liebe» (den Seraphim) vollbracht wird, ist zu erkennen die erste Anlage der gegenwärtigen menschlichen Drüsenorgane. - Mit dem oben Gesagten ist aber die Arbeit der auf dem neuen Saturn wohnenden Persönlichkeitsgeister nicht erschöpft. Diese erstrecken ihre Tätigkeit nicht bloß auf das genannte zweite Sonnenreich, sondern sie stellen eine Art Verbindung her zwischen diesem Reich und den menschlichen Sinnen. Es strömen die Wärmesubstanzen dieses Reiches durch die menschlichen Sinneskeime aus und ein. Dadurch gelangt das Menschenwesen auf der Sonne zu einer Art von Wahrnehmung des außer ihm befindlichen niederen Reiches. Diese Wahrnehmung ist naturgemäß nur eine dumpfe, ganz entsprechend dem dumpfen Saturnbewußtsein, von dem oben die Rede war. Und sie besteht im wesentlichen aus verschiedenen Wärmewirkungen.

Alles, was hier für die Mitte der Sonnenentwickelung geschildert worden ist, dauert eine gewisse Zeit. Dann tritt wieder eine Ruhepause ein. Nach derselben geht es eine Zeitlang in derselben Art fort bis zu einem Punkte der Entwickelung, in dem der menschliche Ätherleib so weit reif ist, daß nunmehr eine vereinte Arbeit der «Söhne des Lebens» (Angeloi) und der «Geister der Harmonie» (Cherubim) einsetzen kann. Es treten nun innerhalb des Menschenwesens für das übersinnliche Bewußtsein Offenbarungen auf, die sich mit Geschmackswahrnehmungen vergleichen lassen und die sich nach außen als Töne kundgeben. Ein Ähnliches mußte ja schon für die Saturnentwickelung gesagt werden. Hier auf der Sonne ist nur all das im Menschenwesen innerlicher, voll selbständigeren Lebens. - Die «Söhne des Lebens» erlangen dadurch jenes dumpfe Bilderbewußtsein, das die «Feuergeister» auf dem Saturn erreicht hatten. Es sind dabei die «Geister der Harmonie» (die Cherubim) ihre Helfer. Sie eigentlich schauen geistig das an, was sich innerhalb der Sonnenentwickelung jetzt abspielt. Nur verzichten sie auf alle Früchte dieses Anschauens, auf die Empfindung der weisheitsvollen Bilder, welche da entstehen, und lassen diese wie prächtige Zaubererscheinungen in das traumhafte Bewußtsein der «Söhne des Lebens» einströmen. Diese wieder arbeiten solche Gebilde ihres Schauens in den Ätherleib des Menschen hinein, so daß dieser immer höhere Stufen der Entwickelung erreicht. - Wieder tritt eine Ruhepause ein, wieder erhebt sich das Ganze aus dem «Weltenschlaf», und, nachdem es noch eine Zeitlang gedauert hat, ist das Menschenwesen so weit reif, daß es nun eigene Kräfte regen kann. Es sind dies dieselben, welche während der letzten Zeit der Saturnperiode durch die «Throne» in dieses Menschenwesen eingeströmt sind. In einem Innenleben entwickelt sich jetzt dieses Menschenwesen, das in seiner Offenbarung für das Bewußtsein mit einer innerlichen Geruchswahrnehmung verglichen werden kann. Nach außen aber, gegen den Himmelsraum, gibt sich dieses Menschenwesen als eine Persönlichkeit kund, allerdings als eine solche, die nicht von einem inneren «Ich» gelenkt wird. Es erscheint vielmehr wie eine als Persönlichkeit wirkende Pflanze. Für das Ende der Saturnentwickelung ist ja gezeigt worden, daß die Persönlichkeit wie eine Maschine sich kundgibt. Und wie sich dort der erste Keim zu dem entwickelt hat, was auch im gegenwärtigen Menschen erst keimhaft ist, zum «Geistesmenschen» (Atma), so wird hier ein ebensolcher erster Keim zu dem «Lebensgeist» (Buddhi) gestaltet. — Nachdem eine Zeit hindurch sich alles das abgespielt hat, tritt wieder eine Ruhepause ein. Wie in den ähnlichen Fällen früher, wird nach dieser Pause die Tätigkeit des Menschenwesens eine Zeitlang fortgesetzt. Dann treten Verhältnisse ein, die sich darstellen als ein neuer Eingriff der «Geister der Weisheit». Durch denselben wird das Menschenwesen fähig, die ersten Spuren von Sympathie und Antipathie mit seiner Umgebung zu empfinden. Es ist in alledem noch keine wirkliche Empfindung, aber doch ein Vorläufer der Empfindung. Denn die innere Lebenstätigkeit, die in ihrer Offenbarung wie Geruchswahrnehmungen charakterisiert werden könnte, gibt sich nach außen wie in einer Art primitiver Sprache kund. Wird innerlich ein sympathischer Geruch — oder auch Geschmack, Flimmern etc. — wahrgenommen, so gibt dies das Menschenwesen nach außen durch einen Ton kund. Und in entsprechender Art geschieht solches bei einer innerlich unsympathischen Wahrnehmung. — Es ist nämlich durch alle die geschilderten Vorgänge der eigentliche Sinn der Sonnenentwickelung für das Menschenwesen erreicht. Dieses hat eine höhere Bewußtseinsstufe gegenüber dem Saturnbewußtsein erlangt. Es ist dies das Schlafbewußtsein.

Nach einiger Zeit ist nun auch der Entwickelungspunkt eingetreten, da die mit der Sonnenstufe verbundenen höheren Wesen in andere Sphären übergehen müssen, um das zu verarbeiten, was sie durch ihr Wirken am Menschenwesen selbst in sich veranlagt haben. Es tritt eine große Ruhepause ein, wie eine solche zwischen der Saturn- und Sonnenentwickelung war. Alles, was sich auf der Sonne ausgebildet hat, geht in einen Zustand über, der sich mit dem der Pflanze vergleichen läßt, wenn deren Wachstumskräfte im Samen ruhen. Wie aber diese Wachstumskräfte in einer neuen Pflanze wieder an das Tageslicht treten, so tritt auch nach der Ruhepause alles, was auf der Sonne Leben war, wieder aus dem Weltenschoße hervor, und ein neues planetarisches Dasein beginnt. Man wird den Sinn einer solchen Ruhepause, eines «Weltenschlafes», wohl verstehen, wenn man nur einmal den geistigen Blick auf eine der genannten Wesensarten, zum Beispiel auf die «Geister der Weisheit», lenkt. Sie waren auf dem Saturn noch nicht so weit, daß sie dort hätten einen Ätherleib aus sich können ausströmen lassen. Erst durch die von ihnen auf dem Saturn gemachten Erlebnisse sind sie darauf vorbereitet worden. Während der Pause gestalten sie nun dasjenige, was in ihnen erst vorbereitet worden ist, zur wirklichen Fähigkeit um. So sind sie auf der Sonne so weit, das Leben aus sich ausströmen zu lassen und das Menschenwesen mit einem eigenen Lebensleib zu begaben.

Nach der Ruhepause tritt dasjenige, was früher Sonne war, aus dem «Weltenschlafe» wieder hervor. Das heißt, es wird wieder wahrnehmbar für die geistig schauenden Kräfte, für die es früher zu beobachten war und für die es während der Ruhepause entschwunden war. Nun zeigt sich aber an dem neu hervortretenden planetarischen Wesen, das als «Mond» bezeichnet werden soll (und das nicht verwechselt werden darf mit dem Stück davon, das gegenwärtig Erdenmond ist), ein zweifaches. Erstens ist dasjenige, was sich während der Sonnenzeit als ein «neuer Saturn» abgesondert hatte, wieder in dem neuen planetarischen Wesen darin. Dieser Saturn hat sich somit während der Ruhepause wieder mit der Sonne vereinigt. Alles, was im ersten Saturn war, tritt zunächst wieder als ein Weltgebilde auf. Zweitens sind die auf der Sonne gebildeten Lebensleiber des Menschenwesens in der Ruhepause von dem aufgesogen worden, was in einer Art die geistige Hülle des Planeten bildet. Sie erscheinen also in diesem Zeitpunkte nicht mit den entsprechenden physischen Menschenleibern vereinigt, sondern diese treten für sich allein zunächst auf. Zwar tragen sie alles das an sich, was in ihnen auf Saturn und Sonne erarbeitet worden ist; aber sie ermangeln des Äther- oder Lebensleibes. Ja sie können diesen Ätherleib auch nicht sogleich in sich aufnehmen, denn dieser hat selbst eine Entwickelung während der Ruhepause durchgemacht, an die sie noch nicht angepaßt sind. - Was nun im Beginne der Mondenentwickelung eintritt, damit diese Anpassung erzielt werde, ist zunächst eine abermalige Wiederholung der Saturntatsachen. Das physische Menschenleben durchläuft dabei, wiederholend, die Stufen der Saturnentwickelung, nur unter ganz veränderten Verhältnissen. Auf dem Saturn spielten in ihm ja nur die Kräfte eines Wärmeleibes, jetzt sind in ihm auch diejenigen des erarbeiteten Gasleibes. Die letzteren treten aber nicht gleich im Beginne der Mondenentwickelung auf. Da ist alles so, wie wenn das Menschenwesen nur aus Wärmesubstanz bestünde und innerhalb derselben die Gaskräfte schlummerten. Dann kommt eine Zeit, in welcher diese in ersten Andeutungen auftreten. Und zuletzt, im letzten Zeitraum der Saturnwiederholung, sieht das Menschenwesen schon so aus wie während seines lebendigen Zustandes auf der Sonne. Doch erweist sich alles Leben da noch als ein Scheinleben. Es tritt erst eine Ruhepause ein, ähnlich den kurzen Ruhepausen während der Sonnenentwickelung. Dann beginnt neuerdings das Einströmen des Lebensleibes, für den sich der physische Leib nun reif gemacht hat. Dieses Einströmen geschieht wieder wie die Saturnwiederholung in drei voneinander zu unterscheidenden Epochen. Während der zweiten dieser Epochen ist das Menschenwesen so weit den neuen Mondenverhältnissen angepaßt, daß die «Geister der Bewegung» die von ihnen erlangte Fähigkeit in die Tat umsetzen können. Sie besteht darin, daß sie aus ihrer eigenen Wesenheit heraus den Astralleib in die Menschenwesen einströmen lassen. Sie haben sich zu dieser Arbeit während der Sonnenentwickelung vorbereitet und in der Ruhepause zwischen Sonne und Mond das Vorbereitete zu der angedeuteten Fähigkeit umgewandelt. Es dauert dieses Einströmen nun wieder eine Zeitlang, dann tritt eine der kleineren Ruhepausen ein. Nach derselben setzt sich das Einströmen fort, bis die «Geister der Form» mit ihrer Tätigkeit einsetzen. Dadurch, daß die «Geister der Bewegung» den Astralleib in das Menschenwesen einströmen lassen, erlangt dieses die ersten seelischen Eigenschaften. Es beginnt, die Vorgänge, welche sich durch den Besitz eines Lebensleibes in ihm abspielen und welche während der Sonnenentwickelung noch pflanzenhaft waren, mit Empfindungen zu verfolgen, Lust und Unlust durch sie zu fühlen. Es bleibt aber bei einem wechselvollen inneren Auf- und Abfluten solcher Lust und Unlust, bis die «Geister der Form» eingreifen. Da verwandeln sich diese wechselnden Gefühle so, daß in dem Menschenwesen das auftritt, was als erste Spur des Wunsches, der Begierde, aufgefaßt werden kann. Das Wesen strebt nach einer Wiederholung dessen, was einmal Lust bereitet hat, und es versucht zu vermeiden, was als antipathisch empfunden worden ist. Da jedoch die «Geister der Form» ihre eigene Wesenheit nicht an das Menschenwesen abgeben, sondern ihre Kräfte nur aus- und einströmen lassen, so entbehrt die Begierde der Innerlichkeit und Selbständigkeit. Sie wird gelenkt von den «Geistern der Form». Sie tritt mit einem instinktiven Charakter auf.

Auf dem Saturn war der physische Leib des Menschenwesens ein Wärmeleib; auf der Sonne ist eine Verdichtung zum Gaszustand oder zur «Luft» eingetreten. Nun, da während der Mondenentwickelung das Astrale einströmt, erreicht in einem bestimmten Zeitpunkt das Physische einen weiteren Grad von Verdichtung, es kommt in einen Zustand, der sich mit dem einer gegenwärtigen Flüssigkeit vergleichen läßt. Man kann diesen Zustand als «Wasser» bezeichnen. Doch ist eben damit nicht unser gegenwärtiges Wasser gemeint, sondern jegliche flüssige Daseinsform. Der physische Menschenleib nimmt nun allmählich eine Form an, die sich aus dreierlei substantiellen Gebilden zusammensetzt. Das dichteste ist ein «Wasserkörper»; dieser wird durchzogen von Luftströmungen, und durch alles dies ziehen sich wieder Wärmewirkungen hindurch.

Nun erlangen auch während der Sonnenstufe nicht alle Gebilde die volle entsprechende Reife. Es finden sich deshalb auf dem Monde Gebilde ein, die erst auf der Saturnstufe stehen, und solche, die nur die Sonnenstufe erreicht haben. Dadurch entstehen neben dem regelrecht entwickelten Menschenreiche zwei andere Reiche. Ein solches, das aus Wesen besteht, die auf der Saturnstufe stehengeblieben sind, die daher nur einen physischen Leib haben, der auch auf dem Monde noch nicht Träger eines selbständigen Lebensleibes werden kann. Es ist dies das niedrigste Mondenreich. Ein zweites besteht aus Wesen, die auf der Sonnenstufe zurückgeblieben sind, welche deshalb nicht reif werden, auf dem Monde einen selbständigen Astralleib sich einzugliedern. Diese bilden ein Reich zwischen dem ebengenannten und dem regelmäßig fortgeschrittenen Menschenreich. — Aber auch noch etwas anderes findet statt: Die Substanzen mit bloßen Wärmekräften und jene mit bloßen Luftkräften durchsetzen auch die Menschenwesen. So kommt es, daß diese auf dem Monde in sich eine Saturn- und eine Sonnennatur tragen. Dadurch ist in die Menschennatur eine Art von Zwiespalt gekommen. Und durch diesen Zwiespalt wird nach dem Einsetzen der Tätigkeit der «Geister der Form» innerhalb der Mondenentwickelung etwas sehr Bedeutungsvolles hervorgerufen. Es beginnt sich da eine Spaltung im Mondenweltkörper vorzubereiten. Ein Teil seiner Substanzen und Wesenheiten trennt sich ab von den andern. Aus einem Weltenkörper werden zwei. Den einen machen gewisse höhere Wesenheiten, die noch vorher inniger mit dem einheitlichen Weltenkörper verbunden waren, zu ihrem Wohnplatz. Der andere dagegen wird von dem Menschenwesen, den beiden vorhin charakterisierten niederen Reichen und gewissen höheren Wesenheiten eingenommen, die nicht zu dem ersten Weltenkörper übergegangen sind. Der eine der beiden Weltenkörper mit den höheren Wesen erscheint wie eine wiedergeborene, aber verfeinerte Sonne; der andere ist nunmehr die eigentliche Neubildung, der «alte Mond», als dritte planetarische Verkörperung unserer Erde, nach der Saturn- und Sonnenverkörperung. Von den auf dem Monde entstandenen Substanzen nimmt die wiedergeborene Sonne bei ihrem Heraustreten nur die «Wärme»und die «Luft» mit; auf dem, was wie ein Rest als Mond übriggeblieben ist, findet sich außer diesen beiden Substanzen noch der wässerige Zustand. Es wird durch diese Trennung erreicht, daß die mit der wiedererstandenen Sonne ausgezogenen Wesenheiten zunächst in ihrer weiteren Entwickelung durch die dichteren Mondwesenheiten nicht gehemmt werden. Sie können so ungehindert in ihrem eigenen Werden fortschreiten. Dadurch erlangen sie aber eine um so größerer Kraft, um nun von außen, von ihrer Sonne aus, auf die Mondwesen zu wirken. Und auch diese erlangen dadurch neue Entwickelungsmöglichkeiten. Mit ihnen sind vereint geblieben vor allem die «Geister der Form». Diese verfestigen die Begierden- und die Wunschnatur; und dieses drückt sich allmählich auch in einer weiteren Verdichtung des physischen Leibes der Menschenwesen aus. Das vorher bloß Wässerige dieses Leibes nimmt eine zähflüssige Form an, und entsprechend verdichten sich die luftförmigen und wärmeartigen Gebilde. Ähnliche Vorgänge finden auch statt bei den beiden niederen Reichen.

Daß der Mondkörper von dem Sonnenkörper ausgesondert wird, dies hat zur Folge, daß sich der erstere zu dem letzteren so verhält, wie einstmals der Saturnkörper zu der ganzen umliegenden Weltenentwickelung. Der Saturnkörper war aus dem Leibe der «Geister des Willens» (der Throne) gebildet. Aus seiner Substanz strahlte in den Weltenraum zurück alles, was die in der Umgebung befindlichen oben angeführten geistigen Wesenheiten erlebten. Und die Rückstrahlung erwachte durch die folgenden Vorgänge allmählich zu selbständigem Leben. Darauf beruht ja alle Entwickelung, daß erst aus dem Leben der Umgebung selbständige Wesenheit sich absondert; dann in dem abgesonderten Wesen sich die Umgebung wie durch Spiegelung einprägt und dann dies abgesonderte Wesen sich selbständig weiter entwickelt. - So auch sonderte sich der Mondenkörper vom Sonnenkörper ab und strahlte zunächst das Leben des Sonnenkörpers zurück. Wäre nun nichts anderes geschehen, so hätte man es mit folgendem Weltenprozesse zu tun. Es gäbe einen Sonnenkörper, in welchem diesem Körper angepaßte geistige Wesenheiten in dem Wärme- und Luftelemente ihre Erlebnisse hätten. Diesem Sonnenkörper stünde ein Mondenkörper gegenüber, in welchem andere Wesen mit dem Wärme-, Luft- und Wasserleben sich entfalteten. Der Fortschritt von der Sonnenverkörperung zu der Mondenverkörperung bestünde darin, daß die Sonnenwesen ihr eigenes Leben von den Mondenvorgängen aus wie im Spiegelbilde vor sich hätten und so dasselbe genießen könnten, was ihnen während der Sonnenverkörperung noch unmöglich war.

Nun blieb es aber nicht bei diesem Entwickelungsvorgange. Es geschah etwas, was für alle folgende Entwickelung von der allertiefsten Bedeutung war. Gewisse Wesenheiten, welche dem Mondenkörper angepaßt waren, bemächtigten sich des ihnen zur Verfügung stehenden Willenselementes (des Erbes der Throne) und entwickelten dadurch ein Eigenleben, das sich unabhängig gestaltet von dem Sonnenleben. Es entstehen neben den Erlebnissen des Mondes, die nur unter dem Sonneneinflusse stehen, selbständige Mondenerlebnisse; gleichsam Empörungs- oder Auflehnungszustände gegen die Sonnenwesen. Und die verschiedenen auf Sonne und Mond entstandenen Reiche, vor allem das Reich der Menschenvorfahren, wurde in diese Zustände hineingezogen. Der Mondenkörper schließt dadurch geistig und stofflich zweierlei Leben in sich: Solches, das in inniger Verbindung mit dem Sonnenleben steht, und solches, welches von diesem «abgefallen» ist und unabhängige Wege geht. Diese Gliederung in zweifaches Leben drückt sich in allen folgenden Vorgängen der Mondenverkörperung nun aus.

Was sich für diesen Entwickelungszeitraum dem übersinnlichen Bewußtsein darbietet, das läßt sich in folgenden Bildern charakterisieren. Die ganze Grundmasse des Mondes ist gebildet aus einer halblebendigen Substanz, die in einer bald trägen, bald lebhaften Bewegung ist. Eine mineralische Masse im Sinne der Gesteine und der Erdbestandteile, auf denen der gegenwärtige Mensch herumwandelt, ist das noch nicht. Man könnte von einem Reiche von Pflanzenmineralien sprechen. Nur hat man sich vorzustellen, daß der ganze Grundkörper des Mondes aus dieser Pflanzen-Mineralsubstanz besteht, wie heute die Erde aus Gesteinen, Ackererde usw. besteht. Wie gegenwärtig sich Felsenmassen auftürmen, so lagerten sich der Mondenmasse härtere Teile ein, die sich mit harten Holzgebilden oder mit Formen aus Horn vergleichen lassen. Und wie sich jetzt Pflanzen aus dem Mineralboden erheben, so war der Mondengrund bedeckt und durchdrungen von dem zweiten Reich, bestehend aus einer Art von Pflanzentieren. Ihre Substanz war weicher als die Grundmasse und in sich beweglicher. Wie ein zähes Meer zog sich dieses Reich über das andere dahin. Und der Mensch selbst kann als Tiermensch bezeichnet werden. Er hatte in seiner Natur die Bestandteile der andern beiden Reiche. Aber seine Wesenheit war ganz durchdrungen von einem Lebensleib und astralischen Leib, auf welche die von der abgeschiedenen Sonne ausgehenden Kräfte der höheren Wesenheiten wirkten. So wurde seine Gestalt veredelt. Während ihm die «Geister der Form» eine Gestalt gaben, durch die er dem Mondenleben angepaßt war, machten ihn die Sonnengeister zu einer Wesenheit, die ihn über dieses Leben hinaushob. Er hatte die Kraft, mit den ihm von diesen Geistern geschenkten Fähigkeiten seine eigene Natur zu veredeln, ja dasjenige, was mit den niederen Reichen verwandt war, auf eine höhere Stufe emporzuheben.

Geistig gesehen können die hier in Betracht kommenden Vorgänge in der folgenden Art geschildert werden. Der Menschenvorfahr war veredelt worden von Wesenheiten, die vom Sonnenreiche abgefallen waren. Diese Veredelung erstreckte sich vor allem auf alles, was im Wasserelemente erlebt werden konnte. Auf dieses Element hatten die Sonnenwesen, die Herrscher im Wärme- und Luftelemente waren, den geringeren Einfluß. Für den Menschenvorfahren hatte dies zur Folge, daß sich in seiner Organisation zweierlei Wesenheiten geltend machten: der eine Teil dieser Organisation war ganz durchdrungen von den Wirkungen der Sonnenwesen. In dem andern wirkten die abgefallenen Mondenwesen. Dadurch war der letzte Teil selbständiger als der erste. Im ersten konnten nur Bewußtseinszustände entstehen, in denen die Sonnenwesen lebten; in dem letzteren lebte eine Art Weltbewußtsein, wie es dem Saturnzustande eigen war, nur jetzt auf einer höheren Stufe. Der Menschenvorfahr kam sich dadurch als «Abbild der Welt» vor, während sich sein «Sonnenteil» nur als «Abbild der Sonne» fühlte. — Es traten nun in der Menschennatur diese beiden Wesenheiten in eine Art Kampf. Und durch den Einfluß der Sonnenwesenheiten wurde für diesen Kampf ein Ausgleich dadurch geschaffen, daß durch ihn die stoffliche Organisation, welche das selbständige Weltbewußtsein ermöglichte, gebrechlich, vergänglich gemacht wurde. Es mußte nun von Zeit zu Zeit dieser Teil der Organisation ausgeschieden werden. Während und einige Zeit nach der Ausscheidung war der Menschenvorfahr ein bloß vom Sonneneinfluß abhängiges Wesen. Sein Bewußtsein wurde unselbständiger; er lebte in demselben ganz dem Sonnenleben hingegeben. Dann erneuerte sich der selbständige Mondenteil wieder. Nach einiger Zeit wiederholte sich stets dieser Vorgang. So lebte der Menschenvorfahr auf dem Monde in Wechselzuständen helleren und dumpferen Bewußtseins; und der Wechsel war begleitet von einer Wandlung seines Wesens in stofflicher Beziehung. Er legte von Zeit zu Zeit seinen Mondenkörper ab und nahm ihn später wieder an.

Physisch gesehen zeigt sich in den angeführten Reichen des Mondes eine große Mannigfaltigkeit. Die Mineralpflanzen, Pflanzentiere und Tiermenschen sind nach Gruppen verschieden. Man wird das verstehen, wenn man bedenkt, daß durch das Zurückbleiben der Gebilde auf jeder der früheren Stufen der Entwickelung Formen in den mannigfaltigsten Qualitäten verkörpert worden sind. Es sind Gebilde da, welche noch die Anfangseigenschaften des Saturn zeigen, solche der mittleren Epoche dieses Weltkörpers, solche vom Ende. Ein Gleiches gilt für alle Entwickelungsstufen der Sonne.

Und wie die mit dem sich fortentwickelnden Weltenkörper verbundenen Gebilde zurückbleiben, so ist es auch mit gewissen Wesenheiten der Fall, die mit dieser Entwickelung zusammenhängen. Durch das Fortrücken des Werdens bis zum Monde sind schon eine Anzahl von Stufen solcher Wesenheiten entstanden. Da gibt es «Geister der Persönlichkeit», welche auf der Sonne noch immer nicht ihre Menschheitsstufe erreicht haben; es sind aber auch solche vorhanden, welche da das Aufsteigen in die Menschheit nachgeholt haben. Auch von den «Feuergeistern», die auf der Sonne hätten Menschen werden sollen, sind eine Anzahl zurückgeblieben. Wie nun während der Sonnenentwickelung gewisse zurückgebliebene «Geister der Persönlichkeit» sich aus dem Sonnenkörper herauszogen und den Saturn als besonderen Weltenkörper wieder erstehen ließen, so geschieht es auch, daß im Laufe der Mondenentwickelung sich die oben charakterisierten Wesenheiten auf besonderen Weltkörpern aussondern. Es ist bis jetzt erst von der Teilung in Sonne und Mond gesprochen worden, doch gliedern sich noch andere Weltgebilde aus den angegebenen Gründen aus dem Mondenkörper ab, der nach der großen Sonnen-Mondes-Pause erschienen ist. Man hat es nach einiger Zeit mit einem System von Weltkörpern zutun, deren fortgeschrittenster, wie leicht zu ersehen ist, die neue Sonne genannt werden muß. Und ein ebensolches Anziehungsband, wie es oben für die Sonnenentwickelung zwischen dem zurückgebliebenen Saturnreiche und den Persönlichkeitsgeistern auf dem neuen Saturn beschrieben worden ist, bildet sich zwischen je einem solchen Weltenkörper und den entsprechenden Mondenwesen. Es würde hier viel zu weit führen, alle die entstehenden Weltenkörper im einzelnen zu verfolgen. Es muß genügen, auf den Grund hingewiesen zu haben, warum aus dem einheitlichen Weltgebilde, das im Beginne der Menschheitsentwickelung als Saturn erscheint, sich nach und nach eine Reihe von Weltenkörpern herauslöst.

Nach dem Einsetzen der «Geister der Form» auf dem Monde dauert die Entwickelung eine Zeitlang fort in der Art, wie dies geschildert worden ist. Nach dieser Zeit tritt wieder eine Pause ein. Während derselben bleiben die gröberen Teile der drei Mondenreiche in einer Art Ruhezustand; die feineren Teile aber, namentlich die astralischen Leiber der Menschenwesen, lösen sich los von diesen gröberen Gebilden. Sie kommen in einen Zustand, in dem die höheren Kräfte der erhabenen Sonnenwesen besonders stark auf sie wirken können. — Nach der Ruhepause durchdringen sie wieder diejenigen Teile des Menschenwesens, die aus den gröberen Substanzen bestehen. Dadurch, daß sie in der Pause - im freien Zustande — die starken Kräfte aufgenommen haben können sie diese gröberen Substanzen reif machen zu der Wirkung, die nach einer gewissen Zeit nunmehr auf sie ausgeübt werden soll von den regelrecht vorgeschrittenen Geistern der Persönlichkeit» und den «Feuergeistern».

Diese «Geister der Persönlichkeit» haben sich inzwischen zu einer Stufe erhoben, auf der sie das «Bewußtsein der Inspiration» haben. Sie können da nicht nur — wie das beim früheren Bilderbewußtsein war — die inneren Zustände anderer derer Wesen in Bildern wahrnehmen, sondern wie in einer geistigen Tonsprache das Innere solcher Wesen selbst. Die «Feuergeister» aber haben sich zu der Bewußtseinshöhe erhöhen, welche die «Geister der Persönlichkeit» auf der Sinne inne hatten. Beide Arten von Geistern können dadurch in das herangereifte Leben des Menschenwesens eingreifen. Die «Geister der Persönlichkeit» wirken auf den Astralleib, die «Feuergeister» auf den Ätherleib dieses Menschenwesens. Der Astralleib erhält dadurch den Charakter d der Persönlichkeit. Er erlebt nunmehr in sich nicht nur Lust u und Schmerz, sondern er bezieht sie auch auf sich. Er kommt noch nicht zu einem vollständigen Ich-Bewußtsein, das sich sagt «Ich bin da»; aber er fühlt sich getragen und geborgen v von anderen Wesenheiten seiner Umgebung. Indem er zu diesen gleichsam aufblickt, kann er sich sagen: Diese meine Umgebung hält mich am Dasein. — Die «Feuergeister» wirken nunmehr auf den Ätherleib. Unter ihrem Einflusse wird die Bewegung der Kräfte in diesem Leibe immer mehr und mehr zu einer innerlichen Lebenstätigkeit. Was da entsteht, findet einen physischen Ausdruck in einer Säftebewegung und in Wachstumserscheinungen. Die gasigen Substanzen haben sich zu wässerigen verdichtet; es kann von einer Art Ernährung in dem Sinne gesprochen werden, daß das von außen Aufgenommene im Innern umgewandelt und verarbeitet wird. Wenn man sich etwa ein Mittelding denkt zwischen der Ernährung und der Atmung im gegenwärtigen Sinne, dann erhält man eine Vorstellung von dem, was in dieser Richtung damals geschah. Die Nahrungsstoffe wurden aus dem Reiche der Tierpflanzen von dem Menschenwesen entnommen. Man hat sich diese Tierpflanzen als schwebend-schwimmend zu denken — oder auch leicht angewachsen — in einem sie umgebenden Elemente, wie die gegenwärtigen niederen Tiere im Wasser oder die Landtiere in der Luft leben. Doch ist dieses Element weder Wasser noch Luft in dem gegenwärtigen Sinne, sondern etwas Mittleres aus beiden, eine Art dichter Dampf, in dem die verschiedensten Substanzen wie aufgelöst in den verschiedensten Strömungen sich hin- und herbewegen. Die Tierpflanzen erscheinen nur wie verdichtete regelmäßige Formen dieses Elementes, physisch oftmals nur wenig von ihrer Umgebung verschieden. Der Atmungsprozeß ist neben dem Ernährungsprozeß vorhanden. Er ist nicht wie auf der Erde, sondern wie ein Einsaugen und Ausströmen von Wärme. Für die übersinnliche Beobachtung ist es, wie wenn bei diesen Vorgängen sich Organe öffneten und wieder zuzögen, durch welche ein erwärmender Strom aus- und einginge und auch die luft- und wasserartigen Substanzen ein- und ausgeführt würden. Und weil das Menschenwesen auf dieser Stufe seiner Entwickelung bereits einen Astralleib besitzt, werden diese Atmung und die Ernährung von Gefühlen begleitet, so daß eine Art von Lust entsteht, wenn solche Stoffe von außen aufgenommen werden, die förderlich sind für den Aufbau des Menschenwesens. Unlust wird bewirkt, wenn schädliche Stoffe einfließen oder auch nur in die Nähe kommen. — Wie auf die geschilderte Art während der Mondentwickelung der Atmungsprozeß dem Ernährungsvorgang nahestand, so stand der Vorstellungsprozeß der Fortpflanzung nahe. Von den Dingen und Wesen in der Umgebung des Mondmenschen ging nicht eine unmittelbare Wirkung auf irgendwelche Sinne aus. Die Vorstellung war vielmehr so geartet, daß durch die Anwesenheit solcher Dinge und Wesen Bilder erregt wurden in dem dumpfen, dämmerhaften Bewußtsein. Diese Bilder standen in einem viel innigeren Zusammenhang mit der eigentlichen Natur der Umgebung als die gegenwärtigen Sinneswahrnehmungen, welche in Farben, Tönen, Gerüchen usw. ja nur gleichsam die Außenseite der Wesen zeigen. Man stelle sich, um einen deutlicheren Begriff von dem Bewußtsein der Mondmenschen zu haben, vor, daß diese wie eingebettet seien in die oben geschilderte dampfartige Umgebung. In diesem Dunstelemente spielen sich die mannigfaltigsten Vorgänge ab. Es verbinden sich Stoffe, es trennen sich Substanzen voneinander ab. Es verdichten sich Partien, andere verdünnen sich. Alles das geht so vor sich, daß es die Menschenwesen nicht etwa unmittelbar sehen oder hören; aber es ruft Bilder im Menschenbewußtsein hervor. Diese Bilder sind vergleichbar denen des gegenwärtigen Traumbewußtseins. Wie etwa, wenn ein Gegenstand zur Erde fällt und ein schlafender Mensch nimmt nicht den wirklichen Vorgang wahr, sondern irgendein Bild, zum Beispiel er vermeint, daß ein Schuß abgegeben werde. Nur sind die Bilder des Mondenbewußtsein nicht willkürlich wie solche Traumbilder; sie sind zwar Sinnbilder, nicht Abbilder, aber sie entsprechen den äußeren Vorgängen. Es tritt mit einem bestimmten äußeren Vorgang auch nur ein ganz bestimmtes Bild auf. Der Mondenmensch ist dadurch in der Lage, sein Verhalten nach diesen Bildern einzurichten, wie es der gegenwärtige Mensch nach seinen Wahrnehmungen tut. Es ist nur zu beachten, daß das Verhalten auf Grund der Wahrnehmungen der Willkür unterliegt, während das Handeln unter dem Einflusse der gekennzeichneten Bilder wie auf einen dunklen Antrieb hin erfolgt. — Dieses Bilderbewußtsein ist nun keineswegs so, daß durch dasselbe nur äußere physische Vorgänge versinnlicht werden, sondern es werden durch die Bilder auch die hinter den physischen Tatsachen waltenden geistigen Wesen und deren Tätigkeiten vorgestellt. So werden in den Dingen des Tierpflanzenreiches die «Geister der Persönlichkeit» gleichsam sichtbar; hinter und in den mineralpflanzlichen Wesen erscheinen die «Feuergeister»; und als Wesen, die der Mensch ohne Zusammenhang mit etwas Physischem vorzustellen vermag, die er gleichsam als ätherisch-seelische Gebilde erschaut, erscheinen die «Söhne des Lebens». — Waren so diese Vorstellungen des Mondenbewußtseins keine Abbilder, sondern nur Sinnbilder des Äußeren, so waren sie dafür von einer viel bedeutsameren Wirkung auf das Innere des Menschenwesens als die gegenwärtigen durch Wahrnehmung vermittelten Vorstellungen des Menschen. Sie vermochten es, das ganze Innere in Bewegung und Tätigkeit zu versetzen. Nach ihnen gestalteten sich die inneren Vorgänge. Sie waren echte Bildungskräfte. Das Menschenwesen wurde so, wie diese Bildungskräfte es gestalteten. Es wurde gewissermaßen ein Abbild seiner Bewußtseinsvorgänge.

Je weiter der Fortgang der Entwickelung in dieser Art stattfindet, um so mehr hat er zur Folge, daß mit dem Menschenwesen eine tief einschneidende Veränderung vor sich geht. Die Macht, welche von den Bewußtseinsbildern ausgeht, kann sich nach und nach nicht mehr über die ganze menschliche Leiblichkeit erstrecken. Es bilden sich solche Glieder, welche der gestaltenden Wirkung des Bilderbewußtseins unterliegen und im hohen Grade ein Abbild des Vorstellungslebens in dem eben dargestellten Sinne werden. Andere Organe aber entziehen sich solchem Einflusse. Der Mensch ist in einem Teile seines Wesens gleichsam zu dicht, zu sehr von anderen Gesetzen bestimmt, um sich nach den Bewußtseinsbildern zu richten. Diese entziehen sich dem Einflusse des Menschenwesens; sie gelangen aber unter einen andern, unter denjenigen der erhabenen Sonnenwesen selbst. Doch sieht man dieser Stufe der Entwickelung erst eine Ruhepause vorangehen. In dieser sammeln die Sonnengeister die Kraft, um unter ganz neuen Umständen auf die Wesen des Mondes zu wirken. — Nach dieser Ruhepause ist das Menschenwesen deutlich in zwei Naturen gespalten. Die eine ist dem selbständigen Wirken des Bilderbewußtseins entzogen; sie nimmt eine bestimmtere Gestalt an und kommt unter den Einfluß von Kräften, welche zwar von dem Mondenkörper ausgehen, aber in demselben erst durch den Einfluß der Sonnenwesen entstehen. Dieser Teil des Menschenwesens lebt immer mehr das Leben mit, das durch die Sonne angeregt ist. Der andere Teil erhebt sich wie eine Art Kopf aus diesem ersteren. Er ist in sich beweglich, bildsam, und gestaltet sich als Ausdruck und Träger des menschlichen dumpfen Bewußtseinslebens. Doch sind die beiden Teile innig miteinander verbunden; sie senden sich gegenseitig ihre Säfte zu; es erstrecken sich Glieder von dem einen hinein in den andern.

Eine bedeutungsvolle Harmonie wird nun dadurch erzielt, daß im Laufe der Zeit, in welcher dies alles geschehen ist, sich auch ein solches Verhältnis von Sonne und Mond herausgebildet hat, das mit der Richtung dieser Entwickelung zusammenstimmt. — Es ist schon an einer früheren Stelle (vergleiche Seite 172) angedeutet worden, wie die fortschreitenden Wesen durch ihre Entwickelungsstufen sich aus der allgemeinen Weltenmasse heraus ihre Himmelskörper absondern. Sie strahlen gleichsam die Kräfte aus, nach denen sich die Stoffe gliedern. Sonne und Mond haben sich so voneinander abgegliedert, wie es notwendig war zur Herstellung der richtigen Wohnplätze entsprechender Wesen. Diese Bestimmung des Stoffes und seiner Kräfte durch den Geist geht aber noch viel weiter. Die Wesen selbst bedingen auch gewisse Bewegungen der Weltenkörper, bestimmte Umdrehungen derselben umeinander. Dadurch kommen diese Körper in veränderliche Stellungen zueinander. Und verändert sich die Stellung, die Lage des einen Weltkörpers zu dem andern, so verändern sich auch die Wirkungen ihrer entsprechenden Wesen aufeinander. So ist es mit Sonne und Mond geschehen. Durch die Bewegung des Mondes um die Sonne, welche entstanden ist, geraten die Menschenwesen abwechselnd einmal mehr in den Bereich der Sonnenwirkung; ein anderes Mal können sie sich von dieser abkehren und sind dann mehr auf sich selbst angewiesen. Die Bewegung ist eine Folge des oben geschilderten «Abfalles» gewisser Mondenwesen und des Ausgleiches für den Kampf, welcher dadurch bewirkt worden ist. Sie ist nur der physische Ausdruck für das durch den Abfall geschaffene geistige Kräfteverhältnis. Daß der eine Körper sich um den andern bewegt, hat zur Folge, daß in den die Weltenkörper bewohnenden Wesen solche wechselnde Bewußtseinszustände eintreten, wie sie oben geschildert worden sind. Man kann davon sprechen, daß der Mond abwechselnd sein Leben der Sonne zukehrt und abkehrt. Es gibt eine Sonnenzeit und eine planetarische Zeit, in welch letzterer die Mondenwesen sich auf einer Seite des Mondes entwickeln, welche von der Sonne abgewendet ist. Allerdings kommt für den Mond zu der Bewegung der Himmelskörper noch etwas anderes hinzu. Das zurückblickende übersinnliche Bewußtsein kann nämlich sehen, wie in ganz regelmäßigen Zeiträumen die Mondenwesen selbst um ihren Weltkörper herumwandern. Sie suchen so in gewissen Zeiten die Orte auf, an denen sie dem Sonneneinfluß sich hingeben können; in andern Epochen wandern sie nach Orten, wo sie diesem Einfluß nicht unterliegen und sich dann gleichsam auf sich selbst besinnen können.

Zur Vervollständigung des Bildes, das von diesen Vorgängen zu zeichnen ist, hat man auch noch zu beachten, daß in diesem Zeitraum die «Söhne des Lebens» ihre Menschenstufe erreichen. Der Mensch kann auch auf dem Monde seine Sinne, deren Anlagen schon auf dem Saturn entstanden sind, noch nicht zu einer eigenen Wahrnehmung äußerer Gegenstände benützen. Aber diese Sinne werden auf der Mondenstufe zu Instrumenten der «Söhne des Lebens». Diese bedienen sich ihrer, um durch sie wahrzunehmen. Diese Sinne, die zum physischen Menschenleib gehören, treten dadurch in ein Wechselverhältnis zu den «Söhnen des Lebens». Diese bedienen sich nicht nur ihrer, sondern sie vervollkommnen sie auch.

Nun tritt, wie bereits geschildert worden ist, durch die wechselnden Beziehungen zur Sonne in dem Menschenwesen selbst ein Wandel in den Lebensverhältnissen ein. Die Dinge gestalten sich so, daß jedesmal, wenn das Menschenwesen dem Sonneneinfluß unterliegt, es mehr dem Sonnenleben und seinen Erscheinungen als sich selbst hingegeben ist. Es empfindet in solchen Zeiten die Größe und Herrlichkeit des Weltalls, wie diese im Sonnensein sich ausdrückt. Es saugt diese gleichsam ein. Es wirken da eben die erhabenen Wesen, die auf der Sonne ihren Wohnplatz haben, auf den Mond. Und dieser wirkt wieder auf das Menschenwesen. Doch erstreckt sich diese Wirkung nicht auf den ganzen Menschen, sondern vorzüglich auf jene Teile desselben, die sich dem Einfluß der eigenen Bewußtseinsbilder entzogen haben. Es gelangen da namentlich der physische Leib und der Lebensleib zu einer gewissen Größe und Gestaltung. Es treten dafür aber die Bewußtseinserscheinungen zurück. Wenn nun das Menschenwesen in seinem Leben von der Sonne abgewendet ist, dann ist es mit seiner eigenen Natur beschäftigt. Es beginnt da eine innere Regsamkeit namentlich im Astralleibe. Dagegen wird die äußere Gestalt unansehnlicher, weniger formvollendet. — So gibt es während der Mondentwickelung die zwei charakterisierten, deutlich zu unterscheidenden, miteinander abwechselnden Bewußtseinszustände. Einen dumpferen während der Sonnenzeit und einen helleren während der Epoche, in welcher das Leben mehr auf sich selbst angewiesen ist. Der erste Zustand ist zwar dumpfer, aber er ist dafür auch selbstloser: der Mensch lebt da mehr in Hingabe an die Außenwelt, an das in der Sonne gespiegelte Weltall. Es ist ein Wechsel in den Bewußtseinszuständen, der sich sowohl mit dem Wechsel von Schlaf und Wachen beim gegenwärtigen Menschen, wie auch mit dessen Leben zwischen Geburt und Tod einerseits und dem mehr geistigen Dasein zwischen dem Tode und einer neuen Geburt anderseits vergleichen läßt. Das Aufwachen auf dem Monde, wenn die Sonnenzeit allmählich aufhört, wäre als ein Mittelding zwischen dem Aufwachen des gegenwärtigen Menschen an jedem Morgen und seinem Geborenwerden zu charakterisieren. Und ebenso gleicht das allmähliche Dumpferwerden des Bewußtseins beim Herannahen der Sonnenzeit einem Mittelzustand zwischen Einschlafen und Sterben. Denn ein solches Bewußtsein von Geburt und Tod, wie es dem gegenwärtigen Menschen eigen ist, gab es auf dem alten Monde noch nicht. In einer Art von Sonnenleben gab sich der Mensch dem Genusse dieses Lebens hin. Er war für diese Zeit dem Eigenleben entrückt. Er lebte mehr geistig. Es kann nur eine annähernde und vergleichsweise Schilderung dessen versucht werden, was der Mensch in solchen Zeiten erlebte. Er fühlte, wie wenn die Wirkungskräfte des Weltalls in ihn einströmten, ihn durchpulsten. Wie trunken von den Harmonien des Universums, die er mitlebte, fühlte er sich da. Sein Astralleib war in solchen Zeiten wie befreit von dem physischen Leibe. Und auch ein Teil des Lebensleibes war mit herausgezogen aus dem physischen Leib. Und dieses aus Astralleib und Lebensleib bestehende Gebilde war wie ein feines, wunderbares Musikinstrument, auf dessen Saiten die Mysterien des Weltalls erklangen. Und nach den Harmonien des Weltalls gestalteten sich die Glieder desjenigen Teiles des Menschenwesens, auf den das Bewußtsein nur geringen Einfluß hatte. Denn in diesen Harmonien wirkten die Wesen der Sonne. So wurde dieser Menschenteil durch die geistigen Weltentöne in seine Form gebracht. Und dabei war der Wechsel zwischen dem helleren Bewußtseinszustand und diesem dumpferen während der Sonnenzeit kein so schroffer wie derjenige beim gegenwärtigen Menschen zwischen dem Wachen und dem ganz traumlosen Schlaf. Allerdings war ja das Bilderbewußtsein nicht so hell wie das gegenwärtige Wachbewußtsein; dafür war aber auch das andere Bewußtsein nicht so dumpf wie der traumlose Schlaf der Gegenwart. Und so hatte das Menschenwesen eine Art, wenn auch gedämpfter Vorstellung von dem Spielen der Weltenharmonien in seinem physischen Leibe und demjenigen Teile des Ätherleibes, der mit dem physischen Leibe verbunden geblieben war. In der Zeit, in welcher die Sonne für das Menschenwesen gewissermaßen nicht schien, traten die Bildervorstellungen an die Stelle der Harmonien im Bewußtsein. Da lebten besonders diejenigen Glieder im physischen und im Ätherleibe auf, welche unter der unmittelbaren Macht des Bewußtseins standen. Dagegen machten die anderen Teile des Menschenwesens, auf die nunmehr ihre Bildungskräfte von der Sonne aus nicht wirkten, eine Art von Verhärtungs- und Vertrocknungsprozeß durch. Und wenn dann wieder die Sonnenzeit heranrückte, dann verfielen die alten Leiber; sie gliederten sich ab von dem Menschenwesen, und es ging wie aus einem Grabe seiner alten Leiblichkeit der im Innern neugestaltete, wenn auch in dieser Form noch unansehnliche Mensch hervor. Es hatte eine Erneuerung des Lebensprozesses stattgefunden. Durch die Wirkung der Sonnenwesen und ihrer Harmonien gestaltete sich der neugeborene Leib dann wieder in seiner Vollkommenheit aus und der oben geschilderte Vorgang wiederholte sich. Und der Mensch empfand diese Erneuerung wie das Anziehen eines neuen Kleides. Sein Wesenskern war nicht durch eine eigentliche Geburt oder einen Tod durchgeschritten; er war nur übergegangen von einem geistigen Tonbewußtsein, in dem er hingegeben war an die Außenwelt, zu einem, in dem er mehr dem Innern zugewendet war. Er hatte sich gehäutet. Der alte Leib war unbrauchbar geworden; er wurde abgeworfen und erneuert. Damit ist auch dasjenige genauer gekennzeichnet, was oben als eine Art Fortpflanzung charakterisiert worden ist und von dem bemerkt wurde, daß es dem Vorstellungsleben nahesteht. Das Menschenwesen hat seinesgleichen in bezug auf gewisse Teile des physischen und des Ätherleibes hervorgebracht. Aber es entsteht kein völlig von dem Elternwesen unterschiedenes Tochterwesen, sondern der Wesenskern des ersteren geht auf das letztere über. Der bringt nicht ein neues Wesen, sondern sich selbst in einer neuen Gestalt hervor. So erlebt der Mondenmensch einen Bewußtseinswechsel. Wenn die Sonnenzeit heranrückt, dann werden seine Bildvorstellungen matter und matter, eine selige Hingabe erfüllt ihn; in seinem ruhigen Innern erklingen die Weltenharmonien. Gegen das Ende dieser Zeit beleben sich die Bilder im astralischen Leibe; er beginnt mehr sich zu fühlen und zu empfinden. Der Mensch erlebt etwas wie ein Aufwachen aus der Seligkeit und Ruhe, in welche er während der Sonnenzeit versunken war. Es tritt dabei aber noch ein wichtiges Erlebnis auf. Mit dem neuen Erhellen der Bewußtseinsbilder sieht sich das Menschenwesen wie eingehüllt in eine Wolke, die sich auf dasselbe wie eine Wesenheit aus dem Weltall herabgesenkt hat. Und es fühlt diese Wesenheit wie etwas zu ihm Gehöriges, wie eine Ergänzung seiner eigenen Natur. Es fühlt sie wie dasjenige, was ihm sein Dasein schenkt, wie sein «Ich». Es ist diese Wesenheit einer der «Söhne des Lebens». Ihm gegenüber empfindet der Mensch etwa so: «In diesem habe ich gelebt, auch während ich in der Sonnenzeit hingegeben war der Herrlichkeit des Weltalls; damals war er mir nur nicht sichtbar; jetzt aber wird er mir sichtbar». Und es ist auch dieser «Sohn des Lebens», von dem die Kraft ausgeht zu jener Wirkung, die in der sonnenlosen Zeit der Mensch auf seine eigene Leiblichkeit ausübt. Und dann, wenn wieder die Sonnenzeit herannaht, fühlt der Mensch, wie wenn er selbst eins würde mit dem «Söhne des Lebens». Sieht er ihn da auch nicht, so fühlt er sich doch innig mit ihm verbunden.

Die Beziehung zu den «Söhnen des Lebens» war nun eine solche, daß nicht etwa jedes einzelne Menschenwesen für sich einen «Sohn des Lebens» hatte, sondern es empfand eine ganze Gruppe von Menschen ein solches Wesen als zu ihr gehörig. So lebten auf dem Monde die Menschen in solche Gruppen gesondert, und eine jede Gruppe empfand in einem «Söhne des Lebens» das gemeinsame «Gruppen-Ich». Der Unterschied der Gruppen machte sich dadurch geltend, daß namentlich die Ätherleiber bei einer jeden Gruppe eine besondere Gestalt hatten. Da aber die physischen Leiber sich nach den Ätherleibern gestalten, so prägten sich auch in den ersteren die Unterschiede der letzteren aus und die einzelnen Menschengruppen erschienen als ebensoviele Menschenarten. Blickten die «Söhne des Lebens» auf die zu ihnen gehörigen Menschengruppen herab, so sahen sie sich in den einzelnen Menschenwesen gewissermaßen vervielfältigt. Und darin fühlten sie ihre eigene Ichheit. Sie spiegelten sich gleichsam in den Menschen. Dies war auch die Aufgabe der menschlichen Sinne in der damaligen Zeit. Es ist gezeigt worden, daß diese noch keine Gegenstands-Wahrnehmungen vermittelten. Aber sie spiegelten das Wesen der «Söhne des Lebens». Was durch diese Spiegelung diese «Söhne des Lebens» wahrnahmen, das gab diesen ihr «Ich-Bewußtsein». Und was durch die Spiegelung im menschlichen Astralleib erregt wurde, das eben sind die Bilder des dumpfen, dämmerhaften Mondenbewußtseins. — Die Wirkung dieser im Wechselverhältnis mit den «Söhnen des Lebens» vollzogenen Betätigung des Menschen wirkte im physischen Leibe in der Anlage des Nervensystems. Die Nerven stellen sich gleichsam dar wie Fortsetzungen der Sinne nach dem Innern des menschlichen Leibes.

Es ist aus dem Dargestellten ersichtlich, wie die drei Arten von Geistern, diejenigen der «Persönlichkeit», die «Feuergeister» und die «Söhne des Lebens», auf den Mondmenschen wirken. Wenn man den Hauptzeitraum der Mondenentwickelung ins Auge faßt, die mittlere Entwickelungsperiode, so kann gesagt werden: die «Geister der Persönlichkeit» pflanzen dem menschlichen Astralleibe die Selbständigkeit, den Persönlichkeitscharakter ein. Dieser Tatsache ist es zuzuschreiben, daß in den Zeiten, in denen dem Menschen gleichsam die Sonne nicht scheint, er in sich gekehrt sein kann, an sich selbst zu gestalten vermag. Die «Feuergeister» betätigen sich am Ätherleibe, insofern dieser sich die selbständige Gestaltung des Menschenwesens einprägt. Durch sie geschieht es, daß das Menschenwesen jedesmal nach der Eneuerung des Leibes sich wieder als dasselbe fühlt. Es wird also durch die «Feuergeister» eine Art Erinnerung dem Ätherleibe gegeben. Die «Söhne des Lebens» wirken auf den physischen Leib so, daß dieser der Ausdruck des selbständig gewordenen Astralleibes werden kann. Sie machen es also möglich, daß dieser physische Leib ein physiognomisches Abbild wird seines Astralleibes. Dagegen greifen in den physischen Leib und den Ätherleib, insofern diese in den Sonnenzeiten sich unabhängig von dem selbständigen Astralleibe ausbilden, höhere geistige Wesenheiten ein, namentlich die «Geister der Form» und diejenigen der Bewegung. Ihr Eingreifen geschieht in der oben geschilderten Art von der Sonne aus.

Unter dem Einflusse solcher Tatsachen reift das Menschenwesen heran, um allmählich in sich den Keim zu dem «Geistselbst» in ähnlicher Art auszubilden, wie es in der zweiten Hälfte der Saturnentwickelung den Geistesmenschenkeim und auf der Sonne den Keim des Lebensgeistes ausgebildet hat. Dadurch verändern sich alle Verhältnisse auf dem Monde. Durch die aufeinanderfolgenden Verwandlungen und Erneuerungen sind die Menschenwesen immer edler und feiner geworden; aber sie haben auch an Kraft gewonnen. Das Bilderbewußtsein blieb dadurch auch immer mehr in den Sonnenzeiten erhalten. Es erlangte dadurch auch Einfluß auf die Gestaltung des physischen und des Ätherleibes, die vorher ganz durch die Wirkung der Sonnenwesen geschah. Das, was auf dem Monde durch die Menschenwesen und die mit ihnen verbundenen Geister geschah, wurde immer ähnlicher dem, was früher durch die Sonne mit ihren höheren Wesenheiten bewirkt worden ist. Die Folge davon war, daß diese Sonnenwesenheiten immer mehr zu ihrer eigenen Entwickelung ihre Kräfte anwenden konnten. Durch dieses wurde der Mond reif, nach einiger Zeit wieder mit der Sonne vereinigt zu werden. — Geistig angesehen stellen sich diese Vorgänge in der folgenden Art dar: Die «abgefallenen Mondenwesen» sind allmählich von den Sonnenwesen überwunden worden und müssen sich nunmehr diesen so fügen, daß ihre Verrichtungen sich den Verrichtungen der Sonnenwesen eingliedern, indem sie sich ihnen unterordnen. — Dies geschah allerdings erst, nachdem lange Epochen vorangegangen waren, in denen die Mondenzeiten immer kürzer und kürzer, die Sonnenzeiten immer länger und länger geworden waren. Es kommt nun wieder eine Entwickelung, während welcher Sonne und Mond ein Weltengebilde sind. Da ist der physische Menschenleib ganz ätherisch geworden. — Man soll sich aber nicht vorstellen, wenn gesagt wird, der physische Leib sei ätherisch geworden, daß man für solche Zustände nicht von einem physischen Leib sprechen könne. Was als physischer Leib während Saturn-, Sonnen- und Mondenzeit gebildet worden ist, bleibt vorhanden. Es kommt dabei darauf an, das Physische nicht nur da zu erkennen, wo es sich äußerlich physisch offenbart. Das Physische kann auch so vorhanden sein, daß es nach außen die Form des Ätherischen, ja auch diejenige des Astralischen zeigt. Man muß eben unterscheiden zwischen der äußeren Erscheinung und der inneren Gesetzmäßigkeit. Ein Physisches kann sich ätherisieren und astralisieren, aber dabei in sich die physische Gesetzmäßigkeit behalten. So ist es, wenn der physische Leib des Menschen auf dem Monde einen gewissen Grad seiner Vollkommenheit erreicht hat. Er wird ätherförmig. Wenn aber das übersinnliche Bewußtsein, das solches beobachten kann, sich auf einen solchen ätherförmigen Leib richtet, dann erscheint er ihm nicht mit den Gesetzen des Ätherischen, sondern mit denen des Physischen durchdrungen. Es ist dann eben das Physische in das Ätherische aufgenommen, um darinnen wie in einem Mutterschoße zu ruhen und darinnen gepflegt zu werden. Später tritt es dann wieder auch in physischer Form, aber auf einer höheren Stufe, hervor. Wenn die Menschenwesen des Mondes ihren physischen Leib in der grobphysischen Form behielten, könnte sich der Mond niemals mit der Sonne vereinigen. Durch das Annehmen der ätherischen Form wird der physische Leib dem Ätherleibe verwandter, und er kann sich dadurch auch wieder inniger mit jenen Teilen des ätherischen und Astralleibes durchdringen, welche in den Sonnenzeiten-Epochen der Mondenentwickelung sich aus ihm herausziehen mußten. Der Mensch, der während der Trennung von Sonne und Mond wie ein Doppelwesen erschien, wird wieder ein einheitliches Geschöpf. Das Physische wird seelischer; dafür auch das Seelische mehr mit dem Physischen verbunden. — Auf dieses einheitliche Menschenwesen können nunmehr die Sonnengeister, in deren unmittelbaren Bereich es jetzt gekommen ist, ganz anders wirken als vorher von außen nach dem Monde hin. Der Mensch ist jetzt in einer mehr seelisch-geistigen Umgebung. Dadurch können zu einer bedeutungsvollen Wirkung die «Geister der Weisheit» kommen. Sie prägen ihm die Weisheit ein. Sie beseelen ihn mit Weisheit. Er wird dadurch in gewissem Sinne eine selbständige Seele. Und zu dem Einflusse dieser Wesenheiten tritt dann noch hinzu derjenige der «Geister der Bewegung». Sie wirken vorzüglich auf den Astralleib, so daß dieser eine seelenhafte Regsamkeit und einen weisheitserfüllten Lebensleib unter dem Einflusse der genannten Wesenheiten in sich herausarbeitet. Der weisheitserfüllte Ätherleib ist die erste Anlage zu dem, was in einem früheren Abschnitt beim gegenwärtigen Menschen als Verstandesseele beschrieben worden ist, während der von den «Geistern der Bewegung» erregte Astralleib die Keimanlage der Empfindungsseele ist. Und weil dies alles in dem Menschenwesen bei seinem erhöhten Selbständigkeitszustande bewirkt wird, so erscheinen diese Keimanlagen von Verstandes- und Empfindungsseele als der Ausdruck des «Geistselbst». Man soll sich demgegenüber nicht dem Irrtume hingeben, daß in dieser Periode der Entwickelung das «Geistselbst» noch etwas besonderes sei neben der Verstandes- und Empfindungsseele. Die letzteren sind nur der Ausdruck des «Geistselbst», und dieses bedeutet deren höhere Einheit und Harmonie.

Von besonderer Bedeutung ist, daß die «Geister der Weisheit» in dieser Epoche in der geschilderten Art eingreifen. Sie tun dies nämlich nicht allein in bezug auf die Menschenwesen, sondern auch für die andern Reiche, welche sich auf dem Monde herausgebildet haben. Bei der Wiedervereinigung von Sonne und Mond werden diese niederen Reiche mit in den Sonnenbereich hineingezogen. Alles, was an ihnen physisch war, wird ätherisiert. Es finden sich also nunmehr Mineralpflanzen und Pflanzentiere in der Sonne, wie sich das Menschenwesen darin befindet. Doch bleiben diese andern Wesen mit ihren Gesetzmäßigkeiten ausgestattet. Sie fühlen sich dadurch wie Fremdlinge in ihrer Umgebung. Sie treten mit einer Natur auf, welche zu der ihrer Umgebung nur wenig hinzustimmt. Da sie aber ätherisiert sind, kann auch auf sie sich die Wirkung der «Geister der Weisheit» erstrecken. Es durchdringt sich eben jetzt alles, was vom Monde her in die Sonne gekommen ist, mit den Kräften der «Geister der Weisheit». Daher kann das, was innerhalb dieser Entwickelungszeit aus dem Sonnen-Mondgebilde wird, «Kosmos der Weisheit» genannt werden. — Wenn dann nach einer Ruhepause unser Erdensystem als Nachkomme dieses «Kosmos der Weisheit» erscheint, so zeigen sich alle die auf der Erde neu auf lebenden, aus ihren Mondenkeimen ersprießenden Wesen so, daß sie weisheitserfüllt sind. Da kommt der Grund zum Vorschein, warum der Erdenmensch, wenn er betrachtend die Dinge um sich herum anblickt, Weisheit in der Natur ihres Wesens erforschen kann. Man kann bewundern die Weisheit in jedem Pflanzenblatte, in jedem Tier- und Menschenknochen, in dem Wunderbau des Gehirns und des Herzens. Wenn der Mensch Weisheit braucht, um die Dinge zu verstehen, also Weisheit aus ihnen herausholt, so zeigt dies, daß Weisheit in den Dingen liegt. Denn wäre der Mensch noch so sehr bemüht, durch weisheitsvolle Vorstellungen die Dinge zu verstehen: er könnte keine Weisheit aus ihnen holen, wenn sie nicht erst in sie hineingelegt wäre. Wer durch Weisheit Dinge ergreifen will, von denen er glaubt, daß sie nicht erst die Weisheit empfangen haben, der darf auch glauben, daß er Wasser aus einem Glase schöpfen könne, in das nicht erst solches hineingegossen worden ist. Die Erde ist, wie sich später in dieser Schrift zeigen wird, der wiedererstandene «alte Mond». Und sie erscheint als ein weisheitsvolles Gebilde, weil in der geschilderten Epoche sie von den «Geistern der Weisheit» mit deren Kräften durchsetzt worden ist.

Es wird wohl begreiflich erscheinen, daß in dieser Schilderung der Mondenverhältnisse nur gewisse vorübergehende Formen der Entwickelung festgehalten werden konnten. Man mußte gewissermaßen in dem Fortgange der Tatsachen gewisse Dinge festhalten und für die Darstellung herausgreifen. Diese Art der Schilderung gibt allerdings nur Einzelbilder; und es kann daher wohl in dem Vorhergehenden vermißt werden, daß die Entwickelung nicht in ein Netz festbestimmter Begriffe gebracht worden ist. Einem solchen Einwurf gegenüber darf aber wohl vielleicht darauf aufmerksam gemacht werden, daß ganz absichtlich die Schilderung in weniger scharfen Begriffen gegeben worden ist. Denn es soll nicht so sehr darauf ankommen, hier spekulative Begriffe und Ideenkonstruktionen zu geben, sondern vielmehr eine Vorstellung von dem, was sich dem auf diese Tatsachen gerichteten übersinnlichen Schauen wirklich vor das geistige Auge stellen kann. Und das ist für die Mondenentwickelung gar nicht etwas in so scharfen und bestimmten Umrissen, wie sie die Erdenwahrnehmungen zeigen. Man hat es bei der Mondenepoche gar sehr mit wandelbaren, wechselnden Eindrücken, mit schwankenden, beweglichen Bildern zu tun und mit deren Übergängen. Außerdem ist ja zu berücksichtigen, daß eine Entwickelung durch lange, lange Zeiträume in Betracht kommt und daß aus dieser heraus doch nur Augenblicksbilder in der Darstellung festgehalten werden können.

In dem Zeitpunkte, wo der dem Menschenwesen eingepflanzte Astralleib dieses so weit in der Entwickelung vorwärts gebracht hat, daß dessen physischer Leib den «Söhnen des Lebens» die Möglichkeit gibt, ihre Menschheitsstufe zu erreichen, ist der wesentliche Höhepunkt der Mondenepoche erreicht. Da ist auch das Menschenwesen zu all dem gekommen, was ihm für sich selbst, für seine Innerlichkeit diese Epoche auf dem Wege nach vorwärts geben kann. Das Folgende, also die zweite Hälfte der Mondenentwickelung, könnte man daher als ein Abfluten bezeichnen. Aber man sieht, daß in bezug auf die Umgebung des Menschen und auch für diesen selbst dadurch ein Wichtigstes gerade in dieser Epoche geschieht. Es wird da dem Sonnen-Mondenkörper Weisheit eingepflanzt. Es hat sich gezeigt, daß während dieses Abflutens die Keime der Verstandes- und Empfindungsseele gelegt werden. Doch wird erst in der Erdenzeit die Entfaltung dieser und auch der Bewußtseinsseele und damit die Geburt des «Ich», des freien Selbstbewußtseins, erfolgen. Es erscheinen auf der Mondenstufe Verstandes- und Empfindungsseele noch gar nicht so, als ob sich das Menschenwesen selbst schon durch sie äußerte, sondern als ob sie Instrumente wären für die zum Menschenwesen gehörigen «Söhne des Lebens». Wollte man das Gefühl charakterisieren, welches in dieser Richtung der Mensch auf dem Monde hat, so müßte man sagen, er empfindet so: «In mir und durch mich lebt der <Sohn des Lebens>; er schaut durch mich die Mondenumgebung, er denkt in mir über die Dinge und Wesen dieser Umgebung nach.» Überschattet fühlt sich der Mondenmensch von dem «Söhne des Lebens», er kommt sich vor wie das Werkzeug dieses höheren Wesens. Und während der Trennung von Sonne und Mond fühlte er beim Abwenden von der Sonne eine größere Selbständigkeit; aber er empfand dabei auch so, wie wenn das zu ihm gehörige «Ich», das in den Sonnenzeiten dem Bilderbewußtsein entschwunden war, ihm dann sichtbar würde. Es war für den Mondenmenschen das, was man als Wechsel in den Bewußtseinszuständen charakterisieren kann, so daß er dabei das Gefühl hatte: «Mein Ich entschwebt mit mir in der Sonnenzeit in höhere Regionen, zu erhabenen Wesen, und es steigt, wenn die Sonne schwindet, mit mir in tiefere Welten herab.»

Der eigentlichen Mondenentwickelung ging eine Vorbereitung voran. Es fand eine Wiederholung der Saturn- und Sonnenentwickelung in einer gewissen Art statt. Nun kann man nach der Wiedervereinigung von Sonne und Mond ebenso in der Zeit des Abflutens zwei Epochen voneinander unterscheiden. Während derselben treten sogar physische Verdichtungen bis zu einem gewissen Grade ein. Es wechseln also geistig-seelische Zustände des Sonnen-Mondengebildes mit physischen ab. In solchen physischen Epochen erscheinen die Menschenwesen und auch die Wesen der niederen Reiche so, wie wenn sie in steifen, unselbständigen Gestalten das vorbildeten, was sie später, in der Erdenzeit, in selbständigerer Art werden sollen. Man kann also von zwei vorbereitenden Epochen der Mondenentwickelung sprechen und von zwei andern während der Zeit des Abflutens. Es können solche Epochen «Kreisläufe» genannt werden. In dem, was den zwei vorbereitenden Epochen folgt und denen des Abflutens vorangeht, also in der Zeit der Mondabspaltung, wird man auch drei Epochen unterscheiden können. Die mittlere ist die Zeit der Menschwerdung der «Söhne des Lebens». Ihr geht eine solche voran, in der sich alle Verhältnisse auf dieses Hauptereignis hin zuspitzen; und es folgt eine andere, die als ein Einleben und Ausgestalten in den neuen Schöpfungen zu bezeichnen ist. Damit trennt sich die mittlere Mondenentwickelung wieder in drei Epochen, was mit den zwei vorbereitenden und den zwei abflutenden sieben Mondenkreisläufe gibt. Es darf somit gesagt werden, daß die ganze Mondenentwickelung in sieben Kreisläufen abfließt. Zwischen diesen Kreisläufen liegen Ruhepausen. Es ziehen sich zum Beispiel die Sonnenwesen nach und nach von ihrer Wirksamkeit auf dem Monde zurück. Für sie beginnt eine Zeit, die nach außen als ihre Ruhepause erscheint, während auf dem Monde selbst noch rege selbständige Tätigkeit herrscht. So erstreckt sich die Tätigkeitsepoche der einen Wesensart in die Ruhepause der andern vielfach hinein. Wenn man solches in Rechnung zieht, dann kann man von einem rhythmischen Steigen und Sinken der Kräfte in Kreisläufen sprechen. Ja es sind ähnliche Abteilungen auch noch innerhalb der sieben angedeuteten Mondenkreisläufe zu erkennen. Man kann dann die ganze Mondenentwickelung einen großen Kreislauf, einen Planetenlauf nennen; dann die sieben Abteilungen innerhalb eines solchen «kleine» Kreisläufe und die Glieder dieser wieder «kleinere» Kreisläufe. Diese Gliederung in siebenmal sieben Abteilungen ist auch schon bei der Sonnenentwickelung bemerkbar und auch während der Saturnepoche angedeutet. Doch muß man berücksichtigen, daß die Grenzen zwischen den Abteilungen schon bei der Sonne und noch mehr beim Saturn verwischt sind. Diese Grenzen werden immer deutlicher, je weiter die Entwickelung gegen die Erdenepoche zu fortschreitet.

Nach dem Abschlusse der im vorhergehenden skizzenhaft geschilderten Mondenentwickelung treten alle dabei in Betracht kommenden Wesenheiten und Kräfte in eine geistigere Daseinsform. Diese steht auf einer ganz anderen Stufe als diejenige während der Mondperiode und auch als diejenige während der folgenden Erdenentwickelung. Ein Wesen, welches so hoch entwickelte Erkenntnisfähigkeiten hätte, daß es alle Einzelheiten der Monden- und Erdenentwickelung wahrnehmen könnte, brauchte deshalb noch nicht imstande zu sein, auch das zu schauen, was zwischen den beiden Entwickelungen geschieht. Für ein solches Wesen würden gewissermaßen am Ende der Mondenzeit die Wesen und Kräfte wie in ein Nichts entschwinden und nach Ablauf einer Zwischenzeit wieder hervortreten aus dem Dämmerdunkel des Weltenschoßes. Nur ein Wesen mit noch weit höheren Fähigkeiten könnte die geistigen Tatsachen verfolgen, welche sich in der Zwischenzeit ereignen.

Am Ende der Zwischenzeit treten die an den Entwickelungsvorgängen auf Saturn, Sonne und Mond beteiligten Wesenheiten mit neuen Fähigkeiten auf. Die über dem Menschen stehenden Wesen haben sich durch ihre vorhergehenden Taten die Fähigkeit errungen, den Menschen so weiter zu entwickeln, daß er während der auf die Mondenzeit folgenden Erdenzeit eine Bewußtseinsart in sich entfalten kann, welche um eine Stufe höher steht als das Bilderbewußtsein, das ihm während der Mondenzeit eigen war. Nun muß aber der Mensch erst vorbereitet werden, zu empfangen, was ihm gegeben werden soll. Er hat während der Saturn-, Sonnen- und Mondenentwickelung den physischen Leib, den Lebensleib, den Astralleib in sein Wesen eingegliedert. Aber diese Glieder seines Wesens haben nur diejenigen Fähigkeiten und Kräfte erhalten, welche sie befähigen, für ein Bilderbewußtsein zu leben; ihnen fehlen noch die Organe und die Gestalt, durch welche sie eine Welt von sinnlich-äußeren Gegenständen wahrnehmen können, wie das für die Erdenstufe das entsprechende ist. Wie die neue Pflanze nur das entfaltet, was im Keime, der von der alten herrührt, veranlagt ist, so treten im Beginne der neuen Entwickelungsstufe die drei Glieder der Menschennatur mit solchen Formen und Organen auf, daß sie nur das Bilderbewußtsein entfalten können. Sie müssen zum Entfalten einer höheren Bewußtseinsstufe erst vorbereitet werden. — Dies geschieht in drei Vorstufen. Innerhalb der ersten wird der physische Leib auf eine solche Höhe gehoben, daß er in den Stand kommt, die notwendige Umgestaltung anzunehmen, die einem Gegenstandsbewußtsein zugrunde liegen kann. Es ist dies eine Vorstufe der Erdenentwickelung, die man als Wiederholung der Periode auf einer höheren Stufe bezeichnen kann. Denn es wird von höheren Wesenheiten während dieser Periode wie während der Saturnzeit nur am physischen Leib gearbeitet. Ist der letztere mit seiner Entwickelung genügend weit fortgeschritten, so müssen alle Wesenheiten erst wieder in eine höhere Daseinsform übergehen, bevor auch der Lebensleib fortschreiten kann. Der physische Leib muß gleichsam umgegossen werden, um bei seiner Wiederentfaltung den höher gebildeten Lebensleib aufnehmen zu können. Nach dieser, einer höheren Daseinsform gewidmeten Zwischenzeit tritt eine Art Wiederholung der Sonnenentwickelung auf höherer Stufe ein, zur Ausgestaltung des Lebensleibes. Und wieder nach einer Zwischenzeit tritt ein Ähnliches für den Astralleib in einer Wiederholung der Mondenentwickelung ein.

Das Augenmerk sei nun gerichtet auf die Entwickelungstatsachen nach Beendigung der dritten der geschilderten Wiederholungen. Alle Wesenheiten und Kräfte haben sich wieder vergeistigt. Sie sind während dieser Vergeistigung in hohe Welten aufgestiegen. Die niederste der Welten, in welcher von ihnen während dieser Vergeistigungsepoche noch etwas wahrzunehmen ist, das ist dieselbe, in welcher der gegenwärtige Mensch zwischen dem Tod und einer neuen Geburt verweilt. Es sind die Regionen des Geisterlandes. Sie steigen dann allmählich wieder herab zu niederen Welten. Sie sind, bevor die physische Erdenentwickelung beginnt, so weit herabgestiegen, daß ihre niedersten Offenbarungen in der astralen oder Seelenwelt zu schauen sind.

Alles, was vom Menschen in diesem Zeitraume vorhanden ist, hat noch seine astrale Form. Besondere Aufmerksamkeit sollte man für das Verständnis dieses Menschheitszustandes darauf legen, daß der Mensch in sich hat physischen Leib, Lebensleib und Astralleib, daß aber sowohl der physische wie auch der Lebensleib nicht in physischer und ätherischer, sondern eben in astralischer Form vorhanden sind. Was da den physischen Leib zum physischen macht, ist nicht die physische Form, sondern die Tatsache, daß er, obzwar ihm die astralische Form eignet, doch die physischen Gesetze in sich hat. Er ist ein Wesen mit physischer Gesetzmäßigkeit in seelischer Form. Ähnliches gilt für den Lebensleib.

Vor dem geistigen Auge steht auf dieser Entwickelungsstufe die Erde zunächst als ein Weltenwesen, das ganz Seele und Geist ist, in dem also auch die physischen und die lebendigen Kräfte noch seelisch erscheinen. In diesem Weltgebilde ist, der Anlage nach, alles enthalten, was sich später zu den Geschöpfen der physischen Erde umwandeln soll. Es ist leuchtend; sein Licht ist aber noch kein solches, das physische Augen wahrnehmen könnten, auch wenn sie da wären. Es leuchtet nur in dem seelischen Lichte für das geöffnete Auge des Sehers.

Es geht nun in diesem Wesen etwas vor, was man als Verdichtung bezeichnen kann. Das Ergebnis dieser Verdichtung ist, daß nach einiger Zeit inmitten des Seelengebildes eine Feuerform erscheint, wie eine solche der Saturn in seinem dichtesten Zustande war. Diese Feuerform ist durchwoben von den Wirkungen der verschiedenen Wesenheiten, welche an der Entwickelung beteiligt sind. Es ist wie ein Auf- und Untertauchen von der und in die Erden-Feuerkugel, was da als Wechselwirkung zwischen diesen Wesenheiten und dem Himmelskörper zu beobachten ist. Die Erden-Feuerkugel ist daher nicht etwa eine gleichförmige Substanz, sondern etwas wie ein durchseelter und durchgeistigter Organismus. Diejenigen Wesen, welche dazu bestimmt sind, auf der Erde Menschen in gegenwärtiger Gestalt zu werden, sind jetzt noch in einer Lage, daß sie sich am wenigsten beteiligen an dem Untertauchen in den Feuerkörper. Sie halten sich noch fast ganz im unverdichteten Umkreise auf. Sie sind noch im Schoße der höheren geistigen Wesen. Sie berühren auf dieser Stufe nur mit einem Punkte ihrer Seelenform die Feuererde; und das bewirkt, daß die Wärme einen Teil ihrer Astralform verdichtet. Dadurch wird in ihnen das Erdenleben entzündet. Sie gehören mit dem größten Teile ihres Wesens also noch den seelisch-geistigen Welten an; nur durch die Berührung mit dem Erdenfeuer werden sie von Lebenswärme umspielt. Wollte man sich ein sinnlich-übersinnliches Bild von diesen Menschen im Anbeginne der physischen Erdenzeit machen, so müßte man sich eine seelische Eiform denken, die im Erdenumkreis enthalten und an ihrer unteren Fläche wie die Eichelfrucht von einem Becher umschlossen wird. Nur besteht die Substanz des Bechers lediglich aus Wärme oder Feuer. Das Eingehülltwerden von Wärme hat nun nicht nur im Gefolge, daß im Menschen das Leben entzündet wird, sondern es tritt damit gleichzeitig eine Veränderung im Astralleibe auf. Diesem gliedert sich die erste Anlage zu dem ein, was später zur Empfindungsseele wird. Man kann deshalb sagen, daß der Mensch auf dieser Stufe seines Daseins besteht aus der Empfindungsseele, dem Astralleib, dem Lebensleib und dem aus Feuer gewobenen physischen Leib. In dem Astralleibe wogen auf und ab die geistigen Wesenheiten, welche am Dasein des Menschen beteiligt sind; durch die Empfindungsseele fühlt sich dieser an den Erdkörper gebunden. Er hat also in dieser Zeit ein vorwiegendes Bilderbewußtsein, in dem sich die geistigen Wesen offenbaren, in deren Schoß er liegt; und nur wie ein Punkt innerhalb dieses Bewußtseins tritt die Empfindung des eigenen Leibes auf. Er sieht gleichsam aus der geistigen Welt auf ein irdisches Besitztum hinunter, von dem er fühlt: «Das ist dir.» — Immer wieder schreitet nun die Verdichtung der Erde vor; und damit wird die charakterisierte Gliederung im Menschen immer deutlicher. Von einem bestimmten Zeitpunkte der Entwickelung an ist die Erde so weit verdichtet, daß nur ein Teil noch feurig ist. Ein anderer Teil hat eine substantielle Form angenommen, welche man als «Gas» oder «Luft» ansprechen kann. Nun geht auch mit dem Menschen eine Veränderung vor sich. Er wird jetzt nicht nur von der Erdenwärme berührt, sondern es gliedert sich seinem Feuerleibe die Luftsubstanz ein. Und wie die Wärme in ihm das Leben entzündet hat, so erregt die ihn umspielende Luft in ihm eine Wirkung, die man als (geistigen> Ton bezeichnen kann. Sein Lebensleib erklingt. Gleichzeitig sondert sich aus dem Astralleibe ein Teil aus, welcher die erste Anlage der später auftretenden Verstandesseele ist. — Um nun sich vor Augen zu rücken, was in dieser Zeit in des Menschen Seele vorgeht, muß man darauf achten, daß in dem Luft-Feuerkörper der Erde die über dem Menschen stehenden Wesen auf- und abwogen. In der Feuererde sind es zunächst die «Geister der Persönlichkeit», welche für den Menschen bedeutsam sind. Und indem der Mensch von der Erdenwärme zum Leben erregt wird, sagt sich seine Empfindungsseele: dies sind die «Geister der Persönlichkeit». Ebenso kündigen sich in dem Luftkörper diejenigen Wesen an, welche oben in dieser Schrift «Erzengel» (im Sinne der christlichen Esoterik> genannt wurden. Ihre Wirkungen sind es, welche der Mensch als Ton in sich verspürt, wenn die Luft ihn umspielt. Und die Verstandesseele sagt sich dabei: «Dies sind die Erzengel». So ist das, was der Mensch auf dieser Stufe durch seine Verbindung mit der Erde wahrnimmt, noch nicht eine Summe von physischen Gegenständen, sondern er lebt in Wärmeempfindungen, welche zu ihm aufsteigen, und in Tönen; aber er verspürt in diesen Wärmeströmungen und in diesem Tongewoge die «Geister der Persönlichkeit» und die «Erzengel». Er kann diese Wesen allerdings nicht unmittelbar wahrnehmen, sondern nur wie durch den Schleier der Wärme und des Tones. Während diese Wahrnehmungen von der Erde her in seine Seele eindringen, steigen in dieser noch immer die Bilder der höheren Wesenheiten auf und nieder, in deren Schoße er sich fühlt.

Nun schreitet die Entwickelung der Erde weiter. Das Weiterschreiten drückt sich wieder in einer Verdichtung aus. Es gliedert sich die wässerige Substanz dem Erdenkörper ein, so daß dieser nun aus drei Gliedern, dem feurigen, dem luftförmigen und dem wässerigen besteht. Bevor dies geschieht, spielt sich ein wichtiger Vorgang ab. Es spaltet sich aus der Feuer-Luft-Erde ein selbständiger Weltkörper ab, der dann in seiner weiteren Entwickelung zur gegenwärtigen Sonne wird. Vorher waren Erde und Sonne ein Körper. Nach der Abspaltung der Sonne hat zunächst die Erde noch alles in sich, was in und auf dem gegenwärtigen Monde ist. Die Absonderung der Sonne geschieht, weil höhere Wesenheiten zu ihrer eigenen Entwickelung und zu dem, was sie für die Erde zu tun haben, die bis zum Wasser verdichtete Materie nicht mehr weiter ertragen können. Sie sondern sich aus der gemeinsamen Erdenmasse die allein für sie brauchbaren Substanzen heraus und ziehen sich aus derselben heraus, um sich in der Sonne einen neuen Wohnplatz zu bilden. Sie wirken nun von der Sonne aus von außen auf die Erde. Der Mensch aber bedarf zu seiner weiteren Entwickelung eines Schauplatzes, auf dem sich die Substanz auch noch weiter verdichtet.

Mit der Eingliederung der wässerigen Substanz in den Erdenkörper geht auch eine Verwandlung des Menschen einher. Nunmehr strömt in ihn nicht nur das Feuer, und es umspielt ihn nicht nur die Luft, sondern es gliedert sich die wässerige Substanz in seinen physischen Leib ein. Gleichzeitig verändert sich sein ätherischer Teil; diesen nimmt nämlich der Mensch nunmehr wie einen feinen Lichtleib wahr. Der Mensch hat vorher Wärmeströme von der Erde zu sich emporkommen gefühlt, er hat Luft durch Tönen zu sich herandringend empfunden; jetzt durchdringt seinen Feuer-Luft-Leib auch das wässerige Element, und er sieht dessen Ein- und Ausströmen als Auf leuchten und Abdämmern von Licht. Aber auch in seiner Seele ist eine Veränderung eingetreten. Es ist zu den Anlagen der Empfindungs- und Verstandesseele diejenige der Bewußtseinsseele getreten. In dem Elemente des Wassers wirken die «Engel»; sie sind auch die eigentlichen Lichterreger. Dem Menschen ist es, als ob sie ihm im Lichte erschienen. — Gewisse höhere Wesenheiten, die vorher in dem Erdenkörper selbst waren, wirken nunmehr auf diesen von der Sonne aus. Dadurch ändern sich alle Wirkungen auf der Erde. Der an die Erde gefesselte Mensch könnte die Wirkungen der Sonnenwesen nicht mehr in sich verspüren, wenn seine Seele fortwährend der Erde zugewandt wäre, aus welcher sein physischer Leib genommen ist. Es tritt nunmehr ein Wechsel in den menschlichen Bewußtsemszuständen auf. Die Sonnenwesen entreißen die Seele des Menschen zu gewissen Zeiten dem physischen Leibe, so daß der Mensch jetzt abwechselnd im Schoße der Sonnenwesen rein seelisch ist, und zu andern Zeiten in einem Zustande, wo er mit dem Leibe verbunden ist und die Einflüsse der Erde empfängt. Ist er im physischen Leibe, dann strömen die Wärmeströmungen zu ihm auf. Es umtönen ihn die Luftmassen; es dringen die Wasser aus ihm aus und in ihn ein. Ist der Mensch außerhalb seines Leibes, dann ist er in seiner Seele durchwogt von den Bildern der höheren Wesen, in deren Schoße er ist. — Die Erde durchlebt auf dieser Stufe ihrer Entwickelung zwei Zeiten. In der einen darf sie mit ihren Substanzen die Menschenseelen umspielen und sie mit Leibern überziehen; in der andern sind die Seelen von ihr gewichen; nur die Leiber sind ihr geblieben. Sie ist mit den Menschenwesen in einem schlafenden Zustande. Man kann durchaus sachgemäß davon sprechen, daß in diesen Zeiten urferner Vergangenheit die Erde eine Tages- und eine Nachtzeit durchmacht. (Physisch-räumlich drückt sich dieses dadurch aus, daß durch die gegenseitige Wirkung der Sonnen- und Erdenwesen die Erde in eine Bewegung im Verhältnis zur Sonne kommt; dadurch wird der Wechsel in der charakterisierten Nacht- und Tageszeit herbeigeführt. Die Tageszeit spielt sich ab, wenn die Erdenfläche, auf welcher sich der Mensch entwickelt, der Sonne zugekehrt ist; die Nachtzeit, also die Zeit, in welcher der Mensch ein rein seelisches Dasein führt, dann, wenn diese Fläche der Sonne abgekehrt ist. Man darf sich nun allerdings nicht denken, daß in jener Urzeit die Bewegung der Erde um die Sonne schon der gegenwärtigen ähnlich war. Es waren die Verhältnisse noch ganz anders. Es ist aber auch nützlich, schon hier zu ahnen, daß die Bewegungen der Himmelskörper als Folge der Beziehungen entstehen, welche die sie bewohnenden geistigen Wesen zueinander haben. Die Himmelskörper werden durch geistig-seelische Ursachen in solche Lagen und Bewegungen gebracht, daß im Physischen die geistigen Zustände sich ausleben können.)

Wendete man den Blick auf die Erde während ihrer Nachtzeit, so würde man ihren Körper leichnamähnlich sehen. Denn sie besteht ja zum großen Teile aus den verfallenden Leibern der Menschen, deren Seelen in einer andern Daseinsform sich befinden. Es verfallen die gegliederten, wässerigen und luftförmigen Gebilde, aus denen die Menschenleiber gebildet waren, und lösen sich in der übrigen Erdenmasse auf. Nur derjenige Teil des Menschenleibes, welcher sich durch das Zusammenwirken des Feuers und der Menschenseele vom Beginne der Erdenentwickelung an gebildet hat und welcher dann in der Folge immer dichter geworden ist, er bleibt bestehen wie ein äußerlich unansehnlicher Keim. Man darf also, was hier über Tag- und Nachtzeit gesagt ist, sich nicht zu ähnlich denken dem, was für die gegenwärtige Erde mit diesen Bezeichnungen gemeint ist. Wenn nun zur beginnenden Tageszeit die Erde wieder der unmittelbaren Sonneneinwirkung teilhaftig wird, dann dringen die Menschenseelen in den Bereich des physischen Lebens. Sie berühren sich mit jenen Keimen und machen sie auf sprießen, so daß diese eine äußere Gestalt annehmen, welche wie ein Abbild des menschlichen Seelenwesens erscheint. Es ist etwas wie eine zarte Befruchtung, was sich da abspielt zwischen Menschenseele und Leibeskeim. Nun beginnen diese also verkörperten Seelen auch wieder die Luft- und Wassermassen heranzuziehen und sie ihrem Leibe einzugliedern. Von dem gegliederten Leib wird die Luft ausgestoßen und eingesogen: die erste Anlage zum späteren Atmungsprozeß. Auch wird das Wasser aufgenommen und ausgestoßen: eine ursprüngliche Art des Ernährungsprozesses beginnt. Diese Vorgänge werden aber noch nicht als äußerliche wahrgenommen. Eine Art von äußerer Wahrnehmung findet durch die Seele nur bei der charakterisierten Art von Befruchtung statt. Da fühlt die Seele dumpf ihr Erwachen zum physischen Dasein, indem sie den Keim berührt, der ihr von der Erde entgegengehalten wird. Sie vernimmt da etwas, was sich etwa in die Worte bringen läßt: «Das ist meine Gestalt». Und ein solches Gefühl, das man auch ein aufdämmerndes Ich-Gefühl nennen dürfte, bleibt der Seele während ihrer ganzen Verbindung mit dem physischen Leibe. Den Vorgang der Luftaufnahme empfindet aber die Seele noch durchaus seelisch-geistig, noch als einen bildhaften. Er erscheint in Form von auf- und abwogenden Tonbildern, welche dem sich gliedernden Keim die Formen geben. Die Seele fühlt sich überall von Tönen umwogt, und sie empfindet, wie sie sich den Leib nach diesen Tonkräften ausgestaltet. Es bildeten sich so Menschengestalten auf der damaligen Stufe aus, die für ein gegenwärtiges Bewußtsein in keiner Außenwelt beobachtet werden können. Wie feinsubstantielle pflanzen- und blumenartige Formen bilden sie sich aus, welche aber innerlich beweglich sind und demnach wie flatternde Blumen erscheinen. Und das selige Gefühl seines Gestaltens zu solchen Formen durchlebt der Mensch während seiner Erdenzeit. Die Aufnahme der wässerigen Teile wird in der Seele als Kraftzufuhr, als innerliche Stärkung empfunden. Nach außen erscheint es als Wachsen des physischen Menschengebildes. Mit dem Abnehmen der unmittelbaren Sonnenwirkung verliert auch die Menschenseele die Kraft, diese Vorgänge zu beherrschen. Sie werden nach und nach abgeworfen. Nur diejenigen Teile bleiben, welche den oben charakterisierten Keim reifen lassen. Der Mensch aber verläßt seinen Leib und kehrt in die geistige Daseinsform zurück. (Da nicht alle Teile des Erdenkörpers zum Aufbau von Menschenleibern verwendet werden, so hat man sich auch nicht vorzustellen, daß in der Nachtzeit der Erde diese einzig nur aus den verfallenden Leichnamen und den auf Erweckung wartenden Keimen besteht. Alles dieses ist eingelagert in andere Gebilde, die aus den Substanzen der Erde sich formen. Wie es sich mit diesen verhält, soll sich später zeigen.)

Nun setzt sich aber der Vorgang der Verdichtung der Erdensubstanz fort. Zu dem wässerigen Elemente tritt das feste, das man «erdig» nennen kann, hinzu. Und damit beginnt auch der Mensch, während seiner Erdenzeit seinem Leibe das erdige Element einzugliedern. Sobald diese Eingliederung beginnt, haben die Kräfte, welche sich die Seele mitbringt aus ihrer leibfreien Zeit, nicht mehr dieselbe Macht wie vorher. Früher gestaltete sich die Seele den Leib aus dem feurigen, dem luftigen und dem wässerigen Element nach Maßgabe der Töne, die sie umklangen, und der Lichtbilder, welche sie umspielten. Gegenüber der verfestigten Gestalt kann das die Seele nicht. Es greifen nunmehr in die Gestaltung andere Mächte ein. In dem, was vom Menschen zurückbleibt, wenn die Seele aus dem Leibe weicht, stellt sich nunmehr nicht nur ein Keim dar, welcher durch die wiederkehrende Seele zum Leben entfacht wird, sondern ein Gebilde, welches auch die Kraft dieser Belebung selbst in sich enthält. Die Seele läßt bei ihrem Scheiden nicht bloß ihr Nachbild auf der Erde zurück, sondern sie versenkt auch einen Teil ihrer belebenden Macht in dieses Abbild. Sie kann beim Wiedererscheinen auf der Erde nun nicht mehr allein das Abbild zum Leben erwecken, sondern es muß im Abbild selbst die Belebung geschehen. Die geistigen Wesen, welche von der Sonne aus auf die Erde wirken, erhalten jetzt die belebende Kraft in dem Menschenleibe, auch wenn der Mensch nicht selbst auf der Erde ist. So fühlt jetzt die Seele bei ihrer Verkörperung nicht nur die sie umwogenden Töne und Lichtbilder, in denen sie die zunächst über ihr stehenden Wesen empfindet, sondern sie erlebt durch das Empfangen des erdigen Elementes den Einfluß jener noch höheren Wesen, die auf der. Sonne ihren Schauplatz aufgeschlagen haben. Vorher empfand der Mensch sich den geistig-seelischen Wesen angehörig, mit denen er vereint war, wenn er leibfrei war. In ihrem Schoße war noch sein «Ich». Nun trat ihm dieses «Ich» ebenso während der physischen Verkörperung entgegen, wie das andere, was um ihn war während dieser Zeit. Selbständige Abbilder des seelisch-geistigen Menschenwesens waren nunmehr auf der Erde. Es waren dies im Vergleiche mit dem gegenwärtigen Menschenleibe Gebilde von feiner Stofflichkeit. Denn die erdigen Teile mischten sich ihnen nur in feinstem Zustande bei. Etwa so, wie der gegenwärtige Mensch die fein verteilten Substanzen eines Gegenstandes mit seinem Geruchsorgan aufnimmt. Wie Schatten waren die Menschenleiber. Da sie aber auf die ganze Erde verteilt waren, so gerieten sie unter die Einwirkungen der Erde, die auf verschiedenen Teilen von deren Oberfläche verschiedener Art waren. Während vorher die leiblichen Abbilder dem sie belebenden Seelenmenschen entsprachen und deshalb wesentlich gleich waren über die ganze Erde hin, so trat jetzt Verschiedenheit unter den Menschenformen auf. Damit bereitete sich das vor, was später als Verschiedenheit der Rassen auftrat. — Mit dem Selbständigwerden des leiblichen Menschen war aber die vorherige enge Verbindung des Erdenmenschen und der geistig-seelischen Welt bis zu einem gewissen Grade gelöst. Wenn nunmehr die Seele den Leib verließ, so lebte dieser etwas wie eine Fortsetzung des Lebens weiter. — Wäre nun die Entwickelung in dieser Art fortgeschritten, so hätte die Erde unter dem Einfluß ihres festen Elementes verhärten müssen. Der auf diese Verhältnisse zurückblickenden übersinnlichen Erkenntnis zeigt sich, wie sich die Menschenleiber, da sie von ihren Seelen verlassen sind, immer mehr verfestigen. Und nach einiger Zeit würden die zur Erde zurückkehrenden Menschenseelen kein brauchbares Material gefunden haben, mit dem sie sich hätten vereinigen können. Alle für den Menschen brauchbaren Stoffe wären verwendet worden, um die Erde anzufüllen mit den verholzten Überresten von Verkörperungen.

Da trat ein Ereignis ein, welches der ganzen Entwickelung eine andere Wendung gab. Alles, was im festen Erdenstoffe zur bleibenden Verhärtung beitragen konnte, wurde ausgeschieden. Unser gegenwärtiger Mond verließ damals die Erde. Und was vorher unmittelbar in der Erde zur bleibenden Formbildung beigetragen hatte, das wirkte jetzt mittelbar in abgeschwächter Art vom Monde aus. Die höheren Wesen, von denen diese Formbildung abhängt, hatten beschlossen, ihre Wirkungen nicht mehr vom Innern der Erde, sondern von außen dieser zukommen zu lassen. Dadurch trat in den leiblichen Menschengebilden eine Verschiedenheit auf, welche man als den Anfang der Trennung in ein männliches und weibliches Geschlecht bezeichnen muß. Die feinstofflichen Menschengestalten, die vorher die Erde bewohnten, ließen durch das Zusammenwirken der beiden Kräfte in sich selber, des Keimes und der belebenden Kraft, die neue Menschenform, ihren Nachkömmling, hervorgehen. Jetzt bildeten sich diese Nachkömmlinge um. In der einen Gruppe solcher Nachkömmlinge wirkte mehr die Keimkraft des Geistig-Seelischen, in der anderen Gruppe mehr die belebende Keimkraft. Das wurde dadurch bewirkt, daß mit dem Herausgang des Mondes von der Erde das Erdenelement seine Gewalt abgeschwächt hatte. Das Aufeinanderwirken der beiden Kräfte wurde nunmehr zarter, als es war, da es in einem Leben geschah. Demzufolge war auch der Nachkömmling zarter, feiner. Er betrat die Erde in einem feinen Zustande und gliederte sich erst allmählich die festeren Teile ein. Damit war für die auf die Erde zurückkehrende Menschenseele wieder die Möglichkeit der Vereinigung mit dem Leibe gegeben. Sie belebte ihn jetzt zwar nicht mehr von außen, denn diese Belebung geschah auf der Erde selbst. Aber sie vereinigte sich mit ihm und brachte ihn zum Wachsen. Diesem Wachstum war allerdings eine gewisse Grenze gesetzt. Durch die Mondenabtrennung war für eine Weile der Menschenleib biegsam geworden; aber je mehr er auf der Erde weiter wuchs, desto mehr nahmen die verfestigenden Kräfte überhand. Zuletzt konnte sich die Seele nur immer schwächer und schwächer an der Gliederung des Leibes beteiligen. Dieser verfiel, indem die Seele zu geistig-seelischen Daseinsweisen aufstieg.

Man kann verfolgen, wie die Kräfte, welche sich der Mensch nach und nach während der Saturn-, Sonnen- und Mondenentwickelung angeeignet hat, allmählich während der beschriebenen Erdengestaltung sich an dem Menschenfortschreiten beteiligen. Erst ist es der Astralleib, der auch den Lebensleib und den physischen Leib noch in sich aufgelöst enthält, welcher von dem Erdenfeuer entzündet wird. Dann gliedert sich dieser Astralleib in einen feineren astralischen Teil, die Empfindungsseele, und in einen gröberen, ätherischen, welcher nunmehr von dem Erdenelement berührt wird. Es kommt damit der schon vorgebildete Äther- oder Lebensleib zum Vorschein. Und während im astralischen Menschen sich die Verstandes- und Bewußtseinsseele ausbilden, gliedern sich im Ätherleibe die gröberen Teile ab, welche für Ton und Licht empfänglich sind. In dem Zeitpunkte, wo der Ätherleib sich noch mehr verdichtet, so daß er von einem Lichtleib zu einem Feuer- oder Wärmeleib wird, da ist auch die Entwickelungsstufe eingetreten, in welcher, wie oben charakterisiert, die Teile des festen Erdenelementes sich dem Menschen eingliedern. Weil der Ätherleib sich bis zum Feuer herab verdichtet hat, so kann er nun auch durch die Kräfte des physischen Leibes, welche ihm vorher eingepflanzt sind, sich mit den bis zum Feuerzustande verdünnten Substanzen der physischen Erde verbinden. Er könnte aber nicht mehr allein auch die Luftsubstanzen in den mittlerweile fester gewordenen Leib einführen. Da treten, wie oben angedeutet, die höheren Wesen, die auf der Sonne wohnen, ein und hauchen ihm die Luft ein. Während so der Mensch vermöge seiner Vergangenheit selbst die Kraft hat, sich mit dem irdischen Feuer zu durchdringen, lenken höhere Wesen den Luftodem in seinen Leib. Vor der Verfestigung war des Menschen Lebensleib als Tonempfänger der Lenker der Luftströmung. Er durchdrang seinen physischen Leib mit dem Leben. Jetzt empfängt sein physischer Leib ein äußeres Leben. Die Folge davon ist, daß dieses Leben unabhängig wird von dem Seelenteile des Menschen. Dieser läßt nun beim Verlassen der Erde nicht nur seinen Formkeim zurück, sondern ein lebendiges Abbild seiner selbst. Die «Geister der Form» bleiben nun mit diesem Abbild vereinigt; sie führen das von ihnen verliehene Leben auch auf die Nachkömmlinge über, wenn die Menschenseele aus dem Leibe gewichen ist. So bildet sich das heraus, was Vererbung genannt werden kann. Und wenn die Menschenseele dann wieder auf der Erde erscheint, dann empfindet sie sich in einem Leibe, dessen Leben aus den Vorfahren herübergeleitet worden ist. Sie fühlt sich gerade zu einem solchen Leibe besonders hingezogen. Es bildet sich dadurch etwas aus wie eine Erinnerung an den Vorfahren, mit dem sich die Seele eins fühlt. Durch die Folge der Nachkommen geht diese Erinnerung wie ein gemeinsames Bewußtsein. Das «Ich» strömt herunter durch die Generationen.

Der Mensch empfand sich auf dieser Entwickelungsstufe während seiner Erdenzeit als ein selbständiges Wesen. Er fühlte das innere Feuer seines Lebensleibes verbunden mit dem äußeren Feuer der Erde. Er konnte die ihn durchströmende Wärme als sein «Ich» fühlen. In diesen Wärmeströmungen, die von Leben durchwoben sind, ist die Anlage der Blutzirkulation zu finden. In dem aber, was als Luft in ihn hineinströmte, fühlte der Mensch nicht ganz sein eigenes Wesen. In dieser Luft waren ja die Kräfte der charakterisierten höheren Wesen tätig. Aber es war ihm doch derjenige Teil der Wirkenskräfte innerhalb der ihn durchströmenden Luft geblieben, welcher ihm schon durch seine früher gebildeten Ätherkräfte eigen war. Er war Herrscher in einem Teil dieser Luftströmungen. Und insofern wirkten in seiner Gestaltung nicht nur die höheren Wesen, sondern auch er selbst. Nach den Bildern seines Astralleibes gestaltete er in sich die Luftteile. Während so von außen Luft einströmte in seinen Leib, was zur Grundlage seiner Atmung wurde, gliederte sich ein Teil der Luft im Innern zu einem dem Menschen eingeprägten Organismus, welcher die Grundlage wurde des späteren Nervensystems. Durch Wärme und Luft stand also der Mensch damals in Verbindung mit der Außenwelt der Erde. — Dagegen empfand er nichts von der Einführung des festen Elementes der Erde; dieses wirkte mit bei seiner Verkörperung auf der Erde, aber er konnte die Zuführung nicht unmittelbar wahrnehmen, sondern nur in einem dumpfen Bewußtsein im Bilde der höheren Wesenheiten, welche darin wirksam waren. In solcher Bildform als Ausdruck von Wesen, die über ihm stehen, hatte der Mensch auch früher die Zuführung der flüssigen Erdenelemente wahrgenommen. Durch die Verdichtung der Erdengestalt des Menschen haben nun diese Bilder in seinem Bewußtsein eine Veränderung erfahren. Dem flüssigen Elemente ist das feste beigemischt. So muß also auch diese Zuführung als von den höheren, von außen wirkenden Wesen empfunden werden. Der Mensch kann in seiner Seele nicht mehr die Kraft haben, selbst die Zuführung zu lenken, denn dieselbe muß jetzt seinem von außen aufgebauten Leibe dienen. Er würde dessen Gestalt verderben, wenn er die Zuführung selbst lenken wollte. So erscheint ihm denn dasjenige, was er sich von außen zuführt, durch die Machtgebote gelenkt, welche ausgehen von den höheren Wesen, die an seiner Leibesgestaltung wirken. Der Mensch fühlt sich als ein Ich; er hat in sich seine Verstandesseele als einen Teil seines Astralleibes, durch die er innerlich als Bilder erlebt, was außen vorgeht, und durch die er sein feines Nervensystem durchdringt. Er fühlt sich als Abkömmling von Vorfahren vermöge des durch die Generationen strömenden Lebens. Er atmet und empfindet das als Wirkung der gekennzeichneten höheren Wesen, welche die «Geister der Form» sind. Und er fügt sich diesen auch in dem, was ihm durch ihre Impulse von außen (zu seiner Nahrung) zugeführt wird. Am dunkelsten ist ihm seine Herkunft als Individuum. Er fühlt davon nur, daß er von den in Erdenkräften sich ausdrückenden «Geistern der Form» einen Einfluß erlebt hat. Der Mensch war gelenkt und geleitet in seinem Verhältnis zur Außenwelt. Zum Ausdruck kommt dies dadurch, daß er von den hinter seiner physischen Welt sich abspielenden geistig-seelischen Tätigkeiten ein Bewußtsein hat. Er nimmt zwar nicht die geistigen Wesen in deren eigener Gestalt wahr, aber er erlebt in seiner Seele Töne, Farben usw. Und er weiß, daß in dieser Vorstellungswelt die Taten der geistigen Wesen leben. Es tönt zu ihm, was diese Wesen ihm mitteilen; es erscheinen ihm deren 0ffenbarungen in Lichtbildern. Am innerlichsten fühlt sich der Erdenmensch durch die Vorstellungen, welche er durch das Element des Feuers oder der Wärme empfängt. Er unterscheidet bereits seine innere Wärme und die Wärmeströmungen des irdischen Umkreises. In den letzteren offenbaren sich die «Geister der Persönlichkeit». Aber der Mensch hat nur ein dunkles Bewußtsein von dem, was hinter den Strömungen der äußeren Wärme steht. Er empfindet gerade in diesen Strömungen den Einfluß der «Geister der Form». Wenn mächtige Wärmewirkungen in der Umgebung des Menschen auftauchen, dann fühlt die Seele: jetzt durchglühen die geistigen Wesen den Umkreis der Erde, von denen ein Funke sich losgelöst hat und mein Inneres durchwärmt. — In den Lichtwirkungen unterscheidet der Mensch noch nicht ganz in derselben Art Äußeres und Inneres. Wenn Lichtbilder in der Umgebung auftauchen, dann erzeugen diese in der Seele des Erdenmenschen nicht immer das gleiche Gefühl. Es gab Zeiten, in welchen der Mensch diese Lichtbilder als äußere empfand. Es war in der Zeit, nachdem er eben aus dem leibfreien Zustande in die Verkörperung herabgestiegen war. Es war die Periode seines Wachstums auf der Erde. Wenn dann die Zeit heranrückte, wo der Keim zum neuen Erdenmenschen sich bildete, dann verblaßten diese Bilder. Und der Mensch behielt nur etwas wie innere Erinnerungsvorstellungen an sie zurück. In diesen Lichtbildern waren die Taten der «Feuergeister» (Erzengel) enthalten. Sie erschienen dem Menschen wie die Diener der Wärmewesen, welche einen Funken in sein Inneres senkten. Wenn ihre äußeren Offenbarungen verlöschten, dann erlebte sie der Mensch als Vorstellungen (Erinnerungen) in seinem Innern. Er fühlte sich mit ihren Kräften verbunden. Und das war er auch. Denn er konnte durch dasjenige, was er von ihnen empfangen hatte, auf den umgebenden Luftkreis wirken. Dieser begann unter seinem Einfluß zu leuchten. Es war damals eine Zeit, in welcher Naturkräfte und Menschenkräfte noch nicht in der Art voneinander geschieden waren wie später. Was auf der Erde geschah, ging in hohem Maße noch von den Kräften der Menschen aus. Wer damals von außerhalb der Erde die Naturvorgänge auf derselben beobachtet hätte, der hätte in diesen nicht nur etwas gesehen, was von dem Menschen unabhängig ist, sondern er hätte in ihnen die Wirkungen der Menschen wahrgenommen. Noch anders gestalteten sich für den Erdenmenschen die Tonwahrnehmungen. Sie wurden als äußere Töne vom Beginn des Erdenlebens an wahrgenommen. Während die Luftbilder von außen bis in die mittlere Zeit des menschlichen Erdendaseins wahrgenommen wurden, konnten die äußeren Töne noch nach dieser Mittelzeit gehört werden. Erst gegen Ende des Lebens wurde der Erdenmensch für sie unempfindlich. Und es blieben ihm die Erinnerungsvorstellungen an diese Töne. In ihnen waren die Offenbarungen der «Söhne des Lebens» (der Engel) enthalten. Wenn der Mensch gegen sein Lebensende sich innerlich mit diesen Kräften verbunden fühlte, dann konnte er durch Nachahmung derselben mächtige Wirkungen in dem Wasserelemente der Erde hervorbringen. Es wogten die Wasser in und über der Erde unter seinem Einfluß. Geschmacksvorstellungen hatte der Mensch nur im ersten Viertel seines Erdenlebens. Und auch da erschienen sie der Seele wie eine Erinnerung an die Erlebnisse im leibfreien Zustand. Solange sie der Mensch hatte, dauerte die Verfestigung seines Leibes durch Aufnahme äußerer Substanzen. Im zweiten Viertel des Erdenlebens dauerte wohl noch das Wachstum fort, doch war die Gestalt schon eine fertig ausgebildete. Andere lebendige Wesen neben sich konnte der Mensch in dieser Zeit nur durch deren Wärme, Licht und Tonwirkungen wahrnehmen. Denn er war noch nicht fähig, das feste Element sich vorzustellen. Nur vom Wässerigen bekam er im ersten Viertel seines Lebens die geschilderten Geschmackswirkungen.

Ein Abbild dieses inneren Seelenzustandes des Menschen war dessen äußere Körperform. Diejenigen Teile, welche die Anlage zur späteren Kopfform enthielten, waren am vollkommensten ausgebildet. Die andern Organe erschienen nur wie Anhängsel. Diese waren schattenhaft und undeutlich. Doch waren die Erdenmenschen verschieden in bezug auf die Gestalt. Es gab solche, bei denen je nach den Erdenverhältnissen, unter denen sie lebten, die Anhängsel mehr oder weniger ausgebildet waren. Es war dies nach den Wohnplätzen der Menschen auf der Erde verschieden. Wo die Menschen mehr in die Erdenwelt verstrickt wurden, da traten die Anhängsel mehr in den Vordergrund. Diejenigen Menschen, welche beim Beginn der physischen Erdenentwickelung durch ihre vorangehende Entwickelung am reifsten waren, so daß sie gleich im Anfange, als die Erde noch nicht zur Luft verdichtet war, die Berührung mit dem Feuerelement erlebten, konnten jetzt die Kopf anlagen am vollkommensten ausbilden. Das waren die in sich am meisten harmonischen Menschen. Andere waren erst zur Berührung mit dem Feuerelement bereit, als die Erde schon die Luft in sich ausgebildet hatte. Es waren dies Menschen, welche mehr von den äußeren Verhältnissen abhängig waren als die ersten. Diese ersten empfanden durch die Wärme die «Geister der Form» deutlich, und sie fühlten sich in ihrem Erdenleben so, wie wenn sie eine Erinnerung daran bewahrten, daß sie mit diesen Geistern zusammengehören und mit ihnen verbunden waren im leibfreien Zustand. Die zweite Art von Menschen fühlte die Erinnerung an den leibfreien Zustand nur in geringerem Maße; sie empfanden ihre Zusammengehörigkeit mit der geistigen Welt vorzüglich durch die Lichtwirkungen der «Feuergeister» (Erzengel). Eine dritte Art von Menschen war noch mehr in das Erdendasein verstrickt. Es waren diejenigen, welche erst von dem Feuerelement berührt werden konnten, als die Erde von der Sonne getrennt war und das wässerige Element in sich auf genommen hatte. Ihr Gefühl für Zusammengehörigkeit mit der geistigen Welt war insbesondere im Beginn des Erdenlebens gering. Erst als die Wirkungen der Erzengel und namentlich der Engel im inneren Vorstellungsleben sich geltend machten, empfanden sie diesen Zusammenhang. Dagegen waren sie im Beginne der Erdenzeit voll reger Impulse für Taten, welche sich in den irdischen Verhältnissen selbst verrichten lassen. Bei ihnen waren die Anhangsorgane besonders stark entwickelt.

Als vor der Trennung des Mondes von der Erde die Mondeskräfte in der letzteren immer mehr zur Verfestigung führten, geschah es, daß durch diese Kräfte unter den Nachkömmlingen der von den Menschen auf der Erde zurückgelassenen Keime solche waren, in denen sich die aus dem leibfreien Zustande zurückkehrenden Menschenseelen nicht mehr verkörpern konnten. Die Gestalt solcher Nachkömmlinge war zu verfestigt und durch die Mondenkräfte zu unähnlich einer Menschengestalt geworden, um eine solche aufnehmen zu können. Es fanden daher gewisse Menschenseelen unter solchen Verhältnissen nicht mehr die Möglichkeit, zur Erde zurückzukehren. Nur die reifsten, die stärksten der Seelen konnten sich gewachsen fühlen, während des Wachstums des Erdenleibes diesen so umzuformen, daß er zur Menschengestalt erblühte. Nur ein Teil der leiblichen Menschennachkömmlinge wurde zu Trägern irdischer Menschen. Ein anderer Teil konnte wegen der verfestigten Gestalt nur Seelen aufnehmen, welche niedriger standen als diejenigen der Menschen. Von den Menschenseelen wurde aber ein Teil gezwungen, die damalige Erdenentwickelung nicht mitzumachen. Dadurch wurden sie zu einer andern Art des Lebenslaufes gebracht. Es gab Seelen, welche schon bei der Trennung der Sonne von der Erde keinen Platz auf dieser fanden. Sie wurden für ihre weitere Entwickelung auf einen Planeten entrückt, der sich unter Führung kosmischer Wesenheiten loslöste aus der allgemeinen Weltensubstanz, welche beim Beginne der physischen Erdenentwickelung mit dieser verbunden war und aus welcher sich auch die Sonne herausgesondert hatte. Dieser Planet ist derjenige, dessen physischen Ausdruck die äußere Wissenschaft als «Jupiter» kennt. (Es wird hier genau in dem Sinne von Himmelskörpern, Planeten und deren Namen gesprochen, wie es eine ältere Wissenschaft noch getan hat. Wie die Dinge gemeint sind, geht aus dem Zusammenhange hervor. Wie die physische Erde nur der physische Ausdruck eines geistig-seelischen Organismus ist, so ist das auch für jeden anderen Himmelskörper der Fall. Und so wenig der Beobachter des Übersinnlichen mit dem Namen «Erde» bloß den physischen Planeten, mit «Sonne» bloß den physischen Fixstern bezeichnet, so meint er auch weite geistige Zusammenhänge, wenn er von «Jupiter», «Mars» usw. redet. Die Himmelskörper haben naturgemäß die Gestalt und Aufgabe wesentlich verändert seit jenen Zeiten, von denen hier gesprochen wird — in gewisser Beziehung sogar ihren Ort im Himmelsraume. Nur wer mit dem Blick der übersinnlichen Erkenntnis die Entwickelung dieser Himmelskörper zurückverfolgt bis in urferne Vergangenheiten, vermag den Zusammenhang der gegenwärtigen Planeten mit ihren Vorfahren zu erkennen.) Auf dem «Jupiter» entwickelten sich die charakterisierten Seelen zunächst weiter. Und später, als sich die Erde immer mehr dem Festen zuneigte, da mußte noch ein anderer Wohnplatz für Seelen geschaffen werden, die zwar die Möglichkeit hatten, eine Zeitlang die verfestigten Körper zu bewohnen, dann aber dies nicht mehr konnten, als diese Verfestigung zu weit fortgeschritten war. Für sie entstand im «Mars» ein entsprechender Platz zu ihrer weiteren Entwickelung. Schon als noch die Erde mit der Sonne verbunden war und ihre luftigen Elemente sich eingliederte, da stellte es sich heraus, daß die Seelen sich ungeeignet erwiesen, um die Erdenentwickelung mitzumachen. Sie wurden durch die irdische Körpergestalt zu stark berührt. Deshalb mußten sie schon damals dem unmittelbaren Einflusse der Sonnenkräfte entzogen werden. Diese mußten von außen auf sie wirken. Diesen Seelen wurde auf dem «Saturn» ein Platz der Weiterentwickelung. So nahm im Verlaufe der Erdenentwickelung die Zahl der Menschengestalten ab; es traten Gestalten auf, welche nicht Menschenseelen verkörpert hatten. Sie konnten nur Astralleiber in sich aufnehmen, wie die physischen Leiber und die Lebensleiber des Menschen auf dem alten Monde sie aufgenommen hatten. Während die Erde in bezug auf ihre menschlichen Bewohner verödete, besiedelten diese Wesen sie. Es hätten endlich alle Menschenseelen die Erde verlassen müssen, wenn nicht durch die Loslösung des Mondes für die Menschengestalten, die damals noch menschlich beseelt werden konnten, die Möglichkeit geschaffen worden wäre, während ihres Erdenlebens den Menschenkeim den unmittelbar von der Erde kommenden Mondenkräften zu entziehen und ihn in sich so weit reifen zu lassen, bis er diesen Kräften überliefert werden konnte. Solange dann der Keim im Innern des Menschen sich gestaltete, war er unter der Wirkung der Wesen, die unter der Führung ihres mächtigsten Genossen den Mond aus der Erde gelöst hatten, um deren Entwickelung über einen kritischen Punkt hinüberzugeleiten.

Als die Erde das Luftelement in sich ausgebildet hatte, gab es im Sinne der obigen Schilderung solche Astralwesen als Überbleibsel vom alten Monde, welche weiter in der Entwickelung zurückgeblieben waren als die niedersten Menschenseelen. Sie wurden die Seelen derjenigen Gestalten, welche noch vor der Sonnentrennung vom Menschen verlassen werden mußten. Diese Wesen sind die Vorfahren des Tierreiches. Sie entwickelten im fernern Zeitenlauf besonders jene Organe, welche beim Menschen nur als Anhängsel vorhanden waren. Ihr Astralleib mußte auf den physischen und den Lebensleib so wirken, wie das beim Menschen auf dem alten Monde der Fall war. Die so entstandenen Tiere hatten nun Seelen, welche nicht in dem einzelnen Tiere wohnen konnten. Es dehnte die Seele ihr Wesen auch auf den Nachkömmling der Vorfahrengestalt aus. Es haben die im wesentlichen von einer Gestalt abstammenden Tiere zusammen eine Seele. Nur wenn der Nachkomme sich durch besondere Einflüsse von der Gestalt der Vorfahren entfernt, tritt eine neue Tierseele in Verkörperung. Man kann in diesem Sinne bei den Tieren in der Geisteswissenschaft von einer Art- (oder Gattungs-) oder auch Gruppenseele reden.

Etwas Ähnliches ging vor zur Zeit der Trennung von Sonne und Erde. Aus dem wässerigen Elemente heraustraten Gestalten, welche in ihrer Entwickelung nicht weiter waren als der Mensch vor der Entwickelung auf dem alten Monde. Sie konnten von einem Astralischen nur eine Wirkung empfangen, wenn dieses von außen sie beeinflußte. Das konnte erst nach dem Fortgang der Sonne von der Erde geschehen. Jedesmal, wenn die Sonnenzeit der Erde eintrat, regte das Astralische der Sonne diese Gestalten so an, daß sie aus dem Ätherischen der Erde sich ihren Lebensleib bildeten. Wenn dann die Sonne sich abkehrte von der Erde, dann löste sich dieser Lebensleib in dem allgemeinen Erdenleib wieder auf. Und als Folge des Zusammenwirkens des Astralischen von der Sonne und des Ätherischen von der Erde tauchten aus dem wässerigen Elemente die physischen Gestalten auf. welche die Vorfahren des gegenwärtigen Pflanzenreichs bildeten.

Der Mensch ist auf der Erde zu einem individualisierten Seelenwesen geworden. Sein Astralleib, welcher ihm auf dem Monde durch die «Geister der Bewegung» eingeflossen war, hat sich auf der Erde gegliedert in Empfindungs-, Verstandes- und Bewußtseinsseele. Und als seine Bewußtseinsseele so weit fortgeschritten war, daß sie sich während des Erdenlebens einen dazu geeigneten Leib bilden konnte, da begabten die «Geister der Form» ihn mit dem Funken aus ihrem Feuer. Es wurde das «Ich» in ihm entfacht. Jedesmal, wenn der Mensch nun den physischen Leib verließ, so war er in der geistigen Welt, in welcher er mit den Wesen zusammentraf, welche ihm während der Saturn-, Sonnen- und Mondenentwickelung seinen physischen Leib, seinen Lebensleib und seinen astralischen Leib gegeben und bis zur Erdenhöhe ausgebildet hatten. Seitdem der Feuerfunke des «Ich» sich im Erdenleben entzündet hatte, war auch für das leibfreie Leben eine Veränderung eingetreten. Vor diesem Entwickelungspunkte seines Wesens hatte der Mensch gegenüber der geistigen Welt keine Selbständigkeit. Er fühlte sich innerhalb dieser geistigen Welt nicht wie ein einzelnes Wesen, sondern wie ein Glied in dem erhabenen Organismus, der aus den über ihm stehenden Wesen sich zusammensetzte. Das «Ich-Erlebnis» auf Erden wirkt nun auch in die geistige Welt hinein nach. Der Mensch fühlt sich nunmehr auch in einem gewissen Grade als Einheit in dieser Welt. Aber er empfindet auch, daß er unaufhörlich verbunden ist mit derselben Welt. Er findet im leibfreien Zustand die «Geister der Form» in einer höheren Gestalt wieder, die er in ihrer Offenbarung auf der Erde durch den Funken seines «Ich» wahrgenommen hat.

Mit der Trennung des Mondes von der Erde bildeten sich auch in der geistigen Welt Erlebnisse für die leibfreie Seele heraus, welche mit dieser Trennung zusammenhingen. Es wurde ja nur dadurch möglich, solche Menschengestalten auf der Erde fortzubilden, welche die Individualität der Seele aufnehmen konnten, daß ein Teil der gestaltenden Kräfte von der Erde auf den Mond übergeführt wurde. Dadurch ist die Menschenindividualität in den Bereich der Mondenwesen gekommen. Und es konnte im leibfreien Zustande der Nachklang an die Erdenindividualität nur dadurch wirken, daß auch für diesen Zustand die Seele im Bereich der mächtigen Geister blieb, welche die Mondabtrennung herbeigeführt hatten. Der Vorgang bildete sich so heraus, daß unmittelbar nach dem Verlassen des Erdenleibes die Seele nur wie in einem von den Mondenwesen zurückgeworfenen Glanz die hohen Sonnenwesen sehen konnte. Erst, wenn sie durch das Schauen dieses Abglanzes genügend vorbereitet war, kam die Seele zum Anblick der hohen Sonnenwesen selbst.

Auch das Mineralreich der Erde ist durch Ausstoßung aus der allgemeinen Menschheitsentwickelung entstanden. Seine Gebilde sind dasjenige, was verfestigt geblieben ist, als der Mond sich von der Erde trennte. Zu diesen Gebilden fühlte sich vom Seelenhaften nur dasjenige hingezogen, was auf der Saturnstufe stehengeblieben war, was also nur geeignet ist, physische Formen zu bilden. Alle Ereignisse, von denen hier und im folgenden die Rede ist, spielten sich im Laufe gewaltig langer Zeiträume ab. Doch kann auf Zeitbestimmungen hier nicht eingegangen werden.

Die geschilderten Vorgänge stellen die Erdenentwickelung von der äußeren Seite dar; von der Seite des Geistes betrachtet, ergibt sich das Folgende. Die geistigen Wesenheiten, welche den Mond aus der Erde herauszogen und ihr eigenes Dasein mit dem Monde verbanden — also Erden-Mondenwesen wurden —, bewirkten durch die Kräfte, die sie von dem letzteren Weltkörper aus auf die Erde sandten, eine gewisse Gestaltung der menschlichen Organisation. Ihre Wirkung ging auf das vom Menschen erworbene «Ich». In dem Zusammenspiel dieses «Ich» mit Astralleib, Ätherleib und physischem Leib machte sich diese Wirkung geltend. Durch sie entstand im Menschen die Möglichkeit, die weisheitsvolle Gestaltung der Welt in sich bewußt zu spiegeln, sie abzubilden wie in einer Erkenntnisspiegelung. Man erinnere sich, wie geschildert worden ist, daß während der alten Mondenzeit der Mensch durch die damalige Abtrennung von der Sonne in seiner Organisation eine gewisse Selbständigkeit, einen freieren Grad des Bewußtseins erworben hat, als der war, welcher unmittelbar von den Sonnenwesen ausgehen konnte. Dieses freie, selbständige Bewußtsein trat — als Erbe der alten Mondenentwickelung — wieder auf während der charakterisierten Zeit der Erdenentwickelung. Es konnte aber gerade dieses Bewußtsein, durch den Einfluß der gekennzeichneten Erden-Mondenwesen wieder zum Einklange mit dem Weltall gebracht, zu einem Abbilde desselben gemacht werden. Das wäre geschehen, wenn sich kein anderer Einfluß geltend gemacht hätte. Ohne einen solchen wäre der Mensch ein Wesen geworden mit einem Bewußtsein, dessen Inhalt wie durch Naturnotwendigkeit, nicht durch sein freies Eingreifen die Welt in den Bildern des Erkenntnislebens gespiegelt hätte. Es ist dieses nicht so geworden. Es griffen in die Entwickelung des Menschen gerade zur Zeit der Mondenabspaltung gewisse geistige Wesenheiten ein, welche von ihrer Mondennatur so viel zurückbehalten hatten, daß sie nicht teilnehmen konnten an dem Hinausgang der Sonne aus der Erde. Und daß sie auch ausgeschlossen waren von den Wirkungen der Wesen, welche vom Erden-Monde aus zur Erde hin sich tätig erwiesen. Diese Wesen mit der alten Mondennatur waren gewissermaßen mit unregelmäßiger Entwickelung auf die Erde gebannt. In ihrer Mondnatur lag gerade das, was während der alten Mondenentwickelung sich gegen die Sonnengeister auf gelehnt hatte, was damals dem Menschen insofern zum Segen war, als durch es der Mensch zu einem selbständigen, freien Bewußtseinszustand geführt worden war. Die Folgen der eigenartigen Entwickelung dieser Wesen während der Erdenzeit brachten es mit sich, daß sie während derselben zu Gegnern wurden derjenigen Wesen, die vom Monde aus das menschliche Bewußtsein zu einem notwendigen Erkenntnisspiegel der Welt machen wollten. Was auf dem alten Monde dem Menschen zu einem höheren Zustande verhalf, ergab sich als das Widerstrebende gegenüber der Einrichtung, welche durch die Erdenentwickelung möglich geworden war. Die widerstrebenden Mächte hatten sich aus ihrer Mondennatur die Kraft mitgebracht, auf den menschlichen Astralleib zu wirken, nämlich — im Sinne der obigen Darlegungen — diesen selbständig zumachen. Sie übten diese Kraft aus, indem sie diesem Astralleib eine gewisse Selbständigkeit - auch nunmehr für die Erdenzeit — gaben gegenüber dem notwendigen (unfreien) Bewußtseinszustande, welcher durch die Wesen des Erdenmondes bewirkt wurde. Es ist schwierig, mit gangbaren Worten zum Ausdrucke zu bringen, wie die Wirkungen der charakterisierten geistigen Wesenheiten auf den Menschen in der gekennzeichneten Urzeit waren. Man darf sie weder denken wie gegenwärtige Natur-Einflüsse, noch etwa so, wie die Wirkung des einen Menschen auf den andern geschieht, wenn der erstere in dem zweiten durch Worte innere Bewußtseinskräfte wachruft, wodurch der zweite etwas verstehen lernt oder zu einer Tugend oder Untugend angeregt wird. Die gemeinte Wirkung in der Urzeit war keine Naturwirkung, sondern ein geistiger Einfluß, aber ein solcher, der auch geistig wirkte, der sich als geistiger übertrug von den höheren Geistwesen auf den Menschen gemäß dem damaligen Bewußtseinszustande dieses Menschen. Wenn man die Sache wie eine Naturwirkung denkt, so trifft man ganz und gar nicht ihre wahre Wesenheit. Wenn man dagegen sagt, die Wesenheiten mit der alten Mondennatur traten an den Menschen heran, um ihn für ihre Ziele «verführend» zu gewinnen, so gebraucht man einen symbolischen Ausdruck, der gut ist, solange man sich seiner Sinnbildlichkeit bewußt bleibt und sich zugleich klar ist, daß hinter dem Symbol eine geistige Tatsache steht.

Die Wirkung, die von den im Mondenzustand zurückgebliebenen Geistwesen auf den Menschen ausging, hatte nun für diesen ein Zweifaches zur Folge. Sein Bewußtsein wurde dadurch des Charakters eines bloßen Spiegels des Weltalls entkleidet, weil im menschlichen Astralleibe die Möglichkeit erregt wurde, von diesem aus die Bewußtseinsbilder zu regeln und zu beherrschen. Der Mensch wurde der Herr seiner Erkenntnis. Andrerseits aber wurde der Ausgangspunkt dieser Herrschaft eben der Astralleib; und das diesem übergeordnete «Ich» kam dadurch in stetige Abhängigkeit von ihm. Dadurch ward der Mensch in der Zukunft den fortdauernden Einflüssen eines niederen Elementes in seiner Natur ausgesetzt. Er konnte in seinem Leben unter die Höhe herabsinken, auf die er durch die Erden-Mondenwesen im Weltengange gestellt war. Und es blieb für die Folgezeit für ihn der fortdauernde Einfluß der charakterisierten unregelmäßig entwickelten Mondwesen auf seine Natur bestehen. Man kann diese Mondwesen im Gegensatz zu den andern, welche vom Erdenmonde aus das Bewußtsein zum Weltenspiegel formten, aber keinen freien Willen gaben, die luziferischen Geister nennen. Diese brachten dem Menschen die Möglichkeit, in seinem Bewußtsein eine freie Tätigkeit zu entfalten, damit aber auch die Möglichkeit des Irrtums, des Bösen.

Die Folge dieser Vorgänge war, daß der Mensch in ein anderes Verhältnis zu den Sonnengeistern kam, als ihm vorbestimmt war durch die Erden-Mondgeister. Diese wollten den Spiegel seines Bewußtseins so entwickeln, daß im ganzen menschlichen Seelenleben der Einfluß der Sonnengeister das Beherrschende gewesen wäre. Diese Vorgänge wurden durchkreuzt und im Menschenwesen der Gegensatz geschaffen zwischen dem Sonnengeist-Einfluß und dem Einfluß der Geister mit unregelmäßiger Mondenentwickelung. Durch diesen Gegensatz entstand im Menschen auch das Unvermögen, die physischen Sonnenwirkungen als solche zu erkennen; sie blieben ihm verborgen hinter den irdischen Eindrücken der Außenwelt. Das Astralische im Menschen, erfüllt von diesen Eindrücken, wurde in den Bereich des «Ich» gezogen. Dieses «Ich», welches sonst nur den ihm von den «Geistern der Form» verliehenen Funken des Feuers verspürt hätte und in allem, was das äußere Feuer betraf, sich den Geboten dieser Geister untergeordnet hätte, wirkte nunmehr auch durch das ihm selbst eingeimpfte Element auf die äußeren Wärme-Erscheinungen. Es stellte dadurch ein Anziehungsband her zwischen sich und dem Erdenfeuer. Dadurch verstrickte es den Menschen mehr, als das ihm vorbestimmt war, in die irdische Stofflichkeit. Während er vorher einen physischen Leib hatte, der in seinen Hauptteilen aus Feuer, Luft und Wasser bestand und dem nur etwas wie ein Schattenbild von Erdsubstanz beigesetzt war, wurde jetzt der Leib aus Erde dichter. Und während vorher der Mensch mehr als ein feinorganisiertes Wesen über dem festen Erdboden in einer Art schwimmend-schwebender Bewegung war, mußte er nunmehr «aus dem Erdenumkreis» herabsteigen auf Teile der Erde, die schon mehr oder weniger verfestigt waren.

Daß solche physische Wirkungen der geschilderten geistigen Einflüsse eintreten konnten, erklärt sich daraus, daß diese Einflüsse derart waren, wie es oben geschildert worden ist. Sie waren eben weder Natureinflüsse noch solche, die seelisch von Mensch zu Mensch wirken. Die letzteren erstrecken ihre Wirkung nicht so weit ins Körperliche wie die geistigen Kräfte, welche hier in Betracht kommen.

Weil der Mensch nach seinen eigenen, dem Irrtum unterworfenen Vorstellungen sich den Einflüssen der Außenwelt aussetzte, weil er nach Begierden und Leidenschaften lebte, welche er nicht nach höheren geistigen Einflüssen regeln ließ, trat die Möglichkeit von Krankheiten auf. Eine besondere Wirkung des luziferischen Einflusses war aber diejenige, daß nunmehr der Mensch sein einzelnes Erdenleben nicht wie eine Fortsetzung des leibfreien Daseins fühlen konnte. Er nahm nunmehr solche Erdeneindrücke auf, welche durch das eingeimpfte astralische Element erlebt werden konnten und welche mit den Kräften sich verbanden, welche den physischen Leib zerstören. Das empfand der Mensch als Absterben seines Erdenlebens. Und der durch die menschliche Natur selbst bewirkte «Tod» trat dadurch auf. Damit ist auf ein bedeutsames Geheimnis in der Menschennatur gedeutet, auf den Zusammenhang des menschlichen Astralleibes mit den Krankheiten und dem Tode. Für den menschlichen Lebensleib traten nun besondere Verhältnisse ein. Er wurde in ein solches Verhältnis zwischen physischem Leib und Astralleib hineingegliedert, daß er in gewisser Beziehung den Fähigkeiten entzogen wurde, welche sich der Mensch durch den luziferischen Einfluß angeeignet hatte. Ein Teil dieses Lebensleibes blieb außer dem physischen Leibe so, daß er nur von höheren Wesenheiten, nicht von dem menschlichen Ich beherrscht werden konnte. Diese höheren Wesenheiten waren diejenigen, welche bei der Sonnentrennung die Erde verlassen hatten, um unter der Führung eines ihrer erhabenen Genossen einen andern Wohnsitz einzunehmen. Wäre der charakterisierte Teil des Lebensleibes mit dem astralischen Leibe vereinigt geblieben, so hätte der Mensch übersinnliche Kräfte, die ihm vorher eigen waren, in seinen eigenen Dienst gestellt. Er hätte den luziferischen Einfluß auf diese Kräfte ausgedehnt. Dadurch hätte sich der Mensch allmählich ganz von den Sonnenwesenheiten losgelöst. Und sein Ich wäre zu einem völligen Erden-Ich geworden. Es hätte so kommen müssen, daß dieses Erden-Ich nach dem Tode des physischen Leibes (beziehungsweise schon bei dessen Verfall) einen andern physischen Leib, einen Nachkommen-Leib, bewohnt hätte, ohne durch eine Verbindung mit höheren geistigen Wesenheiten in einem leibfreien Zustand hindurchzugehen. Der Mensch wäre so zum Bewußtsein seines Ich, aber nur als eines «irdischen Ich» gekommen. Das wurde abgewendet durch jenen Vorgang mit dem Lebensleibe, der durch die Erdmondenwesen bewirkt wurde. Das eigentliche individuelle Ich wurde dadurch so losgelöst vom bloßen Erden-Ich, daß der Mensch sich während des Erdenlebens allerdings nur teilweise als eigenes Ich fühlte; zugleich fühlte er, wie sein Erden-Ich eine Fortsetzung war des Erden-Ichs seiner Vorfahren durch die Generationen hindurch. Die Seele fühlte im Erdenleben eine Art «Gruppen-Ich» bis zu den fernen Ahnen, und der Mensch empfand sich als Glied der Gruppe. In dem leibfreien Zustand konnte das individuelle Ich sich erst als Einzel-Wesen fühlen. Aber der Zustand dieser Vereinzelung war dadurch beeinträchtigt, daß das Ich mit der Erinnerung an das Erdenbewußtsein (Erden-Ich) behaftet blieb. Das trübte den Blick für die geistige Welt, die anfing, sich zwischen Tod und Geburt ähnlich mit einem Schleier zu verdecken wie für den physischen Blick auf Erden.

Der physische Ausdruck all der Veränderungen, welche in der geistigen Welt geschahen, während die Menschenentwickelung durch die geschilderten Verhältnisse hindurchging, war die allmähliche Regelung der gegenseitigen Beziehungen von Sonne, Mond und Erde (und im weiteren Sinne noch anderer Himmelskörper). Von diesen Beziehungen sei als eine Folge der Wechsel von Tag und Nacht hervorgehoben. (Die Bewegungen der Himmelskörper werden durch die sie bewohnenden Wesen geregelt. Die Bewegung der Erde, durch welche Tag und Nacht entstehen, wurde durch das Wechselverhältnis der verschiedenen über den Menschen stehenden Geister bewirkt. Ebenso war auch die Bewegung des Mondes zustandegekommen, damit nach der Trennung des Mondes von der Erde, durch die Umdrehung des ersten um die zweite, die «Geister der Form» auf den physischen Menschenleib in der rechten Art, in dem richtigen Rhythmus, wirken konnten.) Bei Tag wirkten nun das Ich und der astralische Leib des Menschen in dem physischen und dem Lebensleib. Bei Nacht hörte diese Wirkung auf. Da traten das Ich und der astralische Leib aus dem physischen und dem Lebensleibe heraus. Sie kamen in dieser Zeit ganz in den Bereich der «Söhne des Lebens» (Engel), der «Feuergeister» (Erzengel), der «Geister der Persönlichkeit» und der «Geister der Form». Den physischen Leib und den Lebensleib faßten in dieser Zeit außer den «Geistern der Form» noch die «Geister der Bewegung», die «Geister der Weisheit» und die «Throne» in ihr Wirkungsgebiet. So konnten die schädlichen Einwirkungen, welche während des Tages durch die Irrtümer des astralischen Leibes auf den Menschen ausgeübt wurden, wieder ausgebessert werden.

Indem sich nun die Menschen auf der Erde wieder vermehrten, war in den Nachkommen kein Grund mehr, daß nicht Menschenseelen in ihnen zur Verkörperung hätten schreiten sollen. So wie jetzt die Erdmondenkräfte wirkten, gestalteten sich unter ihrem Einflusse die Menschenleiber durchaus geeignet zur Verkörperung von Menschenseelen. Und es wurden jetzt die vorher auf den Mars, den Jupiter usw. entrückten Seelen auf die Erde gelenkt. Es war dadurch für jeden Menschennachkommen, der in der Generationenfolge geboren wurde, eine Seele da. Das dauerte so durch lange Zeiten hindurch, so daß der Seelenzuzug auf der Erde der Vermehrung der Menschen entsprach. Diejenigen Seelen, welche nun mit dem Erdentode den Leib verließen, behielten für den leibfreien Zustand den Nachklang der irdischen Individualität wie eine Erinnerung zurück. Diese Erinnerung wirkte so, daß sie, wenn wieder ein ihnen entsprechender Leib auf der Erde geboren wurde, sich wieder in einem solchen verkörperten. Innerhalb der menschlichen Nachkommenschaft gab es in der Folge solche Menschen, welche von außen kommende Seelen hatten, die zum ersten Male wieder nach den ersten Zeiten der Erde auf dieser erschienen, und andere mit irdisch wiederverkörperten Seelen. Immer weniger werden nun in der Folgezeit der Erdenentwickelung die zum ersten Male erschienenen jungen Seelen und immer mehr die wiederverkörperten. Doch bestand das Menschengeschlecht für lange Zeiten aus den durch diese Tatsachen bedingten beiden Menschenarten. Auf der Erde empfand sich der Mensch nunmehr durch das gemeinsame Gruppen-Ich mit seinen Vorfahren verbunden. Das Erlebnis des individuellen Ich war dafür umso stärker im leibfreien Zustande zwischen dem Tode und einer neuen Geburt. Diejenigen Seelen, welche, vom Himmelsraume kommend, in Menschenleibern einzogen, waren in einer andern Lage als diejenigen, welche bereits ein oder mehrere Erdenleben hinter sich hatten. Die ersteren brachten für das physische Erdenleben als Seelen nur die Bedingungen mit, welchen sie durch die höhere geistige Welt und durch ihre außer dem Erdenbereiche gemachten Erlebnisse unterworfen waren. Die andern hatten in früheren Leben selbst Bedingungen hinzugefügt. Das Schicksal jener Seelen war nur von Tatsachen bestimmt, die außerhalb der neuen Erdenverhältnisse lagen. Dasjenige der wiederverkörperten Seelen ist auch durch dasjenige bestimmt, was sie selbst in früheren Leben unter den irdischen Verhältnissen getan haben. Mit der Wiederverkörperung trat zugleich das menschliche Einzel-Karma in die Erscheinung. — Dadurch, daß der menschliche Lebensleib dem Einflusse des Astralleibes in der oben angedeuteten Art entzogen wurde, trat auch das Fortpflanzungsverhältnis nicht in den Umkreis des menschlichen Bewußtseins, sondern es stand unter der Herrschaft der geistigen Welt. Wenn sich eine Seele niedersenken sollte auf den Erdkreis, dann traten die Impulse für die Fortpflanzung beim Erdenmenschen auf. Der ganze Vorgang war bis zu einem gewissen Grade für das irdische Bewußtsein in ein geheimnisvolles Dunkel gehüllt. — Aber auch während des Erdenlebens traten die Folgen dieser teilweisen Trennung des Lebensleibes vom physischen Leibe ein. Es konnten die Fähigkeiten dieses Lebensleibes durch den geistigen Einfluß besonders erhöht werden. Für das Seelenleben machte sich dies dadurch geltend, daß das Gedächtnis seine besondere Ausbildung erhielt. Das selbständige logische Denken war in dieser Zeit des Menschen nur in den allerersten Anfängen. Dafür war die Erinnerungsfähigkeit fast grenzenlos. Nach außen zeigte sich, daß der Mensch eine unmittelbare gefühlsmäßige Erkenntnis von den Wirkungskräften alles Lebendigen hatte. Er konnte die Kräfte des Lebens und der Fortpflanzung der tierischen und namentlich pflanzlichen Natur in seinen Dienst stellen. Was die Pflanze antreibt zum Wachsen, das zum Beispiel konnte der Mensch aus der Pflanze herausziehen und es verwenden, wie gegenwärtig die Kräfte der leblosen Natur, zum Beispiel die in den Steinkohlen schlummernde Kraft aus dieser herausgezogen und dazu verwendet wird, Maschinen zu bewegen. (Näheres über diese Sache findet man in meiner kleinen Schrift «Unsere atlantischen Vorfahren».) — Auch das innere Seelenleben des Menschen veränderte sich durch den luziferischen Einfluß in der mannigfaltigsten Art. Es könnten viele Arten von Gefühlen und Empfindungen angeführt werden, welche dadurch entstanden sind. Nur einiges mag erwähnt werden. Bis zu diesem Einflusse hin wirkte die Menschenseele in dem, was sie zu gestalten und zu tun hatte, im Sinne der Absichten höherer geistiger Wesenheiten. Der Plan zu allem, was ausgeführt werden sollte, war von vornherein bestimmt. Und in dem Grade, als das menschliche Bewußtsein überhaupt entwickelt war, konnte es auch voraussehen, wie sich in der Zukunft die Dinge nach dem vorgefaßten Plane entwickeln müssen. Dieses vorausschauende Bewußtsein ging verloren, als sich vor die Offenbarung der höheren geistigen Wesenheiten der Schleier der irdischen Wahrnehmungen hinwob und in ihnen die eigentlichen Kräfte der Sonnenwesen sich verbargen. Ungewiß wurde nunmehr die Zukunft. Und damit pflanzte sich der Seele die Möglichkeit des Furchtgefühles ein. Die Furcht ist eine unmittelbare Folge des Irrtums. — Man sieht aber auch, wie mit dem luziferischen Einflusse der Mensch unabhängig wurde von bestimmten Kräften, denen er vorher willenlos hingegeben war. Er konnte nunmehr aus sich heraus Entschlüsse fassen. Die Freiheit ist das Ergebnis dieses Einflusses. Und die Furcht und ähnliche Gefühle sind nur Begleiterscheinungen der Entwickelung des Menschen zur Freiheit.

Geistig angesehen stellt sich das Auftreten der Furcht so, daß innerhalb der Erdenkräfte, unter deren Einfluß der Mensch durch die luziferischen Mächte gelangt war, andere Mächte wirksam waren, die viel früher im Entwickelungslaufe als die luziferischen Unregelmäßigkeit angenommen hatten. Mit den Erdenkräften nahm der Mensch die Einflüsse dieser Mächte in sein Wesen herein. Sie gaben Gefühlen, die ohne sie ganz anders gewirkt hätten, die Eigenschaft der Furcht. Man kann diese Wesenheiten die ahrimanischen nennen; sie sind dieselben, die — in Goethes Sinne — mephistophelisch genannt werden.

Wenn nun auch der luziferische Einfluß sich zunächst nur bei den fortgeschrittensten Menschen geltend gemacht hat, so dehnte er sich doch bald auch über andere aus. Es vermischten sich die Nachkommen der fortgeschrittenen mit den oben charakterisierten weniger fortgeschrittenen. Dadurch drang die luziferische Kraft auch zu den letzteren. Aber der Lebensleib der von den Planeten zurückkehrenden Seelen konnte nicht in demselben Grade geschützt werden wie derjenige, welchen die Nachkommen der auf der Erde verbliebenen hatten. Der Schutz dieses letzteren ging von einem hohen Wesen aus, welches im Kosmos die Führung damals hatte, als sich die Sonne von der Erde trennte. Dieses Wesen erscheint auf dem Gebiete, das hier betrachtet wird, als der Herrscher im Sonnenreiche. Mit ihm zogen diejenigen erhabenen Geister zum Sonnenwohnplatze, welche durch ihre kosmische Entwickelung die Reife dazu erlangt hatten. Es gab aber auch solche Wesen, welche bei der Sonnentrennung zu solcher Höhe nicht gestiegen waren. Sie mußten sich andere Schauplätze suchen. Sie waren es eben, durch die es kam, daß aus jener gemeinsamen Weltsubstanz, welche anfänglich im physischen Erdenorganismus war, sich der Jupiter und andere Planeten loslösten. Der Jupiter wurde der Wohnplatz solcher nicht zur Sonnenhöhe herangereifter Wesen. Das vorgeschrittenste wurde der Führer des Jupiter. 1 Wie der Führer der Sonnenentwickelung das «höhere Ich» wurde, das im Lebensleibe der Nachkommen der auf Erden verbliebenen Menschen wirkte, so wurde dieser Jupiterführer das «höhere Ich», das sich wie ein gemeinsames Bewußtsein durch die Menschen hindurchzog, welche abstammten von einer Vermischung von Sprößlingen der auf Erden verbliebenen mit solchen Menschen, die in der oben geschilderten Art erst auf der Erde in der Zeit des Luftelementes aufgetreten und zum Jupiter übergegangen waren. Man kann im Sinne der Geisteswissenschaft solche Menschen «Jupitermenschen» nennen. Es waren das Menschennachkömmlinge, welche in jener alten Zeit noch Menschenseelen aufgenommen hatten; doch solche, die, beim Beginn der Erdenentwickelung die erste Berührung mit dem Feuer mitzumachen, noch nicht reif genug waren. Es waren Seelen zwischen dem Menschen- und dem Tierseelenreich. Es gibt nun auch Wesen, welche sich unter der Führung eines höchsten aus der gemeinsamen Weltsubstanz den Mars als Wohnplatz ausgesondert hatten. Unter ihren Einfluß kam eine dritte Art von Menschen, die durch Vermischung entstanden waren, die «Marsmenschen». (Es fällt von diesen Erkenntnissen aus ein Licht auf die Urgründe der Planetenentstehung unseres Sonnensystems. Denn alle Körper dieses Systems sind entstanden durch die verschiedenen Reifezustände der sie bewohnenden Wesen. Doch kann hier natürlich nicht auf alle Einzelheiten der kosmischen Gliederungen eingegangen werden.) Diejenigen Menschen, welche in ihrem Lebensleibe das hohe Sonnenwesen selbst als vorhanden wahrnahmen, können «Sonnenmenschen» genannt werden. Das Wesen, das in ihnen als «höheres Ich» lebte - natürlich nur in den Generationen, nicht im einzelnen - ist dasjenige, welches später, als die Menschen eine bewußte Erkenntnis von ihm erlangten, mit verschiedenen Namen belegt wurde und das den Gegenwartsmenschen das ist, in dem sich ihnen das Verhältnis offenbart, welches der Christus zum Kosmos hat. Man kann dann noch «Saturnmenschen» unterscheiden. Bei ihnen trat als «höheres Ich» ein Wesen auf, das vor der Sonnentrennung mit seinen Genossen die gemeinsame Weltsubstanz verlassen mußte. Es war dies eine Art von Menschen, welche nicht nur im Lebensleibe, sondern auch im physischen Leibe einen Teil hatten, welcher dem luziferischen Einfluß entzogen blieb. Nun war bei den niedriger stehenden Menschenarten der Lebensleib doch zu wenig geschützt, um den Einwirkungen des luziferischen Wesens genügend widerstehen zu können. Sie konnten die Willkür des in ihnen befindlichen Feuerfunkens des «Ich» so weit ausdehnen, daß sie in ihrem Umkreise mächtige Feuerwirkungen schädlicher Art hervorriefen. Die Folge war eine gewaltige Erdkatastrophe. Durch die Feuerstürme ging ein großer Teil der damals bewohnten Erde zugrunde und mit ihm die dem Irrtum verfallenen Menschen. Nur der kleinste Teil, der vom Irrtum zum Teil unberührt geblieben war, konnte sich auf ein Gebiet der Erde retten, das bis dahin geschützt war vor dem verderblichen menschlichen Einflusse. Als ein solcher Wohnplatz, der sich für die neue Menschheit besonders eignete, stellte sich das Land heraus, das auf dem Flecke der Erde war, der gegenwärtig vom Atlantischen Ozean bedeckt wird. Dorthin zog sich der am reinsten vom Irrtum gebliebene Teil der Menschen. Nur versprengte Menschheitsglieder bewohnten andere Gegenden. Im Sinne der Geisteswissenschaft kann) man das Erdengebiet zwischen dem gegenwärtigen Europa, Afrika und Amerika, das einstmals bestanden hat, «Atlantis» nennen. (In der entsprechenden Literatur wird in einer gewissen Art auf den charakterisierten dem atlantischen vorangegangenen Abschnitt der Menschheitsentwickelung hingewiesen. Er wird da das lemurische Zeitalter der Erde genannt, dem das atlantische folgte. Dagegen kann die Zeit, in welcher die Mondenkräfte ihre Hauptwirkungen noch nicht entfaltet hatten, das hyperboräische Zeitalter genannt werden. Diesem geht noch ein anderes voran, das also mit der allerersten Zeit der physischen Erdenentwickelung zusammenfällt. In der biblischen Überlieferung wird die Zeit vor der Einwirkung der luziferischen Wesen als die paradiesische Zeit geschildert und das Herabsteigen auf die Erde, das Verstricktwerden der Menschen in die Sinnenwelt, als die Vertreibung aus dem Paradiese.)

Die Entwickelung im atlantischen Gebiet war die Zeit der eigentlichen Sonderung in Saturn-, Sonnen-, Jupiter- und Marsmenschen. Vorher wurden dazu eigentlich erst die Anlagen entfaltet. Nun hatte die Scheidung von Wach- und Schlafzustand für das Menschenwesen noch besondere Folgen, die besonders bei der atlantischen Menschheit hervortraten. Während der Nacht waren des Menschen astralischer Leib und Ich im Bereiche der über ihm stehenden Wesen bis zu den «Geistern der Persönlichkeit» hinauf. Durch denjenigen Teil seines Lebensleibes, der nicht mit dem physischen Leibe verbunden war, konnte der Mensch die Wahrnehmung der «Söhne des Lebens» (Engel) und der «Feuergeister» (Erzengel) haben. Denn er konnte mit dem nicht vom physischen Leib durchdrungenen Teil des Lebensleibes während des Schlafens vereinigt bleiben. Die Wahrnehmung der «Geister der Persönlichkeit» blieb allerdings undeutlich, eben wegen des luziferischen Einflusses. Mit den Engeln und Erzengeln wurden aber auf diese Art für den Menschen in dem geschilderten Zustande auch diejenigen Wesen sichtbar, welche als auf Sonne oder Mond Zurückgebliebene nicht das Erdendasein antreten konnten. Sie mußten deshalb in der seelisch-geistigen Welt verbleiben. Der Mensch zog sie aber durch das luziferische Wesen in den Bereich seiner vom physischen Leib getrennten Seele. Dadurch kam er mit Wesen in Berührung, welche in hohem Grade verführerisch auf ihn wirkten. Sie vermehrten in der Seele den Trieb zum Irrtum; namentlich zum Mißbrauch der Wachstums- und Fortpflanzungskräfte, welche durch die Trennung von physischem Leib und Lebensleib in seiner Macht standen.

Es war nun für einzelne Menschen des atlantischen Zeitalters die Möglichkeit gegeben, sich so wenig als möglich in die Sinnenwelt zu verstricken. Durch sie wurde der luziferische Einfluß aus einem Hindernis der Menschheitsentwickelung zum Mittel eines höheren Fortschreitens. Sie waren durch ihn in der Lage, früher, als es sonst möglich gewesen wäre, die Erkenntnis für die Erdendinge zu entfalten. Dabei versuchten diese Menschen den Irrtum aus ihrem Vorstellungsleben zu entfernen und die ursprünglichen Absichten der geistigen Wesen aus den Erscheinungen der Welt zu ergründen. Sie hielten sich frei von den nach der bloßen Sinnenwelt gelenkten Trieben und Begierden des astralischen Leibes. Dadurch wurden sie von dessen Irrtümern immer freier. Das führte bei ihnen Zustände herbei, durch welche sie bloß in jenem Teile des Lebensleibes wahrnahmen, welcher in der geschilderten Weise vom physischen Leibe getrennt war. In solchen Zuständen war das Wahrnehmungsvermögen des physischen Leibes wie ausgelöscht und dieser selbst wie tot. Dann wären sie durch den Lebensleib ganz verbunden mit dem R Reiche der «Geister der Form» und konnten von diesen erfahren, wie sie geführt und gelenkt werden von jenem hohen Wesen, das die Führung hatte bei der Trennung von Sonne und Erde, und durch das sich später den Menschen das Verständnis für den «Christus» eröffnete. Solche Menschen waren Eingeweihte (Initiierte). Weil aber des Menschen Individualität in der oben geschilderten Art in den Bereich der Mondwesen gekommen war, so konnten auch diese Eingeweihten in der Regel von dem Sonnenwesen nicht unmittelbar berührt werden, sondern es konnte ihnen nur wie in einer Spiegelung durch die Mondwesen gezeigt werden. Sie sahen dann nicht das Sonnenwesen unmittelbar, sondern dessen Abglanz. Sie wurden die Führer der anderen Menschheit, denen sie die erschauten Geheimnisse mitteilen konnten. Sie zogen sich Schüler heran, denen sie die Wege zur Erlangung des Zustandes wiesen, welcher zur Einweihung führt. Zur Erkenntnis dessen, was früher durch «Christus» sich offenbarte, konnten nur solche Menschen gelangen, die in angedeutetem Sinne zu den Sonnenmenschen gehörten. Sie pflegten ihr geheimnisvolles Wissen und die Verrichtungen, welche dazu führten, an einer besonderen Stätte, welche hier das Christus- oder Sonnenorakel genannt werden soll. (Oraculum im Sinne eines Ortes, wo die Absichten geistiger Wesen vernommen werden.) Das hier in bezug auf den Christus Gesagte wird nur dann nicht mißverstanden werden, wenn man bedenkt, daß die übersinnliche Erkenntnis in dem Erscheinen des Christus auf der Erde ein Ereignis sehen muß, auf das als ein in der Zukunft Bevorstehendes diejenigen hingewiesen haben, welche vor diesem Ereignis mit dem Sinn der Erdenentwickelung bekannt waren. Man ginge fehl, wenn man bei diesen «Eingeweihten» ein Verhältnis zu dem Christus voraussetzen würde, das erst durch dieses Ereignis möglich geworden ist. Aber das konnten sie prophetisch begreifen und ihren Schülern begreiflich machen: «Wer von der Macht des Sonnenwesens berührt ist, der sieht den Christus an die Erde herankommen.»

Andere Orakel wurden ins Leben gerufen von den Angehörigen der Saturn-, Mars- und Jupitermenschheit. Deren Eingeweihte führten ihr Anschauen nur bis zu den Wesenheiten, welche als entsprechende «höhere Iche» in ihren Lebensleibern enthüllt werden konnten. So entstanden Bekenner der Saturn-, der Jupiter-, der Marsweisheit. Außer diesen Einweihungsmethoden gab es solche für Menschen, welche vom luziferischen Wesen zu viel in sich aufgenommen hatten, um einen so großen Teil des Lebensleibes vom physischen Leibe getrennt sein zu lassen wie die Sonnenmenschen. Sie konnten auch nicht durch die genannten Zustände bis zur prophetischen Christus-Offenbarung gebracht werden. Sie mußten wegen ihres mehr vom luziferischen Prinzip beeinflußten Astralleibes schwierigere Vorbereitungen durchmachen, und dann konnten sie in einem weniger leibfreien Zustand als die andern zwar nicht die Offenbarung des Christus selbst enthüllt erhalten, aber die anderer hoher Wesen. Es gab solche Wesen, welche zwar bei der Sonnentrennung die Erde verlassen haben, aber doch nicht auf der Höhe standen, daß sie die Sonnenentwickelung auf die Dauer hätten mitmachen können. Sie gliederten sich nach der Trennung von Sonne und Erde einen Wohnplatz von der Sonne ab, die Venus. Deren Führer wurde das Wesen, welches nun für die geschilderten Eingeweihten und ihre Anhänger zum «höheren Ich» wurde. Ein ähnliches geschah mit dem führenden Geist des Merkur für eine andere Art Menschen. So entstanden das Venus- und das Merkurorakel. Eine gewisse Art von Menschen, die am meisten von dem luziferischen Einfluß aufgenommen hatten, konnte nur zu einem Wesen gelangen, welches mit seinen Genossen am frühesten von der Sonnenentwickelung wieder ausgestoßen worden ist. Es hat dieses keinen besonderen Planeten im Weltenraum, sondern lebt im Umkreis der Erde selbst noch, mit der es sich wieder vereinigt hat nach der Rückkehr von der Sonne. Diejenigen Menschen, welchen sich dieses Wesen als höheres Ich enthüllte, können die Anhänger des Vulkanorakels genannt werden. Ihr Blick war mehr den irdischen Erscheinungen zugewendet als derjenige der übrigen Eingeweihten. Sie legten die ersten Gründe zu dem, was später als Wissenschaften und Künste unter den Menschen entstand. Die Merkur-Eingeweihten dagegen begründeten das Wissen von den mehr übersinnlichen Dingen; und in noch höherem Grade taten dies die Venus-Eingeweihten. Die Vulkan-, Merkur- und Venus-Eingeweihten unterschieden sich von den Saturn-, Jupiter- und Mars-Eingeweihten dadurch, daß die letzteren ihre Geheimnisse mehr als eine Offenbarung von oben empfingen, mehr in einem fertigen Zustande; während die ersteren schon mehr in Form von eigenen Gedanken, von Ideen ihr Wissen enthüllt erhielten. In der Mitte standen die Christus-Eingeweihten. Sie erhielten mit der Offenbarung in unmittelbarem Zustande auch zugleich die Fähigkeit, in menschliche Begriffsformen ihre Geheimnisse zu kleiden. Die Saturn-, Jupiter- und Mars-Eingeweihten mußten sich mehr in Sinnbildern aussprechen; die Christus-, Venus-, Merkur- und Vulkan-Eingeweihten konnten sich mehr in Vorstellungen mitteilen.

Was auf diese Art zur atlantischen Menschheit gelangte, kam auf dem Umwege durch die Eingeweihten. Aber auch die andere Menschheit erhielt durch das luziferische Prinzip besondere Fähigkeiten, indem durch die hohen kosmischen Wesenheiten das zum Heil verwandelt wurde, was sonst zum Verderben hätte werden können. Eine solche Fähigkeit ist die der Sprache. Sie wurde dem Menschen zuteil durch seine Verdichtung in die physische Stofflichkeit und durch die Trennung eines Teiles seines Lebensleibes vom physischen Leib. In den Zeiten nach der Mondentrennung fühlte sich das Gruppen-Ich verbunden. Doch verlor sich dieses gemeinsame Bewußtsein, welches Nachkommen mit Vorfahren verband, allmählich im Laufe der Generationen. Die späteren Nachkommen hatten dann nur bis zu einem nicht weit zurückliegenden Vorfahren die innere Erinnerung; zu den früheren Ahnen hinauf nicht mehr. In den Zuständen von Schlafähnlichkeit nur, in denen die Menschen mit der geistigen Welt in Berührung kamen, tauchte nun die Erinnerung an diesen oder jenen Vorfahren wieder auf. Die Menschen hielten sich dann wohl auch für eins mit diesem Vorfahren, den sie in ihnen wiedererschienen glaubten. Dies war eine irrtümliche Idee von der Wiederverkörperung, welche namentlich in der letzten atlantischen Zeit auftauchte. Die wahre Lehre von der Wiederverkörperung konnte nur in den Schulen der Eingeweihten erfahren werden. Die Eingeweihten schauten, wie im leibfreien Zustand die Menschenseele von Verkörperung zu Verkörperung geht. Und sie allein konnten die Wahrheit darüber ihren Schülern mitteilen.

Die physische Gestalt des Menschen ist in der urfernen Vergangenheit, von welcher hier die Rede ist, noch weit verschieden von der gegenwärtigen. Diese Gestalt war in einem hohen Grade noch der Ausdruck der seelischen Eigenschaften. Der Mensch bestand noch aus einer feineren, weicheren Stofflichkeit, als er später angenommen hat. Was gegenwärtig verfestigt ist, war in den Gliedern weich, biegsam und bildsam. Ein mehr seelischer, geistigerer Mensch war von zartem, beweglichem, ausdrucksvollem Körperbau. Ein geistig wenig entwickelter von groben, unbeweglichen, wenig bildsamen Körperformen. Seelische Vorgeschrittenheit zog die Glieder zusammen; die Gestalt wurde klein erhalten; seelische Zurückgebliebenheit und Verstricktheit in die Sinnlichkeit drückte sich in riesenhafter Größe aus. Während der Mensch in der Wachstumsperiode war, formte sich in einer Art, die für gegenwärtige Vorstellungen fabelhaft, ja phantastisch erscheinen muß, der Körper nach dem, was in der Seele sich bildete. Verdorbenheit in den Leidenschaften, Trieben und Instinkten zog ein Anwachsen des Materiellen im Menschen ins Riesenhafte nach sich. Die gegenwärtige physische Menschengestalt ist durch Zusammenziehen, Verdichtung und Verfestigung des atlantischen Menschen entstanden. Und während vor der atlantischen Zeit der Mensch als ein getreues Abbild seiner seelischen Wesenheit vorhanden war, trugen gerade die Vorgänge der atlantischen Entwickelung die Ursachen in sich, welche zu dem nachatlantischen Menschen führten, der in seiner physischen Gestalt fest und von den seelischen Eigenschaften verhältnismäßig wenig abhängig ist. (Das Tierreich ist in seinen Formen in weit älteren Zeiten auf der Erde dicht geworden als der Mensch.) — Die Gesetze, welche gegenwärtig der Bildung der Formen in den Naturreichen zugrunde liegen, dürfen durchaus nicht auf fernere Vergangenheiten ausgedehnt werden.

Gegen die Mitte der atlantischen Entwickelungszeit machte sich allmählich ein Unheil in der Menschheit geltend. Die Geheimnisse der Eingeweihten hätten sorgfältig vor solchen Menschen behütet werden müssen, welche nicht durch Vorbereitung ihren Astralleib von Irrtum gereinigt hatten. Erlangen diese eine solche Einsicht in die verborgenen Erkenntnisse, in die Gesetze, wodurch die höheren Wesen die Naturkräfte lenken, so stellen sie dieselben in den Dienst ihrer verirrten Bedürfnisse und Leidenschaften. Die Gefahr war um so größer, als ja die Menschen, wie geschildert worden ist, in den Bereich niederer Geisteswesen kamen, welche die regelmäßige Erdenentwickelung nicht mitmachen konnten, daher ihr entgegenwirkten. Diese beeinflußten die Menschen fortwährend so, daß sie ihnen Interessen einflößten, welche gegen das Heil der Menschheit in Wahrheit gerichtet waren. Nun hatten aber die Menschen noch die Fähigkeit, die Wachstums- und die Fortpflanzungskräfte der tierischen und der menschlichen Natur in ihren Dienst zu stellen. — Den Versuchungen von seiten niederer Geistwesen unterlagen nicht nur gewöhnliche Menschen, sondern auch ein Teil der Eingeweihten. Sie kamen dazu, die genannten übersinnlichen Kräfte in einen Dienst zu stellen, welcher der Entwickelung der Menschheit zuwiderlief. Und sie suchten sich zu diesem Dienst Genossen, welche nicht eingeweiht waren und welche ganz im niederen Sinne die Geheimnisse des übersinnlichen Naturwirkens anwandten. Die Folge war eine große Verderbnis der Menschheit. Das Übel breitete sich immer mehr aus. Und weil die Wachstums- und Fortpflanzungskräfte dann, wenn sie ihrem Mutterboden entrissen und selbständig verwendet werden, in einem geheimnisvollen Zusammenhange stehen mit gewissen Kräften, die in Luft und Wasser wirken, so wurden durch die menschlichen Taten gewaltige verderbliche Naturmächte entfesselt. Das führte zur allmählichen Zerstörung des atlantischen Gebietes durch Luft- und Wasserkatastrophen der Erde. Die atlantische Menschheit mußte auswandern, insofern sie in den Stürmen nicht zugrunde ging. Damals erhielt die Erde durch diese Stürme ein neues Antlitz. Auf der einen Seite kamen Europa, Asien und Afrika allmählich zu den Gestalten, die sie gegenwärtig haben. Auf der andern Seite Amerika. Nach diesen Ländern gingen große Wanderzüge. Für unsere Gegenwart sind besonders diejenigen dieser Züge wichtig, welche von der Atlantis ostwärts gingen. Europa, Asien, Afrika wurden nach und nach von den Nachkommen der Atlantier besiedelt. Verschiedene Völker schlugen da ihre Wohnsitze auf. Sie standen auf verschiedenen Höhen der Entwickelung, aber auch auf verschiedenen Höhen des Verderbnisses. Und in ihrer Mitte zogen die Eingeweihten, die Behüter der Orakel-Geheimnisse. Diese begründeten in verschiedenen Gegenden Stätten, in denen die Dienste des Jupiter, der Venus und so weiter in gutem, aber auch in schlechtem Sinne gepflegt wurden. Einen besonders ungünstigen Einfluß übte der Verrat der Vulkan-Geheimnisse aus. Denn der Blick von deren Bekennern war am meisten auf die irdischen Verhältnisse gerichtet. Die Menschheit wurde durch diesen Verrat in Abhängigkeit von geistigen Wesen gebracht, welche infolge ihrer vorangegangenen Entwickelung sich gegen alles ablehnend verhielten, was aus der geistigen Welt kam, die sich durch die Trennung der Erde von der Sonne entwickelt hatte. Sie wirkten ihrer so entwickelten Anlage gemäß gerade in dem Elemente, welches im Menschen sich dadurch ausbildete, daß er in der sinnlichen Welt Wahrnehmungen hatte, hinter denen das Geistige sich verhüllt. Diese Wesen erlangten nunmehr einen großen Einfluß auf viele menschliche Erdenbewohner. Und derselbe machte sich zunächst dadurch geltend, daß dem Menschen das Gefühl für das Geistige immer mehr genommen wurde. — Weil sich in diesen Zeiten die Größe, Form und Bildsamkeit des menschlichen physischen Körpers noch in hohem Grade nach den Eigenschaften der Seele richtete, so war die Folge jenes Verrates auch in Veränderungen des Menschengeschlechtes nach dieser Richtung hin zutage getreten. Wo die Verderbtheit der Menschen besonders dadurch sich geltend machte, daß übersinnliche Kräfte in den Dienst niederer Triebe, Begierden und Leidenschaften gestellt wurden, da wurden unförmige, an Größe und Form groteske Menschengestalten gebildet. Diese konnten sich allerdings nicht über die atlantische Periode hinaus erhalten. Sie starben aus. Die nachatlantische Menschheit hat sich physisch aus denjenigen atlantischen Vorfahren herausgebildet, bei denen schon eine solche Verfestigung der körperlichen Gestalt eingetreten war, daß diese den nunmehr naturwidrig gewordenen Seelenkräften nicht nachgaben. — Es gab einen gewissen Zeitraum in der atlantischen Entwickelung, in welchem für die Menschengestalt durch die in und um die Erde herrschenden Gesetze gerade diejenigen Bedingungen herrschten, unter denen sie sich verfestigen mußte. Diejenigen Menschen-Rassen-Formen, welche sich vor diesem Zeitraum verfestigt hatten, konnten sich zwar lange fortpflanzen, doch wurden nach und nach die in ihnen sich verkörpernden Seelen so beengt, daß die Rassen aussterben mußten. Allerdings erhielten sich gerade manche von diesen Rassenformen bis in die nach-atlantischen Zeiten hinein; die genügend beweglich gebliebenen in veränderter Form sogar sehr lange. Diejenigen Menschenformen, welche über den charakterisierten Zeitraum hinaus bildsam geblieben waren, wurden namentlich zu Körpern für solche Seelen, welche in hohem Maße den schädlichen Einfluß des gekennzeichneten Verrats erfahren haben. Sie waren zu baldigem Aussterben bestimmt.

Es hatten sich demnach seit der Mitte der atlantischen Entwickelungszeit Wesen im Bereich der Menschheitsentwickelung geltend gemacht, welche dahin wirkten, daß der Mensch sich in die sinnlich-physische Welt in einer ungeistigen Art hineinlebte. Das konnte so weit gehen, daß ihm statt der wahren Gestalt dieser Welt Trugbilder und Wahnphantome, Illusionen aller Art erschienen. Nicht nur dem luziferischen Einfluß war der Mensch ausgesetzt, sondern auch demjenigen dieser anderen Wesen, auf die oben hingedeutet worden ist und deren Führer nach der Benennung, die er später in der persischen Kultur erhalten hat, Ahriman genannt werden möge. (Der Mephistopheles ist dasselbe Wesen.) Durch diesen Einfluß kam der Mensch nach dem Tode unter Gewalten, welche ihn auch da nur als ein Wesen erscheinen ließen, welches den irdisch-sinnlichen Verhältnissen zugewandt ist. Der freie Ausblick in die Vorgänge der geistigen Welt wurde ihm immer mehr genommen. Er mußte sich in der Gewalt des Ahriman fühlen und bis zu einem gewissen Maße ausgeschlossen sein von der Gemeinschaft mit der geistigen Welt.

Von besonderer Bedeutung war eine Orakelstätte, welche sich in dem allgemeinen Niedergang den alten Dienst am reinsten bewahrt hatte. Sie gehörte zu den Christus-Orakeln. Und deswegen konnte sie nicht nur das Geheimnis des Christus selbst bewahren, sondern auch die Geheimnisse der anderen Orakel. Denn im 0ffenbarwerden des erhabensten Sonnengeistes wurden auch die Führer des Saturn, Jupiter und so weiter enthüllt. Man kannte im Sonnenorakel das Geheimnis, solche menschlichen Lebensleiber bei diesem oder jenem Menschen hervorzubringen, wie sie die besten der Eingeweihten des Jupiter, des Merkur usw. gehabt haben. Man bewirkte mit den Mitteln, die man dazu hatte und welche hier nicht weiter zu besprechen sind, daß die Abdrücke der besten Lebensleiber der alten Eingeweihten sich erhielten und späteren geeigneten Menschen eingeprägt wurden. Durch die Venus-, Merkur- und Vulkan-Eingeweihten konnten solche Vorgänge auch für die Astralleiber sich abspielen.

In einer gewissen Zeit sah sich der Führer der Christus-Eingeweihten vereinsamt mit einigen Genossen, denen er die Geheimnisse der Welt nur in einem sehr beschränkten Maße mitteilen konnte. Denn diese Genossen waren solche Menschen, welche als Naturanlage am wenigsten von der Trennung des physischen und des Lebensleibes mitbekommen hatten. Solche Menschen waren in diesem Zeitraum überhaupt die besten für den weiteren Menschheitsfortschritt. Bei ihnen hatten sich allmählich immer weniger die Erlebnisse im Bereich des Schlafzustandes eingestellt. Die geistige Welt war ihnen immer mehr verschlossen worden. Dafür fehlte ihnen aber auch das Verständnis für alles das, was sich in alten Zeiten enthüllt hatte, wenn der Mensch nicht in seinem physischen Leibe, sondern nur in seinem Lebensleibe war. Die Menschen der unmittelbaren Umgebung jenes Führers des Christus-Orakels waren am meisten vorgeschritten in bezug auf die Vereinigung des früher von dem physischen Leibe getrennt gewesenen Teiles des Lebensleibes mit jenem. Diese Vereinigung stellte sich nun nach und nach in der Menschheit ein als Folge der Umänderung, die mit dem atlantischen Wohnplatz und der Erde überhaupt vor sich gegangen war. Der physische Leib und der Lebensleib des Menschen kamen immer mehr zur Deckung. Dadurch gingen die frühere nun begrenzten Fähigkeiten des Gedächtnisses verloren, und das menschliche Gedankenleben begann. Der mit dem physischen Leib verbundene Teil des Lebensleibes wandelte das physische Gehirn zum eigentlichen Denkwerkzeuge um, und der Mensch empfand eigentlich erst von jetzt ab sein «Ich» im physischen Leibe. Es erwachte da erst das Selbstbewußtsein. Das war nur bei einem geringen Teile der Menschheit zunächst der Fall, vorzüglich bei den Genossen des Führers des Christus-Orakels. Die anderen über Europa, Asien und Afrika zerstreuten Menschenmassen bewahrten in den verschiedensten Graden die Reste der alten Bewußtseinszustände. Sie hatten daher eine unmittelbare Erfahrung von der übersinnlichen Welt. — Die Genossen des Christus-Eingeweihten waren Menschen mit hoch entwickeltem Verstande, aber von allen Menschen jener Zeit hatten sie die geringsten Erfahrungen auf übersinnlichem Gebiete. Mit ihnen zog jener Eingeweihte von Westen nach Osten, nach einem Gebiete in Innerasien. Er wollte sie möglichst behüten vor der Berührung mit den in der Bewußtseinsentwickelung weniger vorgeschrittenen Menschen. Er erzog diese Genossen im Sinne der ihm offenbaren Geheimnisse; namentlich wirkte er in dieser Art auf deren Nachkommen. So bildete er sich eine Schar von Menschen heran, welche in ihre Herzen die Impulse aufgenommen hatten, die den Geheimnissen der Christus-Einweihung entsprachen. Aus dieser Schar wählte er die sieben besten aus, daß sie solche Lebensleiber und Astralleiber haben konnten, welche den Abdrücken der Lebensleiber der sieben besten atlantischen Eingeweihten entsprachen. So erzog er je einen Nachfolger der Christus-, Saturn-, Jupiter- usw. Eingeweihten. Diese sieben Eingeweihten wurden die Lehrer und Führer derjenigen Menschen, welche in der nachatlantischen Zeit den Süden von Asien, namentlich das alte Indien besiedelt hatten. Da diese großen Lehrer eigentlich mit Nachbildern der Lebensleiber ihrer geistigen Vorfahren begabt waren, reichte das, was in ihrem Astralleibe war, nämlich ihr selbstverarbeitetes Wissen und Erkennen, nicht bis zu dem, was ihnen durch ihren Lebensleib enthüllt wurde. Sie mußten, wenn diese Offenbarungen in ihnen sprechen sollten, ihr eigenes Wissen und Erkennen zum Schweigen bringen. Dann sprachen aus ihnen und durch sie die hohen Wesenheiten, welche auch für ihre geistigen Vorfahren gesprochen hatten. Außer in den Zeiten, wo diese Wesenheiten durch sie sprachen, waren sie schlichte Menschen, begabt mit dem Maße von Verstandes- und Herzensbildung, das sie sich selbst erarbeitet hatten.

In Indien wohnte damals eine Menschenart, welche von dem alten Seelenzustande der Atlantier, der die Erfahrungen in der geistigen Welt gestattete, sich vorzüglich eine lebendige Erinnerung an denselben bewahrt hatte. Bei einer großen Anzahl dieser Menschen war auch ein gewaltiger Zug des Herzens und des Gemütes nach den Erlebnissen dieser übersinnlichen Welt vorhanden. Durch eine weise Schicksalsführung war der Hauptteil dieser Menschenart aus den besten Teilen der atlantischen Bevölkerung nach Südasien gekommen. Außer diesem Hauptteil waren andere Teile zu anderen Zeiten zugewandert. Für diesen Menschenzusammenhang bestimmte der genannte Christus-Eingeweihte zu Lehrern seine sieben großen Schüler. Sie gaben diesem Volke ihre Weisheit und ihre Gebote. Nur geringer Vorbereitung bedurfte mancher dieser alten Indier, um in sich rege zu machen die kaum verlöschten Fähigkeiten, die zur Beobachtung in der übersinnlichen Welt führten. Denn es war eigentlich die Sehnsucht nach dieser Welt eine Grundstimmung der indischen Seele. In dieser Welt, so empfand man, war die Urheimat der Menschen. Aus dieser Welt sind sie herausversetzt in diejenige, welche das äußere sinnliche Anschauen und der an dieses Anschauen gebundene Verstand liefern kann. Die übersinnliche Welt fühlte man als die wahre und die sinnliche als eine Täuschung der menschlichen Wahrnehmung, eine Illusion (Maja). Mit allen Mitteln strebte man darnach, sich den Einblick in die wahre Welt zu eröffnen. Der illusorischen Sinnenwelt vermochte man kein Interesse entgegenzubringen, oder doch nur insofern, als sie sich als Schleier für die übersinnliche erweist. Die Macht, die von den sieben großen Lehrern auf solche Menschen ausgehen konnte, war gewaltig. Das, was durch sie geoffenbart werden konnte, lebte sich tief in die indischen Seelen ein. Und weil der Besitz der überkommenen Lebens- und Astralleiber diesen Lehrern hohe Kräfte verlieh, so konnten sie auch magisch auf ihre Schüler wirken. Sie lehrten eigentlich nicht. Sie wirkten wie durch Zauberkräfte von Persönlichkeit zu Persönlichkeit. So entstand eine Kultur, welche von übersinnlicher Weisheit ganz durchdrungen war. Was in den Weisheitsbüchern der Inder (in den Veden) enthalten ist, gibt nicht die ursprüngliche Gestalt der hohen Weistümer, welche in der ältesten Zeit durch die großen Lehrer gepflegt worden sind, sondern nur einen schwachen Nachklang. Nur der rückwärts gewendete übersinnliche Blick kann eine ungeschriebene Urweisheit hinter der geschriebenen finden. Ein Zug, welcher in dieser Urweisheit besonders hervortritt, ist das harmonische Zusammenklingen der verschiedenen Orakel-Weisheiten der atlantischen Zeit. Denn ein jeder der großen Lehrer konnte eine dieser Orakel-Weisheiten enthüllen. Und die verschiedenen Seiten der Weisheit gaben einen vollkommenen Einklang, weil hinter ihnen stand die Grundweisheit der prophetischen Christus-Einweihung. Zwar stellte derjenige Lehrer, welcher der geistige Nachfolger des Christus-Eingeweihten war, nicht dasjenige dar, was der Christus-Eingeweihte selbst enthüllen konnte. Dieser war im Hintergrunde der Entwickelung geblieben. Zunächst konnte er sein hohes Amt keinem Nachatlantier übertragen. Der Christus-Eingeweihte der sieben großen indischen Lehrer unterschied sich von ihm dadurch, daß er ja vollständig sein Schauen des Christus-Geheimnisses in menschliche Vorstellungen hatte verarbeiten können, während jener indische Christus-Eingeweihte nur einen Abglanz dieses Geheimnisses in Sinnbildern und Zeichen darstellen konnte. Denn sein menschlich erarbeitetes Vorstellen reichte nicht bis zu diesem Geheimnisse. Aber aus der Vereinigung der sieben Lehrer ergab sich in einem großen Weisheitsbilde eine Erkenntnis der übersinnlichen Welt, von welcher in dem alten atlantischen Orakel nur die einzelnen Glieder haben verkündet werden können. Es wurden die großen Führerschaften der kosmischen Welt enthüllt und leise hingewiesen auf den einen großen Sonnengeist, den Verborgenen, der über denen thront, welche durch die sieben Lehrer geoffenbart wurden.

Was hier unter «alten Indiern» verstanden wird, fällt nicht zusammen mit demjenigen, was gewöhnlich darunter gemeint wird. Äußere Dokumente aus jener Zeit, von der hier gesprochen wird, gibt es nicht. Das gewöhnlich «Inder» genannte Volk entspricht einer Entwickelungsstufe der Geschichte, welche sich erst lange nach der hier gemeinten Zeit gebildet hat. Es ist eben zu erkennen eine erste nachatlantische Erdenperiode, in welcher die hier charakterisierte «indische» Kultur die herrschende war; dann bildete sich eine zweite nachatlantische, in welcher dasjenige an Kultur herrschend wurde, was später in dieser Schrift «urpersische» genannt werden wird; und noch später entwickelte sich die ebenfalls noch zu schildernde ägyptisch-chaldäische Kultur. Während der Ausbildung dieser zweiten und dritten nachatlantischen Kulturepoche erlebte auch das «alte» Indiertum eine zweite und dritte Epoche. Und von dieser dritten Epoche gilt dasjenige, was gewöhnlich vom alten Indien dargestellt wird. Man darf also nicht dasjenige, was hier geschildert wird, auf das «alte Indien» beziehen, von dem sonst die Rede ist.

Ein andrer Zug dieser altindischen Kultur ist derjenige, welcher später zur Einteilung der Menschen in Kasten führte. Die in Indien Wohnenden waren Nachkommen von Atlantiern, die zu verschiedenen Menschenarten, Saturn-, Jupiter- usw. Menschen gehörten. Durch die übersinnlichen Lehren wurde begriffen, daß eine Seele nicht durch Zufall in diese oder jene Kaste versetzt wurde, sondern dadurch, daß sie sich selbst für dieselbe bestimmt hatte. Ein solches Begreifen der übersinnlichen Lehren wurde hier insbesondere dadurch erleichtert, daß bei vielen Menschen die oben charakterisierten inneren Erinnerungen an die Vorfahren rege gemacht werden konnten, welche allerdings auch leicht zu einer irrtümlichen Idee von der Wiederverkörperung führten. Wie in dem atlantischen Zeitalter nur durch die Eingeweihten die wahre Idee der Wiederverkörperung erlangt werden konnte, so im ältesten Indien nur durch die unmittelbare Berührung mit den großen Lehrern. Jene oben erwähnte irrtümliche Idee von der Wiederverkörperung fand allerdings bei den Völkern, welche sich infolge des Untergangs der Atlantis über Europa, Asien und Afrika verbreiteten, die denkbar größte Ausdehnung. Und weil diejenigen Eingeweihten, welche während der atlantischen Entwickelung auf Abwege geraten waren, auch dieses Geheimnis Unreifen mitgeteilt hatten, so gerieten die Menschen immer mehr zu einer Verwechselung der wahren mit der irrtümlichen Idee. Es war ja diesen Menschen wie eine Erbschaft der atlantischen Zeit eine Art dämmerhaften Hellsehens vielfach geblieben. Wie die Atlantier im Schlafe in den Bereich der geistigen Welt kamen, so erlebten ihre Nachkommen in abnormen Zwischenzuständen zwischen Wachen und Schlaf diese geistige Welt. Da traten in ihnen die Bilder alter Zeit auf, der ihre Vorfahren angehört hatten. Sie hielten sich für Wiederverkörperungen von Menschen, welche in solcher Zeit gelebt hatten. Lehren über die Wiederverkörperung, welche mit den echten Ideen der Eingeweihten im Widerspruch standen, breiteten sich über den ganzen Erdkreis aus.

In den vorderasiatischen Gebieten hatte sich als Ergebnis der langdauernden Wanderzüge, die sich seit dem Beginne der atlantischen Zerstörung von Westen nach Osten bewegten, ein Volkszusammenhang seßhaft gemacht, dessen Nachkommenschaft die Geschichte als das persische Volk und die mit diesem verwandten Stämme kennt. Die übersinnliche Erkenntnis muß allerdings zu viel früheren Zeiten zurückgehen als zu den geschichtlichen dieser Völker. Zunächst ist die Rede von sehr frühen Vorfahren der späteren Perser, f unter denen das zweite große Kulturzeitalter der nachatlantischen Entwickelung, nach dem indischen, entstand. Die Völker dieses zweiten Zeitalters hatten eine andere Aufgabe als die indischen. Sie waren mit ihren Sehnsuchten und Neigungen nicht bloß der übersinnlichen Welt zugewendet; sie waren veranlagt für die physisch-sinnliche Welt. Sie gewannen die Erde lieb. Sie schätzten, was sich der Mensch auf dieser erobern und was er durch ihre Kräfte gewinnen kann. Was sie als Kriegsvolk vollführten und auch was sie als Mittel erfanden, um der Erde ihre Schätze abzugewinnen, steht im Zusammenhang mit dieser Eigenart ihres Wesens. Bei ihnen war nicht die Gefahr vorhanden, daß sie durch ihre Sehnsucht nach dem Übersinnlichen sich völlig abkehren könnten von der «Illusion» des Physisch-Sinnlichen, sondern eher diejenige, daß sie durch ihren Sinn für dieses den seelischen Zusammenhang mit der übersinnlichen Welt ganz verlieren könnten. Auch die Orakelstätten, welche sich aus dem alten atlantischen Gebiet hierher verpflanzt hatten, trugen in ihrer Art den allgemeinen Charakter des Volkes. Es wurde da von Kräften, die man sich einstmals durch die Erlebnisse der übersinnlichen Welt hatte aneignen können und welche man in gewissen niederen Formen noch beherrschen konnte, dasjenige gepflegt, was die Erscheinungen der Natur so lenkt, daß sie den persönlichen Interessen des Menschen dienen. Dieses alte Volk hatte noch eine große Macht in der Beherrschung solcher Naturkräfte, die später vor dem menschlichen Willen sich zurückzogen. Die Hüter der Orakel geboten über innere Kräfte, welche mit dem Feuer und andern Elementen in Zusammenhang standen. Man kann sie Magier nennen. Was sie sich als Erbschaft von übersinnlicher Erkenntnis und übersinnlichen Kräften aus alten Zeiten bewahrt hatten, war allerdings schwach im Verhältnis zu dem, was der Mensch in urferner Vergangenheit vermochte. Aber es nahm doch alle Formen an, von edlen Künsten, die nur das Menschenheil im Auge hatten, bis zu den verwerflichsten Verrichtungen. In diesen Menschen waltete das luziferische Wesen auf eine besondere Art. Es hatte sie mit allem in Zusammenhang gebracht, was den Menschen von den Absichten derjenigen höheren Wesen ablenkt, welche ohne den luziferischen Einschlag allein die Menschheitsentwickelung vorwärts gelenkt hätten. Auch diejenigen Glieder dieses Volkes, welche noch mit Resten des alten hellseherischen Zustandes, des oben geschilderten Zwischenzustandes zwischen Wachen und Schlafen, begabt waren, fühlten sich zu den niederen Wesen der geistigen Welt sehr hingezogen. Es mußte diesem Volke ein geistiger Antrieb gegeben werden, welcher diesen Charaktereigenschaften entgegenwirkte. Ihm wurde aus derselben Quelle, aus welcher auch das alte indische Geistesleben kam, von dem Bewahrter der Geheimnisse des Sonnenorakels, eine Führerschaft gegeben.

Der Führer der urpersische Geisteskultur, der von jenem. Hüter des Sonnenorakels dem in Rede stehenden Volke gegeben wurde, kann mit demselben Namen bezeichnet werden, welchen die Geschichte als Zarathustra oder Zoroaster kennt. Nur muß betont werden, daß die hier gemeinte Persönlichkeit einer viel früheren Zeit angehört, als die ist, in welche die Geschichte den Träger dieses Namens setzt. Doch kommt es hier nicht auf die äußere geschichtliche Forschung, sondern auf Geisteswissenschaft an. Und wer an eine spätere Zeit bei dem Träger des Zarathustra-Namens denken muß, der mag den Einklang mit der Geisteswissenschaft darin suchen, daß er sich einen Nachfolger des ersten großen Zarathustra vorstellt, der dessen Namen angenommen hat und im Sinne von dessen Lehre wirkt. — Der Antrieb, den Zarathustra seinem Volke zu geben hatte, bestand darin, daß er es darauf hinwies, wie die sinnlich-physische Welt nicht bloß das Geistlose ist, das dem Menschen entgegentritt, wenn er sich unter den ausschließlichen Einfluß des luziferischen Wesens begibt. Diesem Wesen verdankt der Mensch seine persönliche Selbständigkeit und sein Freiheitsgefühl. Es soll aber in ihm im Einklang mit dem entgegengesetzten geistigen Wesen wirken. Bei dem urpersischen Volke kam es darauf an, den Sinn rege zu erhalten für dies letztere geistige Wesen. Durch seine Neigung für die sinnlich-physische Welt drohte ihm die vollständige Verschmelzung mit den luziferischen Wesen. Zarathustra hatte nun durch den Hüter des Sonnen-Orakels eine solche Einweihung erhalten, daß ihm die Offenbarungen der hohen Sonnenwesen zuteil werden konnten. In besonderen Zuständen seines Bewußtseins, zu denen ihn seine Schulung geführt hatte, konnte er den Führer der Sonnenwesen schauen, welcher den menschlichen Lebensleib in der oben geschilderten Art in seinen Schutz genommen hatte. Er wußte, daß dieses Wesen die Führung der Menschheitsentwickelung lenkt, daß es aber erst zu einer gewissen Zeit aus dem Weltenraum auf die Erde herniedersteigen konnte. Dazu ist notwendig, daß es ebenso im Astralleibe eines Menschen leben konnte, wie es seit dem Einschlag des luziferischen Wesens im Lebensleibe wirkte. Es mußte ein Mensch dazu erscheinen, der den Astralleib wieder auf eine solche Stufe zurückverwandelt hatte, wie sie dieser ohne Luzifer zu einer gewissen andern Zeit (in der Mitte der atlantischen Entwickelung) erlangt haben würde. Wäre Luzifer nicht gekommen, so wäre der Mensch zwar früher zu dieser Stufe gelangt, aber ohne persönliche Selbständigkeit und ohne die Möglichkeit der Freiheit. Nunmehr aber sollte trotz dieser Eigenschaften der Mensch wieder zu dieser Höhe kommen. Zarathustra sah in seinen Seherzuständen voraus, daß in der Zukunft innerhalb der Menschheitsentwickelung eine Persönlichkeit möglich sein würde, welche einen solch entsprechenden Astralleib haben würde. Aber er wußte auch, daß vor dieser Zeit die geistigen Sonnenkräfte nicht auf Erden gefunden werden können, daß sie aber von der übersinnlichen Anschauung im Bereich des geistigen Teiles der Sonne wahrgenommen werden können. Er konnte diese Kräfte schauen, wenn er seinen Seherblick auf die Sonne lenkte. Und er verkündigte seinem Volke das Wesen dieser Kräfte, die vorerst nur in der geistigen Welt zu finden waren und später auf die Erde herabsteigen sollten. Es war dies die Verkündigung des großen Sonnen- oder Lichtgeistes (der Sonnen-Aura, Ahura-mazdao, Ormuzd). Dieser Lichtgeist offenbart sich für Zarathustra und seine Anhänger als der Geist, der dem Menschen sein Antlitz aus der geistigen Welt zuwendet und der innerhalb der Menschheit die Zukunft vorbereitet. Es ist der auf Christus vor seiner Erscheinung auf Erden auf diesen hinweisende Geist, den Zarathustra als den Lichtgeist verkündet. Dagegen stellt er in Ahriman (Angra mainju) eine Macht dar, welche durch ihren Einfluß auf das menschliche Seelenleben verderblich wirkt, wenn dieses sich ihr einseitig hingibt. Es ist diese Macht keine andere als die schon oben charakterisierte, welche seit dem Verrat der Vulkan-Geheimnisse eine besondere Herrschaft auf der Erde erlangt hatte. Neben der Botschaft von dem Lichtgotte wurden von Zarathustra Lehren von denjenigen geistigen Wesenheiten verkündet, die dem geläuterten Sinn des Sehers als Genossen des Lichtgeistes offenbar werden und zu denen die Versucher einen Gegensatz bildeten, welche dem ungeläuterten Reste der Hellsichtigkeit erschienen, der sich aus der atlantischen Zeit erhalten hatte. Es sollte dem urpersischen Volke klar gemacht werden, wie in der Menschenseele, insofern diese dem Wirken und Streben in der sinnlich-physischen Welt zugewandt ist, sich ein Kampf zwischen der Macht des Lichtgottes und der seines Gegners abspielt und wie sich der Mensch zu verhalten habe, damit ihn der letztere nicht in den Abgrund führe, sondern sein Einfluß durch die Kraft des ersteren ins Gute gelenkt werde.

Eine dritte Kulturepoche der nachatlantischen Zeit wurde bei den Völkern geboren, die durch die Wanderzüge zuletzt in Vorderasien und Nordafrika zusammengeströmt waren. Bei den Chaldäern, Babyloniern, Assyrern einerseits, bei den Ägyptern andererseits bildete sie sich aus. Bei diesen Völkern war der Sinn für die physisch-sinnliche Welt noch in einer andern Art ausgebildet als bei den Urpersern. Sie hatten viel mehr als andere in sich aufgenommen von der Geistesanlage, welche dem seit den letzten atlantischen Zeiten erstandenen Denkvermögen, der Verstandesbegabung, die Grundlage gibt. Es war ja die Aufgabe der nachatlantischen Menschheit, diejenigen Seelenfähigkeiten in sich zu entfalten, welche gewonnen werden konnten durch die erwachten Gedanken- und Gemütskräfte, die nicht von der geistigen Welt unmittelbar angeregt werden, sondern dadurch entstehen, daß der Mensch die Sinnenwelt betrachtet, sich in ihr einlebt und sie bearbeitet. Die Eroberung dieser sinnlich-physischen Welt durch jene menschlichen Fähigkeiten muß als die Mission des nachatlantischen Menschen angesehen werden. Von Stufe zu Stufe schreitet diese Eroberung vorwärts. Im alten Indien ist zwar der Mensch durch seine Seelenverfassung schon auf diese Welt gerichtet. Er sieht sie aber noch als Illusion an, und sein Geist ist der übersinnlichen Welt zugewendet. Im urpersischen Volke tritt im Gegensatz dazu das Bestreben auf, die physisch-sinnliche Welt zu erobern; aber dies wird zum großen Teil noch mit jenen Seelenkräften versucht, welche als Erbstück aus einer Zeit geblieben sind, da der Mensch unmittelbar zur übersinnlichen Welt hinauf reichen konnte. Bei den Völkern der dritten Kulturepoche ist die Seele der übersinnlichen Fähigkeiten zum großen Teile verlustig gegangen. Sie muß in der sinnlichen Umwelt die Offenbarungen des Geistigen erforschen und durch die Entdeckung und Erfindung der aus dieser Welt sich ergebenden Kulturmittel sich weiter bilden. Dadurch, daß aus der physisch-sinnlichen Welt die Gesetze des hinter ihr stehenden Geistigen erforscht wurden, entstanden die menschlichen Wissenschaften; dadurch, daß die Kräfte dieser Welt erkannt und verarbeitet wurden, die menschliche Technik, die künstlerische Arbeit und deren Werkzeuge und Mittel. Dem Menschen der chaldäisch-babylonischen Völker war die Sinnenwelt nicht mehr eine Illusion, sondern in ihren Reichen, in Bergen und Meeren, in Luft und Wasser, eine Offenbarung der geistigen Taten dahinterstehender Mächte, deren Gesetze er zu erkennen trachtete. Dem Ägypter war die Erde ein Feld seiner Arbeit, das ihm in einem Zustand übergeben wurde, den er durch seine eigenen Verstandeskräfte so umzuwandeln hatte, daß er als Abdruck menschlicher Macht erschien. Nach Ägypten waren von der Atlantis her Orakelstätten verpflanzt worden, welche vorzugsweise dem Merkur-Orakel entstammten. Doch gab es auch andere, zum Beispiel Venus-Orakel. In dasjenige, was durch diese Orakelstätten im ägyptischen Volke gepflegt werden konnte, wurde ein neuer Kulturkeim gesenkt. Er ging aus von einem großen Führer, welcher seine) Schulung innerhalb der persischen Zarathustra-Geheimnisse genossen hatte. (Er war die wiederverkörperte Persönlichkeit eines Jüngers des großen Zarathustra selbst.) Er sei in Anlehnung an einen geschichtlichen Namen «Herbes» genannt. Durch das Aufnehmen der Zarathustra-Geheimnisse konnte er den rechten Weg für die Lenkung des ägyptischen Volkes finden. Dieses Volk hatte im irdischen Leben, zwischen Geburt und Tod, den Sinn der physisch-sinnlichen Welt so zugelenkt, daß es zwar unmittelbar die dahinterstehende Geisteswelt nur in beschränktem Maße schauen konnte, aber in jener Welt die Gesetze dieser erkannte. So konnte ihm die geistige Welt nicht als diejenige gelehrt werden, in welche es sich auf der Erde einleben konnte. Dafür aber konnte ihm gezeigt werden, wie der Mensch im leibfreien Zustande nach dem Tode leben werde mit der Welt der Geister, welche während der Erdenzeit durch ihren Abdruck in dem Reiche des sinnlich-physische erscheinen. Herbes lehrte: insoweit der Mensch seine Kräfte auf der Erde dazu verwendet, um in dieser nach den Absichten der geistigen Mächte zu wirken, macht er sich fähig, nach dem Tode mit diesen Mächten vereinigt zu sein. Insbesondere werden diejenigen, welche am eifrigsten in dieser Richtung zwischen Geburt und Tod gewirkt haben, mit der hohen Sonnenwesenheit — mit Osiris — vereinigt werden. Auf der chaldäisch-babylonischen Seite dieser Kulturströmung machte sich die Hinlenkung des Menschensinns zum Physisch-Sinnlichen mehr geltend als auf der ägyptischen. Es wurden die Gesetze dieser Welt erforscht und aus den sinnlichen Abbildern auf die geistigen Urbilder geschaut. Doch blieb das Volk am Sinnlichen in vielfacher Beziehung haften. Statt des Sternengeistes wurde der Stern und statt anderer Geistwesen deren irdische Abbilder in den Vordergrund geschoben. Nur die Führer erlangten eigentliche tiefe Erkenntnisse in bezug auf die Gesetze der übersinnlichen Welt und ihres Zusammenwirkens mit der sinnlichen. Stärker als sonst irgendwo machte sich hier ein Gegensatz zwischen den Erkenntnissen der Eingeweihten und dem verirrten Glauben des Volkes geltend. Ganz andere Verhältnisse waren in den Gegenden Südeuropas und Westasiens, wo die vierte nachatlantische Kulturepoche aufblühte. Man kann sie die griechisch-lateinische nennen. In diesen Ländern waren die Nachkommen der Menschen aus den verschiedensten Gegenden der älteren Welt zusammengeströmt. Es gab Orakelstätten, welche den mannigfachen atlantischen Orakeln nachlebten. Es gab Menschen, welche als natürliche Anlage Erbstücke des alten Hellsehens in sich hatten, und solche, welche sie verhältnismäßig leicht durch Schulung erlangen konnten. An besonderen Orten wurden nicht nur die Überlieferungen der alten Eingeweihten bewahrt, sondern es erstanden an ihnen würdige Nachfolger derselben, welche Schüler heranzogen, die sich zu hohen Stufen geistigen Schauens erheben konnten. Dabei hatten diese Völker den Trieb in sich, innerhalb der sinnlichen Welt ein Gebiet zu schaffen, welches in dem Physischen das Geistige in vollkommener Form ausdrückt. Neben vielem andern ist die griechische Kunst eine Folge dieses Triebes. Man braucht nur mit dem geistigen Auge den griechischen Tempel zu durchschauen, und man wird erkennen, wie in einem solchen Wunderwerk der Kunst das Sinnlich-Stoffliche von dem Menschen so bearbeitet ist, daß es in jedem Gliede als der Ausdruck des Geistigen erscheint. Der griechische Tempel ist das «Haus des Geistes». Man nimmt in seinen Formen wahr, was sonst nur das geistige Auge des übersinnlich Schauenden erkennt. Ein Zeus- (oder Jupiter-) Tempel ist so gestaltet, daß er für das sinnliche Auge eine würdige Umhüllung dessen darstellt, was der Hüter der Zeus- oder Jupiter-Einweihung mit geistigem Auge schaute. Und so ist es mit aller griechischen Kunst. Auf geheimnisvollen Wegen flossen die Weistümer der Eingeweihten in die Dichter, Künstler und Denker. In den Weltanschauungsgebäuden der alten griechischen Philosophen findet man die Geheimnisse der Eingeweihten in Form von Begriffen und Ideen wieder. Und es strömten die Einflüsse des geistigen Lebens, die Geheimnisse der asiatischen und afrikanischen Einweihungsstätten diesen Völkern und ihren Führern zu. Die großen indischen Lehrer, die Genossen Zarathustras, die Anhänger des Hermes hatten ihre Schüler herangezogen. Diese oder deren Nachfolger begründeten nun Einweihungsstätten, in denen die alten Weistümer in neuer Form wieder auflebten. Es sind die Mysterien des Altertums. Man bereitete da die Schüler vor, um sie dann in jene Bewußtseinszustände zu bringen, durch welche sie das Schauen in die geistige Welt erlangen konnten. (Man findet einiges Nähere über diese Mysterien des Altertums in meinem Buche: «Das Christentum als mystische Tatsache». Anderes darüber wird in den letzten Kapiteln dieses Buches gesagt werden.) Aus diesen Einweihungsstätten flossen die Weistümer denen zu, welche in Kleinasien, in Griechenland und Italien die geistigen Geheimnisse pflegten. (In der griechischen Welt entstanden in den orphischen und eleusinischen Mysterien wichtige Einweihungsstätten. In der Weisheitsschule des Pythagoras wirkten die großen Weisheitslehren und Weisheitsmethoden der Vorzeit nach. Auf großen Reisen war Pythagoras in die Geheimnisse der verschiedensten Mysterien eingeweiht worden.)

Das Leben des Menschen — in der nachatlantischen Zeit - zwischen Geburt und Tod hatte aber auch seinen Einfluß auf den leibfreien Zustand nach dem Tode. Je mehr der Mensch seine Interessen der physisch-sinnlichen Welt zukehrte, um so größer war die Möglichkeit, daß sich Ahriman während des Erdenlebens in die Seele einlebte und dann seine Gewalt über den Tod hinaus behielt. Bei den Völkern des alten Indien war diese Gefahr noch am geringsten. Denn sie hatten während des Erdenlebens die physisch-sinnliche Welt als Illusion empfunden. Dadurch entzogen sie sich nach dem Tode der Macht Ahrimans. Um so größer war die Gefahr für die urpersischen Völker. Sie hatten in der Zeit zwischen Geburt und Tod den Blick mit Interesse auf die sinnlich-physische Welt gerichtet. Sie wären in hohem Maße Ahrimans Umgarnungen verfallen, wenn nicht Zarathustra in eindrucksvoller Art durch die Lehre des Lichtgottes darauf hingedeutet hätte, daß hinter der physisch-sinnlichen Welt diejenige der Lichtgeister steht. Soviel die Menschen dieser Kultur aus der so erregten Vorstellungswelt in die Seele aufgenommen hatten, ebensoviel entzogen sie sich für das Erdenleben den Fangarmen Ahrimans und damit auch für das Leben nach dem Tode, durch das sie sich auf ein neues Erdenleben vorbereiten sollten. Im Erdenleben führt die Gewalt Ahrimans dazu, das sinnlich-physische Dasein als das einzige anzusehen und sich dadurch jeden Ausblick auf eine geistige Welt zu versperren. In der geistigen Welt bringt diese Gewalt den Menschen zur völligen Vereinsamung, zur Hinlenkung aller Interessen nur auf sich. Menschen, welche beim Tode in Ahrimans Gewalt sind, werden als Egoisten wiedergeboren.

Man kann gegenwärtig innerhalb der Geisteswissenschaft das Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt so beschreiben, wie es ist, wenn der ahrimanische Einfluß bis zu einem gewissen Grade überwunden ist. Und so ist es von dem Schreiber dieses Buches in anderen Schriften und in den ersten Kapiteln der vorliegenden geschildert worden. Und so muß es geschildert werden, wenn anschaulich werden soll, was in dieser Daseinsform von dem Menschen erlebt werden kann, wenn er sich den reinen Geistesblick für das wirklich Vorhandene erobert hat. Inwieweit es der einzelne mehr oder weniger erlebt, hängt von seiner Besiegung des ahrimanischen Einflusses ab. Der Mensch nähert sich dem, was er sein kann in der geistigen Welt, immer mehr und mehr. Wie dies, was da der Mensch sein kann, beeinträchtigt wird von anderen Einflüssen, muß hier beim Betrachten des Entwickelungsganges der Menschheit doch scharf ins Auge gefaßt werden.

Bei dem ägyptischen Volke sorgte Hermes dafür, daß die Menschen während des Erdenlebens sich zur Gemeinschaft mit dem Lichtgeist vorbereiteten. Weil aber während dieser Zeit die Interessen der Menschen zwischen Geburt und Tod schon so gestaltet waren, daß durch den Schleier des Physisch-Sinnlichen nur in geringem Grade hindurchgeschaut werden konnte, so blieb auch der geistige Blick der Seele nach dem Tode getrübt. Die Wahrnehmung der Lichtwelt blieb matt. — Einen Höhepunkt erreichte die Verschleierung der geistigen Welt nach dem Tode für jene Seelen, welche aus einem Leibe der griechisch-lateinischen Kultur in den leibfreien Zustand übergingen. Sie hatten im Erdenleben die Pflege des sinnlich-physischen Daseins zur Blüte gebracht. Und damit hatten sie sich zu einem Schattendasein nach dem Tode verurteilt. Daher empfand der Grieche dieses Leben nach dem Tode als ein Schattendasein; und es ist nicht bloßes Gerede, sondern die Empfindung der Wahrheit, wenn der dem Sinnenleben zugewandte Held dieser Zeit sagt: «Lieber ein Bettler auf der Erde, als ein König im Reich der Schatten.» Noch ausgeprägter war dies alles bei jenen asiatischen Völkern, die auch in ihrer Verehrung und Anbetung den Blick nur auf die sinnlichen Abbilder statt auf die geistigen Urbilder gerichtet hatten. Ein großer Teil der Menschheit war zur Zeit der griechisch-lateinischen Kulturperiode in der geschilderten Lage. Man sieht, wie die Mission des Menschen in der nachatlantischen Zeit, welche in der Eroberung der physisch-sinnlichen Welt bestand, notwendig zur Entfremdung von der geistigen Welt führen mußte. So hängt das Große auf der einen Seite mit dem Verfall auf der anderen ganz notwendig zusammen. - In den Mysterien wurde der Zusammenhang des Menschen mit der geistigen Welt gepflegt. Ihre Eingeweihten konnten in besonderen Seelenzuständen die Offenbarungen aus dieser Welt empfangen. Sie waren mehr oder weniger die Nachfolger der atlantischen Orakelhüter. Ihnen wurde enthüllt, was verhüllt war durch die Einschläge Luzifers und Ahrimans. Luzifer verhüllte für den Menschen dasjenige aus der geistigen Welt, was in den menschlichen Astralleib ohne dessen Zutun bis zur Mitte der atlantischen Zeit eingeströmt war. Falls der Lebensleib nicht vom physischen Leib teilweise getrennt worden wäre, hätte dieses Gebiet der geistigen Welt der Mensch wie eine innere Seelenoffenbarung in sich erleben können. Durch den luziferischen Einschlag konnte er es nur in besonderen Seelenzuständen. Da erschien ihm eine geistige Welt im Kleide des Astralischen. Die entsprechenden Wesen offenbarten sich durch solche Gestalten, welche bloß die Glieder der höheren Menschennatur an sich trugen, und an diesen Gliedern die astralisch-sichtbaren Sinnbilder für ihre besonderen geistigen Kräfte. Übermenschliche Gestalten offenbarten sich auf diese Art. — Nach dem Eingriff Ahrimans kam zu dieser Art von Einweihung noch eine andere. Ahriman hat verhüllt alles dasjenige aus der geistigen Welt, was hinter der sinnlich-physischen Wahrnehmung erschienen wäre, wenn von der Mitte der atlantischen Epoche an sein Eingriff nicht erfolgt wäre. Daß den Eingeweihten dies enthüllt wurde, verdankten sie dem Umstande, daß sie alle jene Fähigkeiten, welche der Mensch seit jener Zeit erlangt hatte, über das Maß hinaus in der Seele übten, durch welches die Eindrücke des sinnlich-physischen Daseins erzielt werden. Es offenbarte sich ihnen dadurch, was als geistige Mächte hinter den Naturkräften liegt. Sie konnten sprechen von den geistigen Wesenheiten hinter der Natur. Die schöpferischen Mächte derjenigen Kräfte enthüllten sich ihnen, die in dem Natürlichen wirken, das unter dem Menschen steht. Was von Saturn, Sonne und dem alten Monde her fortgewirkt hat und des Menschen physischen Leib, seinen Lebensleib, seinen astralischen Leib gebildet hatte, sowie das mineralische, das pflanzliche, das tierische Reich, das bildete den Inhalt der einen Art von Mysterien-Geheimnissen. Es waren diejenigen, über welche Ahriman die Hand hielt. Was zur Empfindungsseele, zur Verstandesseele, zur Bewußtseinsseele geführt hatte, das wurde in einer zweiten Art von Mysterien-Geheimnissen geoffenbart. Was aber von den Mysterien nur prophezeit werden konnte, das war, daß in der Zeiten Lauf ein Mensch erscheinen werde mit einem solchen Astralleib, daß in diesem trotz Luzifer die Lichtwelt des Sonnengeistes durch den Lebensleib ohne besondere Seelenzustände werde bewußt werden können. Und der physische Leib dieses Menschenwesens mußte so sein, daß für dasselbe offenbar würde alles dasjenige aus der geistigen Welt, was bis zum physischen Tode hin von Ahriman verhüllt werden kann. Der physische Tod kann für dieses Menschenwesen nichts innerhalb des Lebens ändern, das heißt keine Gewalt über dasselbe haben. In einem solchen Menschenwesen kommt das «Ich» so zu Erscheinung, daß im physischen Leben zugleich das volle geistige enthalten ist. Ein solches Wesen ist Träger des Lichtgeistes, zu dem sich der Eingeweihte von zwei Seiten aus erhebt, indem er entweder zu dem Geist des Übermenschlichen oder zu dem Wesen der Naturmächte in besonderen Seelenzuständen geführt wird. Indem die Eingeweihten der Mysterien voraussagten, daß ein solches Menschenwesen im Laufe der Zeit erscheinen werde, waren sie die Propheten des Christus.

Als der besondere Prophet in diesem Sinne erstand eine Persönlichkeit inmitten eines Volkes, welches durch natürliche Vererbung die Eigenschaften der vorderasiatischen Völker und durch Erziehung die Lehren der Ägypter in sich hatte, des israelitischen Volkes. Es war Moses. In seine Seele war so viel von den Einflüssen der Einweihung gekommen, daß dieser Seele in besonderen Zuständen das Wesen sich offenbarte, das einstmals in der regelmäßigen Erdenentwickelung die Rolle übernommen hatte, vom Monde aus das menschliche Bewußtsein zu gestalten. In Blitz und Donner erkannte Moses nicht bloß die physischen Erscheinungen, sondern die Offenbarungen des gekennzeichneten Geistes. Aber zugleich hatte auf seine Seele gewirkt die andere Art von Mysterien-Geheimnissen, und so vernahm er in den astralischen Schauungen das Übermenschliche, wie es zum Menschlichen durch das «Ich» wird. So enthüllte sich Moses derjenige, welcher kommen mußte, von zwei Seiten her als die höchste Form des «Ich».

Und mit «Christus» erschien in menschlicher Gestalt, was das hohe Sonnenwesen als das große menschliche Erdenvorbild vorbereitet hatte. Mit dieser Erscheinung mußte alle Mysterien -Weisheit in gewisser Beziehung eine neue Form annehmen. Vorher war diese ausschließlich dazu da, den Menschen dazu zu bringen, sich in einen solchen Seelenzustand zu versetzen, daß er das Reich des Sonnengeistes außer der irdischen Entwickelung schauen konnte. Nunmehr bekamen die Mysterien — Weistümer die Aufgabe, den Menschen fähig zu machen, den menschgewordenen Christus zu erkennen und von diesem Mittelpunkte aller Weisheit aus die natürliche und die geistige Welt zu verstehen.

In jenem Augenblicke seines Lebens, in welchem der Astralleib des Christus Jesus alles das in sich hatte, was durch den luziferischen Einschlag verhüllt werden kann, begann sein Auftreten als Lehrer der Menschheit. Von diesem Augenblicke an war in die menschliche Erdenentwickelung die Anlage eingepflanzt, die Weisheit aufzunehmen, durch welche nach und nach das physische Erdenziel erreicht werden kann. In jenem Augenblicke, da sich das Ereignis von Golgatha vollzog, war die andere Anlage in die Menschheit eingeimpft, wodurch der Einfluß Ahrimans zum Guten gewendet werden kann. Aus dem Leben heraus kann nunmehr der Mensch durch das Tor des Todes hindurch das mitnehmen, was ihn befreit von der Vereinsamung in der geistigen Welt. Nicht nur für die physische Menschheitsentwickelung steht das Ereignis von Palästina im Mittelpunkte, sondern auch für die übrigen Welten, denen der Mensch angehört. Und als sich das «Mysterium von Golgatha» vollzogen hatte, als der «Tod des Kreuzes» erlitten war, da erschien der Christus in jener Welt, in welcher die Seelen nach dem Tode weilen, und wies die Macht Ahrimans in ihre Schranken. Von diesem Augenblicke an war das Gebiet, das von den Griechen ein «Schattenreich» genannt worden war, von jenem Geistesblitz durchzuckt, der seinen Wesen zeigte, daß wieder Licht in dasselbe kommen sollte. Was durch das «Mysterium von Golgatha» für die physische Welt erlangt war, das warf sein Licht hinein in die geistige Welt. — So war die nachatlantische Menschheitsentwickelung bis zu diesem Ereignis hin ein Aufstieg für die physisch-sinnliche Welt. Aber sie war auch ein Niedergang für die geistige. Alles, was in die sinnliche Welt floß, das entströmte dem, was in der geistigen seit uralten Zeiten schon war. Seit dem Christus-Ereignis können die Menschen, welche sich zu dem Christus-Geheimnis erheben, aus der sinnlichen Welt in die geistige das Errungene hinübernehmen. Und aus dieser fließt es dann wieder in die irdisch-sinnliche zurück, indem die Menschen bei ihrer Wiederverkörperung dasjenige mitbringen, was ihnen der Christus-Impuls in der geistigen Welt zwischen dem Tode und einer neuen Geburt geworden ist.

Was durch die Christus-Erscheinung der Menschheitsentwickelung zugeflossen ist, wirkte wie ein Same in derselben. Der Same kann nur allmählich reifen. Nur der allergeringste Teil der Tiefen der neuen Weistümer ist bis auf die Gegenwart herein in das physische Dasein eingeflossen. Dieses steht erst im Anfange der christlichen Entwickelung. Diese konnte in den aufeinanderfolgenden Zeiträumen, die seit jener Erscheinung verflossen sind, nur immer so viel von ihrem inneren Wesen enthüllen, als die Menschen, die Völker fähig waren, zu empfangen, als diese in ihr Vorstellungsvermögen aufnehmen konnten. Die erste Form, in welche sich dieses Erkennen gießen konnte, läßt sich als ein umfassendes Lebensideal aussprechen. Als solches stellte es sich entgegen dem, was in der nachatlantischen Menschheit sich als Lebensformen herausgebildet hatte. Es sind oben die Verhältnisse geschildert worden, welche in der Entwickelung der Menschheit seit der Wiederbevölkerung der Erde in der lemurischen Zeit gewirkt haben. Die Menschen sind demgemäß seelisch auf verschiedene Wesenheiten zurückzuführen, welche aus anderen Welten kommend in den Leibesnachkommen der alten Lemurier sich verkörperten. Die verschiedenen Menschenrassen sind eine Folge dieser Tatsache. Und in den wiederverkörperten Seelen traten, infolge ihres Karmas, die verschiedensten Lebensinteressen auf. Solange alles das nachwirkte, konnte es nicht das Ideal der «allgemeinen Menschlichkeit» geben. Die Menschheit ist von einer Einheit ausgegangen; aber die bisherige Erdenentwickelung hat zur Sonderung geführt. In der Christus-Vorstellung ist zunächst ein Ideal gegeben, das aller Sonderung entgegenwirkt, denn in dem Menschen, der den Christusnamen trägt, leben auch die Kräfte des hohen Sonnenwesens, in denen jedes menschliche Ich seinen Urgrund findet. Noch das israelitische Volk fühlte sich als Volk, der Mensch als Glied dieses Volkes. Indem zunächst in dem bloßen Gedanken erfaßt wurde, daß in Christus Jesus der Idealmensch lebt, zu dem die Bedingungen der Sonderung nicht dringen, wurde das Christentum das Ideal der umfassenden Brüderlichkeit. Über alle Sonderinteressen und Sonderverwandtschaften hinweg trat das Gefühl auf, daß des Menschen innerstes Ich bei jedem den gleichen Ursprung hat. (Neben allen Erdenvorfahren tritt der gemeinsame Vater aller Menschen auf. «Ich und der Vater sind Eins.»)

Im vierten, fünften und sechsten Jahrhundert nach Christus bereitete sich in Europa ein Kulturzeitalter vor, das mit dem fünfzehnten Jahrhundert begann und in welchem die Gegenwart noch lebt. Es sollte das vierte, das griechisch-lateinische allmählich ablösen. Es ist das fünfte nachatlantische Kulturzeitalter. Die Völker, welche sich nach verschiedenen Wanderungen und den mannigfaltigsten Schicksalen zu Trägern dieses Zeitalters machten, waren Nachkommen derjenigen Atlantier, welche von dem, was mittlerweile in den vier vorhergehenden Kulturperioden sich abgespielt hatte, am unberührtesten geblieben waren. Sie waren nicht bis in die Gebiete vorgedrungen, in denen die entsprechenden Kulturen Wurzel faßten. Dagegen hatten sie in ihrer Art die atlantischen Kulturen fortgepflanzt. Es gab unter ihnen viele Menschen, welche sich das Erbstück des alten dämmerhaften Hellsehens — des beschriebenen Zwischenzustandes zwischen Wachen und Schlafen — im hohen Grade bewahrt hatten. Solche Menschen kannten die geistige Welt als eigenes Erlebnis und konnten ihren Mitmenschen mitteilen, was in dieser Welt vorgeht. So entstand eine Welt von Erzählungen über geistige Wesen und geistige Vorgänge. Und der Märchen- und Sagenschatz der Völker ist ursprünglich aus solchen geistigen Erlebnissen heraus entstanden. Denn die dämmerhafte Hellsichtigkeit vieler Menschen dauerte bis in Zeiten herauf, die keineswegs lange hinter unserer Gegenwart zurückliegen. Andere Menschen waren da, welche die Hellsichtigkeit zwar verloren hatten, aber die erlangten Fähigkeiten für die sinnlich-physische Welt doch nach Gefühlen und Empfindungen ausbildeten, welche den Erlebnissen dieser Hellsichtigkeit entsprachen. Und auch die atlantischen Orakel hatten hier ihre Nachfolger. Es gab überall Mysterien. Nur bildete sich in diesen Mysterien vorwiegend ein solches Geheimnis der Einweihung aus, welches zur Offenbarung derjenigen Geisteswelt führt, die Ahriman verschlossen hält. Die hinter den Naturgewalten stehenden Geistesmächte wurden da erschlossen. In den Mythologien der europäischen Völker sind die Reste dessen enthalten, was die Eingeweihten dieser Mysterien den Menschen verkünden konnten. Nur enthalten diese Mythologien allerdings auch das andere Geheimnis, doch in unvollkommenerer Gestalt, als die südlichen und östlichen Mysterien es hatten. Die übermenschlichen Wesenheiten waren auch in Europa bekannt. Doch sah man sie im stetigen Kampfe mit den Genossen Luzifers. Und man verkündigte zwar den Lichtgott; doch in solcher Gestalt, daß man von dieser nicht sagen konnte, sie werde Luzifer besiegen. Dafür aber leuchtete auch in diese Mysterien hinein die Zukunftsgestalt des Christus. Man verkündigte von ihm, daß sein Reich ablösen werde das Reich jenes anderen Lichtgottes. (Alle Sagen von der Götterdämmerung und ähnliche haben in dieser Erkenntnis der Mysterien Europas ihren Ursprung.) Aus solchen Einflüssen heraus entstand ein Seelenzwiespalt in den Menschen der fünften Kulturepoche, der gegenwärtig noch fortdauert und sich in den mannigfaltigsten Erscheinungen des Lebens zeigt. Die Seele behielt von den alten Zeiten her den Zug zum Geistigen nicht so stark, daß sie den Zusammenhang zwischen der geistigen und der sinnlichen Welt hätte festhalten können. Sie behielt ihn nur als Gefühls- und Empfindungszucht, nicht aber als unmittelbares Schauen der übersinnlichen Welt. Dagegen wurde der Blick des Menschen auf die sinnliche Welt und ihre Beherrschung immer mehr hingelenkt. Und die in der letzten atlantischen Zeit erwachten Verstandeskräfte, alle die Kräfte im Menschen, deren Instrument das physische Gehirn ist, wurden auf die Sinneswelt und deren Erkenntnis und Beherrschung hin ausgebildet. Zwei Welten entwickelten sich gewissermaßen in der Menschenbrust. Die eine ist dem sinnlich-physischen Dasein zugekehrt, die andere ist empfänglich für die Offenbarung des Geistigen, um dieses mit Gefühl und Empfindung, doch ohne Anschauung zu durchdringen. Die Anlagen zu dieser Seelenspaltung waren schon vorhanden, als die Christuslehre in die Gebiete Europas einfloß. Man nahm diese Botschaft vom Geiste in die Herzen auf, durchdrang Empfindung und Gefühl damit, konnte aber nicht die Brücke schlagen zu dem, was der auf die Sinne gerichtete Verstand im physisch-sinnlichen Dasein erkundete. Was man heute kennt als Gegensatz von äußerer Wissenschaft und geistiger Erkenntnis, ist nur eine Folge dieser Tatsache. Die christliche Mystik (Eckhardts, Taulers usw.) ist ein Ergebnis der Durchdringung von Gefühl und Empfindung mit dem Christentum. Die bloß auf die Sinnenwelt gerichtete Wissenschaft und deren Ergebnisse im Leben sind die Folgen der andern Seite der Seelenanlagen. Und es sind die Errungenschaften auf dem Felde der äußerlichen materiellen Kultur durchaus dieser Trennung der Anlagen zu verdanken. Indem sich diejenigen Fähigkeiten des Menschen, welche ihr Instrument im Gehirn haben, einseitig dem physischen Leben zuwandten, konnten sie zu jener Steigerung kommen, welche die gegenwärtige Wissenschaft, Technik und so weiter möglich machte. Und nur bei den Völkern Europas konnte der Ursprung dieser materiellen Kultur liegen. Denn sie sind jene Nachkommen atlantischer Vorfahren, welche den Zug für die physisch-sinnliche Welt erst dann zu Fähigkeiten ausbildeten, als er zu einer gewissen Reife gediehen war. Vorher ließen sie ihn schlummern und lebten von den Erbstücken des atlantischen Hellsehens und den Mitteilungen ihrer Eingeweihten. Während äußerlich die Geisteskultur nur diesen Einflüssen hingegeben war, reifte langsam aus der Sinn für die materielle Beherrschung der Welt.

Doch kündigt sich gegenwärtig bereits die Morgenröte der sechsten nachatlantischen Kulturperiode an. Denn was in der Menschheitsentwickelung zu einer gewissen Zeit entstehen soll, das reift langsam in der vorhergehenden Zeit. Was gegenwärtig sich schon in den Anfängen entwickeln kann, das ist das Auffinden des Fadens, welcher die zwei Seiten in der Menschenbrust verbindet, die materielle Kultur und das Leben in der geistigen Welt. Dazu ist notwendig, daß auf der einen Seite die Ergebnisse des geistigen Schauens begriffen werden und auf der andern in den Beobachtungen und Erlebnissen der Sinneswelt die Offenbarungen des Geistes erkannt werden. Die sechste Kulturepoche wird die Harmonie zwischen beiden zur vollen Entwickelung bringen. — Damit ist die Betrachtung dieses Buches bis zu einem Punkte vorgerückt, wo sie übergehen kann von einem Ausblick in die Vergangenheit zu einem solchen in die Zukunft. Doch ist es besser, wenn diesem Ausblick die Betrachtung über die Erkenntnis der höheren Welt und über die Einweihung vorangeht. Dann wird sich an sie jener Ausblick, insofern er möglich ist in dem Rahmen dieser Schrift, kurz geben lassen.


Anmerkungen

(1) Geisteswissenschaft wird hier, wie aus dem Zusammenhang ersichtlich ist, gleichbedeutend mit Geheimwissenschaft, mit übersinnlicher Erkenntnis gebraucht.

(2) Eine ganz genaue Sprechweise müßte, um das innere Erleben bei der Geistesforschung exakt auszudrücken, statt «der Saturn war von einem Luftkreis umgeben» sagen: «Indem das übersinnliche Erkennen sich des Saturn bewußt wird, stellt sich vor dieses Bewußtsein auch ein Luftkreis des Saturn» oder «stellen sich andere, so oder so geartete Wesen». Die Umsetzung in die Redewendung: «dies oder das ist da» muß gestattet sein, denn im Grunde findet dieselbe Umsetzung auch in der Ausgestaltung des Sprachgebrauchs für das wirkliche Seelenerlebnis bei der sinnenfälligen Wahrnehmung statt, aber man wird gegenüber der folgenden Darstellung sich dieses gegenwärtig halten müssen. Ei ist ja auch schon aus dem Zusammenhang der Darstellung gegeben.

(3) Das Gas erscheint dem übersinnlichen Bewußtsein durch die Lichtwirkung, die es von sich ausgehen läßt. Man könnte also auch von Lichtgestalten sprechen, die dem geistigen Schauen sich darstellen.

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