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VIII. Tätigkeiten im menschlichen Organismus. Diabetes mellitus

Der menschliche Organismus entfaltet durch alle seine Glieder hindurch Tätigkeiten, die ihre Impulse allein in ihm selber haben können. Was er von außen aufnimmt, muss entweder bloß die Veranlassung dazu sein, dass er eine eigene Tätigkeit entwickeln kann; oder es muss so im Körper wirken, dass die Fremdtätigkeit sich nicht von einer inneren Tätigkeit des Körpers unterscheidet, sobald sie in diesen eingedrungen ist.

Die notwendige Nahrung des Menschen enthält z. B. Kohlehydrate. Diese sind zum Teil stärkeähnlich. Als solche sind sie Substanzen, die ihre Tätigkeit in der Pflanze entfalten. In den menschlichen Körper gelangen sie in dem Zustande, den sie in der Pflanze erreichen können. In diesem Zustande ist die Stärke ein Fremdkörper. Der menschliche Organismus entwickelt keine Tätigkeit, die in der Richtung dessen liegt, was Stärke, in dem Zustande, in dem sie in den Körper kommt, als Tätigkeit entfalten kann. Was z. B. in der menschlichen Leber als stärkeähnlicher Stoff entwickelt wird (Glykogen), ist etwas anderes als pflanzliche Stärke. Dagegen ist der Traubenzucker eine Substanz, die Tätigkeiten erregt, welche von gleicher Art sind wie Tätigkeiten des menschlichen Organismus selbst. Stärke kann daher in diesem nicht Stärke bleiben. Soll sie eine Wirkung entfalten, die in dem Körper eine Rolle spielt, so muss sie verwandelt werden. Und sie geht, indem sie vom Ptyalin der Mundhöhle durchsetzt wird, in Zucker über. Eiweiß und Fett werden vom Ptyalin nicht verändert. Sie treten zunächst als Fremdsubstanzen in den Magen ein. In diesem werden die Eiweißstoffe durch das von ihm abgesonderte Pepsin so verwandelt, dass die Abbauprodukte bis zu den Peptonen entstehen. Sie sind Substanzen, deren Tätigkeitsimpulse mit solchen des Körpers zusammenfallen. Dagegen bleibt Fett auch im Magen unverändert. Es wird erst von dem Absonderungsprodukt der Bauchspeicheldrüse so verwandelt, dass Substanzen entstehen, die sich aus dem toten Organismus als Glycerin und Fettsäuren ergeben.

Nun aber geht die Verwandlung der Stärke in Zucker durch den ganzen Verdauungsvorgang hindurch. Es findet auch eine Umwandlung der Stärke durch den Magensaft statt, wenn diese Umwandlung nicht schon durch das Ptyalin stattgefunden hat.

Wenn die Umwandlung der Stärke durch das Ptyalin stattfindet, so steht der Vorgang an der Grenze dessen, was sich im Menschen im Bereich dessen abspielt, das in dem Kapitel II die Ich- Organisation genannt worden ist. In deren Bereich geht die erste Umwandlung des von außen Aufgenommenen vor sich. Traubenzucker ist eine Substanz, die im Bereich der Ich-Organisation wirken kann. Er ist dem Geschmack des Süßen entsprechend, der in der Ich-Organisation sein Dasein hat.

Entsteht aus dem Stärkemehl durch den Magensaft Zucker, so bedeutet dies, dass die Ich- Organisation in den Bereich des Verdauungssystems eindringt. Für das Bewusstsein ist dann der Geschmack des Süßen nicht da; aber, was im Bewusstsein - im Bereich der Ich-Organisation - vorgeht, während «süß» empfunden wird, das dringt in die unbewussten Regionen des menschlichen Körpers, und die Ich-Organisation wird dort tätig. In den uns unbewussten Regionen hat man es nun im Sinne von Kapitel II zunächst mit dem astralischen Leib zu tun. Es ist der astralische Leib da in Wirksamkeit, wo im Magen die Stärke in Zucker verwandelt wird.

Bewusst kann der Mensch nur sein durch dasjenige, was in seiner Ich-Organisation so wirkt, dass diese durch nichts übertönt oder gestört wird, so dass sie sich voll entfalten kann. Das ist innerhalb des Bereiches der Fall, in dem die Ptyalinwirkungen liegen. Im Bereich der Pepsinwirkungen übertönt der Astralleib die Ich-Organisation. Die Ich-Tätigkeit taucht unter in die astralische. Man kann also im Bereich des Materiellen die Ich-Organisation an der Anwesenheit des Zuckers verfolgen. Wo Zucker ist, da ist Ich- Organisation; wo Zucker entsteht, da tritt die Ich-Organisation auf, um die untermenschliche (vegetative, animalische) Körperlichkeit zum Menschlichen hin zu orientieren.

Nun tritt der Zucker als Ausscheidungsprodukt auf bei Diabetes mellitus. Man hat es dabei mit dem Auftreten der Ich-Organisation an dem menschlichen Organismus in einer solchen Form zu tun, dass diese Organisation zerstörend wirkt. Sieht man auf jede andre Region des Wirkens der Ich-Organisation, so stellt sich heraus, dass diese untertaucht in die astralische Organisation. Zucker unmittelbar genossen ist in der Ich-Organisation. Er wird da zum Veranlasser des Süß-Geschmackes. Stärke genossen und durch das Ptyalin oder den Magensaft in Zucker verwandelt, zeigt an, dass in der Mundhöhle oder im Magen der astralische Leib mit der Ich-Organisation zusammenwirkt und die letztere übertönt.

Zucker ist aber auch im Blute vorhanden. Indem das Blut Zucker enthaltend durch den ganzen Körper zirkuliert, trägt es die Ich-Organisation durch diesen. Überall da aber wird diese Ich-Organisation durch das Wirken des menschlichen Organismus in ihrem Gleichgewicht gehalten. In dem Kapitel II hat sich gezeigt, wie außer der Ich-Organisation und dem astralischen Leib in der menschlichen Wesenheit noch der ätherische und der physische Leib vorhanden sind. Auch diese nehmen die Ich- Organisation auf und halten sie in sich. So lange dies der Fall ist, sondert der Harn keinen Zucker ab. Wie die Ich-Organisation, den Zucker tragend, leben kann, das zeigt sich an den an den Zucker gebundenen Vorgängen im Organismus.

Beim Gesunden kann der Zucker im Harn nur auftreten, wenn er zu reichlich, als Zucker, genossen wird, oder wenn Alkohol, der unmittelbar, mit Übergehung von Verwandlungsprodukten, in die Körpervorgänge sich hineinzieht, zu reichlich aufgenommen wird. In beiden Fällen tritt der Zuckerprozess als selbständig, neben den sonstigen Vorgängen im Menschen auf.

Bei Diabetes mellitus liegt die Tatsache vor, dass die Ich-Organisation beim Untertauchen in den astralischen und ätherischen Bereich so abgeschwächt wird, dass sie für ihre Tätigkeit an der Zuckersubstanz nicht mehr wirksam sein kann. Es geschieht dann durch die astralischen und ätherischen Regionen mit dem Zucker dasjenige, was mit ihm durch die Ich-Organisation geschehen sollte.

Es befördert alles die Zuckerkrankheit, was die Ich-Organisation aus der in die Körpertätigkeit eingreifenden Wirksamkeit herausreißt: Aufregungen, die nicht vereinzelt, sondern in Wiederholungen auftreten; intellektuelle Überanstrengungen; erbliche Belastung, die eine normale Eingliederung der Ich-Organisation in den Gesamtorganismus verhindert. Das alles ist zugleich damit verbunden, dass in der Kopforganisation solche Vorgänge stattfinden, die eigentlich Parallelvorgänge der geistig-seelischen Tätigkeit sein sollten; die aber, weil diese Tätigkeit zu schnell oder zu langsam verläuft, aus dem Parallelismus herausfallen. Es denkt gewissermaßen das Nervensystem selbständig neben dem denkenden Menschen. Das aber ist eine Tätigkeit, die das Nervensystem nur im Schlafe ausführen sollte.

Beim Diabetiker geht eine Art von Schlaf in den Tiefen des Organismus dem Wachzustande parallel. Es findet daher im Verlaufe der Zuckerkrankheit eine Entartung der Nervensubstanz statt. Diese ist die Folge des mangelhaften Eingreifens der Ich-Organisation.

Eine andere Begleiterscheinung sind die Furunkelbildungen bei Diabetikern. Furunkelbildungen entstehen durch ein Übermaß in der Region der ätherischen Tätigkeit. Die Ich-Organisation versagt da, wo sie wirken sollte. Die astralische Tätigkeit kann sich nicht entfalten, weil sie gerade an einem solchen Orte nur im Einklange mit der Ich-Organisation Kraft hat. Die Folge ist das Übermaß der ätherischen Wirksamkeit, die sich in der Furunkelbildung zeigt.

In alle diesem sieht man, wie ein Heilungsvorgang für Diabetes mellitus nur eingeleitet werden kann, wenn man die Ich-Organisation bei dem Diabetiker zu kräftigen imstande ist.

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