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XV. Das Heilverfahren

Die Erkenntnis der Heilmittelwirkungen beruht auf dem Durchschauen der in der außermenschlichen Welt vorhandenen Kraftentwicklungen. Denn, um einen Heilvorgang zu veranlassen, muss man Substanzen in den Organismus einführen, die in diesem sich so ausbreiten, dass der Krankheitsvorgang allmählich in einen normalen übergeht. Nun liegt eben das Wesen des krankhaften Vorganges darin, dass innerhalb des Organismus sich etwas abspielt, das sich nicht eingliedert in die Gesamttätigkeit desselben. Das hat ein solcher Vorgang gemeinsam mit einem solchen der äußeren Natur.

Man kann sagen: entsteht im Innern des Organismus ein Vorgang, der einem solchen der äußeren Natur ähnlich ist, so tritt Erkrankung ein. Ein solcher Vorgang kann den physischen oder den ätherischen Organismus ergreifen. Es muss dann entweder der astralische Leib oder das Ich eine Aufgabe erfüllen, die sie sonst nicht vollbringen. Sie müssen sich in einem Lebensalter, in dem sie in freier seelischer Tätigkeit sich entfalten sollten, zurückschrauben in ein früheres Lebensalter - in vielen Fällen sogar in das Embryonalalter - und an der Bildung von physischen und ätherischen Gestaltungen mitwirken, die bereits übergegangen sein sollten in den Bereich des physischen und des ätherischen Organismus; das heißt, die im ersten menschlichen Lebensalter vom astralischen Leib und der Ich-Organisation besorgt, später aber vom physischen und ätherischen Organismus allein übernommen werden. Denn alle Entwicklung des menschlichen Organismus beruht darauf, dass ursprünglich die Gesamtgestaltung des physischen und ätherischen Leibes aus der Tätigkeit des Astralischen und der Ich-Organisation sich ergibt; dass aber mit zunehmendem Alter die astralische und Ich-Tätigkeit in der physischen und ätherischen Organisation weiterlaufen. Tun sie das nicht, so müssen der astralische Leib und die Ich-Organisation in einem Stadium ihrer Entwicklung in einer Art eingreifen, zu der sie in diesem Stadium nicht mehr geeignet sind.

Man nehme an, es treten Unterleibsstockungen auf. Die physische und ätherische Organisation vollziehen nicht die ihnen im vorangehenden Lebensalter übertragenen Tätigkeiten in dem entsprechenden Teile des menschlichen Körpers. Die astralische und Ich-Tätigkeit müssen eingreifen.

Dadurch schwächen sich diese ab für andere Aufgaben im Organismus. Sie sind nicht da, wo sie sein sollten, z. B. in der Gestaltung der in die Muskeln gehenden Nerven. Die Folge sind Lähmungserscheinungen in gewissen Teilen des Organismus.

Es handelt sich darum, solche Substanzen in den menschlichen Organismus einzuführen, welche der astralischen und der Ich-Organisation die ihnen nicht zukommende Tätigkeit abnehmen können. Man kann nun finden, dass die Prozesse, die in der Bildung starker ätherischer Öle im Pflanzenorganismus, insbesondere in der Blütenbildung wirken, dieses Abnehmen bewirken können. Auch Substanzen, die Phosphor enthalten, können das. Man muss nur dafür sorgen, dass man den Phosphor durch Zusammenmengen mit andern Substanzen dazu bringt, dass er seine Wirkung im Darm entfalte, nicht in dem über den Darm hinausliegenden Stoffwechsel.

Hat man es zu tun mit Entzündungserscheinungen der Haut, so entfalten da astralischer Leib und Ich-Organisation eine abnorme Tätigkeit. Sie entziehen sich dann den Wirkungen, die sie auf mehr nach innen gelegene Organe ausüben sollten. Sie vermindern die Empfindlichkeit innerer Organe. Diese hinwiederum hören wegen ihrer herabgestimmten Empfindlichkeit auf, die ihnen obliegenden Vorgänge auszuführen. Es können dadurch z. B. abnorme Zustände in der Lebertätigkeit auftreten. Und die Verdauung kann dann in unrechtmäßiger Weise beeinflusst werden. Bringt man nun Kieselsäure in den Organismus, so werden die auf die Haut entfallenden Tätigkeiten des astralischen und des Ich- Organismus entlastet. Die nach innen erfolgende Tätigkeit dieser Organismen wird wieder freigegeben; und ein Gesundungsprozess tritt ein.

Steht man vor krankhaften Zuständen, die sich in abnormem Herzklopfen offenbaren, so wirkt eine nicht regelmäßige Tätigkeit des astralischen Organismus auf den Gang der Blutzirkulation. Diese Tätigkeit schwächt sich dann für die Hirnvorgänge ab. Es treten epileptische Zustände ein, weil durch die abgeschwächte astralische Tätigkeit im Kopf-Organismus die dort hingehörige ätherische zu stark angespannt wird. Bringt man den aus Levisticum (Liebstöckel) zu gewinnenden gummiartigen Stoff - etwa in Teeform, noch besser in etwas verarbeiteter Form in einem Präparat - in den Organismus, dann wird die für die Blutzirkulation unrecht verbrauchte Tätigkeit des astralischen Leibes freigegeben, und die Stärkung für die Gehirnorganisation tritt ein.

Man muss in allen diesen Fällen durch eine entsprechende Diagnose die Richtung der Krankheitswirkungen feststellen. Man nehme den letzten Fall. Er kann so liegen, dass die Ursache von einem gestörten Wechselwirken zwischen ätherischem und astralischem Leib in der Blutzirkulation ausgeht. Die Hirnerscheinungen sind dann die Folge. Man wird mit der Heilung so vorgehen können, wie es beschrieben worden ist. Die Sache kann aber auch umgekehrt liegen. Die Unregelmäßigkeit kann ursächlich zwischen der astralischen und ätherischen Tätigkeit im Gehirnsystem auftreten. Dann ist die unregelmäßige Blutzirkulation mit der abnormen Herztätigkeit die Folge. Dann muss man z. B. schwefelsaure Salze in den Stoffwechselvorgang bringen. Diese wirken auf die ätherische Organisation des Gehirns so, dass sie in dieser eine Anziehungskraft zu dem astralischen Leibe hervorrufen. Man kann das daran beobachten, dass die Denk-Initiative, die Willenssphäre und die ganze Geschlossenheit des Wesens eine Umwandlung nach dem Besseren erfahren. Es wird dann wahrscheinlich nötig sein, die astralischen Kräfte in ihrer neu zu erwerbenden Wirkung auf das Zirkulationssystem etwa durch ein Kupfersalz zu unterstützen.

Man wird bemerken, dass der Gesamt-Organismus in seine regelmäßige Tätigkeit dann wieder eintritt, wenn man die durch den physischen und ätherischen Organismus bewirkte Übertätigkeit des astralischen und Ich-Organismus in irgend einem Gliede des Leibes ersetzt durch eine von außen bewirkte. Der Organismus hat die Tendenz, seine Mängel auszugleichen. Deshalb stellt er sich wieder her, wenn man eine Unregelmäßigkeit eine Zeitlang künstlich so reguliert, dass man den innerlich hervorgerufenen Vorgang, der aufhören muss, bekämpft durch einen ähnlichen Vorgang, den man von außen her bewirkt.

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